17/04/2026
Newcastle-Krankheit: Seuchenprävention in Hobbyhaltungen
Dreißig Jahre waren Deutschlands Geflügelhaltungen frei von der Newcastle-Krankheit (Newcastle Disease, ND). Nun ist die Tierseuche zurück und sorgt für Besorgnis bei Tierhaltern, Tierärzten und Behörden. Ende Februar wurde das Newcastle-Disease-Virus in einem Putenmastbetrieb in Brandenburg nachgewiesen, kurz darauf in einem Legehennenbetrieb in Bayern. In beiden Bundesländern folgten weitere Ausbrüche: Bis Ende März wurden bundesweit über 40 Fälle registriert – sowohl in großen Beständen mit mehreren hunderttausend Tieren als auch in Kleinsthaltungen.
Besonders zentral ist daher die strikte Einhaltung der Impfpflicht – einschließlich kleiner und privater Haltungen, da diese maßgeblich an der Verbreitung des Virus beteiligt sein können.
Die Impfung dient in erster Linie dazu, die Krankheitsausprägungen und Mortalität zu verringern. Sie trägt aber auch dazu bei, die Virusausscheidung deutlich zu reduzieren – und ist damit ein wichtiger Bestandteil der Seuchenprävention.
Die Klinik der Newcastle-Krankheit ist – wie bei der klassischen Geflügelpest (HPAI) auch – sehr variabel, daher sind die beiden Infektionen klinisch auch nicht zu unterscheiden.
Die Erkrankung verläuft oft hochakut, viele Tiere versterben innerhalb von wenigen Tagen und die Mortalität kann bis zu 100 Prozent betragen.
Betroffene Tiere selbst zeigen je nach Verlauf unterschiedliche Symptome, darunter:
• Apathie
• reduzierte Futteraufnahme
• Atemnot
• Kopfödeme
• Konjunktivitis
• Zyanose
• wässriger, oft grünlicher Durchfall
• ZNS-Symptome
Daher ist es wichtig, bei verminderter Legeleistung, unklaren Todesfällen oder unspezifischen Symptomen die Newcastle-Krankheit sowie HPAI im Hinterkopf zu haben und jeden Verdacht unverzüglich den zuständigen Behörden zu melden.
Die Meldepflicht besteht im Übrigen nicht nur für Tierärztinnen und Tierärzte, sondern auch für Tierhaltende!
Das Wiederauftreten der Newcastle-Krankheit ist ein deutlicher Weckruf: Nur mit konsequent umgesetzten Impfstrategien, strikten Biosicherheitsmaßnahmen und sorgfältigem Monitoring lassen sich Tierbestände wirksam schützen.
Das FLI betont die Bedeutung der Impfung auch bei Liebhabertieren – und nimmt alle Tierärztinnen und Tierärzte in die Verantwortung.