09/06/2026
Fallbeispiel: Wiederkehrende Koliken durch seltene Verwachsung im Bauchraum!
Ein Pferd wurde aufgrund wiederkehrender Kolikepisoden bei uns vorgestellt. Die Beschwerden äußerten sich vor allem durch wiederholtes Flankenbeißen. Auffällig war, dass die Symptome insbesondere im Zusammenhang mit der Futteraufnahme auftraten.
Die standardmäßige Kolikdiagnostik mit Blutuntersuchung, Ultraschall und rektaler Untersuchung ergab bei mehreren Untersuchungen keinen richtungsweisenden Befund. Aufgrund der wiederkehrenden Beschwerden unklarer Ursache wurde eine weiterführende Diagnostik eingeleitet. Hierzu gehörten eine Gastroskopie (Magenspiegelung) sowie eine diagnostische Laparoskopie.
Bei der diagnostischen Laparoskopie wird über einen kleinen Zugang eine Kamera in die Bauchhöhle eingeführt. Dieses minimalinvasive Verfahren ermöglicht eine direkte Beurteilung der inneren Organe und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, bestimmte Veränderungen unmittelbar zu behandeln.
Im vorliegenden Fall konnte eine Verwachsung zwischen Magen und Zwerchfell dargestellt werden. Diese führte vermutlich dazu, dass bei zunehmender Magenfüllung Zug auf den Magen ausgeübt wurde und dadurch die wiederkehrenden Koliksymptome entstanden. Die Verwachsung konnte während des Eingriffs erfolgreich gelöst werden. Zusätzlich erhielt das Pferd eine medikamentöse Therapie des Magens, da die Gastroskopie hochgradige Magenschleimhautveränderungen zeigte.
Seit der Behandlung ist das Pferd beschwerdefrei und hat keine weiteren Koliksymptome mehr gezeigt.
Besonders freut uns, dass dieser interessante und seltene Fall von zwei unserer Kollegen (TÄ Julia Lenarz & Dr. med. vet. Mohamad Al Naem) wissenschaftlich aufgearbeitet und in einem international anerkannten Fachjournal veröffentlicht wurde.💚