Gsundhund

Gsundhund Hier geht es um Hunde. Ganz einfach. Hundeernährungsberatung

Hier mal ein paar Gedanken einer sehr einfühlsamen Hundetrainerin zum Thema "Auslastung" des Hundes. Das hat auch indire...
06/10/2024

Hier mal ein paar Gedanken einer sehr einfühlsamen Hundetrainerin zum Thema "Auslastung" des Hundes. Das hat auch indirekt mit der Ernährung zu tun. Denn ein dauerhaft gestresster Hund entwickelt oft Probleme mit dem Verdauungstrakt wie Reflux, Übersäuerung, Durchfall und vieles mehr.

Auslastung

Ein Jagdhund kann jagen, muss es aber nicht
Ein Hütehund kann hüten, muss es aber nicht
Ein Apportierhund kann apportieren, muss es aber nicht
Ein Wachhund kann wachen, muss es aber nicht
Ein Schlittenhund kann Schlitten ziehen, muss es aber nicht
Ein Treibhund kann treiben, muss es aber nicht
Ein "Kampfhund" kann kämpfen, muss es aber nicht
Und ebenso:

Ein Galopprennpferd kann Galopprennen gehen, muss es aber nicht
Ein Springpferd kann springen, muss es aber nicht
Ein Trabrennpferd kann Sulkys ziehen, muss es aber nicht
Ein Dressurpferd kann Dressurturniere machen, muss es aber nicht
Ein Kutschpferd kann Kutschen ziehen, muss es aber nicht

Verstehen Sie worauf ich hinaus will? Wir haben Hunderassen gezüchtet, bei denen gewisse Fähigkeiten (die alle vom Jagdverhalten stammen) vorrangig sind, um sie durch gezielte Förderung uns zu Nutze zu machen. Damit ihre Fähigkeiten unseren Zwecken dienen. Letztendlich sind Hunde immer noch Hunde, also Raubtiere, die täglich ca. 20 Stunden Schlaf bzw. Ruhe brauchen und für die jede Form von Streß kontraproduktiv ist.

Würden all diese aufgezählten Hunderassen auf der Straße leben, würde man keinen Unterschied bemerken. Alle würden sich so wenig wie möglich bewegen, was typisch für Raubtiere ist, und in den paar Stunden des Wachseins würden sie die Straßen durchstreifen ( im Schnitt einen Kilometer pro Tag), auf der Suche nach Essbarem und zum Schnüffeln und Markieren, also Kommunikation über Geruch mit den Kollegen und eventuell bei Sympathie die Zeit miteinander verbringen oder ein wenig spielen. Würden sie durch die Straßen rennen, würde ihnen alles Wichtige entgehen.

Wohl kaum würde der Border Collie, der auf der Straße lebt, krampfhaft etwas zum Hüten suchen oder über Hindernisse springen, die man auch umgehen kann, der Wachhund etwas zum Bewachen suchen, der Jagdhund in Feldern und Wäldern umherrennen, der Schlittenhund aufgekratzt sein, weil er keine Menschen ziehen darf, der sogenannte "Kampfhund" nur darauf lauern, wen er als nächstes töten könnte oder der Windhund im Ausdauersport-Modus sein Leben in Zeitraffer verbringen. Hunde sind Energiesparer. Kaum ein Tier rennt länger als ein paar Minuten, außer es ist auf der Flucht. Wir sind aber nicht auf der Flucht. Flucht ist Streß.
Den Drang nach Auslasten haben wir Menschen, die wir in diesem System leben, in dem Fleiß und Strebsamkeit wünschenswerte Tugenden sind, in dem faul zu sein als etwas Negatives gilt. "Du fauler Hund!" ist schließlich kein Kompliment.

Naturvölker hingegen leben in etwa wie Straßenhunde. Ruhen, zusammensein und auf Nahrungssuche gehen, sprich jagen, Ackerbau im kleinen Stil betreiben oder sammeln.

Das Problem der meisten Hundehalter ist, dass die Hunde zu hektisch und hibbelig sind, an der Leine ziehen oder im Freilauf sich nicht mehr herrufen lassen, bzw. nicht mehr ansprechbar sind. Und das sind meistens die Hunde, die gutgemeint genau deswegen ausgelastet werden, weil sie sonst angeblich noch hibbeliger werden würden. Hundesport, exzessives Ballwerfen, am Fahrrad mitlaufen. Aber das Gegenteil ist der Fall: Je mehr der Hund "ausgepowert" wird, desto mehr Adrenalin, Cortisol und andere Hormone produziert sein Körper. Und dieser Cocktail macht süchtig. Es wirkt wie Kokain oder Ecstasy beim Menschen. Man will mehr, weil man deutlich über seine eigenen körperlichen Grenzen gehen kann. Man will high sein und bleiben.
Schlafentzug durch zuviel Auslastung ist nicht selten bei Hunden. Überlegen Sie, wie wir reagieren, wenn wir zuwenig Schlaf haben. Wir werden gereizt, übersensibel, aggressiv, unkonzentriert und sind gestresst. Und wenn wir uns dazu noch den Tag mit Terminen vollstopfen, drehen wir irgendwann mal total am Rad oder bekommen Depressionen. Bis zum Burn Out, welches schon fast eine Volkskrankheit geworden ist. Leistung! Action! Powern! Und in der Freizeit dann noch schnell eine Stunden Joggen oder Radfahren im High Speed Tempo mit Tunnelblick. Wer bremst verliert!

Ich kann Ihnen nach jahrelanger Arbeit und Erfahrung mit Problemhunden egal welcher Art nur dringend ans Herz legen: Entschleunigen Sie sich und Ihren Hund. Fahren Sie das Tempo runter. Back to the roots. Nehmen Sie ihren Hund als Medium zum Herunterunterkommen, zum Entspannen, zum Chillen, zum gemeinsamen Genießen. Bummeln Sie mit ihm, wenn er an der Leine ist und geben Sie ihm die Gelegenheit, wieder zu schnüffeln und zu markieren. Es ist sein Spaziergang und nicht Ihrer. Sie begleiten ihn und schlagen den Weg vor, aber lassen Sie sich nicht von seiner Hektik, die letztendlich SIE ihm begebracht haben, anstecken. Zeigen Sie ihm, wie schön Bummeln ist, wie schön ein entschleunigter Spaziergang (es sollten je nach Rasse circa 2 - 3 Stunden in der Summe täglich sein) sein kann. Was man alles entdecken kann, wenn man weg von der Ausdauersport-Idee oder dem Auspowern kommt. Auslasten bedeutet die Sinne einzusetzen, aber nicht nach unserem menschlichen Gutdünken. Lassen Sie sich von Ihrem Hund seine Welt zeigen und nicht umgekehrt. Und bleiben Sie im Bummeltempo, auch wenn der Hund im Freilauf oder an der Schleppleine ist. Da kann er selber entscheiden, wie schnell er gehen möchte. Sie werden erstaunt sein, wenn Sie ihn nicht zum Rennen und Hetzen animieren, wieviel kürzer die Galoppphasen werden und wieviel kleiner der Abstand zu Ihnen werden wird. Rufen Sie ihn nur dann, wenn es wirklich nötig ist. Es ist sein Spaziergang. Und lassen Sie ihn bitte so wenig wie möglich alleine. Einsamkeit bedeutet nicht Ruhe sondern Streß. Wenn Sie das wirklich langfristig durchziehen, werden Sie sehen, um wie vieles entspannter Sie und ihr Hund werden und wie Ihr Hund viel mehr auf Sie achtet.

Seien Sie klug, seien Sie weise und seien Sie ein guter Kamerad Ihres besten vierbeinigen Freundes. Wir sind nicht auf der Flucht. Ihr gemeinsames Zusammenleben ist zeitlich begrenzt. Führen Sie sich das bitte immer wieder vor Augen.
Foto: Straßenhund am Strand von Sri Lanka

Eva Windisch
Hundetrainerin, Hundeverhaltensberaterin, Hundepsychologin, Hund-Mensch-Coach
www.mithundensein.de
Tel.: 0177 2826344 (jederzeit kostenlose Beratung, damit ich mir nicht nach jedem Artikel die Finger wund tippen muss)
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Jetzt beginnt die Zeit der herrlichen Herbst-Spaziergänge.🍂🍁 Und danach erst mal heim und etwas Feines futtern, gekrönt ...
28/09/2024

Jetzt beginnt die Zeit der herrlichen Herbst-Spaziergänge.🍂🍁 Und danach erst mal heim und etwas Feines futtern, gekrönt von einem kleinen Schläfchen. Was für ein Hundeleben..🐶🐕😍

"Gsunde" Leckerlis einfach mal selber machen. Eine gute Alternative für alle, die einen allergischen oder speziellen Hun...
23/09/2024

"Gsunde" Leckerlis einfach mal selber machen. Eine gute Alternative für alle, die einen allergischen oder speziellen Hund zuhause haben. Mit einfachen, frischen Zutaten fix hergestellt. Ohne Schnickschnack, künstliche Aromastoffe oder Ähnliches. Sei es mit Thunfisch, Hüttenkäse oder frischem Fleisch. Probiert es mal aus, ich helfe gerne 😋🐶

Das hier sollte jeder Hundebesitzer dringend lesen!! Direkt aus meinem Herz gesprochen!
20/11/2022

Das hier sollte jeder Hundebesitzer dringend lesen!! Direkt aus meinem Herz gesprochen!

Ich habe seit 15 Jahren so gut wie jeden Tag Kunden, habe kaum einen freien Tag (und will auch keinen), an den Wochenenden Kurse in verschiedenen deutschsprachigen Städten, unter der Woche Kunden aus ganz Deutschland und Österreich für jeweils zwei Tage zum Intensivtraining.
Die Vorgeschichten sind immer die Gleichen: Unendlich viele Hundeschulen besucht, viele Trainer im Haus gehabt, und nichts hat geholfen.
Die Herangehensweisen, die mir da jedesmal geschildert werden klingen wie aus einem Psychothriller: Die Hunde wurden gestraft, mit Gegenständen beworfen, erschreckt, am Nacken geschüttelt, auf den Rücken gedreht und die Besitzer aufs Übelste für ihre angebliche Weichheit beschimpft und verlacht, bevorzugt vor den anderen Kunden, damit der Trainer auch noch den Comedian spielen kann. Wird ja im Fernsehen vorgemacht. Und alles unter der Prämisse eines angeblich gewaltfreien Trainings.

Es fühlt sich für mich wie selbst erlebt an, es bereitet mir selbst körperliche Schmerzen, wenn ich solche Geschichten höre, und ich kann es einfach nicht nachvollziehen, wie Menschen zu solchen Grausamkeiten gegenüber einem schwächeren, sie bedingungslos liebenden Lebewesen fähig sind.

Meine Kunden haben alle gespürt, dass dies nicht der richtige Weg ist, daher kommen sie zu mir, aber wie viele Hundehalter lassen sich einen solchen Umgang einleuchten?

Viel zu viele.

Auch das ach so gewaltfreie Ignorieren ist an Brutalität nicht zu übertreffen. Da soll ein pubertierender Hund für einen nicht funktionierenden Rückruf 10 Tage komplett ignoriert werden. Komplett. Total.
Er bekommt seine Grundversorgung mit Eiseskälte seitens seines Menschen. Genau wie Gefängnisinsassen in Haft.

Ein Hund hat die Abhängigkeit zu uns wie ein Kleinkind. Seelische Grausamkeit, so ein Wesen zu ignorieren. Liebesentzug. Wenn Sie so etwas mit einem Kind machen, dann bleibt das ein Leben lang hängen. Ignoriert von der Person die man am meisten liebt, am meisten braucht, von der man zu 100 Prozent abhängig ist. Eine der schlimmsten Strafen, und es ist nicht einmal eine Strafe, denn Hunde haben kein Schuldbewußtsein und erkennen den Zusammenhang dieser Strafe für eine vorausgegangene angebliche Missetat nicht.

Und das Ganze funktioniert auch noch! Nach 10 Tages der Eiseskälte, des kompletten Liebesentzugs wird der Hund in den Freilauf entlassen, und ab da ist das Schweigegelübte seitens des Hundehalters aufgehoben. Dass der Hund in diesem Moment sein Glück kaum fassen kann und sich nur noch dicht bei seinem Menschen aufhält ist natürlich absolut nachvollziehbar. Sein über alles geliebter einziger Sozialpartner, von dem er zu 100 Prozent abhängig ist, nimmt ihn wieder wahr! Und er wird jede Sekunde dieser Zuwendung genießen und extrem aufmerksam sein und dicht bei seinem Menschen bleiben.

Für immer?

Was wenn ihn dann doch einmal eine Herzensdame, ein Reh oder ein toller Geruch alles um ihn rum vergesssen läßt? Geht die Psychofolter dann wieder von vorne los? Beginnt das Hundeguantanamo dann von vorne?

Liebe Hundehalter, ein Hund ist keine Maschine, kein Computer und kein Roboter.
Funktionieren kann kein Hund der Welt. Und auch kein Mensch der Welt. Niemand kann funktionieren, denn wir sind gottseidank alle Individuen.

Bitte bitte bitte strafen Sie Ihren Hund nicht – weder körperlich, noch psychisch (was wirklich genauso schlimm ist).
Zeigen Sie Ihrem Hund, was Sie von ihm möchten, und verstärken Sie dies JEDES Mal positiv, wenn er es tut. Und wenn ein Hund sich im Freilauf partout nicht rückrufen lasst (was vor allem in der Pubertät nicht ungewöhnlich ist), dann benutzen Sie bitte eine Schleppleine, was kein Armutszeugnis für Sie ist, und bleiben Sie am Ball.

Sie haben ihn ohnehin nur unfähr 10 Jahre. Danach ist er für immer weg. Blicken Sie dann befriedigt auf die Zeit des Strafens, desw eisigen Schweigens und Ignorierens zurück, wenn Sie die Urne im Regal betrachten?

Eva Windisch
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Liebe Unverbesserlichen, bitte lesen.
17/05/2022

Liebe Unverbesserlichen, bitte lesen.

Diesen Text habe ich vor 5 Jahren geschrieben und jedes Jahr erneut auf meiner Facebookseite gepostet. Obwohl jeder meine Texte teilen kann, kopieren ihn Tausende ohne Angabe meines Namen und meiner Webseite. Aus Gründen des Urheberrechtes möchte ich nochmal darum bitten, ihn zu teilen und nicht zu koperen.

Ab 25° C Außentemperatur trifft man immer wieder auf ein erstaunliches Naturphänomen: Die Radfahrer mit Hund. Das ganze Jahr über verstecken sie sich, aber exakt ab Hochsommerbeginn kriechen sie aus ihren Löchern. Luftig bekleidete Menschen, die sich genießerisch beim Radeln den frischen Fahrtwind um die Nase wehen lassen. Denn beim zu Fuß gehen kommt man bei den Temperaturen einfach zu leicht ins Schwitzen. Das Ganze mit einem in den Regel angeleinten, im Galopp nebenher hechelnden Hund, dem die Zunge bis zum Asphalt raushängt. Bevorzugt am Halsband.

Was geht in diesen Menschen vor? Haben ihrer Ansicht nach Hunde ein anderes Temperaturempfinden? Sind das die Menschen, die ihren Hund auch im Sommer im Auto auf dem Parkplatz braten lassen? Ist das in ihren Augen Auslastung, das berühmte Auspowern um jeden Preis? Erspart das lästiges den-Hund-noch-schnell-Bewegen? Die zeitliche Länge der "Gassi-Runde" durch entsprechendes Tempo einfach verkürzen?

Grundsätzlich powert man bitte einen Hund schon mal nicht aus. Einen Hund lastet man aus. Nur weil wir 10 Stunden täglich im Büro sitzen, was wider der menschlichen Natur ist, und wir dies durch feierabendliches Streßjoggen oder auf-dem-Laufband-rennen kompensieren, müssen wir diese Burn-Out-Vorbereitung doch nicht auf unseren Hund übertragen.

Ein Hund braucht 18-20 Stunden Schlaf am Tag. Möglichst nicht in Einsamkeit, denn dies ist kein erholsamer Schlaf. Und was tun dann Hunde in Freiheit, also Straßenhunde, verwilderte Hunde? Sie ziehen gemächlich von Müllhalde zu Müllhalde und rennen nicht im Hetzgalopp durch die Wälder. Und erst recht nicht bei Hitze sondern dann, wenn es abgekühlt ist. Man sieht überhaupt selten Tiere freiwillig länger als ein paar Minuten rennen, seien es wilde Tiere oder domestizierte Tiere.

Wenn Sie das Bedürfnis haben, ihren Hund bei hochsommerlichen Temperaturen "auspowern" zu müssen, dann rennen Sie bitte selber erst mal eine halbe Stunde durch die pralle Sonne. Aber mit warmer Jacke, ja?

"Ausgepowert" muss kein Hund werden. Auslasten hat nie etwas mit km/h zu tun, sondern mit Erleben, Sinne in Ruhe einsetzen, Gemeinschaft, Natur fühlen, Hund sein und Seele baumeln lassen zu tun. Alles andere ist kontraproduktiv und bewirkt durch die Produktion des Hormons Adrenalin, dass der Hund immer mehr und mehr braucht und immer hibbeliger anstatt ruhiger und ausgeglichener wird.

Eva Windisch
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Gelesen, beweint, für gut befunden, geteilt!
30/05/2021

Gelesen, beweint, für gut befunden, geteilt!

Ein Hund wird zu Tode stranguliert. Das ist drei Jahre her.

Nein, nicht von einem Hundehasser und auch nicht von einem geistesgestörten Psychopathen. Im Gegenteil – von einem Hundetrainer, der 5 km von mir entfernt im malerischen, oberbayrischen Wolfratshausen wohnt.

Ein Hundetrainer, der sich dem rein straforientierten Hundetraining verschrieben hat. Ein Hundetrainer, auf dessen Webseite er seine Liebe zum Hund, seine Feinfühligkeit und seine Empathie immer wieder betont. Doch wenn man zwischen den Zeilen liest, dann wird einem schnell klar, wie er die Liebe zwischen Mensch und Hund definiert. Da ist immer wieder die Rede von der seit 40 Jahren wissenschaftlich widerlegten Rudel- und Rangordnungstheorie. Wie ein Ertrinkender sich an einen Stohhalm klammert, so sind diese Ammenmärchen für viele scheinbar die einzig denkbare Möglichkeit mit einem Hund in Frieden und Harmonie zu leben. Dabei ist es so einfach, so unglaublich leicht. Der Weg dazu liegt im Prinzip in unserem Verstand und in unseren Herzen.

Was bringt Menschen dazu, ein Tier mit Lust und Wonne zu quälen, zu unterwerfen, es sich untertan machen zu wollen? Und gerade das Tier, welches uns Menschen wirklich liebt? Bedingungslos.

Wie kann es sein, dass wir Hundetrainer seit nun mehr 7 Jahren vor den Veterinärämtern eine Sachkundeprüfung ablegen müssen, in der es einzig und allein darum geht, dass wir eben NICHT tierschutzwidrig arbeiten? Und dann ermordet ein Hundetrainer den Hund einer Kundin, würgt ihn zu Tode, läßt ihn mit Würgeschlingen um den Hals und um die Schnauze in der Luft baumeln, obwohl dieses gefesselte und geknebelte Tier im Todeskampf schreit und unter sich Kot und Urin absetzt. Zuvor hatte der Hundetrainer den Hund mit dem Fuss in die Seite gekickt, worauf der Hund sich natürlich wehrte.

In vielen Ländern werden die Windhunde, die sich im Rennen nicht bewährt haben genau so zu Tode gefoltert: Aufgeknüpft. Jeder tierliebe Mensch ist zutiefst erschüttert, unterschreibt Petitionen, setzt sich dafür ein, dass dieses Elend ein Ende hat. Handhabt es ein Hundetrainer, dessen Vorbild Tag für Tag im TV (vor allem in den nur in Amerika ausgestrahlten Folgen) mit genau solchen Praktiken arbeitet, und diese dann "zufällig" mit dem Ableben des Hundes enden, dann erhält er eine Geldstrafe (Spende an die Caritas) und darf weiterhin seinen Beruf ausüben, weil sonst seine Existenz gefährdet wäre. Urteil des Richters. Akte geschlossen.

Warum finden wir Menschen gut, die Hunde foltern? Warum werden diese bejubelt? So wie die Torreros in Spanien, auch die haben Fans genau wie Popstars. Sie werden für ihre unglaubliche Brutalität bejubelt. Was ist los mit den Menschen? Warum hat sich in all den Jahrzehnten, Jahrhunderten, Jahrtausenden angeblicher Zivilation nichts geändert? Warum will die Menschheit Blut sehen?

Einen aggressiven Hund mit Aggression „heilen“ zu wollen, kann nicht funktionieren. Wie regen sich die Leute auf, wenn mal wieder ein Video im Netz auftaucht, in dem gezeigt wird wie Zirkustiere gebrochen werden, wie Elefantenbabys in ihrer Ausbildung zum Reitelefanten gebrochen werden, damit sie sich nie wieder dem Menschen widersetzen. Erlernte Hilflosigkeit nennt man das in der Psychologie. Handhabt man dies gegen einen aggressiv gemachten (von Natur aus sind Hunde alles andere als aggressiv) Hund und bricht ihn somit, könnte das sicherlich eine Zeit lang gut gehen. Aber man wird ihm immer wieder zeigen müssen, dass man jederzeit gewillt ist, ihn weiter zu foltern, zu unterdrücken, zu bedrohen, ihm Schmerzen zuzufügen. Menschliche Gewaltherrschaft einem schwächeren Wesen gegenüber. Und dennoch kann eines Tages der Schuß nach hinten losgehen, und das Tier wird sich rächen, weil es darin seine letzte Chance sieht, endlich in Frieden zu leben. Siehe der damalige Fall von Chicco.

Wer einmal Bilder vom Yulin Dog Meat Festival gesehen hat, dem werden diese nie wieder aus dem Kopf gehen. Da werden in China Hunde bewußt zu Tode gefoltert, damit ihr Fleisch wegen des Streßhormons Adrenalin besser schmeckt. Ist das Foltern von Hunden denn weniger gerechtfertigt, weil man sie danach verspeist, als wenn man sie für ihren Ungehorsam bestraft? Beides wird mit vollem Kalkül praktiziert. Für den einen endet es mit dem Tod, für den anderen mit lebenslanger Todesangst. Kann man hier wirklich werten, wer es besser getroffen hat?

Woher nehmen wir uns das Recht, Tiere so zu behandeln? Wir sind selber nichts anders als Tiere, nennen uns aber selber die Krone der Schöpfung. Was zeichnet uns denn aus? Was macht uns besser? Dass wir noch grausamer sind, noch brutaler sind als jedes andere Tier?

Ich habe keine Wut auf die 74-jährige Dame, die wegen ihres aggressiven Schäferhundes diesen Hundetrainer aufsuchte, ich habe nicht mal richtig Hass auf diese arme Seele von Hundetrainer, weil ich mich frage, was dieser Mensch in seinem Leben erlebt haben muss, dass nur noch Gewalt für ihn eine Lösung ist. Nein, ich habe Wut auf die Menschen, die alle JA zur Gewalt sagen. Wut? Oder ist es Verzweiflung? Und ich habe den Eindruck, dass dies das gerade in der heutigen Zeit erschreckend zunimmt. Nicht nur Hunden gegenüber, nein, auch untereinander, von Mensch zu Mensch, von Mensch zu Tier. Unabhängig von unsere Nationalität, Religion, Geschlecht oder Hautfarbe. Es gibt kein Argument, Gewalt mit Gewalt zu bekämpfen. Krieg gegen Terror - Terror gegen Krieg - Hass gegen Hass. Und überall, in allen Medien wird es vorgemacht, geschürt, so lange, bis die Menschen sich Gewalt einleuchten lassen und ebenfalls JA dazu sagen.

Wie kann man zusehen, wie im Fernsehen Hunde gequält, gedemütigt, erniedrigt und bedroht werden und dabei anerkennend nicken und den Zuchtmeister dafür bewundern? Was für eine besondern Fähigkeit soll dieser Mann innehaben, dass er dafür Bewunderung erfährt? Ist es eine Kunst Tiere zu quälen, ihnen Angst zu machen, sie zu brechen? War nicht einst als wir noch Kindern waren unser Grundbedürfnis, Tiere zu lieben, zu schützen, zu herzen? Wann ist dieses Anliegen verloren gegangen? Wer hat es uns aberzogen, was ist mit uns passiert, dass wir den Terminus Empathie nicht mehr definieren können?

Ein aggressiver Hund hat in seinem Leben bereits Aggresion und Gewalt seitens des Menschen erlebt, was ihn zu dem werden lies, was er aktuell darstellt. Wie absurd zu denken, noch mehr Gewalt würde seinen augenblicklichen Zustand in etwas Positives verändern. Wird ein vergewaltigtes Kind durch noch mehr Vergewaltigungen seines Therapeuten seine Traumata vergessen und ein glückliches erfülltes Leben führen?

Ein gewalttätiger Mensch ist auch nicht so geboren worden. Ein Mensch, dessen Eltern ihn von Anfang an mit Liebe, Verständnis, Fürsorge, Hingabe, Beistand, Schutz, Anerkennung, Wertschätzung, Streicheleinheiten aufgezogen haben wird mit Sicherheit nicht ins kriminelle Millieu abrutschen. Und ebenso ist es mit unseren Hunde. Von zuviel Liebe, Hingabe, Streicheleinheiten, Verständnis, Fürsorge und Empathie ist noch kein Hund verhaltensauffällig geworden.

Liebe Leser, liebe Hundefreunde, bitte halten Sie die Augen offen für all das Elend, welches Schwächeren angetan wird. Letztendlich können wir es an unseren eigenen Hunden zumindest ein wenig besser machen. Es bleiben uns ja immer nur wenige gemeinsame Jahre. Werden Sie ein Mensch voller Liebe und Verständnis zu Ihrem Hund und all Ihren Mitgeschöpfen.

Eva Windisch
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Dem kann ich absolut und zu einhundert Prozent zustimmen!!
07/09/2020

Dem kann ich absolut und zu einhundert Prozent zustimmen!!

"Mein Kind kann mit unserem Hund machen was es will." Eine Aussage, die ich leider relativ häufig höre und die dafür sorgt, dass mir ein Schauer über den Rücken läuft.

Kinder benötigen ebenso Regeln. Wie oft bekomme ich mit, dass ein Hund sich schon zurück zieht. Das Kind mit ins Körbchen oder in die offen stehende Box kriecht. Das ein Kind permanent im Kreis um den Hund läuft, der das Kommando Sitz bekommen hat und versucht dies zu halten.

Bitte! Bitte bietet eurem Tier mindestens einen Rückzugsort, an den das Kind absolut nicht darf. Sorgt dafür, dass sie sich nicht auf euren Hund legen/setzen, ihm nicht an der Rute oder den Ohren ziehen. Ihm Sachen in Mund und Ohren stecken.

Es ist einfach so unglaublich wichtig ...

Text: Lara Post
Tierbetreuung aus Leidenschaft
https://www.facebook.com/lara.post.1

http://www.tierbetreuung-aus-leidenschaft.de/

Mal was zum nachdenken..🤔
22/07/2020

Mal was zum nachdenken..🤔

NEIN! AUS! PFUI! KSCHT! ist noch die harmloseste Variante.
Schimpfen, Erschrecken, Gegenstände hinterher werfen, Klapse, Schläge, Tritte, Ignorieren, Leinenrucks, das Halsband in die geschlossene Faust nehmen und drehen, anschreien, auf den Rücken legen, Nackengriff, Nackenschütteln, Würgen, und und und .... jetzt ist schon mein Latein am Ende, weil ich über solche Dinge gar nicht nachdenken mag und kann. Alles was aktiv und mit einer Berechnung von uns aus dazu beiträgt und dem Hund unangenehm ist, ist rein wissenschaftlich als Strafe zu beurteilen.

Strafe soll ein Verhalten des Hundes abbrechen bzw. den Hund dazu bringen, dieses Verhalten nicht mehr zu zeigen und über seine Fehler nachzudenken. Er soll sofort erfahren, dass dies ein Fehlverhalten ist, und dass dieses in Zukunft immer auf diese Weise sanktioniert wird. Das funktioniert aber nicht, wenn man sich mit dem Lernverhalten von Hunden (Säugetieren) auseinandersetzt. Außer man straft so hart, dass das Tier gebrochen ist und nie wieder irgendein Verhalten aus Eigeninitiative zeigen wird. So werden beispielsweise Zirkustiere oder Reitelefanten gebrochen.

Ein Fehlverhalten? Hunde, also Tiere kennen in ihrer Welt kein Fehlverhalten, denn das was sie tun, ist in ihrer Tierwelt die beste und sinnvollste Variante für diesen Moment im Hier und Jetzt. Für sie logisch und sinnvoll - für uns ein Fehlverhalten. Leider sind die meisten von uns die absoluten Legastheniker, was das Lesen der Hundesprache und das Verstehen des Hundeverhaltens und das Lernverhalten des Hundes betrifft. Vorne bellt es und hinten wedelt es. Das ist meist alles was ein Hundehalter von seinem Hund in Sachen Verhaltenskunde weiß. Es gehört viel Zeit und Willen dazu, sich in Kynologie fortzubilden.

Strafe ich meinen Hund - egal wie - ist der erste Effekt zunächst, dass der Hund erschrickt und über unser für ihn nicht vorhersehbares Verhalten veränstigt ist. Sind Sie schon mal über eine Reaktion Ihres (Ehe-)Partners oder besten Freundes erschrocken oder gar verängstigt gewesen? "Das hätte ich nie von ihm gedacht", sagen Sie danach zu einer anderen Person Ihres Vertrauens. Lernt man unter Angst, Streß, Druck, Strafe, Schmerzen? Was lernt man dabei vor allem über die Person, die dies verursacht? Was für Rückschlüsse zieht man für sich über das zukünftige Beisammensein?

Kennen Sie die Geschichten von Frauen, die von ihren Männern mißhandelt werden? Aus Sicht des Mannes ist sein Verhalten richtig. "Die hat es doch nicht anders verdient!"
Wird die Frau sich aufgrund der Bedrohungen dem Mann gegenüber ehrfürchtiger benehmen? Sie wird es vielleicht versuchen, aber sie wird mutmaßlich unbewußt immer wieder Fehler machen - Fehler in den Augen des Mannes - und wieder bestraft werden. Im Grunde ist es völlig egal was sie tut, es wird immer falsch sein. Wie wird ihre Einstellung zu dem Mann sein, den sie mal geliebt hat und wahrscheinlich immer noch liebt, warum auch immer? Hat sie Courage, dann geht sie zur Polizei oder ins Frauenhaus. Wir beglückwünschen sie zu dieser Entscheidung und stehen auf ihrer Seite. Wie ist es bei unseren Hunden?

Was geht in strafenden Hundehaltern vor? Wut? Angst? Unsicherheit? Scham vor anderen Hundehaltern als unfähig abgestempelt zu werden?
Oder ist es das prickelnde Gefühl Macht über etwas zu haben? Macht über ein Wesen, welches schwächer ist als wir? Löst es ein Glücksgefühl aus? Was für Hormone werden wohl im Körper eines strafenden Menschen freigesetzt, so dass dieser Drang zu strafen so dominant ist?

Liebe Leser, ich kann Ihnen aus langjähriger Erfahnung mit Problemhunden aller, wirklich aller Art nur immer wieder sagen:
Es geht wunderbar und nachhaltiger ohne NEIN! AUS! PFUI! KSCHT! und natürlich auch ohne allem, was dies noch übertrifft.
Säugetiere lernen am leichtesten, wenn man ihnen zeigt, welches Verhalten erwünscht ist und nicht indem man unerwünschtes Verhalten bestraft.
Und zwar so, dass Sie sich zusammen mit ihrem Hund dennoch in dieser Gesellschaft zeigen können ohne negativ aufzufallen, sondern im Gegenteil: Sogar besonders positiv aufzufallen.

Eva Windisch
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