07/11/2025
Und immer wieder KI-Pferdevideos
Boah, geht es euch auch auf den Sack? Diese grässlichen KI-Pferdevideos, die einfach nur ins Netz geschmissen werden, um für Klicks zu sorgen? Für Aufreger? Was? Die habt ihr noch nicht gesehen? Ich denke schon. Vielleicht war es euch nur manchmal gar nicht bewusst, dass es sich dabei um KI handelt. Dafür müssen wir vielleicht ein bisschen ausholen, denn nichts nervt mehr als erschrockene Pferdeleute, die sich über etwas echauffieren, das nicht mal existiert! Krabbelkinder beim Barrel-Race, Pferde, die angeblich Treppen steigen (können sie, aber davon existieren auch diverse KI-Varianten), absurd aussehende Pferde, Pferde, die irgendwo runterfallen - ach, die Liste ist lang. Meistens geht’s um Pferde und Pferde und Kinder. Das lässt Spielraum für die Dead Internet Theory zu. Ihr kennt das nicht? Da helfe ich euch mal eben schnell:
Stell dir vor, das Internet ist gar nicht mehr das wilde, chaotische, lebendige Ding, das es mal war, sondern eine Art Geisterstadt mit blinkenden Werbetafeln. Nur dass die „Geister“ keine Menschen sind, sondern Bots, KI-Profile und automatisierte Accounts, die sich gegenseitig liken, posten und diskutieren – während du dazwischen stehst und dich fragst, warum jeder Kommentar klingt wie ChatGPT auf Koffein. Die Theorie sagt: Irgendwann zwischen 2016 und 2020 sind echte Menschen einfach ... verschwunden.
Nicht physisch, sondern digital. Der Großteil des Internets wird angeblich längst von Maschinen gefüttert – Texte, Videos, Tweets, Pferdevideos. Alles KI-generiert, alles algorithmisch. Und du? Du bist vielleicht einer der letzten echten Menschen, die noch „lol“ schreiben und es wirklich meinen. Mit dem, was heute an KI-Content im Umlauf ist, ist die Theorie gar nicht mehr so absurd. Wenn du dir mal durchliest, was in irgendwelchen Kommentarspalten steht, oder auf TikTok ein Video siehst, das von einer KI gemacht wurde, kommentiert von Bots und geliked von Bots.
Das bringt uns zurück zu den Pferdevideos, die nun die Pferdegruppen fluten. Die Leute merken das gar nicht. Weil ihnen eine gewisse Medienkompetenz dafür fehlt. Die war vielleicht vorher schon nicht umfassend, aber mit der KI gab es ja regelrechte Quantensprünge. Da haben die Pferde nicht mehr zwingend sieben Beine und zehn Ohren. Auch nicht in Videos. Aber was macht man denn jetzt, damit man den Bums erkennt? Wichtig ist es auf Kontinuität zu achten. Manche Sachen kann die KI einfach noch nicht. Sprich: Man muss eben genau hinschauen. Derzeit tut sich die KI zum Beispiel mit Gebissen schwer. Oft sieht man, dass das Gebiss sich ständig verändert. Die KI kann nicht nachvollziehen, wie es sitzt und wo es wirkt und so. Gebisse sind ein sehr guter Indikator. Dann ist da aber auch noch der overall Look. Etwas an den KI Videos “fühlt” sich einfach nicht real an. Uncanny Valley bei Menschen ist bekannt, für das komische Gefühl, das ich einfach habe, wenn ich so ein Video ansehe, weiß ich kein Wort.
Es empfiehlt sich also sehr, bei Pferdevideos (aber auch Katzen, Hunde und was weiß ich nicht noch), mal genau hinzusehen und auf Kontinuität zu achten. Als Teil der Medienkompetenz, die man heutzutage auch als Reiter haben sollte. Sonst wird man einfach komplett abgehängt und bleibt in diesem Bot-Algorithmus gefangen. Man muss gezielt so etwas wegklicken, damit man nicht weiter damit belästigt wird. Damit der Feed dann lieber wieder mit echten Pferden und Tieren gefüllt ist. Sonst wird man irgendwann doof. Und schlauer wird man von den KI-Dingern auch nicht. Dafür freut man sich dann, wenn man ein echtes, vielleicht sogar ein informatives Video sieht und sich denkt: “Mensch, ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt. Wieder was gelernt.”
Foto: Ist immer noch im Wind.