05/05/2026
Leonnie - geboren 11. April 2010 - gestorben am 3. Mai 2026
Leonnie kam im Juli 2024 zu uns, weil ihr Frauchen im Sterben lag. Die kleine weiße Hündin war seit Geburt taub und sehr schüchtern unterwegs. Wir nahmen sie in unsere Hundegruppe auf dem Sonnenhof auf, da sie auch nicht gut alleine bleiben konnte.
Leonnie hatte eine Schilddrüsenunterfunktion, die medikamentös eingestellt war. Sie lebte sich schnell im Haus und Garten ein, wobei sie immer deutlich machte, dass sie menschlichen Kontakt nicht direkt brauchte, um glücklich zu sein. Sie war einer der ganz wenigen Hunde, die nie guckten, ob man bei uns auch mit im Bett schlafen durfte. Fellpflege war immer ein echtes Drama für sie, weil sie ungern angefasst wurde.
Sie hatte vielmehr ein oder zwei Hündinnen, mit denen sie ganz dicke war. Quenni und auch Cindy waren ihre besten Freundinnen. Ansonsten war sie aber auch in der Hundegruppe so dezent, dass man manchmal meinte, die anderen seien ihr egal.
Sie alterte in Würde und fiel nicht auf. Sie war so bescheiden und zurückhaltend, dass ich mich manchmal fragte, ob es ihr bei uns überhaupt gefiel. Still ging sie ihrer Wege, nur morgens bei der Futterverteilung machte sie lautstark auf sich aufmerksam, wenn ich zu langsam die Näpfe verteilte. Dann fegte sie von der Küche Richtung Wohnzimmer und zurück und geriet richtig außer sich. Und im Auto wollte sie nie alleine in einer Box fahren, sondern brauchte einen zweiten Hund zum Kuscheln.
Jetzt im Winter bemerkte ich, dass ihr Sehen deutlich nachließ. Das Organ, auf das sie sich immer so gut verlassen hatte, funktionierte auf einmal nicht mehr so gut. Manchmal verlief sie sich sogar draußen und es war gar nicht so einfach, sie dann zu leiten, da sie ja partout nicht angefasst werden wollte. Also lief ich dann mit etwas Duftendem vor ihr her, um ihr den Weg zurück zu zeigen, das klappte prima. Doch die Einschränkung machte ihr insgesamt sehr zu schaffen und verunsicherte sie.
Am Freitag Morgen erbrach sie zum ersten Mal ihr Futter, vollkommen ungewöhnlich für sie. Am Samstag fraß sie wenig, behielt das aber gut bei sich, schlief über den Tag ausgiebig und setzte abends Kot ab, ging dann mit uns schlafen. Direkt danach muss sie für immer gegangen sein, denn morgens fanden wir sie genauso vor, wie sie sich schlafen gelegt hatte. Sie war schon kühl.
Seitdem trauert die Gruppe und mir wird jetzt erst bewusst, wie wichtig sie in ihrer ruhigen, freundlichen Art wohl doch für alle war. Es herrscht eine drückend schwere Stimmung. Nichtmal die Beagles machen Blödsinn.
Fast zwei Jahre durfte Leonnie bei uns verbringen und hat vielen Hunden still Sicherheit geschenkt. Sie war immer lieb und nie aufdringlich, so dass auch unsichere Hunde sich gut an ihr orientieren konnten. Gerade bei unserem letzten Aufenthalt hier im Solling scharten sich bei Eiseskälte ihre Hundefreunde um sie und kuschelten eng mit ihr in unserer großen Kudde. Darüber habe ich mich damals so gefreut, weil ich merkte, wie integriert sie ist. Und jetzt ist sie gegangen. Ihre Freundin Cindy ist wie verloren gerade und irrte heute suchend durch den Garten. Dreimal hab ich sie eingesammelt. Es war wirklich traurig.
Vielleicht geht es ihr ja auch wie mir. Denn ich sehe Leonnie immer noch irgendwie im Augenwinkel an mir vorbeihuschen und das ist ein ganz seltsames Gefühl. Wie gerne hätte ich sie mal so richtig durchgeknuddelt all die Monate, aber das fand sie sowas von überflüssig. Von ihr habe ich gelernt, dass weniger auch mehr sein kann. Sie war glücklich, wenn sie mit ihrer jeweils besten Freundin kuscheln konnte und es was Leckeres zu fressen gab.
Leonnie - was bleibt mir zu sagen? Wir haben dich geliebt. Du fehlst und gerade ganz dolle, du warst so besonders.