30/05/2026
Wann muss ich eigentlich mit meinem Hund zum Tierarzt?
Bei Instagram und auf unserem neuen Kanal „Der Professor erklärt" haben wir uns in unserem ersten Beitrag mit genau dieser Frage beschäftigt – auf Basis einer brandaktuellen Studie des Royal Veterinary College in London (Januar 2026).
Hier wollen wir euch die Studie etwas ausführlicher vorstellen.
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WAS WURDE UNTERSUCHT?
1.772 Hundehalter wurden zu 30 typischen Erkrankungen befragt:
- Was glauben Sie, hat der Hund?
- Wie dringend würden Sie zum Tierarzt gehen?
Die Antworten wurden mit der Einschätzung von 14 erfahrenen Tierärzten verglichen.
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WAS HUNDEHALTER GUT ERKENNEN
Erstaunlich oft lagen die Halter richtig – besonders bei:
- Zwingerhusten
- Flohbefall
- Epilepsie und Krampfanfällen
- Arthrose
Was diese Erkrankungen gemeinsam haben: klare, sichtbare Symptome.
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WO ES SCHWIERIG WIRD
Bei diesen Erkrankungen lagen die Halter besonders oft falsch:
- Mastzelltumoren (oft als harmlose Hautknubbel verkannt)
- Glaukom / grüner Star (ein tierärztlicher Notfall)
- Magen-Darm-Fremdkörper (häufig als „nur Erbrechen" abgetan)
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DAS BEUNRUHIGENDSTE ERGEBNIS
In über einem Viertel aller Fälle (28,4 %) unterschätzten die Halter die Dringlichkeit deutlich – sie hätten zu lange gewartet.
Besonders dramatisch:
- Ohrenentzündung: 56,5 % dachten, das könne warten
- Hitzschlag: oft nicht als Notfall erkannt (kann tödlich enden)
- Herzinsuffizienz: häufig als „wird halt älter" abgetan
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WARUM WIR UNS VERSCHÄTZEN
Die Studie nennt drei Hauptgründe:
1. „Das ist halt rassetypisch"
Besonders bei Mops, Französischer Bulldogge & Co. wird vieles als „normal für die Rasse" akzeptiert – obwohl Schnarchen, Pfeifen und schnelle Erschöpfung Warnsignale sind, keine Charaktereigenschaften.
2. „Das geht beim Älterwerden eben"
Steifigkeit und weniger Spielfreude sind oft erste Zeichen einer Arthrose, die heute hervorragend behandelbar ist.
3. „Wir gucken erstmal im Internet"
78,6 % der Halter googeln zuerst. Das hilft beim Einordnen der
Krankheit – aber nicht bei der Frage, wie schnell man handeln muss.
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DIESE SYMPTOME GEHÖREN IMMER SOFORT ABGEKLÄRT
- Akute Atemnot, blaue Schleimhäute
- Wiederholtes Erbrechen nach Spaziergang (Fremdkörper-Verdacht)
- Plötzliche Lahmheit oder Sturz
- Anfall, Bewusstlosigkeit
- Blutiger Durchfall oder Erbrechen
- Hitzschlag-Verdacht (Notfall)
- Aufgeblähter Bauch ohne Erbrechen (Magendrehung – Lebensgefahr)
- Schmerzen am Auge, plötzliche Sehschwäche (Glaukom)
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DIESE SYMPTOME SOLLTEN NICHT „ABWARTEN" HEIßEN
- Anhaltendes Kopfschütteln, Ohr-Kratzen → Ohrenentzündung
- Husten, schnelle Erschöpfung → mögliches Herz- oder Atemproblem
- Hautknubbel oder Wucherungen → schnelle Abklärung lohnt
- Verändertes Verhalten, Rückzug, neue Aggressivität → oft Schmerzen
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UNSER FAZIT
Im Zweifel ist es immer besser, einmal zu viel anzurufen bzw. zum Tierarzt zu gehen, als einmal zu wenig.
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Quelle
Farrow M, O'Neill DG, Packer RMA (2026). To see or not to see the vet: A vignette-based study of decision-making by UK dog owners regarding seeking veterinary care for commonly presenting conditions. PLoS One 21(1): e0339723. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0339723
Veröffentlicht: 16. Januar 2026 | Royal Veterinary College, London
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