Nadi's HundeUni

Nadi's HundeUni Wenn dein Alltag mit Hund zur Herausforderung wird – von Chaos zu Klarheit, Schritt für Schritt. Klar im Plan. Fair im Umgang.

Spürbar im Alltag.
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Viele Probleme im Training entstehen nicht, weil der Hund „nicht hört“, sondern weil sich bestimmte Abläufe im Alltag ei...
04/05/2026

Viele Probleme im Training entstehen nicht, weil der Hund „nicht hört“, sondern weil sich bestimmte Abläufe im Alltag einschleichen.

Ein typisches Beispiel:
Ein Signal wird mehrmals gesagt, bis der Hund reagiert.

Am Anfang ruhig, dann nochmal, und irgendwann wird die Stimme schärfer – und plötzlich klappt es.
Was dabei oft übersehen wird:

➡️ Der Hund hat in dem Moment nicht das Signal gelernt, sondern die Veränderung im Verhalten des Menschen. Er reagiert nicht auf das Wort, sondern auf den Druck, der entsteht.

Ähnlich ist es draußen.
Im Garten funktioniert vieles problemlos, aber draußen plötzlich nicht mehr.

➡️ Das wird schnell als Ungehorsam oder Sturheit eingeordnet, dabei fehlt oft einfach die Übung unter genau den Bedingungen, unter denen es später funktionieren soll.

Und dann gibt es noch diese Erwartungen im Alltag.

Drinnen soll der Hund möglichst ruhig irgendwo weit weg liegen und sich möglichst nicht bewegen. Und bitte unter keinen Umständen - ohne vorherige Erlaubnis - aufstehen.

➡️ Draußen aber soll er sich dann von selbst orientieren, in der Nähe bleiben und „funktionieren“. Und zwar immer. Ohne auch nur mit Vorfreude einem besonders gut riechenden Grashalm entgegenzuspringen.

Vielleicht macht man es sich oft einfach unnötig schwer.

Und sucht den Fehler zu schnell beim Hund.

⚠️ DAS MÄRCHEN VON DER HARMLOSEN KORREKTUR ⚠️Man sieht eigentlich immer wieder das gleiche Bild: Ein Hund flippt bei ein...
03/05/2026

⚠️ DAS MÄRCHEN VON DER HARMLOSEN KORREKTUR ⚠️

Man sieht eigentlich immer wieder das gleiche Bild: Ein Hund flippt bei einer Begegnung völlig aus, weil er vielleicht einfach nur Schiss vor dem Artgenossen da vorne hat. Und der Mensch am anderen Ende der Leine fängt dann an, ihn „anzustupsen“, zu boxen oder mit der Wasserflasche zu hantieren.

Wenn man dann mal nachfragt, heißt es meistens: „Ich korrigiere ihn ja nur kurz.“

Übrigens, ich kann dieses Wort „Korrektur“ einfach nicht mehr hören. Das ist für mich nämlich einfach nur ein schönes Wort für eine eigentlich hässliche Sache – die positive Strafe.

​Klar, es sieht im ersten Moment so aus, als würde es helfen. Aber schauen wir uns das Ganze mal ohne die rosarote Brille an.

Würde dein Hund sich wirklich nur kurz erschrecken, wie wir uns das ja gerne einreden, dann würde er vielleicht kurz zusammenzucken, sich einmal schütteln und im nächsten Moment sofort weiterpöbeln. Das wäre die logische Folge, denn die ursprüngliche Emotion und die Angst vor dem anderen Hund sind in seinem Kopf ja noch genau die gleichen – und für ihn wesentlich bedeutsamer als so ein kleiner Schreckreiz.

​Wenn dein Hund aber genau in diesem Moment komplett aufhört, den Blick abwendet oder gar nicht erst nachsetzt, dann haben wir eine ganz andere Wirkung. Dann war das kein harmloses Erschrecken mehr. Dann war der Reiz durch dich so heftig, dass er die Angst vor dem anderen Hund komplett verdrängt hat. Er hört nicht auf, weil er irgendwas „gelernt“ hat, sondern weil die Bedrohung durch dich gerade einfach größer ist.

Er wechselt nicht in die Entspannung, sondern versucht nur noch, den Stress mit dir zu vermeiden. Das ist reines Meideverhalten.

​Und mal ehrlich: Auch dieses „ich stups ihn ja nur kurz an, damit er mich wieder wahrnimmt“ ist ein Trugschluss. Wenn ich Gewalt oder Erschrecken brauche, um die Aufmerksamkeit meines Hundes zu bekommen, dann habe ich vorher im Training schon den Anschluss verloren.

​Einen verlässlichen Partner und eine echte Orientierung bekommt man nämlich sicher nicht über den billigen Weg der Einschüchterung. Das hat auch nichts mit „Schmusestunde“ zu tun, sondern mit fundiertem Training, das die Ursache anpackt.

Außerdem ist es ein viel schöneres Gefühl, wenn der Hund lernt, Situationen wirklich neu zu bewerten und gelassen zu bleiben – und zwar weil er sich sicher fühlt und nicht, weil er die nächste Maßregelung fürchtet.

Wer seinen Hund als Partner und nicht als Feind sieht, arbeitet an der Basis, statt nur die Gefühle unter dem Deckel zu halten, bis das Fass irgendwann eben doch überläuft.

Bis dahin, Nadi.

Der häufigste Trainingsfehler, den ich in meiner Hundeschule sehe:Erwünschtes Verhalten bleibt unbeachtet.Du stehst irge...
02/02/2026

Der häufigste Trainingsfehler, den ich in meiner Hundeschule sehe:

Erwünschtes Verhalten bleibt unbeachtet.

Du stehst irgendwo, unterhältst dich mit jemandem, dein Hund ist dabei. Er setzt sich hin. Einfach so. Kein Kommando, kein Druck. Für dich ist das angenehm. Du kannst reden, alles ist ruhig, es passt gerade. Also machst du nichts weiter. Und das ist menschlich. Da denkt niemand: „Oh, jetzt müsste ich aber trainieren.“

Der Hund sitzt also da, wartet, hält das aus. Eine Weile. Irgendwann wird es ihm zu langweilig, zu anstrengend oder einfach zu viel. Er steht auf, fängt an zu ziehen oder wird unruhig.

Und erst dann passiert etwas. Dann reagierst du. Dann sprichst du ihn an. Dann greifst du ein.

Und genau hier entsteht dieses verdammte Missverständnis zwischen Mensch und Hund.

Für den Hund war das Sitzen vorher nämlich keine richtige Information. Nicht falsch, aber eben auch nicht wichtig. Es war einfach etwas, das passiert ist, ohne dass es irgendeinen Unterschied gemacht hat. Er hat nicht gelernt: Das war gut. Sondern eher: Das war egal.

Und so geht es im Alltag ständig weiter. Der Hund läuft locker neben dir – für dich völlig normal, also kein Kommentar. Der Hund schaut dich an – nett, aber gerade nicht relevant. Der Hund ist ein paar Meter vor dir, bleibt aber bei dir, hört auf dich – läuft ja, also weiter.

Das Problem ist nicht, dass du das nicht siehst. Das Problem ist, dass der Hund daraus nichts lernen kann. Für ihn fehlt der Zusammenhang: Wenn ich das mache, passiert etwas Positives.

Dann kommen Situationen, die schwerer sind. Mehr Ablenkung, mehr Reize, mehr Spannung. Und plötzlich soll der Hund genau dieses Verhalten zeigen, das vorher immer einfach nur mitlief. Aber ganz im Ernst, warum sollte er? Für ihn hatte es bisher ja keinen Wert.

Und wenn es dann nicht klappt, wird eingegriffen, manchmal auch „korrigiert“. Das ist btw positive Strafe. Und diese kann zwar Verhalten unterbrechen, aber es zeigt dem Hund nicht, welches Verhalten sich wirklich lohnt. Und genau das hätte er vorher gebraucht.

Viele Hunde müssten gar nicht erst andere Lösungen ausprobieren, wenn sie früh genug gelernt hätten: Ruhig bleiben lohnt sich. Orientierung lohnt sich. Warten lohnt sich. Nicht irgendwann, sondern genau dann, wenn sie es zeigen.

Und das ist kein Vorwurf. Das übersieht fast jeder am Anfang. Weil gutes Verhalten still und unscheinbar ist. Weil es nicht nervt. Und weil man froh ist, dass es gerade läuft.

Und jetzt Hand aufs Herz...

Wo zeigt dein Hund im Alltag schon genau das, was du dir wünschst – und du merkst erst im Nachhinein, dass du eigentlich hättest reagieren können?

Welpenabgabe – warum die 8-Wochen-Diskussion am Kern vorbeigehtImmer wieder liest man die Aussage, Welpen müssten spätes...
25/01/2026

Welpenabgabe – warum die 8-Wochen-Diskussion am Kern vorbeigeht

Immer wieder liest man die Aussage, Welpen müssten spätestens mit 8 Wochen abgegeben werden, sonst drohten später Probleme im neuen Zuhause

Diese Argumentation greift aber zu kurz. Denn Entwicklung lässt sich nicht an einem Datum festmachen.

Entscheidend ist nicht, wann ein Welpe abgegeben wird, sondern was in dieser Zeit passiert – davor und danach.

Schaut man sich nämlich, was rund um die 8. Woche häufig zusammenkommt, wird schnell klar, wo das eigentliche Thema liegt:

Impfung, Tierarzt- und Kontrolltermine, fremde Menschen, viel Handling, viel Unruhe. Und oft kurz darauf die Trennung von den Wurfgeschwistern, der Mutter und den vertrauten Menschen.

Das sind keine Kleinigkeiten. Das sind mehrere tiefgreifende Veränderungen innerhalb weniger Tage.

Der Körper arbeitet, das Immunsystem reagiert, das Nervensystem ist gefordert. Wenn ein Welpe genau aus dieser Phase heraus abgegeben wird, fehlt häufig etwas Entscheidendes:

Zeit, um diese Reize überhaupt erst zu verarbeiten.
Nicht, weil „8 Wochen falsch“ wären. Sondern weil zu viel auf einmal passiert.

Und was dabei fast immer ausgeblendet wird, ist Folgendes: Was passiert im neuen Zuhause?

Viele Welpen kommen aus einem sozialen, strukturierten Umfeld und landen plötzlich in einer völlig anderen Realität. Andere Abläufe, andere Erwartungen, andere Regeln.

Und sehr oft landet der Welpe früh in einer Box.

Nicht aus pädagogischen Gründen,
sondern weil es praktisch ist.
Weil es empfohlen wurde.
Weil der Hund „nicht stören soll“.
Weil man putzen will.
Oder weil man glaubt, er müsse so „runterkommen“.

Faktisch heißt das:
Der Welpe wird eingeschränkt, weil das Umfeld überfordert ist oder einen schnellen, bequemen Lösungsweg sucht.

Das ist kein sanfter Übergang.
Das ist eine massive Veränderung in einer Phase, in der der Hund eigentlich Orientierung, Anleitung und Regulation bräuchte.

Auch hier gilt:
Die sensible Phase endet nicht plötzlich an einem bestimmten Punkt. Sie läuft fließend aus. Was zählt, ist nicht das Alter, sondern wie der Welpe mit Veränderungen umgeht – und ob er dabei begleitet wird.

Ein erfahrener, gut arbeitender Züchter kann in dieser Phase oft mehr leisten als neue Halter:
klare Abläufe, bekannte Umgebung, Beobachtung von Stress, rechtzeitiges Gegensteuern.

Das ist keine Wertung, sondern eine Tatsache.
Deshalb kann es – bei entsprechender Aufzucht – sinnvoll sein, wenn ein Welpe etwas länger dort bleibt, wo Stabilität vorhanden ist,
statt mitten in einer ohnehin belastenden Phase zusätzlich alles zu wechseln.

Genauso klar ist aber auch:
Ein späterer Abgabetermin allein macht noch keinen guten Start. Entscheidend ist die Qualität dessen, was passiert.

Fazit:
Nicht das Abgabealter entscheidet über spätere Stabilität.

Entscheidend ist, wie viele Veränderungen in kurzer Zeit auf den Welpen einwirken, ob Übergänge begleitet oder einfach organisiert werden und in welchem Zustand der Hund ins neue Zuhause kommt.

Alles andere ist zu simpel gedacht.

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Man kann sich Gewalt auch schönreden.Ich lese in letzter Zeit immer wieder diese Texte, in denen erzählt wird, moderne T...
17/01/2026

Man kann sich Gewalt auch schönreden.

Ich lese in letzter Zeit immer wieder diese Texte, in denen erzählt wird, moderne Trainer hätten keine Ahnung, würden nur mit Keksen werfen, alles schönreden – und am Ende seien die Hunde deshalb heute alle kaputt und würden im Tierheim landen.

Und ganz ehrlich: Das hat mit dem, was ich jeden Tag sehe, einfach so gar nichts zu tun.

Ich lebe und arbeite mit unsicheren Hunden, mit Tierschutzhunden, mit Schäferhunden aus der Arbeitslinie, mit Herdenschutzhunden und deren Mischungen. Also genau mit den Hunden, bei denen immer wieder gesagt wird: „Die brauchen eine harte Hand.“

Und ich kenne bis heute keinen einzigen Hund, der durch fairen, klaren, gewaltfreien Aufbau ausgerastet ist. Keinen.

Was ich aber sehr wohl kenne, sind viele Hunde, die nach Druck, Einschüchterung oder Gewalt immer "schlimmer" geworden sind. Die nicht ruhiger, sondern unsicherer wurden. Die nicht klarer, sondern explosiver oder ganz klein geworden sind.

Aber, ja, es gibt viele neue Trainer. Und ja, darunter sind auch welche, die kaum eigene Hundeerfahrung haben und trotzdem meinen, sie könnten jetzt alle anleiten. Das finde ich genauso problematisch.

Es gibt auch Trainer, die sich mit einer Rasse auskennen und dann glauben, alle Hunde gleich behandeln zu können – egal ob Angsthund, Arbeitslinie oder Tierschutzhund. Auch das geht schief.

Aber: Es gibt genauso alte Trainer, die nie eine richtige Ausbildung gemacht haben. Die einfach irgendwie durchgewinkt wurden, weil „das haben wir schon immer so gemacht“. Und auch das kann einfach Mist sein.

Deshalb sage ich: Erfahrung ersetzt keine Fachlichkeit und ein Zertifikat ersetzt keine Praxis. Beides allein reicht einfach nicht aus.

Und. Ich sehe jeden Tag, dass Hunde nicht stabil werden, weil man sie klein macht, sondern, wenn sie verstanden werden. Wenn man ihnen zeigt, was richtig ist – nicht nur, was falsch ist. Wenn man klar ist, verlässlich ist, fair ist. Ohne Angst als Werkzeug.

Diese Geschichten von „Keks-Trainern oder Wattebauschwerfern, die Hunde kaputtmachen“, lenken vor allem von einem großen Ziel ab: und zwar, dass Angst, Druck und Gewalt Hunde nicht sicherer machen, sondern unsicherer. Dass man damit Probleme nicht löst, sondern oft erst richtig baut.

Übrigens. Ich suche immer noch diese Watte, von der alle reden. 😉

Silvester. Böller. Hunde.Es gibt Hunde, die haben damit kein Problem.Es gibt Hunde, bei denen Vorbereitung hilft.Trainin...
28/12/2025

Silvester. Böller. Hunde.

Es gibt Hunde, die haben damit kein Problem.

Es gibt Hunde, bei denen Vorbereitung hilft.
Training, Management, Gewöhnung –
das greift. Und das ist gut so.

Und dann gibt es Hunde, bei denen all das nichts verändert. Nicht, weil du etwas falsch gemacht hast. Nicht, weil du zu wenig trainiert hast. Sondern weil ihr Nervensystem das gerade nicht verarbeiten kann.

Denn Silvester ist nicht nur der Ton.
Es ist der Geruch von Pulver. Die Lichtblitze. Die Erschütterungen. Die Unberechenbarkeit – überall, gleichzeitig.

Letztens habe ich gesehen, wie jemand mit Luftballons trainiert hat. Luftballons zerstochen –
als „gute Silvestervorbereitung“. Viele haben das gefeiert.

Der Vergleich dazu wäre aber folgender:
Jemand hat eine Spinnenphobie. Und man wirft ihm regelmäßig drei, vier, fünf Plastikspinnen auf den Schoß. Alle paar Tage wieder.

Und an Tag X sind es plötzlich echte Spinnen. Viele. Überall. In einem Ausmaß, das nichts mehr mit dem Training zu tun hat.

Niemand würde ernsthaft sagen:
„Du hattest doch Übung.“
Genau das ist Silvester für viele Hunde.

Braunes Rauschen hilft nicht jedem. Musik überdeckt keinen inneren Alarm. Und wer schon wirklich panische Hunde hatte, weiß:

Die besten Leckerli kommen da nicht mehr an, weil der Hund nicht kann. Dann ist Silvester auch keine Trainingssituation. Sondern eine Begleitsituation.

Was dann helfen kann und wichtig ist:
– Hund angeleint lassen, auch im Garten
– Keine unnötigen Gassirunden, wenn es unberechenbar wird
– Fenster, Türen, Lichtblitze möglichst abschirmen
– Einen festen Rückzugsort bieten
– Selbst ruhig und berechenbar bleiben
– Nähe zulassen, wenn der Hund sie sucht

Kein „Da musst du durch“.
Kein Ignorieren.
Kein weiteres Wegtrainieren.

Manche Situationen sind keine Übung. Sie sind Beziehung. Und manchmal ist das Beste, was wir tun können, einfach da zu sein.

Gewalt im Hundetraining - der Preis für Hund und MenschTeil 4: Was Gewalt im HUND auslöstGewalt trifft Hunde immer – ega...
21/11/2025

Gewalt im Hundetraining - der Preis für Hund und Mensch

Teil 4: Was Gewalt im HUND auslöst

Gewalt trifft Hunde immer – egal ob laut, leise, „nur einmal“ oder „nicht so gemeint“.
Hunde können nicht unterscheiden. Sie spüren einfach, was es mit ihnen macht.

Ich sehe das ständig:
Hunde, die funktionieren, obwohl sie völlig überfordert sind.
Hunde, die still werden, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt.
Hunde, die versuchen, alles richtig zu machen – und trotzdem die Folgen tragen.

Was im Hund passiert:

• Das Nervensystem fährt sofort hoch.
Stresshormone schießen hoch und bleiben lange oben. Ein Hund, der im Alarm hängt, lernt nicht. Er sichert sich selbst.

• Sicherheit bricht weg.
Hunde fragen nicht, warum der Mensch hart wurde. Sie speichern nur: „Unvorhersehbar. Unsicher.“

• Verhalten kippt.
Manche werden lauter.
Manche ziehen sich zurück.
Manche springen zwischen beidem hin und her.
Andere halten still, weil sie keinen anderen Ausweg mehr sehen.

• Stille ist nicht immer ein Zeichen von Stärke.
Stille ist oft der Moment, in dem ein Hund aufhört, irgendetwas zu versuchen.

• Bindung leidet sofort.
Echte Bindung entsteht durch Sicherheit – nicht durch Druck, Angst oder Einschüchterung.
Wenn der Hund nicht weiß, wie der Mensch reagiert, verliert die Beziehung Tiefe.

Biologisch ist das eindeutig:
Dauerstress verändert Lernen, Verhalten und emotionale Stabilität nachhaltig.
Das ist kein Trainerstil.
Das ist Neurobiologie.

Und genau deshalb sage ich das so deutlich und auch immer wieder: Denn, Hunde haben niemals die Wahl.

Sie versuchen jeden Tag einfach nur, in dieser Welt klarzukommen.

Und weil es mich ankotzt, wie oft sie für etwas zahlen müssen, das sie nie verursacht haben.

Nadi
von Nadi's HundeUni

Gewalt im Hundetraining - der Preis für Hund und MenschTeil 3: Was sie im Menschen auslöst – und warum das niemals „neut...
19/11/2025

Gewalt im Hundetraining - der Preis für Hund und Mensch

Teil 3: Was sie im Menschen auslöst – und warum das niemals „neutral“ bleibt

Gewalt verändert Hunde.
Aber sie verändert auch MENSCHEN – und zwar egal, ob sie impulsiv geschieht oder kalkuliert eingesetzt wird.
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1. Impulsive Gewalt

Das sind Menschen, die in Stress, Überforderung oder Kontrollverlust hineinrutschen und „explodieren“.
Hier spielt Biologie eine Rolle: Stresshormone schießen hoch, die Impulskontrolle knickt ein, das Nervensystem sucht eine schnelle Entladung.
Das erklärt den Mechanismus – es entschuldigt ihn nicht.

Wichtig ist:
Wenn so jemand Verantwortung übernimmt, reflektiert und Dinge ändert, ist Veränderung möglich.
Aber nur dann.
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2. Kontrollierte Gewalt

Das ist die viel gefährlichere Kategorie.
Menschen, die Härte bewusst einsetzen.
Nicht, weil sie „verzweifelt“ sind oder „überfordert“.
Sondern weil sie damit arbeiten wollen.

Hier geht es um Macht.
Um Dominanzfantasien.
Um das Gefühl, überlegen zu sein.
Um die Überzeugung: „So muss man das machen.“

Und was die Forschung dazu eindeutig zeigt:
Wer Gewalt bewusst einsetzt, stumpft mit der Zeit ab.
Man verliert Empathie.
Man verliert Sensibilität.
Man verliert den Blick auf das Gegenüber.

Studien aus der Verhaltenspsychologie zeigen: Wer wiederholt Gewalt einsetzt, verliert messbar Empathie und reagiert schneller mit Härte – auch außerhalb des Trainings.
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3. Die echte Konsequenz

Egal, ob impulsiv oder kontrolliert:
Gewalt hinterlässt Spuren – auch im Menschen.

● Sie verändert, wie man reagiert.
● Sie verändert, wie viel Nähe man aushält.
● Sie verändert, wie man Grenzen versteht.
● Und sie verändert, wie man sich selbst sieht.

Und genau darum gehört Gewalt in keiner Form ins Hundetraining und natürlich auch nicht im Umgang mit Menschen oder anderen Tieren.

Nadi
von Nadi's HundeUni

Gewalt im Hundetraining – der Preis für Hund und MenschTeil 2: Impulsive Aggression vs. kontrollierte Aggression – und w...
15/11/2025

Gewalt im Hundetraining – der Preis für Hund und Mensch

Teil 2: Impulsive Aggression vs. kontrollierte Aggression – und warum beides im Hundetraining vorkommt
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Wenn wir über Gewalt im Hundetraining reden, dann reicht es nicht, irgendwelche Methoden aufzuzählen. Wir müssen darüber sprechen, WARUM Menschen so handeln – und was das über ihre Haltung aussagt.

Und ja:
Es gibt Unterschiede. Große sogar.
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1. Impulsive Aggression – der Moment, in dem jemand einfach nicht mehr trägt

Das ist etwas, was ich bei Menschen sehe, die eigentlich einen guten Kern haben,
aber keinen guten Tag.

Der Hund macht etwas, was sie triggert.
Der Mensch ist müde, angespannt, überfordert.
Und dann knallt plötzlich eine Reaktion raus,
die sie selbst am meisten erschreckt.

Das ist nicht schön – klar.
Aber es ist menschlich.

Und das Entscheidende: Man kann mit solchen Menschen reden.

Die meisten schämen sich sogar ein bisschen.
Die meisten verstehen es.
Die meisten wollen es beim nächsten Mal anders machen.

Impulsiv heißt nicht „gewalttätiger Charakter“.
Impulsiv heißt:
Das System Mensch-Hund war heute überfordert.

Und genau deshalb ist diese Form veränderbar.
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2. Kontrollierte Aggression – die Form, bei der es mir selbst innerlich eng wird

Das ist die Härte, bei der ich jedes Mal denke:
Hier geht’s nicht um Stress. Hier geht’s ums Prinzip.

Diese Form wird nicht „aus Versehen“ angewendet. Sie wird bewusst ausgewählt.

„Das braucht er.“
„Sonst hört der nie.“
„Einmal klar machen.“
„Der muss da durch.“

Ich kenne diese Menschen. Viele bleiben dabei ruhig. Sie können lächeln, während sie Druck ausüben.
Sie können Dinge tun, die für den Hund eindeutig zu viel sind, und sehen dabei keinen Widerspruch.

Und genau das ist der Punkt, der mir jedes Mal Bauchschmerzen macht:

Das ist keine Überforderung. Das ist Überzeugung.

Und sobald etwas nicht klappt, rutschen genau diese Leute auch noch in impulsive Ausbrüche hinein.

Das ist leider keine Ausnahme – das ist das Muster.

Mit solchen Menschen argumentiert man nicht über Timing. Man diskutiert über Werte.
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3. Mischformen – die häufigste Realität

Die meisten Menschen sind nicht komplett impulsiv oder komplett kontrolliert. Wenn es um Aggression gegen den eigenen Hund geht, kommt allerdings sehr häufig diese Mischung vor:

Ein Mensch, der kontrolliert hart arbeitet
– und impulsiv ausrastet, sobald sein System wackelt.

Es ist die Mischung aus Weltbild, Erwartung und fehlender Emotionsregulation.
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Beide Formen gehören nicht ins Hundetraining – das ist klar.

Aber impulsive Menschen kann man oft erreichen, weil sie es eigentlich besser wollen.

Bei kontrollierter Härte bleibt für mich oft nur Fassungslosigkeit:

Fassungslosigkeit, wie kalt manche Menschen mit ihrem Hund umgehen können.

Nadi – Nadis HundeUni
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www.nadis-hundeuni.de
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Gewalt im Hundetraining – der Preis für Hund und MenschTeil 1: Welche Menschen Gewalt im Hundetraining anzieht – und war...
14/11/2025

Gewalt im Hundetraining – der Preis für Hund und Mensch

Teil 1: Welche Menschen Gewalt im Hundetraining anzieht – und warum

Es gibt Menschen, die fühlen sich von Gewalt im Hundetraining angezogen. Nicht, weil sie „nichts anderes kennen“ oder „hilflos“ sind, sondern weil Gewalt genau zu ihren inneren Mustern passt. Sie suchen Methoden, die ihnen Kontrolle geben – nicht Beziehung.

Und genau über diese Menschen wird viel zu wenig gesprochen.

// Es gibt Menschen, für die ist ein Hund kein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen, sondern ein Objekt. Diese Menschen wollen, dass ein Hund funktioniert – immer. Stehenbleiben, Unsicherheit, ein eigener Gedanke gelten für sie als „Aufmucken“. Genau solche Menschen zieht Gewalt an, weil sie ihnen das gibt, was sie wollen: schnellen Gehorsam, ohne sich selbst hinterfragen zu müssen.

// Es gibt Menschen, die genau wissen, dass etwas weh tut – und es trotzdem tun. Nicht aus Affekt, sondern bewusst. Sie sagen Sätze wie „Das merkt er sich“ oder „Sonst tanzt er mir auf der Nase herum“. Diese Menschen greifen zu Gewalt, weil sie ihnen das Gefühl von Überlegenheit gibt. Das ist nicht Erziehung. Das ist Gewalt, und sie wissen es.

// Es gibt Menschen, die innerlich unsicher sind und diese Unsicherheit mit äußerer Härte überdecken. Gewalt zieht genau solche Menschen an, weil sie damit vermeiden können, sich mit ihren eigenen Themen auseinanderzusetzen. Ein Hund, der Angst hat, beruhigt ihr Ego. Ein Hund, der still wird, bestätigt ihnen ihre Machtposition. Wer so agiert, hat ein Problem mit sich selbst.

// Es gibt Menschen, die Stress, Beschwichtigung und Unsicherheit sehen – und trotzdem weitermachen. Nicht, weil sie es nicht verstehen. Sondern weil es sie nicht berührt. Genau das ist der Punkt, an dem Gewalt "attraktiv" wird: Man muss sich nicht mit der Emotion des Hundes auseinandersetzen. Man kann sie einfach ignorieren. Und genau diese Menschen tun das. Das ist kein „Erziehungsstil“. Das ist Charakter.

// Es gibt Menschen, die Verantwortung meiden. Ein Hund, der Probleme zeigt, zwingt zum Hinschauen – auf die eigene Ungeduld, die eigene Instabilität, die eigenen Muster. Gewalt wirkt für diese Menschen wie eine Abkürzung. Sie müssen nichts lernen, nichts reflektieren, nichts verändern. Sie müssen nur einmal hart durchgreifen, und die Oberfläche wirkt wieder „ruhig“. Für sie ist das bequemer als Veränderung.

Gewalt im Hundetraining zieht keine stabilen, klaren oder empathischen Menschen an.

Gewalt zieht die an, die Kontrolle über Beziehung stellen, die lieber drücken als denken, die lieber strafen als verstehen – und die Unterordnung mit Erfolg verwechseln. Das ist nicht okay. Und es wird auch nicht okay, nur weil man es „Konsequenz“ nennt.

Nadi
von Nadi's HundeUni

🔹 Zwischen Wissenschaft und Wunschdenken:Warum „nur positiv“ selten ehrlich ist.Ich liebe positive Verstärkung. Ehrlich....
19/10/2025

🔹 Zwischen Wissenschaft und Wunschdenken:

Warum „nur positiv“ selten ehrlich ist.

Ich liebe positive Verstärkung. Ehrlich.
Sie ist die Grundlage, der Schlüssel, das Herzstück jedes modernen Trainings.
Aber sie ist nicht das ganze verdammte System.

Wer erzählt, man könne einen Hund ausschließlich mit positiver Verstärkung durchs Leben führen, malt sich die Welt rosa – und hängt dann fassungslos an der Leine, wenn sie straff wird.

Realitäts Check?
Schon das Stehenbleiben, wenn der Hund zieht, ist keine positive Verstärkung mehr.
Das ist Information. Eine Konsequenz.
Und ja – sie ist völlig gewaltfrei.
Aber sie ist keine Belohnung.

Wenn du also sagst, du arbeitest „nur positiv“, dann müsstest du, konsequent gedacht,
bei jedem Zug mitgehen, damit die Leine nie spannt.
Herzlichen Glückwunsch – dann trainierst du nicht, du wirst spazieren geführt.

Positive Verstärkung ist genial, solange die Umwelt stillhält.
Doch sobald Adrenalin, Reize oder Instinkte übernehmen, braucht es mehr als Kekse:
Klarheit. Grenzen. Struktur.
Nicht als Strafe, sondern als Orientierung.

Und bevor jetzt wieder jemand ruft: „Konsequenzen sind Gewalt!“ – nein.
Gewalt ist Schmerz, Druck, Einschüchterung.
Eine Grenze ist: Ich bleibe stehen. Ich atme. Ich zeige dir, wie es geht.
Das ist Kommunikation. Kein Machtspiel.

Ich arbeite gewaltfrei – kompromisslos.
Aber ich bin nicht naiv.
Wer behauptet, er arbeite „rein positiv“, benutzt einen Marketingbegriff, keinen Fachbegriff.
Denn jeder, der schon mal mit einem echten Hund auf echter Straße war,
weiß: es geht gar nicht nur positiv.

Positive Verstärkung ist das Fundament.
Klarheit ist das Dach.
Und dazwischen wohnt das Leben – unperfekt, echt, ehrlich.

Die rosa-rote Leine klingt nett.
Aber draußen, wo’s Wind, Ablenkung und Realität gibt, braucht’s Verstand.

Bleibt kritisch.
Bleibt echt.
– Nadi von Nadi's HundeUni

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Göggelsbucher Westring 16
Allersberg
90584

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Dienstag 08:30 - 18:00
Mittwoch 08:30 - 18:00
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