09/05/2026
Lange Zeit habe ich nichts mehr von meiner Vai erzählt.
Der Grund dafür war ihre erste Läufigkeit – und ehrlich gesagt hat uns diese Zeit beide ziemlich herausgefordert.
Ich habe meine kleine Vai plötzlich ganz anders erlebt. Sie war viel anhänglicher, suchte ständig meine Nähe und brauchte mich auf eine Weise, die ich so noch nicht kannte. Und irgendwo tief drin habe ich gespürt, dass jetzt nicht der Moment ist, Leistung zu verlangen. Dass ihr Körper gerade so viel verändert, dass sie erst einmal Zeit braucht. Ruhe braucht. Sicherheit braucht. Mich braucht.
Also haben wir pausiert.
Vier Wochen lang haben wir das Spürhunde Training fast komplett zurückgestellt. Und das war für mich nicht immer einfach. Gerade weil wir uns sogar für ein Training bei einem internationalen Trainer angemeldet hatten. Wir sind hingefahren – aber während andere gearbeitet haben, saßen wir oft einfach nur im Auto, haben gewartet, Impulskontrolle gemacht oder kleine Spaßübungen eingebaut. Ganz ehrlich? Ein Teil von mir war enttäuscht. Man malt sich als Mensch so oft aus, wie etwas laufen soll. Und dann kommt das Leben – oder in diesem Fall die Natur – und sagt einfach: „Nein. Nicht jetzt.“
Heute bin ich unendlich dankbar, dass ich auf dieses Gefühl gehört habe.
Denn diese Pause hat etwas mit uns gemacht.
Sie hat uns noch enger zusammengeschweißt. Viel enger. Wenn ich dachte, wir hätten vorher schon eine besondere Bindung gehabt, dann fühlt es sich jetzt an, als wären wir auf einer komplett neuen Ebene angekommen. Wir verstehen uns inzwischen fast ohne Worte. Ich spüre ihre Bedürfnisse schneller und sie vertraut mir noch mehr als vorher.
Und jetzt, seit dieser Woche, starten wir langsam wieder ins Spürhunde Training.
Und ich könnte ehrlicher nicht sagen, wie stolz ich auf sie bin.
Vai ist zurück – aber nicht einfach nur zurück. Sie wirkt stärker. Klarer. Erwachsener. Sie arbeitet Gerüche sauber aus, kämpft sich durch schwierige Aufgaben, bleibt dran, sucht Lösungen und gibt nicht einfach auf, wenn etwas kompliziert wird. Es fühlt sich an, als hätte diese Pause ihr nicht genommen, sondern ihr etwas gegeben.
Und vielleicht musste genau das passieren.
Vielleicht brauchte sie diese Zeit einfach, um anzukommen. In ihrem Körper. In sich selbst.
Und ich brauchte diese Zeit, um noch besser zu lernen, ihr zuzuhören.
Jetzt gehen wir gemeinsam die nächsten Schritte. Nicht mit Druck. Nicht mit Erwartungen. Sondern als Team. Und ich glaube, genau darin liegt unsere größte Stärke.