MB Horse Check

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* Manuelle Therapie für Pferde

* Mobiler Reitunterricht aller Reitweisen unter pferdetherapeutischen Gesichtspunkten

* Korrektur von Problempferden

* Kurse und Seminare

Sie kommt! Ach ja, ist doch nichts besonderes denkst Du vielleicht.Ja, es ist nur ein kurzer Moment, ein klitzekleines P...
14/08/2026

Sie kommt!

Ach ja, ist doch nichts besonderes denkst Du vielleicht.

Ja, es ist nur ein kurzer Moment, ein klitzekleines Puzzleteil in dieser ganzen Pferde-Erziehungs-Ausbildungs-Sache. No big deal!

Doch, ist es. Für mich und wahrscheinlich auch für das Pferd ändert diese eine kleine Faktor etwas Grundlegendes.

Wenn ich auf die Koppel gehe und möchte "mein" Pferd holen, ist es eine ganz andere Nummer, ob mein Pferd einfach abwartet, ob ich komme oder sich sogar abwendet und wegläuft ODER ob es auf mich zu kommt. Alle drei Möglichkeiten sind wertvolles und vor allem ehrliches Feedback. Weil ich da noch keinen direkten Einfluss auf das Pferd ausüben kann, es entscheidet selbst, was es tut. Schon mal drüber nachgedacht?

Gleiches gilt für die Phase nach der Arbeit. Lektion gelernt, Arbeit erledigt, jetzt noch schnell die Löcher glatt rechen, den Hufschlag einebnen, die Gerte wegstecken, die Longe aufwickeln oder mit dem Stallkollegen plaudern.
Was macht dann das Pferd? Freilaufend.

Wenn man wie ich mit "fremden" Pferden arbeitet, ist es bis zu einem gewissen Grad normal, dass sich die Pferde erst mal nicht anschließen wollen. Du siehst anders aus als Mutti oder Vati, sprichst anders, riechst anders, bewegst Dich anders. Alles neu, alles seltsam. Und dann verlangst Du auch noch komische Sachen, die kein Pferd jemals freiwillig auf der Wiese tun würde.

Aber im Laufe der Zeit lernen sie Dich kennen, arbeiten mit Dir, lernen von Dir, wachsen mit Dir (hoffentlich!). Aber wenn sich dann das "Ich warte erst mal ab"-Programm ins "Oh Gott die schon wieder, nichts wie weg"-Programm ändert, läuf gewaltig etwas schief.

Im Idealfall sollte genau das passieren, was ich oben erwähnt habe: Sie (oder er) kommt! Einfach so. Weil sie nichts böses erwarten, weil sie Erfolgserlebnisse hatten, weil sie an Kompetenz gewinnen, weil es Spaß macht, auch wenn es anstrengend oder nervig ist. Weil nicht nur sie den Menschen kennen gelernt haben, sondern auch der Mensch sie und er genau weiß, welche Lektionen easy laufen und wo es richtig hardcore wird. Weil sich ein Entwicklungsfeld für sie öffnet.

Wenn also alles richtig läuft, dann sollte es genau so sein: Von "Miss renitent" zu "Miss resilient". Von "Mister impertinent" zu "Mister total kompetent".
Von "kein Anschluss unter dieser Nummer" zu "ruf mich an!".
Lektion gelernt, gut gemacht und das Pferd sucht meine Nähe! Sogar noch besser, ich stehe vor der Arbeit auf der Koppel und das Pferd hat keine Ahnung, was heute auf dem Plan steht, aber es kommt trotzdem! Mein inneres Trainerlein hat in solchen Momenten P**i in den Augen. Weil ich in diesem kleinen Augenblick ein großes Geschenk bekomme, sein Vertrauen.
Und das ist ein big deal! Das größte Geschenk überhaupt, das Dir ein Fluchttier machen kann.

Aber um das klarzustellen, das ist kein Standard, kein "Muss" und nicht selbstverständlich. Nichts, was sich abrufen lässt. Freiwilligkeit ist der Boden, auf dem dieses Vertrauen erst wachsen kann.
Und es gibt durchaus Pferde, die sich "abholen lassen", ohne ein Vertrauensproblem mit ihrem Menschen zu haben. Wenn es nicht (jedes Mal) kommt, oder überhaupt nicht, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass etwas schief läuft.

Nur, WENN es kommt, ist das Signal ein eindeutiges "Goldstandard erreicht"!

Gecheckt?

"Der Dialog darf nicht aufhören, nur weil ich jetzt oben sitze." Sehr spannender und lehrreicher Beitrag zum Thema inner...
14/08/2026

"Der Dialog darf nicht aufhören, nur weil ich jetzt oben sitze."
Sehr spannender und lehrreicher Beitrag zum Thema innere Haltung des Reiters.

Chill doch mal! Gute Idee. Die Arbeit ist erledigt, Herr Pferd hat fein mitgemacht, die Sonne scheint. Ich wollte ihm se...
12/08/2026

Chill doch mal!

Gute Idee. Die Arbeit ist erledigt, Herr Pferd hat fein mitgemacht, die Sonne scheint. Ich wollte ihm seine wohlverdiente Schnüffel- und Wälzrunde gönnen und hab mich mitten auf den Reitplatz gesetzt. Trocken, schön warm, leichte Brise, mit Blick auf meinen Süßen.

Kaum eine Minute später steht er hinter mir, Kopf gesenkt, Augen fast zu. Alle 10 Sekunden setzt er ein Bein 3 cm weiter nach vorne, bis er auf Tuchfühlung geht. Meine Hand wandert sachte an sein Kinn und fängt an zu kraulen. Da kommt ein ganz tiefes Ausatmen und sein Kopf sinkt noch ein bisschen mehr.

Mein Rücken entspannt sich, die Schulter lehnt an seinem linken Vorderbein. Da kommt wieder ein Ausatmen, dieses Mal von mir. Ich höre die Vögel, die Fliegen, den Wind, ganz in der Ferne brummt ein Motor. Es ist so friedlich.

Und ich frage mich, ob es nicht eigentlich darum geht. Nicht um Manöver, Preise, Schleifen oder sonstige Anerkennung. Sondern nichts zu wollen, nichts zu müssen, sondern nur da zu sein, zu lauschen, zu spüren, zu sein, zusammen. Loslassen und sehen, was passiert. Du und ich.

Ich denke an einen Stallkollegen, der sich schon vor Jahren mit einem Buch auf die Koppel zu seinem Pferd gesetzt hat. Die irritierten und zum Teil beleidigenden Kommentare aus dem Stall haben mich so verunsichert, dass ich mich nicht getraut habe, das auch zu versuchen. Warum eigentlich?

Heute war niemand da. Und wenn, hätte es mich wahrscheinlich nicht gestört.

Diese 10 Minuten Urlaub gehören meinem Pferd und mir.

Und das beste: Das Pferd, das ich anschließend bewegt habe, hat von meiner gelösten Stimmung deutlich profitiert!

"Hilfe, mein Sattel rutscht nach rechts!"So die Klage einer Kundin von mir. Im Hintergrund läuft bei mir sofort das Reit...
11/08/2026

"Hilfe, mein Sattel rutscht nach rechts!"

So die Klage einer Kundin von mir.

Im Hintergrund läuft bei mir sofort das Reitlehrer-Therapeuten-Analyse-Programm und da möchte ich Euch gerne mal mit rein nehmen.

Weil ich sehr viel mit händigen, schiefen, unausbalancierten, vorderlastigen, verbauten, schlecht ausgebildeten (Ihr wisst schon, was ich meine 🤓) Pferden arbeite, geht mein erster Blick immer auf das Gangwerk und den Rücken. In 80 % der Fälle ist es eine asymmetrische Rückenmuskulatur aufgrund einer (noch) nicht korrigierten Händigkeit, die den Sattel auf einer Seite tiefer setzt..

Der zweite Blick gilt dem Reiter. Auch der ist in der Regel unausbalanciert, händig, schief, verkrampft, gestresst, angespannt, hat Skoliose, verspannte Schultern, Schuppen oder Schweißfüße (Ihr wisst schon, was ich meine 🤓). In 80 % der Fälle hat sich der Reiter der Schiefe/Händigkeit des Pferdes angepasst, in 10% ist der Reiter im Becken so blockiert oder schief und fest, dass er rechts nicht belasten kann, weil ihm sein Gehirn die Meldung schickt, dass er jetzt nicht noch weiter nach rechts sitzen kann, sonst kippt er aus dem Sattel. Sprich: seine Schaltzentrale zwischen den Ohren hat sein reguläres "schief" zum neuen "gerade" deklariert.

Der dritte Blick gilt dem Sattel. Ist der Baum noch in Ordnung, hat die Polsterung Löcher, Knoten und ist sie symmetrisch?
Für die Westernreiter: stimmen Rock, Flair und Twist noch für das Pferd, ist die Lining noch in Ordnung, hat das Pad seine besten Tage schon hinter sich?
In diesem Fall war der Sattel (Sattler 🤭) der Übeltäter: Pferd rechtshändig, sprich auf dieser Seite ohnehin schon etwas weniger Muskulatur, dazu ein Sattel, der links strammer, rechts flacher aufgepolstert war. Bingo! Der Schleudergang war nach rechts eingestellt.

Und für die hardcore-horseonistas:
Auf ein schiefes Pferd gehört kein schief angepasster Sattel. Nie! Weil sonst das Pferd weder koordinativ noch muskulär eine Chance hat, sich über das Training gerade zu arbeiten.

Gecheckt?

01/08/2026

Dieser Massagestriegel für 2 Euro ist mein bester "Mitarbeiter" wenn es um die tägliche Wellnessroutine für mein Pferd geht.
Wenn Du die Gesundheit und das Wohlbefinden Deines Pferdes verbessern möchtest, genügen oft Kleinigkeiten wie diese. Damit kannst Du selbst Knoten, Verhärtungen oder Stränge in der Muskulatur Deines Pferdes lindern, wenn Du folgendes beachtest:
- immer auf Muskulatur einsetzen, niemals auf knöchernen Strukturen.
- Mit sanftem Druck beginnen und langsam zum Wohlfühldruck steigern. Wenn Dein Pferd "zurückkraulen" möchte, hast Du' s.
- besser 1 Minute am Tag als 10 Minuten jeden Samstag.
- Zum Intensivieren kannst Du die Bürste auch mit drehenden Bewegungen oder quer zur Faser einsetzen. Aber auch hier bitte das Pferd gut beobachten!

Materialkosten um die 2 Euro, Zeitaufwand 5 Minuten, Ergebnis unbezahlbar.

Gecheckt?

Muss ich eigentlich alles wissen? So oder so ähnlich lautet oft die Frage genervter Kunden. Laut Sattler ist der Sattel ...
25/07/2026

Muss ich eigentlich alles wissen?

So oder so ähnlich lautet oft die Frage genervter Kunden. Laut Sattler ist der Sattel maßangefertigt, der Osteo sagt "passt nicht". Der Trainer unterrichtet nach Lehrbuch, der Hufschmied sagt, Pferd läuft schei..e. Das Pferd drückt den Rücken weg, was jetzt? Sattel, Magengeschwür, Verletzung, Training ändern, gesundbeten?
"Soll ich eigentlich in 10 Minuten zum absoluten Profi in Sachen Haltung, Sattel, Ausbildung, Hufbearbeitung, Reitweisen und Tiermedizin werden? Ich muss mich doch auf die Fachleute verlassen können." Sprach der Kunde und rang die Hände.

Das kann ich gut verstehen. In mehr als 40 Jahren habe ich diese Erfahrung mehr als einmal gemacht.

Und nein, Du musst nicht alles wissen. Dafür gibt es tatsächlich die Fachleute, die sich im Idealfall keinen Job sondern eine Berufung gesucht haben, denen ihre Arbeit Freude macht, die sich ständig weiterbilden, weil sie immer besser werden wollen. Doch wie überall im Leben gibt es auch hier "Fachleute", die den Titel nicht verdient haben, Blender, ewig gestrige Lernverweigerer, Minimalbegabte und absolute Vo*******en.

Du hast jetzt 2 Probleme:
1. Wie unterscheidest Du die Könner von den "stets bemüht Gewesenen"?
Zum einen durch Nachfragen. Wenn Dir jemand auch auf die drölfzigste Frage eine fundierte und begründete Antwort gibt, ist er daran interessiert, dass Du wirklich verstehst, was und warum er es tut.
Zum anderen, wie er mit Kritik umgeht. Und ich meine Kritik, kein Anschiss in der Stallgasse vor 25 Augenzeugen. Wenn Dich jemand nach so einem Anpfiff links liegen lässt, ist er kein Depp, sondern erwachsen.
Du bist unzufrieden damit, wie Dein Pferd läuft nach der Sattelanprobe, dem letzten Training, der Futterumstellung oder der Hufbearbeitung und hast das sachlich und mit den Verhaltensänderung Deines Pferdes beschrieben? Dann sollte ein Könner neugierig werden, nachfragen, erklären, eventuell andere Faktoren in Betracht ziehen und Dir eine Nachbesserung in irgendeiner Form anbieten.

Bitte beachte auch, dass noch keiner als Pferde-Guru auf die Welt gekommen ist. Ein seriöser Pferdemensch sagt Dir klipp und klar, was er nicht weiß oder kann und macht sich dann selber schlau oder verweist Dich an einen Kollegen. Dieser Mensch hat eine zweite, dritte, achte Chance verdient, weil er mit Dir und Deinem Pferd lernt.

Am besten erkennst Du einen Könner an der Reaktion Deines Pferdes. Es wird leichter, weicher, geschmeidiger, ruhiger, eifriger? Prima! Ein Könner kann Dir auch sagen, dass und warum es erst mal schlechter wird, vor allem, bei psychischen Baustellen. Wenn es sich allerdings um Monate handelt und die Kurve geht immer noch steil bergab, dann besteht Handlungsbedarf.

Problem 2: Was musst Du wirklich wissen?
Du solltest bei einem eigenen Pferd über soviel Grundlagenwissen verfügen, dass Du schnell erkennst, wenn mit Deinem Pferd etwas schiefläuft (wie auf dem Bild 🤭😅🤓). Dafür solltest Du, genau wie der Profi, eine solide Neugier auf alles rund ums Pferd haben. Das Wohlbefinden, die körperliche und psychische Gesundheit Deines Pferdes hängen vollständig von Dir ab. Und wenn Dir ein Basispass-Kurs, ein Seminar oder das Abo einer Fachzeitschrift "zuviel Aufwand" ist, solltest Du Dir lieber ein Fahrrad kaufen, Tischtennis spielen oder Klöppeln lernen.

Lerne Dein Pferd zu lesen; seine Mimik, sein Verhalten, seine Gewohnheiten und Vorlieben. Je besser Du es kennst, umso schneller siehst Du Veränderungen und kannst eingreifen.
Du bist seine Alarmanlage und seine Krankenversicherung. Das ist Deine Aufgabe. Und dass Du Dir im Laufe der Zeit ein verlässliches Netzwerk an "guten" Fachleuten aufbaust, die Deinem Pferd im Akutfall helfen können.

Gecheckt?

Kann ein Pferd um Hilfe bitten? Interessante Frage zu meinem letzten Post. Ja und nein. Nein, weil es keiner Sprache im ...
24/07/2026

Kann ein Pferd um Hilfe bitten?

Interessante Frage zu meinem letzten Post.
Ja und nein.

Nein, weil es keiner Sprache im menschlichen Kontext mächtig ist, um seine Lage zu verdeutlichen. Auch das Konzept des "Helfens" oder "Geholfen werdens" kommt wohl in seiner Welt an sich nicht vor. Nicht in unserem menschlichen Sinne von Altruismus oder Mitleid.

Und dennoch kann es uns Signale senden, die uns als Auslöser dienen können, ihm zu helfen.
Pferde tun das eigentlich ständig. Sie zögern, verharren, schütteln den Kopf, starren, stampfen, gehen rückwärts, machen sich fest, klappern auf dem Gebiss, gehen gegen das Bein, legen die Ohren an, weichen aus. Du weißt, was ich meine, es gibt unendlich viele Signale. Bis hin zur kompletten Eskalation.

Die eigentliche Botschaft dahinter ist immer dieselbe: Ich kann das nicht. So einfach. Und doch so komplex, denn den Grund können sie uns nicht mitteilen.
Man könnte sie auch ergänzen um: "Weil ich nicht weiß, wie." "Weil es mir wehtut, wenn ich das mache." "Weil ich Angst habe." "Weil ich Dir nicht vertraue." "Weil es das letzte Mal schief gegangen ist." "Weil ich nicht verstehe, was Du von mir willst." "Weil sich das nicht gut anfühlt." "Weil es mich total stresst."
Auch hier unendlich viele Varianten. Doch welche davon ist die richtige?

Und unter uns: eine Möglichkeit wäre es, das Unvermögen unseres Pferdes zu akzeptieren. Na gut, kann er halt nicht rechts angaloppieren. Kann sie halt nicht in den Hänger steigen. Kann er halt nicht beim Hufschmied stillstehen. Kann sie halt nicht mit kleinen Kindern im Sattel umgehen.

Manche Sachen, finde ich, muss ein Pferd nicht können. Bei meiner Aufzählung eben ist Dir vielleicht schon ein krötiges ABER! in den Sinn gekommen. Richtig! Manche Sachen sind wichtig, sogar (über)lebenswichtig in einem Pferdeleben. Für diese Fertigkeiten braucht das Pferd unsere Hilfe, auch wenn es den Sinn des ganzen Theaters nicht erkennen kann.

Und wenn Du wirklich den Grund für das "Ich kann das nicht" herausfinden willst, ist der Sherlock Holmes in Dir gefragt, zusammen mit einer guten Prise Jane Godall und sämtlicher Pferdeliteratur, die Du in die Finger kriegen kannst.

Die Interpretation ist unser Job. Ebenso, wie die "Hilfe", die wir unserem vierbeinigen Freund dann angedeihen lassen. Und dass wir ihn nicht "hilflos" im wahrsten Wortsinn stehen lassen, versteht sich hoffentlich von selbst.

Gecheckt?

(Bild KI-erstellt)

13/07/2026

Keine Angst ist doch das gleiche wie Vertrauen, oder?

Dieses Thema kam gestern beim Ausreiten auf. Weil mein Keks noch lahmt, durfte ich ein Pferd ausleihen, das ich aus dem Unterricht kenne: Spanier, super Gebäude, sehr talentiert und clever, aber hengstig, und seine Impulskontrolle tendiert gegen null. Stabilisiert sich, ist aber immer noch tricky.

Ich hatte den Süßen noch nie unter dem Sattel, und dann gleich ab ins Gelände.... Also den Reithelm abgestaubt, dreimal tief ausgeatmet und rein ins Vergnügen. Drei Dinge gaben mir Sicherheit: er ist trittsicher, kennt mich bereits vom Boden und er ist - spaniertypisch - kein Ferrari, auch wenn er Gas gibt. Es klappert ohne Ende, aber der Fahrtwind hält sich in Grenzen.

Was mir gleich aufgefallen ist, und was ich zuerst damit in Verbindung brachte, dass ich ein neuer Reiter für ihn bin, war, dass er schon beim Warmführen immer wieder stehen blieb. Bis die Besitzerin sagte, das sei so eine Masche bei ihm. Hmm.

Unsicherheit Nummer 1. Wenn er läuft, sortiert er sich gern nach hinten. Nr. 2. Als wir dann aufgestiegen waren, war er angespannt. Ansprechbar, aber der Raubtierscan lief im Dauermodus. Erst gegen Ende unserer Runde von ca. 45 Minuten wurde er gelassener. Nicht gelassen, gelassener! Von losgelassen noch weit entfernt. Ansprechbar, lenk- und bremsbar, aber immer im Überwachungsmodus. Nr. 3. Seine Stute vor ihm, sie bestimmt das Tempo, er hinterher. Wie sich das in einer anständigen Herde gehört. Sie sucht den Weg, er sichert das Terrain und sammelt die Versprengten ein.

Schritt, Trab, Galopp und ein bisschen klettern hat er alles sehr anständig hinbekommen. Aber: Abschnauben, Hals senken, ans Gebiss treten, ein schwingender Rücken, Fehlanzeige. Bis auf die letzten 10 Minuten, da kamen ein paar gute Ansätze.

Bei mir lief im Hintergrund natürlich der Trainerscan mit. Und was mein Arbeitsspeicher nach meiner Analyse ausspuckte war: Unsicherheit. Wusste ich bereits, aber das am eigenen Leib im Sattel mitzukriegen war nochmal eine andere Nummer.

"Vielleicht hat er in Spanien schlechte Erfahrungen gemacht," so meine Mutmaßung.
"Das glaube ich nicht, er hat doch keine Angst vor Menschen."
Ja, richtig. Aber irgendetwas an dieser Antwort ließ mir keine Ruhe.

Bis mir eines klar wurde: Keine Angst zu haben ist noch lange kein Vertrauen. Keine Angst zu haben, bedeutet in seiner Welt, dass Menschen ihm nicht weh tun. Sie versorgen, pflegen ihn und setzen sich auf seinen Rücken. Was er bisher gelernt hat (soweit ich ihn begleitet habe), ist Selbstbeherrschung. Er eskaliert nicht mehr, seine Signale werden subtiler. Weil er erfahren hat, dass die Menschen in seinem Umfeld darauf reagieren. Und niemand mehr seine Grenzen überrennt. Und weil er erkannt hat, dass er sich mit Menschen arrangieren muss, weil die jeden Tag da sind.

Aber er überlässt sich nicht. Nie. Und wenn er es versucht, dann nicht ganz. Im Hintergrund läuft immer der Selbsterhaltungs-Schutzmechanismus mit. Unauffällig, aber beständig.

Wenn es zu Situationen kommt, wo er sich überwinden muss oder müsste, wird es schwierig, weil dann keine Angst zu haben nicht mehr reicht. Keine Angst bedeutet, nebeneinander gehen zu können. Jeder in seiner Spur. Mit Kontrolle über sich selbst. Es bedeutet aber nicht, sich in schwierigem Gelände vom anderen abhängig zu machen, ihm seine Gesundheit und sein Wohlbefinden in die Hände zu legen. Die Führung abzugeben, Kontrolle abzugeben. Erfahren zu dürfen, dass man in schwierigen oder scheinbar ausweglosen Situationen jemanden hat, der Hilfe, Lösungen und einen Ausweg anbieten kann. Und deshalb um Hilfe zu bitten. Das wäre Vertrauen.

Das war eine sehr wertvolle Lektion!

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Guter Beitrag zum Thema "um die Ecke bringen und kalt machen" 😅🤭
09/07/2026

Guter Beitrag zum Thema "um die Ecke bringen und kalt machen" 😅🤭

Eigentlich darf man es bei den Temperaturen gar nicht erst so weit kommen lassen. Ausreichend Schatten auf dem Paddock, kein hartes Training in der Hitze und genug Wasser sollten absolut selbstverständlich sein. ⛱️

Aber machen wir uns nichts vor, die Realität im Stall sieht manchmal anders aus: Der gemütliche Ausritt am Morgen wird plötzlich doch heißer als gedacht. Oder – wir kennen sie alle – das Pferd beschließt, dass der kühle, dunkle Unterstand doof ist und brät sich lieber freiwillig bei 35 Grad stundenlang in der prallen Mittagssonne. 🤦‍♂️☀️

Wenn das Pferd dann doch mal überhitzt ist oder richtig schwitzt – was ist die effektivste Erste Hilfe? 💦

Eine japanische Studie (Takahashi et al., 2020) hat das im heißen Klima getestet. Fünf Methoden wurden verglichen:

1️⃣🐎 Im Schritt führen ohne zusätzliche Kühlung
2️⃣💨 Führen aber mit großen Ventilatoren
3️⃣💧 Führen und immer wieder kaltes Wasser drüberschütten und mit dem Schweißmesser abziehen
4️⃣💦 Dasselbe ohne Abziehen mit dem Schweißmesser
5️⃣🚿 und kontinuierliches Duschen im Stand mit lauwarmen Leitungswasser

🥁 Das Ergebnis: Das kontinuierliche Duschen mit lauwarmem Wasser aus dem Schlauch kühlt das Pferd am schnellsten und effektivsten runter. Das Geheimnis liegt in der durchgehenden Kühlung über einen längeren Zeitraum.

💡 Die Studie zeigte auch, dass das Abziehen mit dem Schweißmesser die Abkühlung verlangsamt. Das Wasser, das auf dem Pferd bleibt, hilft nämlich durch Verdunstung weiter beim Kühlen. Zieht man es ab, stoppt man diesen Effekt.

➡️ Unser Fazit: Wenn das Pferd überhitzt: Nichts wie ran an den Duschschlauch, Wasser (muss gar nicht eiskalt sein!) laufen lassen und das Schweißmesser getrost in der Putzbox liegen lassen. 🛁

🧑‍🎓 Takahashi, Y., et al. (2020). "A comparison of five cooling methods in hot and humid environments in thoroughbred horses." Journal of Equine Veterinary Science, 91, 103130.

Blöd gelaufen! Und zwar buchstäblich...Warum um Himmels Willen zeige ich Euch Fotos von meinen Füßen und meinen Schuhen?...
06/07/2026

Blöd gelaufen! Und zwar buchstäblich...

Warum um Himmels Willen zeige ich Euch Fotos von meinen Füßen und meinen Schuhen?

Weil ich letzte Woche einen ganz klassischen Fehler im Umgang mit Pferden gemacht habe. Ich bin mal kurz von der "Ich arbeite professionell und bin gut vorbereitet" zur "das wird schon irgendwie klappen" Fraktion gewechselt.

Zur Vorgeschichte: Meine Sicherheitsschuhe haben schon im Februar begonnen, mehr oder weniger freiwillig und stückchenweise meine Füße zu verlassen. Zeit, sich zu trennen. Nicht schlimm, dachte ich mir. Es sind Winterstiefel, da kaufst Du Dir im Herbst neue. Jetzt wird' s ja sowieso wärmer.
Also mussten die guten Trekkingschuhe ran. Schon etwas ramponiert, aber immer noch okay. Mit stabiler Sohle und einer Gummikappe über den Zehen.
Diese guten Stücke haben aber ebenfalls beschlossen, mit aufgerissenen Ösen und sich auflösenden Nähten ihren Schwanengesang einzuleiten. Also auch hier: ab in die Tonne.

Und jetzt kommt der Schweinehund, der ganz clever kombiniert: keine Zeit, kein Geld, nur mal schnell drüber putzen, massieren, longieren. Was soll da schon passieren?
Ende der Woche hast Du Zeit, Luft, mehr Geld auf dem Konto, nicht so viel Termindruck, schönere Haare, besser geschlafen. Da ist überhaupt alles besser. Zieh kurz die Turnschuhe an. Das wird schon passen.

Nein, tut es nicht. Pferd ging auf dem Platz hinten etwas verhalten, und ich wollte kontrollieren, ob es sich einen Stein eingetreten hatte. Es hat beim Hufeauskratzen der Hinterhufe kurz die Balance verloren, stellt ab. Und zack, hat die clevere Pferdefachfrau getackerte Zehen. Pferd, etwas verunsichert ob der "Aua, geh da runter!" brüllenden Frau, hat sich sofort vom bequemen Fusskissen herunter bemüht, da war der Schaden aber schon angerichtet.

Gottseidank nichts gebrochen. Nur 6 Tage getapte Zehen, laufen im Schleichmodus, Schmerzen beim Treppensteigen, ein völlig neues Verständnis für "kompensatorische Schonhaltung" und ein extrem angeknackstes Trainer-Ego.

Ratet mal, wo ich direkt am nächsten Tag war?
Wer jetzt "Sicherheitsschuhe kaufen" geraten hat, bekommt die volle Punktzahl.

Was ich damit sagen will: auch mit dem bravsten Pferd, das Ihr seit 100 Jahren kennt, in einer völlig alltäglichen Situation, ohne Eskalationspotential, kann sowas passieren. Schützt Euch mit passender Ausrüstung. Bitte!!

Gecheckt?

Adresse

Grünauer Straße 5
Backnang
71522

Öffnungszeiten

Montag 09:00 - 17:00
Dienstag 09:00 - 17:00
Mittwoch 09:00 - 17:00
Donnerstag 09:00 - 17:00
Freitag 09:00 - 17:00
Samstag 09:00 - 17:00

Telefon

0172 38 22 845

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