24/04/2026
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🩷 Gerade in diesem Alter kann man unglaublich schnell sehr viel herausarbeiten.
Wenn Verstärker und Timing passen, entstehen in kürzester Zeit erstaunliche Ergebnisse.
Viele junge Hunde sind dabei sehr bemüht, sehr motiviert und zeigen bereitwillig, was man von ihnen möchte.
Und genau das wirkt oft beeindruckend.
Wir sehen in vielen Videos junge Hunde im Übergang vom Welpen zum Junghund.
Schlacksige Körper, Strukturen noch nicht ausgereift, ein Stresssystem, das noch nicht belastbar ist, mentale Reife, die noch lange nicht abgeschlossen ist.
Und gleichzeitig sehen wir Hunde, die bereits sehr viele Elemente aus dem späteren Sport zeigen.
In hohen Geschwindigkeiten, mit viel Wiederholung, mit klaren Erwartungen.
Oder eine Vielzahl an Tricks, die nacheinander „abgespult“ werden können.
🙃 Und hey – das ist kein Wunder.
Natürlich können sie das.
Wenn wir wissen, wie wir trainieren, können wir einem Welpen in kürzester Zeit sehr viele Dinge beibringen.
Und ja, es macht auch absolut Sinn, diese frühen Lernphasen zu nutzen.
Die Frage ist nur:
Für welche Ergebnisse?
Rechte Seite der Grafik, linke Seite oder der goldene Mittelweg?
Ich verstehe total, wie reizvoll es ist, schnell viel zu erarbeiten.
Man hat das Gefühl, Zeit zu sparen.
Es funktioniert, es fühlt sich gut an – und es wird von außen in den sozialen Medien auch noch ordentlich mit Klicks und Likes bestätigt.
Und trotzdem:
Man ist nichts Besonderes, nur weil man verstanden hat, wie man belohnt und einen Hund dazu bringt, möglichst früh möglichst viel zu zeigen.
Und ob es wirklich etwas ist, das man feiern sollte, wenn man zusätzlich noch verstanden hat, wie man über hohe Erregung und starke Verstärker Dynamik in diese jungen Hunde hineinbringt – darüber lohnt es sich aus meiner Sicht zumindest nachzudenken.
Wenn ich mir manche dieser Videos anschaue und sehe, auf welchem Erregungsniveau gearbeitet wird – mit sehr intensiven Verstärkern, viel Tempo, teilweise wilden Zerr- oder Wurfspielen –
dann denke ich mir: Ja, da wird sehr gezielt genutzt, was der junge Hund in dieser Phase anbietet.
Und gleichzeitig weiß ich, was im Hintergrund mitläuft:
Ein Nervensystem, das noch nicht ausgereift ist.
Ein Stresssystem, das sich gerade erst entwickelt.
Und Lernprozesse, die sehr eng mit starken Dopaminreizen verknüpft werden.
Klar funktioniert das.
Ein bisschen Erwartung, ein bisschen Spannung, ein bisschen Frust – und schon entsteht sehr schnell sehr viel Aktivität und ein Hund der sich vermutlich auf den nächsten Dopamin-Kick stürzt, wenn sich die Möglichkeit ergibt.
Aber es bringt eben auch die Frage mit sich,
welche Nebenwirkungen da langfristig mitschwingen.
Ich weiß auch, dass es auf den ersten Blick oft anstrengender wirkt, diesen Weg nicht zu gehen.
Sich Zeit zu nehmen.
Mit einem jungen Hund wirklich in die Auseinandersetzung zu gehen.
Mit einem Hund zu arbeiten, der noch klar denkt, statt über Erregungsschleifen in schnelle Reaktionen zu kommen.
Aber genau darin liegt für mich ein wesentlicher Teil von Training.
Nicht nur zu wissen, wie ich etwas aufbaue,
sondern auch zu entscheiden, wann ich es aufbaue.
Ich glaube nicht, dass es den einen richtigen Weg gibt.
Und ich glaube auch nicht, dass jeder Hund, der früh viel zeigt, automatisch Schaden nimmt.
Aber ich glaube, dass wir sehr genau hinschauen sollten,
was wir in diesen sensiblen Lernphasen wirklich etablieren.
Denn das, was wir jetzt verknüpfen, bleibt.
Und ein kleiner Hinweis am Rande:
Die ungelenken Bewegungen, die Instabilität, die fehlende Koordination und die noch nicht ausreichend entwickelte Muskelaktivität, die man in diesem Alter häufig sieht, können sich mit der Entwicklung verändern.
Wenn sie jedoch in dieser Phase mit einem Signal verknüpft werden,
werden sie Teil des gelernten Verhaltens.
Der Hund lernt also nicht nur, was er auf ein Signal hin tun soll,
sondern auch, wie er es tut.
Und genau dieses „Wie“ bleibt.
Ich persönlich möchte nicht, dass mein Hund auf ein Signal hin ein Bewegungsmuster zeigt, das aus einer Phase stammt, in der sein Körper dazu eigentlich noch gar nicht in der Lage war.
Ich möchte, dass das, was ich verknüpfe, zu dem Zeitpunkt auch zu ihm passt.
Ich werde in den nächsten Wochen weiterhin Einblicke in meinen eigenen Weg mit meinem Welpen geben.
Nicht als Maßstab – sondern als eine Möglichkeit von vielen.
Und vielleicht hilft genau das dem ein oder anderen, sich nicht unter Druck setzen zu lassen.
Denn Entwicklung ist kein Wettlauf.
Und Lernen nicht automatisch besser, nur weil es schneller geht.
Grafik mit KI - Unterstützung erstellt