Hundetrainerin Andrea Mangels

Hundetrainerin Andrea Mangels Ich bin seit 2012 Hundetrainerin/Hundeverhaltenstherapeutin und biete hochqualifiziertes Einzeltraining und Sozialisierungsspaziergänge an.

Darüberhinaus biete ich Trainingsunterstützung für Reiter sowie Reitunterricht für Westernreiter (Ein- und Umsteiger). Zur Zeit besitze ich kein eigenes Pferd, deshalb kann ich nur Menschen mit einem eigenem Pferd unterstützen.

Hier ein wirklich sehr lesenswerter Beitrag von Vroni Fuchs vom   HNB -Ich unterschreibe den in jeglicher Hinsicht! http...
03/02/2026

Hier ein wirklich sehr lesenswerter Beitrag von Vroni Fuchs vom HNB -
Ich unterschreibe den in jeglicher Hinsicht!

https://www.facebook.com/share/p/1CLyd2hYYh/

Wow, Hundehalter unter sich.
Da kochen die Emotionen hoch!
Was für ein Paradebeispiel für die Doppelmoral in der Hundewelt. Auf der einen Seite erlebe ich Halter eines Pitbulls, die sich darüber empören, dass ihr Hund als Kampfhund bezeichnet wird. Auf der anderen Seite höre ich ganz selbstverständlich Begriffe wie Fußhupe oder Wadenbeißer, sobald es um kleine Hunde geht. Genau dieser Widerspruch macht die Diskussion für mich kaum erträglich.

Ich sehe immer wieder, dass kleine Hunde im Alltag nicht als vollwertige Hunde wahrgenommen werden, sondern als Accessoire, Witzfigur oder harmloses Beiwerk. Ihr Knurren wird belächelt, ihr Schnappen entschuldigt, ihr Stress ignoriert. Wenn ihre Halter diese Hunde nicht erziehen, nicht führen und nicht ernst nehmen, wird das oft sogar als niedlich oder witzig angesehen.
Gleichzeitig gilt genau dieses Verhalten bei großen Hunden sofort als massives Halterversagen und als Beleg für angebliche Gefährlichkeit.

Natürlich ist mir und hoffentlich allen klar, dass der Schaden, den ein kleiner Hund verursachen kann, in der Regel geringer ist. Körpermasse, Beißkraft und Reichweite setzen physische Grenzen. Umgekehrt sehe ich aber genauso klar, dass in Konflikten zwischen Hunden deutlich häufiger kleine Hunde schwer verletzt oder getötet werden als große. Begegnungen zwischen sehr unterschiedlich großen Hunden sind asymmetrisch, und dies wirkt sich im Ernstfall fast immer zulasten des kleineren Hundes aus.

Für mich ändert das nichts daran, dass kleine Hunde vollwertige Hunde mit Bedürfnissen, Grenzen und Anspruch auf verantwortungsvolle Führung sind. Ein geringeres Schadenspotenzial ist keine Rechtfertigung für fehlende Erziehung oder mangelnde Führung, sondern lediglich eine Beschreibung möglicher Folgen.

Was ebenfalls ständig passiert:
Rücksicht auf kleine Hunde, ihre Halter und deren keineswegs unbegründete Ängste wird belächelt oder komplett ignoriert. Wenn jemand seinen kleinen Hund hochnimmt, höre ich sofort Kommentare wie:
„Warum nimmst du den hoch?“ und als Rechtfertigung
„Klar springt meiner dann hoch.“
Als wäre das Hochnehmen eine Provokation statt eine Schutzmaßnahme.
Dass Halter kleiner Hunde gute Gründe haben können, schlechte Erfahrungen, reale Verletzungsgefahr oder schlicht Verantwortung für ein deutlich unterlegenes Tier, wird dabei ausgeblendet.
Es ist ja nur so eine Fußhupe!

Große Hunde brauchen mindestens genauso verantwortungsvolle Besitzer. Gleichzeitig darf man es ihnen gegenüber auch nicht auf die Spitze treiben. Sie haben auch „nur“ einen Hund an der Leine. Nur weil dieser groß ist, bedeutet das nicht, dass er mental über allem stehen muss oder kann. Rücksicht funktioniert in beide Richtungen. Mal die Leine kürzer nehmen, den eigenen unproblematischen Hund zu sich heranrufen oder Abstand schaffen aus Rücksicht auf andere, da bricht sich niemand einen Zacken aus der Krone.

Ich selbst habe Hunde in nahezu allen Varianten.
Große Hunde mit realem Gefährdungspotenzial, kleine Hunde, die keineswegs harmlos sind, ebenso wie große und kleine Hunde, die völlig unkompliziert sind.
Vielleicht bin ich genau deshalb nicht so schnell im Verurteilen. Ich weiß, dass Verhalten nicht an der Größe hängt, sondern an Genetik, Erfahrung, Führung und Kontext und dass jede pauschale Einordnung der Realität nicht gerecht wird.
Übrigens führe ich meine großen eventuell (potentiell) gefährlichen Hunde mit Maulkorb in der Öffentlichkeit, nicht weil ich es muss. Nicht weil ich sie nicht unter Kontrolle habe, nicht weil sie mir gefährlich gegenüber sind. Sondern weil ich es kann, es kein Problem für mich und meine Hunde darstellt und im Zweifelsfall niemand zu Schaden kommt. Auch wenn meine Hunde nicht der Verursacher wären, definitiv würden sie einen nicht unerheblichen Schaden anrichten. Weil es einfach Hunde mit Potential sind.

Dazu kommt meine berufliche Realität:
Ich habe einige Kunden, deren kleiner Hund von einem größeren getötet wurde. Genauso kenne ich Großhundebesitzer, deren Hund einen kleinen Hund getötet hat. Das ist für beide Seiten dramatisch. Niemand steht morgens auf mit der Absicht, dass so etwas passiert. In diesen Fällen war es fahrlässig, ja aber niemals vorsätzlich.
Für alle Beteiligten bleiben Schuldgefühle, Trauer und oft lebenslange Konsequenzen zurück.

Für mich wäre schon ein enormer Schritt gewonnen, wenn jeder bei sich und seiner eigenen Verantwortlichkeit bleibt. Den eigenen Hund realistisch einschätzen, führen und absichern, statt das Verhalten des anderen kleinzureden oder zu kommentieren , dass wäre ein super Start für ein entspannteres und respektvolleres Miteinander.

Und jetzt schaut einmal genau hin, wie ihr diesen Text lest. Er ist weder pro noch kontra, weder für kleine noch für große Hunde. Beim Lesen lohnt es sich, wahrzunehmen, wo ihr innerlich nickt und an welchen Stellen Emotionen hochkommen. Das macht nicht der Text, dass macht ihr selbst daraus. Genau dort liegt der Schlüssel zur eigenen Reflexion.

Ja, es gibt unwissende, unverfrorene, unverschämte und rücksichtslose Menschen, völlig unabhängig davon, welchen oder ob sie überhaupt einen Hund an der Leine haben.
Das ist Realität. Aber genau das darf nicht die Ausgangslage für ein Miteinander sein.
Wer so startet, bestätigt nur Vorurteile und verschärft Fronten, statt Verantwortung, Respekt und Sicherheit in den Mittelpunkt zu stellen.

Was mich zusätzlich frustriert: Egal welche Rasse ich nenne, die Reaktionen sind fast immer gleich. Menschen fühlen sich persönlich angegriffen. Meine Aussagen werden nicht als sachliche Beschreibung gelesen, sondern als Angriff auf den eigenen Hund, die eigene Identität oder die eigene Haltung. Objektives und differenziertes Lesen scheitert daran, dass Emotionen sofort die Oberhand gewinnen. Statt über Verhalten, Verantwortung und Rahmenbedingungen zu sprechen, wird reflexartig verteidigt, relativiert oder zurückgeschossen.
Egal über welches Thema ich schreibe, es fehlt immer diese oder jene Sichtweise. Man findet immer etwas was ja noch unbedingt mit erwähnt werden müsste.
Ein FB Post dient meist dazu ein bestimmtes Thema aufzugreifen und darüber zu schreiben und einen überschaubaren Text zu erstellen. Tatsächlich würde es fast jedes Thema auch zumindest zu einem Taschenbuch schaffen, aber es ist eben nur ein Post der zum Reflektieren oder Nachdenken anregen soll.

Das Absurde daran ist für mich, dass genau diese Emotionalisierung jede ernsthafte Auseinandersetzung blockiert. Solange alles personalisiert wird, bleibt sachliche Kritik unmöglich und genau dadurch ändert sich nichts an den bekannten Problemen.
Wenn ich Respekt für meinen eigenen Hund einfordere, muss ich ihn auch allen anderen Hunden zugestehen, unabhängig von Größe, Gewicht oder öffentlichem Image. Alles andere empfinde ich nicht als Fairness, sondern als Bequemlichkeit.

Und ganz ehrlich:
Wenn wir Hundehalter untereinander schon Krieg führen, wie sollen dann Menschen ohne Hund Verständnis für Hunde und deren Menschen entwickeln? Wenn wir uns gegenseitig abwerten, belehren oder bekämpfen, liefern wir genau das Bild, das später gegen alle Hundehalter verwendet wird. Ein respektvolles Miteinander beginnt nicht draußen auf der Straße, sondern bei der eigenen Haltung gegenüber anderen.

Wieder einmal unbedingt lesenswert!Von Maren Grote Hundetraining :https://www.facebook.com/share/1GbtdFGLNZ/
17/12/2025

Wieder einmal unbedingt lesenswert!
Von Maren Grote Hundetraining :

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Status und Beziehung
Der Soziale Status beschreibt die Beziehungsstruktur zwischen zwei Personen. Also auch zwischen einem Mensch und einem Hund.
Hoher Status gibt dem, der ihn hat Privilegien und damit Macht.
Die Macht Entscheidungen treffen zu dürfen und im Zweifelsfall Recht zu bekommen oder seine Ansicht durchsetzen zu dürfen.
Klingt ja erstmal super. Cheff*in sein und entscheiden dürfen.
Damit hat man eben auch die Möglichkeit darüber zu entscheiden, wie man gemeinsam in der Welt so auftritt und was der Hund so tun darf und was nicht. So weit so wunderbar.
Aber das ist eben nicht alles, was es darüber zu wissen gibt. Einen hohen Status haben zu wollen heißt nicht, dass man ihn auch bekommt. Man muss ihn sich verdienen!
Es ist also mit Ansprüchen an mich und meine Durchsetzungskraft aber auch an meine Handlungsfähigkeiten und Kompetenzen geknüpft.
Ich darf nicht nur, ich muss gute Entscheidungen treffen, und zwar immer dann, wenn es etwas Wichtiges zu entscheiden gibt. Egal wie schwer es ist und ob es schnell gehen muss.
Ich kann dem Hund eine Entscheidung überlassen, eine Aufgabe zuordnen und einen Job übertragen, wenn er ihn besser ausfüllen kann als ich. Die Führung zu übernehmen, heißt nicht alles selber zu machen. In einer Firma mit einer guten Führungspersönlichkeit wäre es doch fatal, wenn niemand sonst arbeiten und Verantwortung für einzelne Aufgaben übernehmen würde.
Aber wer teilt die Aufgaben zu? Und wer überprüft, ob sie ausgeführt wurden? Und wer steht dafür grade, wenn sie es nicht werden? Und wer entscheidet was wann gemacht wird und wann und wie der Plan geändert wird?
Genau! Die Führungsperson.
Sie hat alles im Blick, alles unter ihrer Kontrolle, aber sie führt nicht alles selber aus.
Es ist also ok dem Hund zum Beispiel zuzugestehen fremde Hunde die angerannt kommen weg zu jagen, wenn er das eben gut kann und ich ihm dafür bewusst die Erlaubnis geben und es ihm genauso jederzeit verbieten könnte. Ich muss nicht alles machen, solange mein Hund es auch kann und das in dem Moment die für alle sinnvollste Entscheidung ist. Zuständig bin ich dann, wenn mein Hund es nicht kann, dann habe ich keine Möglichkeit diese Aufgabe zu übergeben.
Mein Job ist es in der Sekunde zu entscheiden was hier und jetzt sinnvoll und richtig ist.
Ich benötige den Überblick und die Fähigkeit meine Regeln so zu vermitteln, dass sie auch verstanden und umgesetzt werden.
Um das machen zu können brauche ich Kraft und Konzentration, auch wenn es mal schwer ist und ich mich nicht so recht fühle. Auch da muss ich geben und etwas einbringen.
Du merkst schon, auf den Privilegien, die ein hoher Status mit sich bringt, kann man sich wirklich nicht ausruhen.
Ich kann mich natürlich auch dafür entscheiden den niedrigeren Status einzunehmen und meinen Hund ihm wichtige Entscheidungen treffen lassen und ihm im Konflikt nachgeben, oder mich irgendwie versuchen herumzuschummeln, indem ich ihn ablenke und weglocke von dem, was er eigentlich wollte oder Situationen meide.
Mit etwas Glück komme ich so halbwegs über die Runden, auch wenn wir vielleicht in der Umwelt immer mal anecken. Aber eine grundlegende Verhaltensänderung kann ich dann nicht erwarten, wenn mich etwas stört, was der Hund tut. Denn weder meine Regeln sind etwas Wert, wenn ich nicht in unserer Beziehung diejenige bin, die die Regeln macht, noch mein Lob, oder meine Strafe. Was bedeutet es schon, wenn ich etwas toll finde oder ablehne, wenn ich grundsätzlich die Rolle ablehne vorzugeben, was in unserem Zusammenleben ok ist und was nicht?
Wer Änderungen schaffen möchte sollte sich also mit der Beziehungsstruktur befassen und sich ehrlich fragen, wie es denn im Alltag mit all den Kleinigkeiten steht. Liegt das Problem wirklich nur da, wo es so laut und störend auffällt und man den Hund nicht anhalten kann?
Oder ist es eine grundsätzliche Frage danach, wer in der Beziehungen Entscheidungen für die Gruppe treffen darf, wenn man sich uneins ist?
Die meisten Hundetrainings beginnen mit der Frage nach dem Zusammenleben, dem Alltag und den Kleinigkeiten, die mutmaßlich unwichtig sind oder „schon irgendwie laufen“. Denn dort liegt oft so viel mehr Potenzial als bei der Arbeit am Hauptkonflikt selber.
Der Alltag und das Zusammenleben sind die entscheidenden Faktoren welche Probleme überhaupt entstehen können und wie schnell oder gut sie zu verändern sind.

Ich weiß, dass es schwer ist vom Problem-Fokus abzurutschen und das Ganze zu betrachten und nicht nur den einen Moment, weswegen man zum Hundetraining geht.
Ich habe dafür extra die Schnipsel App entworfen, in der ich all die kleinen Momente, all die Entscheidungen und Dinge zeige, die am Ende wirklich wichtig sind. Denn es ist so viel und es wird so viel übersehen. Und es gibt so viele Missverständnisse darüber, wie das aussieht. Echte Führung der man sich gern anschließt wird aus Liebe übernommen und nicht aus Herrschsucht.
Wenn Du mir und meinen Hunden im Alltag zuschauen möchtest, kannst Du Dir die Schnipsel App im Appstore Deines Handys herunterladen und darin die Videos und Erklärungen ansehen und anhören.

Wenn Du magst und gern am Ende des Jahres ein bisschen R***e passieren lässt, um zu wachsen, dann schau doch mal auf die Beziehung zu Deinem Hund.
Könntest Du Dinge die eigentlich erlaubt sind auch spontan verbieten, ohne dass es ein Drama gibt?
Hast Du das Gefühl, dass Dein Lob wirklich hochwertig ist, weil es von DIR kommt? Nimmt Dein Hund Deine Entscheidungen an, auch wenn er dafür mal zurückstecken muss und etwas nicht darf?
Und fühlst Du Dich sicher und wohl in Deiner Rolle als Führungsperson, oder ist das für Dich mit Vorurteilen und unangenehmen Gedanken verknüpft?

07/11/2025

🐾 Warum das Kommando „Bleib“ in der Hundeerziehung überflüssig ist ( - oder auch "Nein" zum "Bleib")

In einer klar strukturierten Hundeerziehung ist das Kommando „Bleib“ oft überflüssig – vorausgesetzt, der Hund wurde konsequent darin geschult, ein gegebenes Kommando wie „Sitz“, „Platz“ oder „Steh“ so lange auszuführen, bis es aktiv aufgelöst wird.
Wenn ich meinem Hund ein Kommando gebe, bedeutet das nicht nur die Ausführung der Position, sondern auch das Verbleiben darin.
Der Hund lernt:
„Sitz“ heißt: Setz dich – und bleibe sitzen, bis ich etwas anderes sage.
Die Auflösung erfolgt durch ein Freigabewort wie „Okay“, „fertig“ oder ein anderes individuell gewähltes Signal.
Das zusätzliche Kommando „Bleib“ ist in diesem Kontext nicht nötig, denn es verdoppelt eine Information, die bereits im ursprünglichen Kommando enthalten ist. Es kann sogar zu Verwirrung führen, wenn der Hund glaubt, „Sitz“ sei nur kurzzeitig gemeint und „Bleib“ müsse folgen, um die Dauer zu verlängern.
Vorteile dieser klaren Struktur:
• 🧠 Klarheit für den Hund: Ein Kommando = eine Handlung + deren Dauer.
• 🗣️ Weniger Worte, mehr Wirkung: Die Kommunikation bleibt präzise und verständlich.
• 🐕 Stärkere Verlässlichkeit: Der Hund lernt, dass er in der Position bleibt, bis er explizit freigegeben wird.

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11/10/2025
https://gofund.me/5f42958a
06/08/2025

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Hallo, ich habe bald Geburtstag. Aus diesem Anlass habe ich diese Kampagne zugunsten von "Graus… Andrea Mangels needs your support for Hilfe für Grauschnuten

21/02/2025

Fernsehzeitung „Auf einen Blick“ empfiehlt Hunderassen für Best Ager

Von Ralph Rückert, Tierarzt

Eine aufmerksame Leserin meines Blogs hat mich darüber informiert, dass man sich als älterer Mensch von der Fernsehzeitschrift „Auf einen Blick“ (Bauer Media Group) bezüglich der besten Hunderassen für „Best Ager“ beraten lassen kann. „Die idealen Hunde-Rassen für alle ab 60“ ist der Titel des entsprechenden Artikels. Da fährt man als 65jähriger, der sich jeden Tag fragt, ob er seiner Terrier-Taschenrakete noch Herr wird, natürlich voll drauf ab.

„Best Ager haben besondere Ansprüche an einen tierischen Begleiter. Diese hier erfüllen alle“ steht da einleitend, und dann geht’s los!

Als erstes wird ein Hund aus dem Tierheim empfohlen, mit den Worten „Hier ist die Rasse fast egal. Denn in Tierheimen fristen vor allem ältere Hunde ein trauriges Dasein, gelten als schwer vermittelbar. Wer so einen Oldie adoptiert und ihm damit einen schönen Lebensabend schenkt, kann sich seiner ewigen Dankbarkeit sicher sein. Perfekt auch für alle, die sich nicht zehn oder mehr Jahre an einen Hund binden wollen.“

Über den Rat zum (älteren) Tierheimhund kann man ja eigentlich nicht meckern. Dass aber die Rasse in diesem Kontext „fast egal“ sein soll, ist aus offensichtlichen Gründen eine echt gewagte Aussage. Mein Kopfkino hat an dieser Stelle sogleich Bilder eines 70jährigen mit einer Hüft- und einer Knieprothese und einem tobenden 55-kg-Rotti an der Leine abgespielt. Und das mit der immer wieder beschworenen „Dankbarkeit“ ist natürlich totaler Bu****it. Hunde sind NICHT dankbar! Können sie nicht, weil Dankbarkeit ein abstraktes und Hunden nicht zugängliches Konzept ist. Trotzdem scheint dieser Gedankengang einfach nicht auszurotten sein, mit der entsprechend schockierten Enttäuschung, wenn sich unweigerlich rausstellt, dass sich der „gerettete“, „adoptierte“ Tierheimhund so gar nicht dankbar aufführt, sondern ohne Rücksicht auf Kollateralschäden sein Hundeding durchzieht.

Halbwegs nachvollziehbar und realistisch ist die Empfehlung von Havanesern und Maltesern. Ihnen schreibt die Fernsehzeitung Quirligkeit, Klugheit, Geselligkeit, Will-To-Please und Lernwilligkeit zu. Ich würde noch hinzufügen, dass sie eher klein sind, was für ältere Menschen häufig einen handfesten Vorzug bedeutet. Warnend sollte man aber anmerken, dass man auf den Kaufpreis des Welpen immer gleich ca. 500 bis 1000 Euro draufrechnen sollte, denn die muss man fast mit Sicherheit schon ein halbes Jahr nach Anschaffung in der Tierarztpraxis auf den Tisch legen, um die für diese Rassen ganz typischen Zahnwechselprobleme (persistierende Milcheckzähne) chirurgisch korrigieren zu lassen.

Nächste und leider weder lustige noch passende Empfehlung: Der Mops! Zitat: „Schon Loriot schätzte sie für ihre gemütliche Geduldigkeit. Und wer mit ihnen unterwegs ist, bleibt bei seinen Gassigängen nie lange allein. Da man sie leicht erziehen kann, eignen sich die markanten Hunde besonders gut für Anfänger. Allerdings benötigen sie viel Aufmerksamkeit und spielen sehr gern.“

Tja, der gute Loriot muss mal wieder – wie eigentlich immer – herhalten, um die Anschaffung und Haltung dieser Numero-Uno-Qualzuchtrasse zu rechtfertigen. „Gemütlich“ und „geduldig“ sind M***e in erster Linie deshalb, weil die Luft für alles andere einfach nicht reicht und weil sie nach einer sehr kurzen Jugendzeit sowieso meist verfettet und von diversen degenerativen Gelenk- und Wirbelsäulenveränderungen geplagt durchs Leben wackeln (müssen). Am Mops stimmt fast gar nichts mehr, ob es nun die Augen, die Zähne, die Atmungsorgane, die Haut, die Ohren, die Verdauungsorgane oder der Bewegungsapparat sind. Und so eine Rasse empfiehlt man älteren Menschen, für die („das letzte Kind hat Fell!“) buchstäblich die Welt zusammenbricht, wenn dem vierbeinigen Gefährten was fehlt. Um es ganz klar zu sagen: Will man seinen Mops nicht in völliger Ignoranz sein ganzes Leben lang leiden lassen, wofür sich leider so einige Besitzer:innen entscheiden, wird man auf jeden Fall Stammkunde in der Tierarztpraxis des Vertrauens und eventuell auch noch in der einen oder anderen Spezialklinik. Also nein, der Mops ist für gar niemand eine gute Hunderassenempfehlung, schon gar nicht für Menschen über 60.

Nun, und wenn man schon dabei ist, kann man ja mit der Französischen Bulldogge den alten Knackern ruhig auch noch eine weitere Top-Drei-Qualzuchtrasse aufschwatzen. Sie wird von der Programmzeitschrift als „die vielleicht fröhlichste aller Hunderassen“ bezeichnet, „verspielt, verschmust und immer auf dem Menschen bezogen“. Weiter heißt es: „Viel Bewegung brauchen die Tiere nicht, mittelkurze (?) Gassigänge reichen den rund zehn Kilo schweren Vierbeinern vollkommen.“

Um da gleich einzuhaken: Doch, Französische Bulldoggen bräuchten von ihrem Temperament her durchaus viel Bewegung. Konjunktiv „bräuchten“ deshalb, weil auch bei ihnen - wie beim Mops - gilt, dass sie erstens für ihr eigentlich vorhandenes Bewegungsbedürfnis einfach nicht genug Luft bekommen und viel zu schnell überhitzen, und dass sie zweitens potenziell schon sehr früh unter den Folgen ihrer extrem häufig vorhandenen Wirbelsäulenmissbildungen zu leiden haben. Da vergeht halt auch dem resilientesten Hundecharakter der Spaß am Rumrennen. Auch bei der Französischen Bulldogge haben wir es mit einer Rasse zu tun, die man treffend mit „Fehler in allen Teilen“ beschreiben kann und die man erst zurechtoperieren muss, damit sie überhaupt irgendwie klar kommt.

Wer also als Best Ager auf extreme emotionale Turbulenzen beim Miterleben des Leidens dieser Hunde und überdies auf möglichst hohe Tierarztkosten scharf ist, muss nur diese beiden hanebüchenen Empfehlungen von „Auf einen Blick“ befolgen und sich entweder einen Mops oder eine Französische Bulldogge anschaffen. Ruckzuck ist es Essig mit dem RUHEstand!

Vielleicht sollten wir uns ganz allgemein darauf verständigen, möglichst (außer dem Fernsehprogramm) überhaupt keine Lebensratschläge von TV-Zeitschriften anzunehmen, weil die eigentlich nur Stuss sein können, zusammengeschrieben entweder von irgendwelchen Praktikanten oder von einer KI-Banause.

Bleiben Sie mir gewogen, bis bald, Ihr

Ralph Rückert

© Ralph Rückert
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Nein zum "Nein!"Immer wieder erlebe ich Hundehalter, nicht nur unter meinen Kunden, die in inflationärer Weise das Wort ...
12/02/2025

Nein zum "Nein!"

Immer wieder erlebe ich Hundehalter, nicht nur unter meinen Kunden, die in inflationärer Weise das Wort "Nein!" benutzen.
Der Hund bellt, weil es klingelt.
Der Hund springt Besucher an.
Der Hund bettelt am Tisch.
Der Hund springt auf das Sofa.
Der Hund zerkaut einen Pantoffel.
Der Hund beißt in die Leine.
Der Hund zieht an der Leine.
Der Hund läuft draußen zu anderen Hunden.
Der Hund pöbelt an der Leine andere Hunde/Menschen an.
Der Hund frisst draußen etwas nicht geeignetes.
Der Hund hat sich brav auf die Aufforderung "Sitz" hingesetzt und steht aber nach wenigen Augenblicken von allein wieder auf.

Die Liste ist mit wenig Phantasie beliebig fortzuführen.

All diese Aktionen werden häufig mit dem Wort "Nein!" kommentiert.

Woher soll aber der Hund die Bedeutung dieses Wortes kennen?
Solange ich dem Hund in verschiedensten Situationen immer nur das Wort "Nein!" zurufe, ihm aber gar nicht "erkläre", was ich jetzt von ihm erwarte, kann ich nicht davon ausgehen, dass irgendein Lerneffekt dabei entsteht.
Und mit "erklären" meine ich natürlich nicht mit Worten, sondern körpersprachlich oder - besser noch - indem ich eine Alternative zu dem gerade gezeigten unerwünschten Verhalten anbiete.

Adresse

Nachtigallenweg 22
Ahrensburg
22926

Öffnungszeiten

Montag 09:00 - 19:00
Dienstag 09:00 - 19:00
Mittwoch 09:00 - 19:00
Donnerstag 09:00 - 19:00
Freitag 09:00 - 19:00
Samstag 09:00 - 16:00

Telefon

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