14/02/2021
Sehr geehrter Herr Laschet,
es freut mich sehr, dass einige Berufsgruppen ab März wieder arbeiten dürfen.
Aber bitte erklären Sie uns Hundetrainer*innen , warum wir nicht arbeiten dürfen.
✅ Wir arbeiten draußen.
✅ Wir können problemlos mehrere Meter Abstand und Hygieneregeln einhalten. Unsere Kontakte sind - im Gegenzug zu denen bei privaten Spaziergängen - lückenlos nachvollziehbar und protokolliert.
✅ Wir tragen dazu bei, dass Hunde tierschutzkonform ausgebildet werden.
✅ Wir geben die Möglichkeit zur art- und altersgerechten Sozialisation und Erziehung der Hunde.
✅ Wir sorgen dafür, dass Hundehalter sich nicht gezwungen sehen, ihren Hund abzugeben, weil sie mit Problemen konfrontiert sind, die sie alleine nicht lösen können, indem wir ihnen unterstützend zur Seite stehen.
✅ Wir verhindern durch unsere Arbeit, dass Hunde durch falsche Haltung und Erziehung zu einer Gefahr in der Öffentlichkeit werden.
✅ Wir sind Dienstleister nach EU - Norm , keine außerschulische Bildungsstätte wie es vom MAGS festgelegt wurde!
✅ Wir sind wichtig! Für die Halter, für die Hunde und für die Gesellschaft!
✅ In Zeiten sozialer "Enthaltsamkeit " ist der Hund ein stabilisierender Faktor, der Menschen gesund und somit auch arbeitsfähig hält. Gerade deshalb ist eine gut aufgebaute und begleitete Mensch-Hund-Beziehung wichtig.
Die Zahl der Hunde in Deutschland ist im letzten Jahr stark gestiegen, ebenso die Probleme mit Hunden, die schon im letzten Frühjahr nicht gut und ausreichend sozialisiert werden konnten, da die Hundeschulen geschlossen waren. Auch in diesem Lockdown wurden bereits zahlreiche Hunde angeschafft.
Täglich erreichen uns Hundeschulen Hilfeanfragen für die Erziehung von Welpen, Junghunden und Tierschutzhunden. Und täglich müssen wir den Haltern, die Hilfe suchen sagen, dass wir ihnen nicht helfen dürfen. Denn die meisten Probleme kann man nicht im Onlineunterricht lösen. Sozialkontakte über Videomeetings funktionieren nicht für Hunde. Entscheidungen im Hundetraining müssen oft situativ getroffen werden, auch das geht im Onlinetraining verloren.
Ebenso ist es keine Lösung, Welpen ohne die anwesenden Halter in sogenannten ‚Spielgruppen‘ zu betreuen. Der Sozialpartner des Hundes muss bei einem seriösen und fundiertem Training anwesend sein, damit der Welpe von klein auf lernt, sich an seinem Menschen zu orientieren und Sicherheit durch ihn zu erfahren. Das ist das A und O einer guten Sozialisation. Ebenso ist es wichtig, dass der Mensch lernt, die Körpersprache seines Hundes zu lesen. Training ohne den dazugehörigen Halter ist kontraproduktiv und nicht hilfreich für den Mensch-Hunde-Alltag.
Wir haben ein Tierschutzgesetz, eine Tierschutzhundeverordnung und Landeshundegesetze, die alle das Wohl der Tiere schützen und gewährleisten sollen. Lassen Sie uns unsere Arbeit machen, um dem Sinn und Zweck dieser Gesetze gerecht zu werden.
land.nrwArmin Laschet
Mit freundlichem Gruß,
Daniela Schramm
Hundezentrum MG
Darf sehr gerne geteilt werden