13/12/2020
Aber, es ist für einige auch die Zeit der Erinnerungen. Dunkle, kurze Tage, kühle Nächte, das erinnert doch an Knaller, Feuerwerk und pure Vielleicht den ein oder anderen Zweibeiner, aber mit Sicherheit und aus Erfahrung recht vielen Vierbeinern,
Lernen funktioniert zum großen Teil über Konditionierung. Und Konditionierung funktioniert schnell, ganz besonders schnell wenn es um Angst geht. Ein Trauma reicht, um Situationen als gefährlich abzuspeichern.
Situation kann eben auch bedeuten, frühe Dunkelheit, kalte Temperaturen und diese kleinen Lichter überall.
Wie jedes Jahr häuften sich auch dieses Jahr in der letzten Zeit die Anrufe verzweifelter Menschen, deren Hunde plötzlich wieder nicht mehr heraus gehen wollen, sobald es dunkel wird. Im Sommer lief alles so gut, die Angst vor Geräuschen schien sich zu bessern, und jetzt kommt doch alles zurück. Dank unseres für überlebenswichtigen Systems im kleinen Kopf, der Angst als Schutzmechanismus des Überlebens als so wichtige Emotion eingerichtet hat.
Etliche Vierbeiner gehen diesen Jahr wesentlich entspannter in diese Zeit. Den Sommer für Training genutzt, gezielte Arbeit mit der Angst, Desensibilisierung und Gegenkonditionierung sehr behutsam aufgebaut und in kleinen Schritten bis zu Knallern & Co hin bewältigt. Tiefenentspannt werden auch sie an Silvester nicht sein, aber die in Berlin wochenlang andauernde Geräuschkulisse wird für wesentlich weniger Grundstress in der Zeit der hier so lang anhaltenden Knallerei sorgen.
Ich kann nur jedem ans Herz legen, mit Angsthunden gerade im Frühjahr und Sommer zu arbeiten, um die tiefsitzenden Ängst und die lange Prozedur bis zum Winter solide in den Griff zu bekommen!
Für all diejenigen, die gerade wegen nicht einmal die Stadt verlassen können und verzweifelt ob der Angst der Vierbeiner sind- frühzeitig nach medikamentöser Unterstützung erkundigen! Medikamente sollten immer sorgfältig besprochen werden, gezielt eingesetzt und evaluiert werden, daher bitte nicht in Foren nach „irgendwas“ suchen, sondern Fachleute konsultieren und zum Wohle der Tiere sich über die jeweils individuell sinnvolle und angemessene Unterstützung informieren!