10/05/2026
𝐇𝐞𝐮𝐭𝐞 𝐢𝐬𝐭 𝐌𝐮𝐭𝐭𝐞𝐫𝐭𝐚𝐠.
Auch ich werde meine Mutter ehren und bin sehr dankbar, sie heute sehen zu dürfen.
Mütter sind der Beginn eines jeden Lebens. Aber, ich möchte heute nicht nur mit Stolz und Ehre an meine eigene Mutter denken.
Meine Gedanken widme ich an diesem Tag auch einem anderen Leben. Den „Müttern“ sogar einer anderen Spezies. Einer Tierart, deren Leben ab Juli systematisch ausgelöscht werden soll, weil sie unbequem ist und mit deren Tod in vielerlei Hinsicht der Profit gewinnbringender erscheint.
Was für eine Farce, diese kurzsichtige, rücksichtslose Reaktion auf Forderungen von Wählergruppen, die man braucht, um Macht zu erhalten. Wolfstötung gegen Wählerstimmen.
Denn: Unsere Bundesregierung hat entschieden, ab Juli die Wölfe in Deutschland zu bejagen. Ja, und es geht vor allem auch um Welpen, die derzeit bereits geboren sind und zu Beginn der Jagdzeit ihrer Kinderstube noch lange nicht entwachsen sind. Welpen. Tierkinder.
Es wird viele Wolfsmütter treffen, denn einige Landesregierungen beabsichtigen, Quoten festzulegen, so dass sogar 40% der Welpen legal getötet werden könnten.
Ich stelle dieses Leben nicht gleichwertig neben das Leben von Menschen. Dabei ist der Nutzen dieser Spezies für unser ökologisches System unbestreitbar. Argumentiert wird an anderer Stelle, aber hier ende ich gedanklich wieder, beim Anfang und der Basis eines jeden Lebens.
Wie ich moralisch und ethisch zum Töten von Wolfswelpen stehe, das weiß und versteht meine Mutter. Sie versteht auch, dass ich nicht in der Lage bin, es tatenlos hinzunehmen.
Vom 29. Mai bis zum 04. Juni findet der „Coexistence Walk“ statt, für den ich mich nach Kräften mit einem ganzen Team von Menschen einsetze. Eine Wanderung durch Brandenburg, über die alten Routen der Wölfe. Ich selbst wurde in Polen geboren, bin aber in Deutschland aufgewachsen. Der „Walk“ und die dazu gehörenden Dialogveranstaltungen schaffen eine zusätzliche Möglichkeit, miteinander zu reden, nach Lösungen für eine akzeptable 𝐊𝐨𝐞𝐱𝐢𝐬𝐭𝐞𝐧𝐳 zu suchen. Gemeinsam mit Fachleuten, sogar aus verschiedenen Ländern, zusammen unterwegs zu sein, auf Augenhöhe zuzuhören und voneinander zu lernen.
Ja, das „Wolfsthema“ polarisiert, splittet und ist voller Emotionen. Leider auch voller Unwahrheiten.
Ich bin mir sehr sicher: So viele da draußen können meine Gedanken hier nachvollziehen. Vielleicht sogar mitfühlen.
Sei gerne dabei und finde mit uns gemeinsam heraus, wessen Wahrheit sich näher an den Tatsachen bewegt.
Peter Nawrath (Projektleitung)
Coexistence-walk.de