09/07/2026
Auslandstierschutz: Fluch oder Segen? Meine Gedanken dazu!
Tierschutzhunde aus dem Ausland werden mittlerweile massenweise nach Deutschland eingeführt. In den letzten Jahren hat dies riesige Ausmaße erreicht. Angekommen in Deutschland beginnen für diese Hunde und deren neue Besitzer/in nicht selten große Probleme im Zusammenleben.
Menschen haben Emotionen. Man sieht misshandelte, schlecht gehaltene oder schlecht ernährte Straßenhunde im Ausland oder aus der Tötungsstation. Schon treibt es dem Menschen die Tränen in die Augen und man empfindet großes Mitleid mit den Hunden. Es entsteht das Bedürfnis, diesen oder einen dieser Hunde zu helfen und zu adoptieren, weil es ihnen in ihrer Heimat vermeintlich so schlecht geht.
Nun ist es soweit....man hat sich "seinen" Hund ausgesucht und bald wird er einziehen!
Er wird so dankbar sein, dass er nun ein warmes, trockenes Plätzchen sowie regelmäßig Futter bekommt! Dazu noch ein(e) Herrchen/Frauchen/Familie die ihn mit Streicheleinheiten überhäuft. Denn er hat es ja so schlecht gehabt! Er muss jetzt einfach dankbar sein!
Aber muss/wird er das tatsächlich?
Diese Hunde werden nicht dankbar sein! Auch wenn wir das gerne glauben würden. Sie wissen nämlich nicht, dass es ihnen dort schlecht ergangen ist oder sie in einer Tötungsstation waren. Sie sind sich deren Bedeutung gar nicht bewusst. Es ist diesen Hunden nicht bewusst, dass Menschen mit ihnen Mitleid haben/hatten und warum. Für sie war es so, wie es war....ihr Alltag eben.
Evtl. musste der Hund am Strand bei den Touris um Essen betteln oder die Mülltonnen durchwühlen... aber er überlebte! Und das sogar vielleicht schon über viele Jahre. Es gibt Hunde, welche den Kontakt zum Menschen kennen oder diejenigen, welche den Kontakt aufgrund von Vorkommnissen lieber meiden.
Nun kommt der Hund z.B. von einem kleinen Dorf oder von einem Touristrand in "seine" neue Stadt. Es ist hektisch...Es fahren viele Autos, Busse, Straßenbahnen....Menschenmassen...Krach...
Der Mensch meint es nur gut und möchte dem Hund zeigen, dass alles gar nicht schlimm ist und . Zeigt ihm die große weite Welt!
Der Hund jedoch würde sich wahrscheinlich lieber in eine ruhige Ecke verkriechen und erst einmal den "Kulturschock" verkraften wollen, denn das vieles bereitet ihm Angst!
Angst vor:
Menschen (vielleicht auch vor dem neuen Frauchen/Herrchen)
glatten Böden in der Wohnung
Wohnungen (sie kannten bisher nur die Straße)
Straßenverkehr (in ihrem Dorf war es ruhig)
usw.
Spazierengehen ist fast nicht möglich und wenn, schreckt der Hund bei lauten Geräuschen zusammen, möchte einfach weglaufen und zieht panisch an der Leine. Oder der Hund mag Haus und Garten gar nicht verlassen und weigert sich raus zu gehen. Erleichtern kann er sich nur im eigenen Garten oder (was ich auch schon in meiner Trainerinlaufbahn gesehen habe) der Hund kann sich nur in der Wohnung auf Inkontinenzunterlagen erleichtern, weil er draußen zu gestresst ist.
Oft man bekommt einen Hund, der ganz anders angepriesen wurde. Er soll familienfreundlich, absolut kinderfreundlich, katzenfreundlich, ohne jeden Jagdtrieb, kuschelbedürftig, stubenrein und schon erzogen sein. Ein Traumhund! Das Gegenteil ist der Fall.
Und nun? Ich soll um 22 h zu Kunden fahren, weil sie nicht mehr in die Küche kommen, da der Hund jeden, der in die Küche möchte, mit 42 blitzenden Argumenten empfängt. Oder ich soll schnellstmöglich vorbei kommen, weil der Hund Besucher schreddern möchte, oder der Hund stellt die kleine Tochter und sie darf sich nicht mehr bewegen und noch viele, viele Geschichten mehr.
Im Hundetrainer-Alltag sind dies keine seltenen Verhaltensweisen.
ABER, wo ich echt sauer werde ist, dass Hunde als was angepriesen werden, die ganz weit weg von den angepriesenen Eigenschaften und den Erwartungen der neuen Familien/Besitzer sind. In den meisten Fällen bleiben diese Hunde nicht, sondern landen in Tierheimen oder Pflegestellen.
Und warum diese leeren Versprechungen? Weil man festgestellt hat, dass man sich mit sogenannten Auslandstierschutz eine goldene Nase verdienen kann. Und ich meine hier nicht die Vereine, die seriös arbeiten.
Zurück zum eigentlichen Thema:
Meiner Meinung nach muss nicht jeder Hund, der auf der Straße lebt oder "keinen festen Wohnsitz" hat gerettet werden. Man tut vielen Hunden nichts Gutes mit einer Adoption. Viele Hunde leben jahrelang auf der Straße. Sie kommen klar...ansonsten wären sie nicht mehr am Leben. Sie kommen mit ihrem Leben gut klar. Sie haben gelernt sich anzupassen. Und ich spreche hier nicht von Hunden, die aufgrund kriegerischen Auseinandersetzungen verhungern würden oder von Hunden, die ohne menschliche Hilfe sterben würden.
Unserer Erfahrung nach, gibt es eher selten die "Auslandshunde" die wirklich sofort mit der neuen Situation keinerlei Probleme haben. Man kann sich glücklich schätzen, wenn man so eine Rarität bei sich zuhause aufgenommen hat.
Doch was ist mit den Hunden, die genau das Verhalten zeigen, was ich weiter oben beschrieben habe
Gleiches gilt für die Tierheim- und Secondhand-Hunde! Wir wissen nicht (immer), was die Hunde bereits erlebt und durchgemacht haben.
Für Auslands-, Tierheim- oder Secondhand-Hunde muss das Training daher anders gestaltet werden, als mit Hunden, die alle diese Reize (wie z.B. Straßenverkehr, verschiedene Untergründe, Menschen) kennen oder damit aufgewachsen sind.
Aufgrund unserer Erfahrung mit Auslands-, Tierheim- oder Secondhand-Hunden können wir dir mit Hilfe unseres Trainings zeigen, wie du und dein Hund zu einem (Dream-)Team zusammenwachsen können!