01/06/2026
Ein kleines Plädoyer für die oft unterschätzten Männchen. 🙂
Wenn Menschen sich ihre erste Springspinne aussuchen, fällt die Wahl erstaunlich oft auf ein Weibchen. Das liegt häufig an der Vorstellung, Weibchen würden größer, älter oder “besser für Anfänger:innen” sein. Tatsächlich sind die Unterschiede aber oft deutlich kleiner, als viele denken.
Gerade die Männchen von Phidippus regius haben einiges zu bieten: Sie sind oft ausgesprochen aktiv, neugierig und bis ins hohe Alter viel unterwegs. Während adulte Weibchen nach der letzten Häutung häufig deutlich ruhiger werden und viel Zeit in ihrem Gespinst verbringen, sind Männchen oft weiterhin auf Erkundungstour.
Das hat einen einfachen biologischen Hintergrund: Weibchen investieren viel Energie in die Produktion von Eiern – auch dann, wenn diese unbefruchtet bleiben. Gleichzeitig bedeutet unnötiges Umherwandern in der Natur immer ein erhöhtes Risiko, selbst gefressen zu werden. Energiesparen kann also durchaus ein erfolgreicher Lebensstil sein.
Männchen dagegen verfolgen eine andere Strategie. Ihr “Auftrag” ist es, Weibchen zu finden und ihre Gene weiterzugeben. Dafür nehmen sie deutlich mehr Risiken in Kauf und legen oft erstaunliche Strecken zurück. Diese Aktivität erleben wir im Terrarium dann als neugieriges, lebhaftes Verhalten.
Und noch ein kleiner Mythos am Rande: Männchen sind keineswegs immer kleiner oder weniger beeindruckend. Viele Phidippus-regius-Männchen sind echte Hingucker – mit kontrastreichen Farben, faszinierenden Mustern und einem oft sehr charakterstarken Auftreten.
Wer also eine Springspinne sucht, die häufig sichtbar ist, viel erkundet und regelmäßig für Unterhaltung sorgt, sollte die Männchen nicht vorschnell von der Kandidatenliste streichen. Manchmal sind gerade sie die eigentlichen Stars im Terrarium. 🕷️