Hundeschule-Mittelholstein

Hundeschule-Mittelholstein Hundeschule und Verhaltensberatung
Hundepension Bei uns finden Sie Hilfe und Rat rund um das Thema Hundeerziehung.

Mein Name ist Torben Bahr und ich bin Hundetrainer und Verhaltensberater, zertifiziert durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein. Seit 2016 bin ich Inhaber der Hundeschule Mittelholstein - 2018 zogen wir nach Bargstedt und konnten 2019 unsere Pension und das Internat öffnen. Egal, ob Sie Ihrem Welpen das kleine Einmaleins beibringen möchten oder Ihr Vierbeiner problematisches Verhalten an den T

ag legt. Sollten Sie Interesse an gemeinsamen Hobbys mit Ihrem Hund haben, so haben wir auch einige Beschäftigungsarten im Portfolio. Bei unserer Arbeit legen wir Wert darauf, das Training individuell an Sie und Ihren Hund anzupassen. Selbstverständlich befinden wir uns mit einer Vielzahl von Fort- und Weiterbildungen in einem ständigem Verbesserungsprozess, damit wir konzeptunabhängig und individuell für Sie da sein können. Unsere Angebote finden Sie hier:
www.hundeschule-mittelholstein.de

Pflegestellen aufgepasst!"Help the helpers" - 3-teilige Workshopreihe mit Theorie und PraxisPflegestellen für die Hunde ...
03/09/2026

Pflegestellen aufgepasst!

"Help the helpers" - 3-teilige Workshopreihe mit Theorie und Praxis

Pflegestellen für die Hunde aus dem Tierschutz sind mittlerweile erforderlich geworden. Zu viele Tiere haben zu wenig Erfahrungen im Umgang mit Menschen gemacht, sind ängstlich gegenüber Umweltreizen, ertragen ein Leben in Einrichtungen nicht oder sind von Vereinen hergebracht worden, die selbst gar keine stationäre Einrichtung haben und dieses an Privatpersonen abgeben. Meistens steht die Hilfsbereitschaft und der Wunsch, etwas Gutes zu tun, als Motivation an erster Stelle der aufnehmenden Menschen. Qualifikationen und Fortbildungen, die Probleme im Ansatz lösen könnten, sind selten Teil beim Prozess, wenn man den Tieren eine Chance geben will.
Gemeinsam mit den Küstenkötern wollen wir den Menschen helfen, die sich dazu entschlossen haben. In drei aufeinander aufbauenden Workshops vermitteln wir die Grundlagen zur Aufnahme eines Tierschutzhundes.
Was machen, wenn es Probleme gibt, professionelle Einschätzung der Tiere, Vermittlung von Lerntheorien, um dem Hund einen guten Start zu ermöglichen, die rechtlichen Situationen für Pflegestellen, etc. etc. etc.
Ziel der Schulungen ist es, den motivierten Personen eine objektive Grundlage und Handlungsfähigkeit beizubringen, damit der ursprünglich gute Gedanke sich auch so umsetzen lässt, wie es geplant war.

Teil 1: Hundetypen aus dem Ausland | rationelle Einschätzung der aufnehmenden Hunde
Teil 2: Grundlagen der Lerntheorien | Umsetzung dieser in die Praxis
Teil 3: Aggressionsverhalten | Angst | Wie gehe ich damit um

Wann? Teil 1 am 11.+12.01.27, Teil 2 am 22.+23.02.27, Teil 3 am 10.+11.03.27
Wo? Bei den Küstenkötern (Steinbeker Bahnhof 2 in 23795 Weede)
Wer? Pflegestellen, Hundehalter und Interessierte
Kosten? 260,-€ pro Seminar

Für Fragen, Anmeldungen, etc.: [email protected] oder unter 0172-9010734.

Thementag "Wer bist denn du - Einschätzung"Am Sonntag fand unser Thementag statt. Das objektive Einschätzen der Hunde is...
01/09/2026

Thementag "Wer bist denn du - Einschätzung"
Am Sonntag fand unser Thementag statt. Das objektive Einschätzen der Hunde ist für jeden wichtig, der professionell mit den Tieren arbeitet, damit ein individueller, lösungseffektiver Weg aufgebaut werden kann.
Wir haben zuerst die phänotypischen Verhaltensweisen der unterschiedlichen Rassen thematisiert, damit das "Normalverhalten" fixiert werden kann.
Im Anschluss erklärten wir die Grundlagen der Persönlichkeitseinschätzung und die Teilnehmer wurden anschließend in die Praxis geschickt.
Zum Abschluss zeigten die einzelnen Teams ihre Ergebnisse auf und die Tiere wurden so beschrieben, wie sie sich im Alltag geben.
Echt gut und alles in allem ein sehr angenehmer Tag.

Was für ein angenehmer Auftakt der Reihe
30/08/2026

Was für ein angenehmer Auftakt der Reihe

Workshop "Arbeit mit aggressiven Hunden"Zu Wochenbeginn durften wir (Nikolaus Stoppel@kuestenkoeter und Torben Bahr) den...
30/08/2026

Workshop "Arbeit mit aggressiven Hunden"

Zu Wochenbeginn durften wir (Nikolaus Stoppel@kuestenkoeter und Torben Bahr) den dritten Teil mit dem Schwerpunkt Aggressionsverhalten in Kassel abhalten. Zuerst ging es in die Wiederholung und die vorangegangenen Workshops wurden thematisiert, damit die Grundlagen der Arbeit rationeller gestaltet werden können.
Unsere vier Praxishunde zeigten bei der Ersteinschätzung, warum sie ausgewählt wurden. Die Teilnehmer waren jetzt gefordert. Aggressionsform bestimmen, unerwünschtes Verhalten fixieren, Grundlagen definieren und erste Trainingsschritte bestimmen.
Natürlich hakte es mal hier und da, aber es wurde sauber gearbeitet und die ersten Erfolge waren schnell ersichtlich.
Zum Abschluss zeigten drei der vier Tiere das erarbeitete Verhalten und die Attacke-Attitüde wurde "abgelegt". Echt gut, nach so kurzer Zeit.
Für alle Beteiligten war es der erste Schritt und es liegt noch jede Menge Arbeit vor ihnen. Schön war die Erkenntnis, dass die Arbeit immer dann gut war, wenn es keine Actionszenen gibt, denn dann hat der Hund auch was mitgenommen und die Tierheimmitarbeiter kommen ohne blaue Flecken nach Hause.
Danke für die Gastfreundlichkeit, die Versorgung und die gute Stimmung an die Tierheim Wau-Mau-Insel Kassel , es hat uns Spaß gemacht mit euch

Thementag: Wer bist denn du? EinschätzungWarum ist es wichtig, seinen Hund richtig einschätzen zu können? Welche Schlüss...
15/08/2026

Thementag: Wer bist denn du? Einschätzung

Warum ist es wichtig, seinen Hund richtig einschätzen zu können? Welche Schlüsse können wir aus der Einschätzung für die erzieherischen Grundlagen ziehen? Wie kann ich Hunde objektiv und richtig einschätzen?
An diesem Themennachmittag wollen wir genauer hinschauen. In Theorie und Praxis zeigen wir Möglichkeiten auf, welche Herangehensweisen sinnvoll erscheinen. Des Weiteren werden wir erarbeiten, wie wir mit diesem objektiven Wissen umgehen, damit dem entsprechende Trainingsansätze gefunden werden können.

Wo: Hundeschule-Mittelholstein
Für wen: interessierte Hundehalter, Tierheimmitarbeiter und Hundetrainer
Wann: 30.08.26 von 14-19 Uhr
Kosten: 75,-€ pro Person

Dieser Thementag wird von der Tierärztekammer Schleswig-Holstein als Fortbildung (4 Stunden) anerkannt.

Infos, Anmeldung etc. unter [email protected] oder unter 0172-9010734

Workshop "Selbstschutz"Im Juli durften Niko  und Torben Hundeschule-Mittelholstein den zweiten Teil der Aggressionsteile...
12/08/2026

Workshop "Selbstschutz"

Im Juli durften Niko und Torben Hundeschule-Mittelholstein den zweiten Teil der Aggressionsteile in Kassel abhalten. Der Umgang mit den einzelnen Hilfsmitteln und die praktische Vorgehensweise waren Schwerpunkt der beiden Tage. Wie immer wurde erstmal am Menschen und dann mit "einfachen Hunden" geübt, bevor es an potenziell intensivere Tiere ging. Schön war die Erkenntnis, dass der eigene Arbeitskollege und die Kommunikation untereinander die effektivste Gefahrenprävention darstellen.
Zwei anspruchsvolle Tage, bei dem es uns durch unsere engagierten Teilnehmer leicht gemacht wurde, dass Wissen zu vermitteln.
Danke an die Wau-Mau-Insel für die Organisation und Verpflegung. Es war mal wieder sehr schön bei und mit euch.

Am vergangenen Samstag hatten wir unseren Thementag "Beziehung vs. Erziehung".Im Großen und Ganzen war es ein sehr inter...
11/08/2026

Am vergangenen Samstag hatten wir unseren Thementag "Beziehung vs. Erziehung".
Im Großen und Ganzen war es ein sehr interessanter Nachmittag, bei dem unsere Teilnehmer recht viel mitnehmen konnten.
Nächstes Mal befassen wir uns mit dem objektiven Einschätzen der Hunde, das wird gut!

Mach's gut, DickieGestern ist unser Fiete umgezogen. Das es kurzfristig so kommt, war von Anfang an klar. Wir durften de...
29/07/2026

Mach's gut, Dickie

Gestern ist unser Fiete umgezogen. Das es kurzfristig so kommt, war von Anfang an klar. Wir durften den Rottweiler-Mix aufnehmen, da sein Herrchen leider erkrankt ist. Echt blöd für Fiete, aber so ist das Leben manchmal. Fiete wird jetzt von den Mitarbeitern des umsorgt und weiter erzogen. Schön, wenn es Hand in Hand geht.
Danke kleiner Mann für die vielen schönen Momente und alles erdenklich Gute für deine Zukunft

Thementag: Beziehung vs. ErziehungACHTUNG: TERMINÄNDERUNG!Warum klappt bei einigen Hunden der Grundgehorsam lediglich in...
28/07/2026

Thementag: Beziehung vs. Erziehung
ACHTUNG: TERMINÄNDERUNG!

Warum klappt bei einigen Hunden der Grundgehorsam lediglich in der Hundeschule? Warum sind formelle Anforderungen wie Sitz, Platz und Bleib keine Erziehung? Was muss geändert werden, damit das Tier im Alltag auf seinen Halter hören kann?
Wir werden an diesem Themennachmittag unter die Lupe nehmen, was wirklich in den Bereich der Erziehung gehört und welche Faktoren im Beziehungsbereich zu suchen sind. Dazu werden wir Hierarchiestrukturen darlegen, auf Bindung eingehen und einen Weg aufzeigen, wie beides (Er- und Beziehung) verbessert werden kann. In Theorie und Praxis wird die Grundlage individuell für unsere Teilnehmer „durchleuchtet“, um daraus resultierende „neue Wege“ aufzuzeigen.

Ablauf:
Theorie: Beziehung vs. Erziehung
Praxis: Abfrage des Erziehungs- und Beziehungsstandes
Theorie: individuelle Anamnese des Hund-Halter-Gespannes, Verbesserungsansätze, zukünftige Vorgehensweisen

Wo: Hundeschule-Mittelholstein (Bramstedter Weg 10, 24793 Bargstedt)
Für wen: interessierte Hundehalter, Tierheimmitarbeiter und Hundetrainer
Wann: 08.08.2026 von 14 - 19 Uhr
Kosten: 75,-€ pro Person

Dieser Thementag wird von der Tierärztekammer Schleswig-Holstein als Fortbildung (5 Stunden) anerkannt.
Infos, Anmeldung etc. unter [email protected] oder unter 0172-9010734

Lesenswert!https://www.facebook.com/share/p/1DWQ3KcrzH/
18/07/2026

Lesenswert!

https://www.facebook.com/share/p/1DWQ3KcrzH/

Das Ende der Hunderassen und der vereinsorganisierten Hundezucht – Teil 2: Schluss jetzt! Das Maß ist voll!

Von Ralph Rückert, Tierarzt

Nachdem wir im ersten Teil der zweiteiligen Serie ( https://www.ralph-rueckert.de/blog/das-ende-der-hunderassen-und-der-vereinsorganisierten-hundezucht-teil-1-die-grundlagen/ ) die Grundlagen der Angelegenheit erarbeitet haben, nun meine persönlichen Folgerungen.

Der offene Brief der Gruppe um Prof. Gruber (Link im ersten Teil) macht einen Gedanken zu seiner Kernaussage, der eigentlich offensichtlich ist, aber bei konsequenter Umsetzung das Ende der vereinsorganisierten Hundezucht und der von ihr „produzierten“ Rassen in ihrer heutigen Form bedeuten würde.

Möglichst kurz dargestellt ist diese Kernaussage, dass Paragraph 11b des Tierschutzgesetzes (der sogenannte Qualzuchtparagraph) eigentlich unmissverständlich auf den Schutz des Einzeltieres (einschließlich der zukünftig durch Zucht entstehenden Einzeltiere) abhebt und dabei keine Ausnahmen zulässt. Im Gegensatz zu den Paragraphen 1 und 17 enthält der Qualzuchtparagraph KEINE Ausnahmeoption bei Vorliegen eines „vernünftigen Grundes“. Der Erhalt einer Hunderasse bzw. deren „Rassereinheit“ kann also ganz sicher kein Trumpf sein, der gegen Paragraph 11b stechen würde.

Ich habe mich kurz mit einer Person schriftlich ausgetauscht, die Mitglied der durch den offenen Brief kritisierten „Taskforce Gesunde Hundezucht“ ist. Diese Person schrieb mir unter anderem: „Wenn man alle verkalkten Bandscheiben, alle HD, alle OCD, alle Epilepsie, Allergie, alle Autoimmunen, etc. plus alle Monogenen aus der Zucht nimmt, bleibt auch nichts mehr (…) über. Da bleibt einfach gar nichts über.“

Ich gehe davon aus, dass dieses Mitglied der Taskforce das so formuliert hat, um mich von der Sinnhaftigkeit der Taskforce und ihrer kritisierten Dackel-Leitlinie zu überzeugen, ohne dabei aber zu merken, dass diese zwei Sätze die komplette Bankrotterklärung der vereinsorganisierten Hundezucht bedeuten.

Nochmal zitiert: „Da bleibt einfach gar nichts über.“

Das ist genau der Punkt, an dem wir nun stehen, nach jahrzehntelangem Ignorieren, Verschleppen, Verzögern, Tarnen und Täuschen der nationalen und internationalen Zuchtverbände wie VDH, ÖKV, FCI etc.. Ich stimme zu: Wenn wir alles an phäno- und genotypischen Defekten ausschließen, die wir inzwischen kennen und nachweisen können, bleibt (für die Rassereinzucht, also die Zucht mit geschlossenen Zuchtbüchern) tatsächlich nichts mehr übrig. Und warum ist das so? Weil die vereinsorganisierte Hundezucht genau dieses Problem trotz aller Warnungen über Jahrzehnte immer schlimmer hat werden lassen. Wie schon in meinem Artikel „Inzest!“ vom April 2023 ausgeführt, weist der Durchschnitt der Hunderassen inzwischen einen genomischen Inzuchtkoeffizienten von über 25 Prozent auf, also einen IK, der bei einer Verpaarung von Vollgeschwistern entsteht. Viele Hunderassen überschreiten diesen Wert deutlich, sind also genetisch gesehen näher miteinander verwandt als die Nachkommen einer Vollgeschwisterverpaarung.

Ich ordne das wie in meinem älteren Artikel nochmal ein: Bei Nutztieren wird sehr darauf geachtet, im Bereich von fünf Prozent zu bleiben bzw. auf gar keinen Fall über zehn Prozent zu rutschen, einfach deshalb, weil sonst die Gefahr besteht, dass es durch die sogenannte Inzuchtdepression zu ernsten Problemen kommt. Und ein durchschnittlicher Mensch aus Deutschland hat einen genomischen Inzuchtkoeffizienten von etwa 1,5 bis maximal 3. Das zeigt, wie extrem die Werte sind, zu denen die seit ca. 150 Jahren andauernde Zucht mit geschlossenen Zuchtbüchern bei unseren Rassehunden geführt hat.

Die Zuchtverbände betreiben in diesem Punkt ungenierte Augenwischerei, indem sie für die Bestimmung des Inzuchtkoeffizienten nach wie vor die Methode nach Wright benutzen, bei der der IK aus nur ganz wenigen Vorfahrengenerationen rechnerisch ermittelt wird. Diese Methode ist natürlich im Vergleich zur Bestimmung des genomischen Inzuchtkoeffizienten völlig obsolet und erzeugt ein komplett falsches, viel zu positives Bild. Ich persönlich erlaube mir, da von vorsätzlicher Täuschung auszugehen.

Dieses Problem ist so schlimm, dass man – um es mal plakativ auszudrücken – beispielsweise aus dem genetischen Material von 100.000 Labrador Retrievern gerade mal ungefähr 100 Tiere mit einem für Menschen normalen Inzuchtkoeffizienten „bauen“ könnte. Da aber genetische Diversität der wichtigste Schutz gegen Erbkrankheiten ist, öffnet dieser extreme Verwandtschaftsgrad innerhalb der geschlossenen Rassen der Weitergabe und Neuentstehung solcher Erbkrankheiten Tür und Tor. Der Hund ist die Haustierart mit den allermeisten nachgewiesenen Erbkrankheiten. Und damit schließt sich der Kreis zu den Einlassungen des oben erwähnten Mitglieds der Taskforce, denn genau diese Umstände haben dazu geführt, dass bestimmte Erbkrankheiten in vielen Rassen derartig verbreitet sind, dass ein Ausschluss der betroffenen Tiere eine Weiterzucht einfach unmöglich macht.

Nimmt man aber den Qualzuchtparagraphen des Tierschutzgesetzes wörtlich und ernst, und nichts anderes ist korrekt, dann bedeutet das das Ende der seit 150 Jahren betriebenen Reinrassezucht. Der einzige noch gangbare Ausweg aus dem (in vorsätzlicher Ignoranz selbst produzierten!) Dilemma besteht in der Einkreuzung anderer Rassen, um die genetische Diversität schnell wieder zu verbessern. Das Rassehundekonzept ist krachend gescheitert, wie man – bei gesundem Verstand – schon sehr lange vorhersagen konnte. Der Qualzuchtparagraph lässt irgendwelche absurden und von vornherein zum Scheitern verdammten Rückzüchtungsversuche innerhalb geschlossener Rassen nicht zu, weil dafür erstens einfach das genetische Material fehlt und zweitens dadurch viele weitere Generationen von Hunden mit Defektmerkmalen produziert würden.

Die vereinsorganisierte Hundezucht beklagt ständig, wortreich und mit nur schwer erträglichem Pathos, dass das Vorgehen der Veterinärämter gegen Hunde mit Qualzuchtmerkmalen auf Hundeausstellungen die Rassehundezucht an sich gefährden oder unmöglich machen würde. Dazu kann ich nur sagen: Völlig korrekt! So what? Was ist eine „Hunderasse“ eigentlich? Wer definiert sie? Ist sie irgendwie rechtsverbindlich? Steht sie unter irgendeinem gesetzlichen Schutz? Nein, natürlich nicht! Die sogenannten Rassestandards der Zuchtvereine sind nicht mehr als gewöhnliche Vereinsstatuten, die sich natürlich jeder Verein gerne selbst geben darf, aber nur so lange, wie sie nicht gegen übergeordnetes Recht verstoßen. Da viele Rassestandards aber schon per se Merkmale festlegen, die für die betreffenden Hunde Einschränkungen, Krankheit und Quälerei bedeuten, und die aus geschlossenen Zuchtbüchern resultierenden Inzuchtkoeffizienten mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit für die Weitergabe und Neuentstehung von Erbkrankheiten einhergehen, verstößt im Sinne des Paragraphen 11b inzwischen die gesamte Reinrassezucht gegen das Tierschutzgesetz. Es macht also absolut Sinn, ihre Weiterführung in der jetzigen Form möglichst schnell und effektiv zu unterbinden. Dabei auf irgendeine Form von Einsicht oder Kooperation der Zuchtvereine zu hoffen, wäre verfehlt und vermessen. Die vereinsorganisierte Hundezucht hat in den letzten Jahrzehnten jenseits jeden Zweifels bewiesen, dass sie weder den Willen noch die Sachkunde für eine den Forderungen des Tierschutzgesetzes entsprechende Zucht hat. Sie hat nur eines ganz klar gemacht, nämlich dass sie menschliche Hybris, menschlichen Ehrgeiz und menschliches Profitstreben meilenweit über die Gesundheit ihrer „Produkte“ stellt.

Professor Gruber ist ein sehr netter und umgänglicher Mensch, der nach meiner Einschätzung an das Gute im Menschen glaubt. Das bringt ihn dazu, immer wieder zu betonen, dass er den Begriff „Qualzucht“ nicht mag, weil er nicht glaubt, dass Züchterinnen und Züchter absichtlich sich an ihren zuchtbedingten Merkmalen und Defekten abquälende Hunde produzieren. Ich bin nicht so nett, denn wenn sie es nicht absichtlich tun, dann sind sie halt einfach absolut inkompetent, und das reicht auch schon, um ihnen endlich das Handwerk zu legen. Als praktizierender Tierarzt habe ich die Schnauze wirklich gestrichen voll von dem, was ich in der täglichen Praxis alles an zuchtbedingten und sogar in Zuchtstandards festgelegten Quälereien sehen musste. Ich kann die Kolleginnen und Kollegen der jeweils zuständigen Veterinärämter nur dringend bitten und ermutigen, mit der neuen Linie, die Veranstalter von Ausstellungen und die ausstellenden Zuchtstätten gnadenlos in die Verantwortung zu nehmen, konsequent fortzufahren. Wie man an der letztinstanzlich erfolglosen Klage des ÖKV (Österreichischer Kynologenverband, also sozusagen der VDH Österreichs) gegen die für die Hundeausstellung in Tulln erlassenen behördlichen Auflagen und an dem Shar-Pei-Urteil des Verwaltungsgerichts Hannover ermessen kann, schwenkt die Rechtsprechung zunehmend auf eine wirklich konsequente Umsetzung der jeweiligen Tierschutzregelungen ein.

Aber ganz allgemein: Mit genomischen Inzuchtkoeffizienten von 25 und mehr kann man nicht einfach so weitermachen wie bisher, zumindest ganz sicher nicht, wenn die Zuchtbücher der Rassen geschlossen bleiben. Inzuchtkoeffizienten in solch skandalöser Höhe bringen - selbst ohne Berücksichtigung der spezifischen Probleme verschiedener Hunderassen – ein so hohes Risiko für die Weitergabe und die Neuentstehung von Erbkrankheiten mit sich, dass sie meiner Meinung nach schon an sich gegen Paragraph 11b verstoßen. Mit festgelegten Grenzwerten für den durchschnittlichen genomischen Inzuchtkoeffizienten einer Rasse (vergleichbar mit dem Flottenverbrauch der Autohersteller) könnte man das Ende der geschlossenen Zuchtbücher und damit dieses unsägliche Kochen im eigenen genetischen Saft schlagartig beenden.

Nun wird natürlich gleich wieder dieses unsägliche Geheule losgehen, so von wegen „die allermeisten Hunde kommen ja eh aus dem Ausland, wieso macht man dann hier den Züchtern das Leben schwer?“. Ganz einfach: Weil irgendwo stattfindendes Unrecht nicht das hier vor Ort stattfindende Unrecht irgendwie rechtfertigen kann. Oder noch einfacher: Ein jeder kehr vor seiner Tür, da hat er Dreck genug dafür! Davon abgesehen wird sich eine strikte Haltung der Rechtsprechung zu dieser fortgesetzten Inzucht-Tierquälerei über kurz oder lang auch in gesamteuropäischen Regelungen auswirken, und damit wäre wirklich schon sehr viel gewonnen.

Das andere Mimimi, was dann immer kommt, ist die besonders gern in rechtsradikalen Kreisen verbreitete Mär, dass die Hundehaltung an sich immer mehr erschwert oder unmöglich gemacht werden soll, wahlweise von den Grünen, von der jeweiligen Regierung, von irgendeinem „Deep State“, wie auch immer. Im Rahmen speziell dieser Diskussion ist das sowieso völlig Banane! Ich schwöre Stein und Bein, dass alle, wirklich alle von uns Hundehalterinnen und -haltern nur davon profitieren würden, wenn die Inzuchtkoeffizienten wieder auf Werte unter 10 zurückgebracht würden, und sei es nur deshalb, weil wir dann alle ganz entschieden weniger Tierarztkosten hätten. Eine insgesamt wieder deutlich gesündere Hundepopulation würde die Hundehaltung nicht erschweren, sondern erleichtern und erfreulicher machen.

In meinen Augen gibt es nur noch diesen Weg, und der muss nach den bisherigen Erfahrungen eben leider erzwungen werden, denn mit Vernunftgründen kommt man da nicht weiter: Runter mit den Inzuchtkoeffizienten und absolute Nulltoleranz gegenüber Qualzuchtmerkmalen! Es ist einfach nicht mehr einzusehen, dass noch ein Dackel wegen seiner Bandscheiben eingeschläfert werden muss, dass noch ein Mastiff ständig mit tränenden, entzündeten Augen rumlaufen muss, dass sich noch eine Bulldogge mit ständig offenem Maul durchs Leben hecheln muss.

Dazu braucht es noch nicht mal irgendwelche neuen Gesetze oder Verordnungen, sondern nur die wirklich konsequente Anwendung der schon vorhandenen, und zwar entgegen der jahrzehntelangen Gewohnheit, den Zuchtverbänden aus welchen Gründen auch immer alle möglichen Schweinereien durchgehen zu lassen. Ich zitiere da abschließend aus dem offenen Brief von Prof. Gruber et al.: „…andere sehen einen ausgeprägten Willen bei Teilen der Betroffenen, „geltendes Recht in diesem Bereich faktisch nicht zur Anwendung zu bringen, wie ich ihn in dieser Form aus kaum einem anderen Rechtsgebiet kenne“, wie kürzlich der Dekan einer deutschen juristischen Fakultät anmerkte.“

Damit muss jetzt mal endgültig Schluss sein! Schicht im Schacht! Wir Hundefans sollten wirklich die Ersten sein, die daran interessiert sind, tierschutzgerecht gezüchtete Tiere anschaffen zu können, bei denen wir nicht in ständiger Angst vor der Ausprägung von über 500 bekannten Erbkrankheiten leben müssen.

Bleiben Sie mir gewogen, bis bald, Ihr

Ralph Rückert

Übrigens und falls das nicht klar sein sollte: Dieser Text wurde von einem Menschen, also von mir geschrieben, nicht von irgendeiner Bullsh*t-KI! Nur die Illustrationen mancher Artikel sind KI-generiert.

© Ralph Rückert
Sie können jederzeit und ohne ausdrückliche Erlaubnis auf diesen Artikel verlinken oder ihn auf Facebook teilen. Jegliche (auch teilweise) Vervielfältigung oder Nachveröffentlichung, ob in elektronischer Form oder im Druck, ist untersagt und kann allenfalls ausnahmsweise mit schriftlich eingeholtem Einverständnis erfolgen. Zuwiderhandlungen werden juristisch verfolgt. Genehmigte Nachveröffentlichungen müssen den jeweiligen Artikel völlig unverändert lassen, also ohne Weglassungen, Hinzufügungen oder Hervorhebungen. Eine Umwandlung in andere Dateiformate wie PDF ist nicht gestattet. In Printmedien sind dem Artikel die vollständigen Quellenangaben inkl. meiner Homepage beizufügen, bei Online-Nachveröffentlichung ist zusätzlich ein anklickbarer Link auf meine Homepage oder den Original-Artikel im Blog nötig.

Adresse

Bramstedter Weg 10
Bargstedt
24793

Öffnungszeiten

Montag 11:00 - 13:00
15:00 - 17:00
Dienstag 11:00 - 13:00
15:00 - 17:00
Mittwoch 11:00 - 13:00
Donnerstag 11:00 - 13:00
15:00 - 17:00
Freitag 11:00 - 13:00
15:00 - 17:00

Telefon

+491729010734

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Hundeschule-Mittelholstein erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Verknüpfungen

Teilen

Kategorie