Hundeschule Canine

Hundeschule Canine Hundeschule Nie war das Thema“ Hund“ präsenter als heute. Die Anforderungen, die an den heutigen Familienhund gestellt werden, sind ungemein groß.

Und doch, dürfte der Hund das
wohl mißverstandenste, andererseits aber auch das anpassungsfähigste Lebewesen sein, welches sich der Mensch je zu eigen gemacht hat. Durch die in der Gesellschaft immer größer gewordenen Missstände im Umgang mit dem Lebewesen Hund, herbeigeführt unter anderem durch Gesetze, Medien, die oftmals enge Wohndichte, unrealistische Erwartungen der Halter an ihre Hunde, das

teilweise fehlende, aber doch so wichtige Interesse, sich mit dieser Spezies intensiv zu befassen will man sie verstehen, und nicht zuletzt durch den enormen Druck der Öffentlichkeit, der Hund und Halter in ein in dieser Art und Weise noch nie da gewesenes „spotlight“ stellt, resultieren Probleme, denen die Halter häufig nicht mehr gewachsen sind. Er soll Freund und Kumpel sein, Kind- und Partnerersatz, soll uns trösten und für uns da sein wenn wir ihn brauchen, aber nicht stören wenn etwas Wichtiges anliegt, soll Wächter sein, aber bitte nicht nachts um drei, wenn die Nachbarn schlafen, soll uns immer und überall hin begleiten, aber nicht in der Wohnung bellen, wenn wir ihn mal nicht dabei haben wollen, soll Fremde nicht anspringen, aber auch keine große Scheu zeigen, soll sich mit seinen Artgenossen und mit Menschen verstehen, aber die, die wir nicht mögen, muss er auch nicht mögen, soll in der Öffentlichkeit nicht unangenehm auffallen, soll aber seine Freiheiten haben und ausleben können, er soll uns lieben, weil wir ihn lieben, er soll uns dankbar sein, weil wir ihn aus Tierheimen, von der Straße, aus Tötungsstationen, aus „unmenschlichen“ Verhältnissen, aus schlechter Haltung „gerettet“ haben. Stellt sich aber heraus, dass sich die von uns so heiß ersehnte "Dankbarkeit" unseres Hundes in Form von Ungehorsam, Stubenunreinheit, Angst, Aggression, der Freude am Jagen oder ähnlichen nicht immer art-und rasseuntypischen Verhaltensweisen zeigt, landet er, nicht selten, genau dort von wo wir ihn gerettet haben, da er uns zuviel wird. Hundehalter möchten ihren Hund verstehen und wissen, was in diversen Situationen in ihm vorgeht. Von entscheidender Bedeutung ist es hier, das sich ständig entwickelnde, lebendige System, welches hinter jeder Mensch- Hund Beziehung steht, zu erkennen und zu verstehen und sich anhand dieser Erkenntnis soziale Kompetenzen zu erarbeiten, die einen erst dann berechtigen, Grenzen aufzuzeigen, Freiheiten zu gewähren, Rechte einzufordern, Anweisungen zu geben und diese durchzusetzen. Wir möchten in Einzelgesprächen und Training, durch Seminare und Workshops und letztendlich durch unser gesamtes Angebot, Hundehalter unterstützen, diese sozialen Kompetenzen und das Wissen körpersprachlicher Mechanismen (zurück) zu erlangen. Denn das worum es geht, das Verständnis und die Kommunikation zweier Spezies, ist nie verloren gegangen, es liegt nur verschüttet unter der Flut der Erziehungshilfsmittel, welche die Industrie in den vergangenen Jahren über uns ergossen hat und somit versucht uns weiß zu machen, man könne sich nur noch über eben diese Hilfsmittel darstellen oder gar identifizieren. Hundeerziehung bedeutet sich mit einem Lebewesen auseinanderzusetzen, dessen soziales Verhalten zu komplex und differenziert ist, als dass Hilfsmittel es besser beeinflussen könnten als der Mensch. All dies bedeutet Arbeit! Arbeit nicht nur mit und am Hund sondern auch und gerade an sich selbst!

22/09/2022

DAS TRIFFTS AUF DEN PUNKT! 💗
Diese wichtigen Zeilen sollten sich viele Menschen etliche Male durchlesen, zu Herzen nehmen, diese Tatsache im Kopf begreifen und somit endlich alle Tiere als fühlende und beseelte Lebewesen behandeln!
ALLE TIERE HABEN SEELEN, ALLE TIERE FÜHLEN, ALLE TIERE WOLLEN LEBEN!

Danke, liebe Maren Grote für deine Gedanken, du hast meine volle Zustimmung
24/03/2022

Danke, liebe Maren Grote für deine Gedanken, du hast meine volle Zustimmung

Führen ist nicht so mein Ding..

Diesen Satz höre ich immer öfter so, oder so ähnlich. Jeder will einen Hund, aber niemand möchte Führung übernehmen, anleiten und verbieten müssen. Erziehung wird dazu degradiert den Hund in jeder möglichen und unmöglichen Situation zu loben und zu locken, das eigene Bedürfnis immer die/der „Nette“ zu sein steht vor jedem Bedürfnis des Hundes.

Da stehen Hund und Mensch mit großen Augen voreinander und fragen sich gegenseitig, was man denn jetzt machen möchte.
Hunde wollen Klarheit. Hund brauchen jemanden, der für sie Entscheidungen übernimmt, der überschauen kann, was diese Entscheidungen auslösen. Und sie brauchen jemanden, der diese Entscheidungen durchsetzt. Dafür braucht der Mensch echte Führungsqualitäten. Er muss vorausschauend denken, Entscheidungen klar und selbstbewusst treffen und dafür Sorge tragen, dass er verständlich vermittelt, was ok, und was verboten ist.
Ohne Bestechung, Zögern und Ablenken und ohne jedes Mal aufs Neue zu diskutieren.

Was ich stattdessen immer wieder beobachte, sind Menschen, die einfach nur ein Kuscheltier wollen, an dem sie sich ein Bild von sich beweisen können, was aus höchst egoistischen Motivationen heraus entsteht.
Sie möchten Eine Beziehung, in der sie nur umsorgen und betüddeln können, in der alles flauschig und rosarot ist und nicht zu Konflikten kommen kann. Stress gibt es schon genug in der Welt und der Hund soll nun der Ersatz zu all den sozialen Ansprüchen anderer Menschen sein und einfach nur Projektionsfläche für eine eingebildete heile Welt aus überbemuttern eines vermeintlich immersüßen Regenbogenponys. Durchtriebene Gedanken, Aggression, Sexualität? Nein, sowas darf Flauschi nicht haben. Probleme? Ignorieren wir einfach weg! Pubertät, Jagdverhalten und andere Dinge werden einfach mit der bunten Biotaneleine unterbunden. Solche Menschen träumen von der eigenen Unentbehrlichkeit und der Allmachtphantasie für jeden netten Wesenszug ihres Hundes verantwortlich zu sein. Gleichzeitig sind für alle nicht so netten Wesenszüge ausschließlich Andere verantwortlich. Der Vorbesitzer*in, die anderen Hunde, das Wetter, egal, Hauptsache jemand der nicht Hund oder ich heißt.

Dem gegenüber steht ein hochsoziales Lebewesen, dass kein Kind bleibt, sondern erwachsen wird. Ein Lebewesen, dass zu komplexen Gedanken und sensibler Kommunikation fähig ist. Das in einem sozialen Gefüge leben und sich anpassen kann und Beziehungen eingeht. Genau wie ein Mensch.
Würde uns jemand lebenslang so unselbständig wie möglich halten, alles was wir tun gut und richtig finden, oder eben nicht richtig finden, es aber es mit aufgesetztem Lächeln so sagen. Würde uns jemand nicht zutrauen mit Grenzen klarzukommen, oder auf die Bedürfnisse anderer Rücksicht nehmen zu können, was wäre das für ein Leben?
Ist es schön, wenn einem nichts zugetraut wird, bei jeder Entscheidung jemand um einen herumtanzt und gut gemeinte Vorschläge bringt und jeden Atemzug bewertet und kommentiert? Und dieser Jemand auch noch der wichtigste Sozialkontakt des Lebens ist.

Natürlich macht das nicht glücklich. Und es ist nicht nett. Auch Hunde möchten ernst genommen werden und aus ihren Fähigkeiten schöpfen. Auch Hunde möchten ihre sozialen Möglichkeiten für etwas benutzen dürfen, um eine Beziehung tiefgründig und echt zu machen.

Hunde mögen es, wenn jemand führen kann und sich dieser Aufgabe annimmt. Wenn jemand weiß, wo der Unterschied zwischen Gewalt und Durchsetzungskraft liegt. Was Konsequenz und streng sein voneinander trennt und weshalb das Eine nichts mit dem Anderen zu tun hat. Hund kennen die unterschiedliche Bedeutung von Grenzen setzen und ausrasten.

Menschen leider nicht immer.

Und anstatt sie zu erlernen und sich selbst weiterzuentwickeln, tun sie einfach so, als sie das alles dasselbe und alles zu verabscheuen.
Als sei Führung, Klarheit und Präsenz gegen den Hund gerichtet. Als hätte es etwas damit zu tun wie ein wütender Wurzelzwerg auf den Hund einzuschlagen und dabei herumzubrüllen.
Und genau mit dieser Pervertierung des Begriffs von Führung und Grenzen rechtfertigt man sich die eigene Unfähigkeit sich sozial dem Hund gegenüber zu verhalten.
Das ist soziale Verwahrlosung, das ist Gewalt am Hund aus Egoismus.

Denn Hunde sind nicht dafür da unsere Freizeit von sozialen Ansprüchen zu sein. Sie haben es nicht verdient, dass wir unsere Unfähigkeit uns fair abzugrenzen an ihnen nicht erlernen wollen, weil es für uns so unbequem ist uns zu verändern und zu wachsen.
Wir nehmen sie zu uns, ohne dass sie ein Mitspracherecht haben. Und wir sind es ihnen schuldig besser zu werden, wenn wir nicht wissen, wie man sich durchsetzt, ohne auszurasten.
Sie brauchen keine dauerflötenden Futterspender und keinen militärischen Drill. Sie müssen auch keine Zirkusvorführung aus jedem Spaziergang machen. sie brauchen Freunde, die sie fordern und fördern, die ihnen etwas zutrauen und auch etwas abverlangen, sie lieben und in ihrer Andersartigkeit akzeptieren. Weil all das nun einmal zum Zusammenleben dazu gehört.
Sie brauchen jemanden der es selbst schafft zu ertragen, dass sie mal wütend oder beleidigt sind, weil nicht immer alles nach ihrer Nase läuft.
Hunde erlernen Frustrationstoleranz ganz fantastisch, schnell und gut.
Wer ihnen für gewöhnlich im Weg steht sind Besitzer*innen, die es nicht schaffen zusehen zu müssen, wie ihr Hund ein paar Minuten genervt ist und mal kurz nachdenken muss, bevor er sein Problem selber lösen darf.

Ich spreche hier nicht von Lob oder Strafe, von Training oder Fehlverhalten, sondern vom alltäglichen Zusammenleben, von der Einstellung und dem grundsätzlichen Umgang mit dem Hund. Von der grundsätzlichen Annahme der Aufgabe erziehungsberechtigt zu sein und den Hund in der Welt anzuleiten.

Das alles klingt irgendwie wütend und übertrieben für Dich?
Ja, ich bin grade wütend, denn ich erlebe diese Fälle in meinem Beruf grade jeden Tag. Auch ich bin mal kurz frustriert und muss diesen Artikel schreiben. Seit der steigenden Hundemenge durch die Pandemie auch immer häufiger und häufiger. In meiner Arbeitswelt ist das ein Teil des Alltags und es macht mich wütend.

Ich lese in Hundeforen, wie sich Laien untereinander immer weiter irgendwelchen Quatsch erzählen und als Wahrheit hinstellen, weil es vorher schon zehn andere Laien weitergeplappert haben, ohne zu wissen, wovon sie reden. Jeder ist Profi, weil er im Fernsehen was gesehen hat und im Internet das immer wieder aufgekochte Unwissen anderer liest.

Ich liebe „meine“ reflektierten Seminarbesucher*innen, meine fleißigen Einzeltrainingskund*innen, die wirklich versuchen an sich selbst zu arbeiten. Es gibt sie und sie schaffen erstaunliches mit ihren Hunden.
Und dann sind immer wieder die dabei, die ich im Text benenne und ich frage mich, ob die Hundewelt verrückt wird. Wie es möglich sein soll gegen all das Unwissen in der Packung der absoluten Meinung anzukommen. Ob es wohl so weiter geht und wir auch irgendwann unsere Hunde mit einem Katzenklo ausgerüstet täglich acht Stunden allein zu Hause lassen, damit wir abends nicht so einsam vor dem Fernseher sitzen müssen. Ob wir hier auch zehnwöchige Welpen kastrieren, damit sie „lustig“ bleiben. Ob Qualzucht der Normalfall wird und gesunde Hunde die Rarität.
Ich hoffe nicht.

Dieser Nerd-Rage darf gerne geteilt werden. Alle Rechte daran verbleiben aber bei der Autorin Maren Grote. Gepöbel und Hate wird gelöscht und gesperrt.

Weil ich jetzt mehrfach angeschrieben wurde, ob ich dazu etwas sinnvolles zum weiterbilden im Angebot habe: Bei Canis Symposia habe ich den Online-Kurs "Würdevoll Führen" im Programm. Der gibt ein paar erste Einblicke in die Art des Zusammenlebens und der Denkweise von Hunden im Miteinander. Wer sich den holen möchte findet ihn hier:

https://fortbildungen.canis-symposia.de/s/dogflix/maren-grote-fuehren

17/01/2022

Hallo zusammen,
Hat jemand Interesse an einer Entlebucher Sennenhündin, 5 Jahre, unkastriert?
Meine Freundin lebt seit kurzem getrennt und muss sie jetzt, wegen Umzug, abgeben.
Die Hündin kann nicht gut allein bleiben, bellt viel, deshalb ist es in einer Wohnung schwierig.
Rassebedingt ist sie etwas nervös und kann in engen Situationen, wenn sie unsicher wird, schnappen.
Gebissen hat sie bis dato nicht.
Wäre toll, wenn irgendeiner einen Platz für Ronja hat oder jemanden kennt.
Lg Gaby

20/10/2021
bitte unterschreiben
31/08/2021

bitte unterschreiben

*Mit dem neuen Tierarzneimittelgesetz (TAMG), das am 28. Januar 2022 in Kraft treten soll, endet die Therapiefreiheit für unsere Haustiere. Durch die nationale Umsetzung der EU-Arzneimittelverordnung von 2019* droht ein Anwendungsverbot von rezeptfrei erhältlichen Humanarzneimitteln für Haustierh...

Danke, liebe Maren, du hast ja sooo Recht mit deinen Gedanken !!!!!
05/06/2021

Danke, liebe Maren, du hast ja sooo Recht mit deinen Gedanken !!!!!

Gerettet oder entführt?
-Von Maren Grote-

Es gibt wirklich großartige Hunde aus dem Auslandstierschutz.
Bulgarien, Rumänien, oder Griechenland, aber auch aus Thailand, Spanien und und und..
Sie sind zutraulich, aufgeschlossen und passen sich in unser Leben hier ein. Sie sind glücklich hier und ihre Besitzer glücklich mit ihnen.
Um diese Hunde geht es hier in diesem Artikel nicht.

Es geht hier um die vergessenen, die erzwungenen und die entführten.
Denn auch wenn das manch einer nicht wahr haben möchte, die gibt es genauso, wie die angepassten, glücklichen!

In dieser Zeit möchte jeder einen Hund. Täglich habe ich als Trainerin neue Anfragen von Menschen, die sich jetzt in der Coronazeit einen Welpen geholt haben.
Ungefähr die Hälfte dieser Anfragen bezieht sich auf importierte Straßenhunde.
Sie kommen alle mit den selben Problemen: Angst, Aggression gegenüber Menschen und fremden Hunden, ausgeprägte, territoriale Aggression, kurz gesagt: Beißen!
Was aber viel gravierender ist, als diese Verhaltensweisen ist eine nicht vorhandene Kooperation mit dem Menschen.
Egal mit wie vielen Wochen diese Tiere nach Deutschland gebracht wurden, sie sind bereits genetisch darauf ausgelegt alleine klar zu kommen und ohne den Menschen zu existieren.
Sie träumen nicht von Sofas und Liebe, sie öffnen Fenster, stehlen Essen aus verschlossenen Schubladen und beißen Kinder, die zu laut trampeln, wenn sie in Ruhe schlafen möchten.
Sie balancieren auf der Fensterbank, schlafen auf dem Küchentisch und ka**en in den Flur.
Was dort über viele Jahre auf der Straße entstanden ist, ist ein neuer Schlag Hunde.
Sie sind freiheitsliebend, wild und durchsetzungsstark.
Nicht zu vergleichen mit den angepassten Zuchthunden unseres Landes.
Sie scheren sich nicht um menschliche Regeln, weiche Bettchen und freundliche Worte.

Ohne den Willen sich aggressiv durch zu setzen sind sie auf der Straße verloren. Ohne die Fähigkeit zu schauspielern, zu betteln, zu täuschen und für sich zu sorgen geht man dort schnell unter.
Wer diese Fähigkeiten nicht besitzt, der wird sich nicht vermehren.

Wer denkt, er wüsste was durchsetzungsstark und dickköpfig bedeuten würde, weil er eine Bulddoge, oder einen Dackel hatte, der wird von einem echten Straßenhund ausgelacht.
Wer glaubt er könnte mit Liebe allein einen zutiefst misstrauischen und bis ins Mark eigenständig denkenden Hund zu tiefem Vertrauen bringen, oder gar ein nahezu verwildertes Tier mit Leberwurst zu einer echten Kooperation füttern, die über den puren Zweckerhalt hinaus geht, der wird viel Leberwurst in´s Land gehen lassen, bis er versteht, dass er im Ernstfall trotzdem stehen gelassen (oder einfach gebissen) wird, sobald etwas wichtiger ist.
Wer ernsthaft denkt, sein Bordercollie aus der deutschen Schönheitszucht sei der intelligenteste, der hat noch nie einen verzottelten Straßenköter eine Verletzung simulieren gesehen, um an Mitleid zu kommen. Der hat noch nie in einer Kamera staunend beobachtet, wie das putzige 14Kilo Importtierchen von der Müllkippe eine ganze Küche in einer halben Stunde in Schutt und Asche legt, um die Schränke nach Essbarem zu durchsuchen.
Die Art wie verwildert, schlau und eigenständig echte Straßenhunde sein können übersteigt bei weitem dass, was wir von Rassehunden und Mischlingen kennen, die seit Generationen mit dem Menschen eng zusammen leben.

Einige dieser Hunde sind einfach Wildtiere.
Sie werden nicht erzogen, sie werden gezähmt.
Man muss sie wie ein Tier im Zoo ganz langsam und über unsoziale Reize wie Futter erstmal in die Nähe bekommen. Ihnen über lange Zeit eine Idee davon geben, dass man mit Menschen wirklich kommunizieren kann. Dass man kooperativ mit ihnen zusammen arbeiten kann. Füreinander und nicht nur für Futter.
Erziehung, Anpassung an Regeln, oder gar bewundernswerter Gehorsam ist nicht zu erwarten.
Wenn überhaupt, dann höchstens diesem einen, bestimmten Menschen gegenüber, der sich jahrelang dafür eingesetzt hat.
Nochmal: Es muss nicht so kommen, es gibt auch Hunde von der Straße, die genügend Offenheit und Kooperationswillen mitbringen.
Und es gibt die, die es nicht tun und die werden niemals den Ansprüchen an den „normalen“ Familienhund, der überall entspannt dabei ist entsprechen können.
Welchen man erwischt ist für viele Laien absolut nicht sichtbar.
Auch für Profis nicht, es zeigt sich eben erst im Verlauf.
Dabei ist es egal wie alt der Hund ist, auch ein fünf Wochen alter Hund kann so ein Fall sein und trotz perfekter Aufwuchsbedingungen lebenslang extrem auffälliges Verhalten zeigen, bissig sein, oder immer Angst vor fremden Menschen haben, egal wie gut man ihn sozialisiert.
Genetik und angeborene Verhaltensweisen sind nicht vollständig wegliebbar und auch nicht weg zu füttern, oder zu trainieren.
Am Ende bleibt ein oft ein gezähmtes Wildtier und ein einziger Mensch, der mit diesem Tier wirklich gut klar kommt.

Und genau dieser Irrglaube, dass jeder Hund „lieb“ (was auch immer das heißen mag) geboren wird, dass ein Hund von der Straße immer gerettet wurde und das aus jedem Hund ein ganz „normaler“ Haushund zu machen ist, sorgt für viele dieser Tiere hier im Tierheim.
Statt Freiheit und Selbstbestimmung dämmern sie in Zwingern dahin. Gerettet…
Weil kein Hund blanko auf die Welt kommt und nur der Mensch ihn formt.

Bei weitem nicht jedes Leben auf der Straße ist schlimm für Hunde.
Sie werden nicht alle gequält und geschlagen. Sie legen vielleicht weniger Wert auf regelmäßige Wurmkuren, als eher darauf eine Familie gründen zu können.
Sie lieben es gar frei zu sein. Unkastriert. Sich zu prügeln und zu bellen, wann sie wollen.
Zu kommen und zu gehen wann und mit wem sie wollen.
Viele von ihnen werden gefüttert, besorgen sich Futter, oder leben zufrieden an Müllkippen und Stränden.
Sie leben nicht immer lange, aber wild und frei und zu behaupten wir wüssten, ob sie glücklicher an einer Flexileine, eingesperrt in einem Haus wohnen würden, ohne ihre Familie und Freunde, ist vermessen.

Einige dieser Hunde sind wie hier die Füchse im Wald.
Niemand würde auf die Idee kommen Fuchswelpen aus einem Bau zu ziehen, um sie in ein Wohnzimmer zu setzen.
Wie viele Hundemütter kamen schon zu ihrem leeren Welpennest von der Futtersuche zurück, weil ihre Welpen „gerettet“ wurden?
Meistens in Löchern, ausgetrockneten Flussbetten und Unterführungen…Höhlen eben.
Orte, an denen Hundemütter ihre Welpen parken, um etwas zu fressen zu besorgen.
Was haben sie wohl gedacht, als sie ihre Welpen nicht mehr vorfanden?
Ob sie sich über die Rettung gefreut haben?

Wie viele Hunde mit einem Schlitz im Ohr, oder einem halben Ohr gibt es in Deutschland? In einigen Ländern eine Markierung dafür, dass dieser Hund jemandem gehört. Dass man ihn bitte nicht abschießen soll, dass er ein Zuhause hat und einfach nur grade mal wieder alleine spazieren geht, einer läufigen Hündin nachstellt, oder sein Revier abläuft.
Wie viele Bauern fragen sich abends wo wohl ihr Hund bleibt, während der schon in der Transportbox nach Deutschland sitzt?
Und wer weiß, vielleicht werden diese Hunde auch geliebt, geschätzt, vermisst.
Nicht nur unsere Art der Hundehaltung ist die einzig Wahre und auf Freundschaft basierende.
Würde uns nicht auch jemand als Tierquäler bezeichnen, wenn er unsere Hunde beim Hundefrisör sieht, in Geschirr, Deckchen und bimmelnde Hundemarken eingepackt, oder ständig angeleint?

Natürlich sollen wir Hunde aus dem Tierschutz und auch aus dem Auslandstierschutz zu uns nehmen. Natürlich darf jeder solche Hunde her holen und ihnen eine Chance geben.
Angebracht wäre aber viel mehr Skepsis und Überprüfung woher die Hunde wirklich stammen.
Ob sie überhaupt hier leben können.
Und da passiert momentan einfach viel zu wenig.

Von „schlechten Erfahrungen“ und „Trauma“ wird gesprochen, wenn Hunde über Tage in ihrer Heimat gejagt, gefangen, festgehalten, narkotisiert, kastriert, in eine Kiste gestopft und über Stunden und Tage her gebracht wurden. Nur um dann in einer völlig fremden Welt anzukommen. Einsam, gezwungen und dann noch mit dem Anspruch beladen jetzt bitte dankbar zu sein.
Ob das Trauma nun wirklich durch das Leben auf der Straße, oder eher durch das gewaltsame entführen ausgelöst wurde sei in Frage gestellt.

Wer sich einen Hund von der Straße holen will sollte also genau überlegen, ob dieser Hund das wohl auch wirklich will. Ob es sich lohnt ein wildes Tier zu fangen, um ihm dann in jahrelanger Kleinarbeit nah zu bringen, dass eventuell auch mal ganz schön bei Menschen sein kann.
Auch hier gibt es massenhaft Hunde, die in Tierheimen und auf Pflegestellen auf neue Besitzer warten und die wirklich warten.
Die ein eigenes Interesse haben nahe am Mensch zu leben und mit ihm zusammen eine Beziehung aufzubauen, ohne überzeugt werden zu müssen.
Diese Hunde freuen sich über ein neues Zuhause.
Würden sich ihnen und ihren Besonderheiten und Erziehungsmängeln jemand mit genauso viel Liebe annehmen, wie manch einem entführten Hund, der eigentlich viel glücklicher auf seiner Müllkippe wäre, dann wäre allen Beteiligten sehr geholfen.

Dieser Text darf gerne geteilt werde. Alle Rechte verbleiben bei der Autorin Maren Grote.

Bitte diskutiert sachlich, Pöbelein werden gelöscht ;-) Danke!

13/12/2020

Der Verkauf von Silvesterfeuerwerk wurde in ganz Deutschland verboten !!!!

Endlich mal Erholung für die Tiere und die Umwelt

Adresse

Peterstraße 22
Alveslohe
25486

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Montag 10:00 - 19:00
Dienstag 10:00 - 19:00
Mittwoch 10:00 - 19:00
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