20/12/2020
💜 Mein Leben, meine Berufung, meine Geschichte, Teil 4 💜
Die inneren Mächte holen mich ein......
Nachdem wir im neuen Stall angekommen waren und zur Ruhe gekommen sind, wollte ich mich bemühen einen neuen Weg einzuschlagen.
Ich fing noch einmal ganz von vorne an und begann mit der Roundpen-Arbeit.
Mehr schlecht als recht versuchte ich mir eine bessere Kommunikation zu erarbeiten.
Leider machte Didi es mir nicht sonderlich einfach.
Bei jeder Gelegenheit ging sie in Aktion um mir damit zu beweisen, wer von uns wohl die Schnellere und Intelligentere sei. Dennoch machten wir schon einige Fortschritte und unser Alltag verlief sehr harmonisch.... irgendwas musste ich wohl richtig gemacht haben.
Auch beim Reiten schien es dasselbe Spiel zu sein, mit einem großen Unterschied:
am Boden war mir es egal ob Didi bockte oder Faxen machte. Aber beim Reiten begegnete ich meinen innersten und dunkelsten Mächten.
Namens: Angst, Wut, Aggression und falschen Motivationen, die mich immer wieder einholten und meine guten Vorsätze zunichte machten.
Dabei blieb mir eine Situation besonders im Kopf, die für einen Großteil meiner Veränderung verantwortlich ist.
Da ich vorher auf einem Westernhof geritten bin, habe ich mit meinem Pferd angefangen Western zu reiten.
Weil die Schwierigkeiten zwischen uns aber nicht nachlieẞen und meine Angst mir im Weg stand, nutzte ich zu diesem Zeitpunkt ein einfach gebrochenes Snaffel Bit mit Shanks, also keine harmlose Waffe....
Als ich wieder einmal meine Übungen auf dem Reitplatz ritt und Didi einfach nicht mitmachen wollte, stieg mir mehr und mehr die Wut in den Kopf.
Das Verständnis wich der Aggression und wieder einmal wurden meine Hilfen und Handlungen immer grober und unwillkürlicher.
Von oben brüllte ich sie an und schlug ihr mit den Zügel wütend und voller Angst u. Aggression auf den Hintern, bis ihr nichts anderes mehr übrig blieb mich steigend abzuwerfen. Stinksauer rannte ich meinem Pferd hinterher, schnappte meine Zügel und zog sie ihr mit voller Wucht über die Brust, so daß sie panisch vor mir stand u. versuchte irgendwie von mir los zu kommen.
Ich hätte schreien können vor Verzweiflung.... was war nur los gewesen...??
Wieso machte sie mir immer und immer wieder einen Strich durch die Rechnung??
Die pure Panik stand in ihren Augen und mir stand das Entsetzen über den Anblick meines Pferdes förmlich im Gesicht. Denn der Gesichtsausdruck von Didi erinnerte mich schmerzlichst an die Situation mit dem Amerikaner.
So wollte ich doch nie sein ?!
In diesem Moment schossen mir die Tränen in die Augen und da kam es mir ... die Frage der Fragen ...
Warum oder besser gesagt, für was ?
Warum tue ich das, was ich tue ? Für wen tuhe ich das was ich tuhe ?
Meine Antwort ?!
Für die Anderen ....
Jahrelang wurde ich ausgelacht und gehänselt.
Mit der Ausbildung meines Pferdes wollte ich Allen zeigen, wie gut ich bin.
Doch, was oder wen ich dabei nicht im Blick hatte, war mein Pferd ...
Die Gedanken schossen durch meinen Kopf und wie Giftpfeile in mein Herz... wie konnte ich mich wiedermal dazu verleiten lassen, mich von falschen Motivationen und Glaubenssätzen beeinflussen zu lassen??
Meine Vorsätze waren doch so gut...
Doch Vorsätze sind nun mal erst der Anfang für Veränderung.
Ich schmiss mich an den Hals meines Pferdes und weinte bitterlich.
Gedanklich verabschiedete ich mich von meinen falschen Glaubenssätzen, Anderen etwas beweisen zu müssen um gut zu sein.... zum Schaden meines Pferdes.... ich entschuldigte mich aus tiefsten Herzen bei meiner kleinen weißen Stute, die durch mich so vieles mitmachen musste.
Der erste Baustein für meine wahre innere Veränderung war gelegt.
💜💜💜 Fortsetzung folgt 💜💜💜