22/10/2018
Info an alle Pferdebesitzer aus aktuellem Anlass:
In unserer näheren Umgebung treten derzeit wieder vermehrt Fälle von atypischer Weidemyopathie auf.
Diese Erkrankung der Muskulatur wird durch Hypoglycin A ausgelöst. Dieser Stoff ist im Frühling in den Keimlingen, sowie im Herbst in den Samen (Flügelfrüchten) des Bergahorns enthalten. Wenn das Pferd diese Pflanzenteile auf der Weide mit aufnimmt, wird das Hypoglycin A im Körper zu einem Abbauprodukt verstoffwechselt, welches bewirkt, dass die Muskelzellen des Pferdes keine Energie mehr gewinnen können. In der Folge sterben diese ab mit der Folge eines fatalen Muskelabbaus. Zu den charakteristischen Symptomen der Krankheit gehören plötzliche Schweißausbrüche, Apathie, Steifheit, Schwäche, Muskelzittern und erhöhte Atem- und Herzfrequenz. Betroffene Pferde haben große Schwierigkeiten sich nach dem Hinlegen wieder aufzurichten und bleiben oft einfach liegen. Dadurch kommt es schon mal zu Verwechslungen mit Koliksymptomen. Besonders auffallend ist aber, dass die erkrankten Pferde trotz ihres schlechten Allgemeinzustands normalen Appetit zeigen. Ein absolut charakteristisches Merkmal ist auch der dunkelrot/braun verfärbte Harn, der durch den beim Muskelabbau anfallenden Muskelfarbstoff Myoglobin entsteht.
Wenn Sie diese Symptome bei Ihrem Pferd bemerken, sollten Sie schnell handeln. Am Allerwichtigsten ist erstmal so wenig Bewegung wie möglich und das Verbringen des Pferdes in einen warmen Stall. Sollte das Pferd bereits Festliegen, ist die Lage leider fast aussichtslos. Die Erkrankung schreitet schnell fort und endet in mindestens 75% der Fälle tödlich.
Daher ist es umso wichtiger Vorsorgemaßnahmen zu treffen.
Damit Ihr Pferd hoffentlich gesund durch den Herbst und das nächste Frühjahr kommt, empfehlen wir Ihnen folgende Dinge zu beachten:
• Weidegang im Herbst auf weniger als 6 Stunden begrenzen, besonders nach den ersten Nachtfrösten, nachts aufstallen, v.a. Jungtiere
• Ihr Pferd gut zu Füttern (Heu guter Qualität, Kraft- und Mineralfutter)
• Trockenen Unterstand zur Verfügung stellen
• Weiden mit Baumbestand (v.a. mit jeglicher Art von Ahornbäumen) dringend meiden!
Für ausführlichere Informationen lesen Sie bitte auf unserer Webseite weiter unter: https://www.pferde-klinik.de/fachgebiete/innere-medizinaugenheilkunde/atypische-weidemyopathie.html