Hundeschule Team and Work

Hundeschule Team and Work Als lizenzierte Hundetrainer begleiten wir Mensch-Hund-Teams in Winterthur, Wallisellen und Umgebung. Gewaltfrei. Nachhaltig. Mit Herz.

Individuelles, alltagstaugliches Training mit positiver Verstärkung – für Welpen und erwachsene Hunde.

Schon gewundert, wieso der Tierarzt so teuer ist? Natürlich hat die Schweiz einen anderen Steuersatz, aber inhaltlich ko...
14/06/2026

Schon gewundert, wieso der Tierarzt so teuer ist?

Natürlich hat die Schweiz einen anderen Steuersatz, aber inhaltlich kommt es aufs Gleiche hinaus!

Bitte überlegt euch gut, ob ihr eventuelle OPs finanziell tragen könnt.
Schliesst Versicherungen ab! Legt Geld auf die Seite!
Ein privates Beispiel: Unser Hund brach sich mal das Bein - Notfall am Wochenende, 3 Tage Klinik, OP ... ohne Nachbehandlung 5000 CHF - bar auf die Hand! Die Versicherung zahlte erst 2 Monate später einen Anteil zurück!

Ein Tierarzt ist keine Bank und hat selbst Rechnungen zu begleichen!

DER RECHNUNGS-CHECK: Warum Tierärzte scheinbar teurer sind als Humanmediziner – und warum dieser Vergleich Äpfel mit Birnen vergleicht!

Liebe Community,

ein Kommentar unter einem unserer letzten Beiträge hat eine extrem spannende und sachliche Diskussion entfacht. Brigitte Wimmer schreibt uns (siehe Screenshot), dass sie als Privatpatientin ihre humanmedizinischen Arztrechnungen genau kennt. Dabei hat sie festgestellt, dass identische Leistungen wie ein MRT, Arzneimittel, Spritzen oder eingehende Untersuchungen im tierärztlichen Bereich oft um ca. ein Drittel teurer sind als beim Menschen. Sie fordert völlig zurecht eine plausible Erklärung dafür.

Liebe Brigitte, vielen Dank für diesen wunderbaren und absolut ehrlichen Einwand! Auf den ersten Blick wirkt das auf dem Papier tatsächlich paradox. Warum sollte die Untersuchung eines 20-Kilo-Hundes mehr kosten als die eines erwachsenen Menschen?

Die Antwort liegt nicht in gierigen Tierärzten, sondern in den völlig unterschiedlichen wirtschaftlichen, steuerlichen und biologischen Systemen, in denen Human- und Tiermedizin arbeiten. Heute nehmen wir den Taschenrechner zur Hand, blicken hinter die Kulissen der Abrechnungssysteme und liefern die explizite Erklärung, warum diese Preise so sind, wie sie sind!

1. Der 19%-Steuerhammer: Tierärzte als Steuereintreiber
Der wohl gewichtigste Unterschied auf der Rechnung hat überhaupt nichts mit der medizinischen Leistung zu tun, sondern mit dem deutschen Steuerrecht.

Humanmedizin: Leistungen von Humanmedizinern dienen der menschlichen Gesundheit und sind nach § 4 Nr. 14 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) komplett von der Mehrwertsteuer befreit. Wenn ein Privatarzt 100 Euro abrechnet, zahlt der Patient 100 Euro.

Tiermedizin: Tiere gelten vor dem Steuerrecht rein wirtschaftlich leider immer noch als "Sache". Das bedeutet: Auf jede Untersuchung, jede Spritze und jedes MRT muss der Tierarzt knallhart 19 % Mehrwertsteuer draufschlagen!

Wenn eine Leistung netto 100 Euro kostet, stehen auf der Tierarztrechnung sofort 119 Euro. Fast ein Fünftel der von Brigitte beobachteten "Teuerung" ist also nichts anderes als eine Steuer, die wir Tierärzte direkt einsammeln und eins zu eins an das Finanzamt weiterleiten müssen.

2. Das „Bitte stillhalten“-Problem beim MRT: Ein biologischer Riesenaufwand
Brigitte spricht das MRT (Magnetresonanztomografie) an. Ein perfektes Beispiel dafür, wie sehr sich die Abläufe zwischen Mensch und Tier unterscheiden:

Wenn ein Mensch ins MRT geht, sagt der Arzt: „Bitte legen Sie sich da rein und bewegen Sie sich die nächsten 45 Minuten nicht.“ Der Mensch tut das. Der personelle Aufwand ist minimal, es wird kein zusätzliches Material benötigt.

Wenn ein Hund oder eine Katze ins MRT muss, können wir dem Tier gut zureden, wie wir wollen – es wird in der ratternden, lauten Röhre nicht stillhalten. Ein MRT beim Tier bedeutet IMMER eine vollsteuerbare Allgemeinnarkose inklusive Intubation und reinem Sauerstoff.

Während des gesamten MRTs muss eine tiermedizinische Fachangestellte oder ein Tierarzt das Monitoring (Beatmung, CO₂-Werte, Herzfrequenz) überwachen.

Es wird Narkosematerial, Tubus, Venenkatheter und Überwachungstechnik benötigt.

Ein MRT beim Tier ist also niemals nur ein MRT – es ist ein High-Tech-Bildgebungsverfahren PLUS eine vollüberwachte OP-Narkose. Das treibt den Preis logischerweise in die Höhe.

3. Subventionen vs. 100 % Privatrisiko
Ein riesiger Faktor, den man als normaler Patient gar nicht auf dem Schirm haben kann, ist die staatliche Förderung von medizinischer Infrastruktur.

Human-Krankenhäuser und Großpraxen werden zu erheblichen Teilen aus Steuergeldern, Bundesmitteln und gigantischen Fördertöpfen der Bundesländer subventioniert. Ein medizinisches Großgerät im Krankenhaus wird oft mit Millionen an Fördergeldern mitfinanziert.

Tierarztpraxen erhalten exakt 0,00 Euro staatliche Zuschüsse. Wenn wir ein MRT-Gerät für 300.000 bis 500.000 Euro kaufen, finanzieren wir das zu 100 % privat über Bankkredite. Auch die gewerblichen Stromkosten für den Betrieb, die Wartungsverträge und die Praxisräume müssen komplett eigenständig erwirtschaftet werden. Da ein Tier-MRT nicht wie im Humankrankenhaus im 24-Stunden-Schichtbetrieb 40 Patienten am Tag scannt, sondern vielleicht nur 2- bis 3-mal pro Woche läuft, sind die Umlagekosten pro Patient um ein Vielfaches höher.

4. Das Vier-Augen-Prinzip bei Untersuchung und Spritze
Gehen wir runter zu den scheinbar einfachen Dingen: Eine eingehende Untersuchung oder das Verabreichen einer Spritze.

Wenn du als Mensch zum Arzt gehst, krempelst du den Ärmel hoch, hältst still und der Arzt setzt die Spritze innerhalb von 10 Sekunden alleine.
Wenn ein verängstigter, wehrhafter oder schmerzgeplagter 35-Kilo-Schäferhund eine Spritze bekommen oder gründlich untersucht werden soll, darf der Tierarzt das aus Sicherheits- und Tierschutzgründen niemals alleine tun. Es wird mindestens eine, oft zwei Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) benötigt, die das Tier fachgerecht fixieren, beruhigen und sichern, damit weder Mensch noch Tier verletzt werden. Du bezahlst auf der Tierarztrechnung also nicht nur die Arbeitszeit des Arztes, sondern gleichzeitig das Gehalt des Assistenzpersonals, das physisch mit anpacken muss.

5. Das Arzneimittel-Gesetz und das Umwidmungsverbot
Auch bei den Medikamenten sind dem Tierarzt rechtlich extrem enge Fesseln angelegt. Viele Halter fragen uns: „Warum gebt ihr mir nicht einfach das günstige Medikament aus der Menschen-Apotheke mit?“

Der Gesetzgeber verbietet uns das über das sogenannte Kaskadenprinzip (Umwidmungsverbot). Wenn für eine Erkrankung ein Medikament existiert, das explizit für Tiere zugelassen und registriert ist, MÜSSEN wir dieses verwenden. Wir dürfen nicht einfach auf das billigere Humanpräparat ausweichen, selbst wenn der Wirkstoff identisch ist. Da der Markt für Tiermedizin (die Anzahl der Patienten) um ein Vielfaches kleiner ist als der weltweite Humanmarkt, sind die Forschungs-, Zulassungs- und Produktionskosten der Pharmaindustrie pro Packung im tierärztlichen Bereich deutlich teurer.

Eine private Micro-Klinik auf eigene Kosten
Die Tiermedizin im Jahr 2026 arbeitet auf humanmedizinischem Niveau. Der entscheidende Unterschied ist jedoch: Eine Tierarztpraxis ist wirtschaftlich gesehen ein reines Privatunternehmen, das sich komplett ohne staatliche Hilfen tragen muss, Personal für die Sicherheit braucht und auf jede Leistung 19 % Luxussteuer ans Finanzamt abführen muss.

Wir hoffen, diese explizite Erklärung bringt ein wenig Licht ins Dunkel der Gebührenordnungen! Wir Tierärzte kalkulieren unsere Preise nicht aus Willkür, sondern um unseren Angestellten faire Löhne zu zahlen, modernste Geräte vorzuhalten und euren Tieren die bestmögliche Sicherheit zu bieten.

Wie seht ihr das? Habt ihr euch auch schon mal gewundert, warum manche Posten beim Tierarzt teurer wirken als auf der eigenen privaten Krankenrechnung? Lasst uns eure Gedanken absolut sachlich und fair in den Kommentaren da!

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An alle (zukünftigen) WelpenbesitzerRegelmässige Fortbildungen sind auch bei Tierärzten Pflicht, aber nicht jedes Thema ...
10/06/2026

An alle (zukünftigen) Welpenbesitzer

Regelmässige Fortbildungen sind auch bei Tierärzten Pflicht, aber nicht jedes Thema kommt gleichermassen an.
Gerade neuere Erkenntnisse benötigen Zeit. IHR wisst nun Bescheid! Ihr könnt reagieren!

Humpeln ist IMMER ein Alarmzeichen!

DIE LÜGE VOM „WACHSTUMSSCHMERZ“: Warum ein humpelnder Welpe ein medizinischer Alarmzustand ist und kein „Entwicklungsschritt“!

Liebe Community,

wir senden euch die nächsten bahnbrechenden Erkenntnisse direkt von unserer medizinischen Fortbildung aus der Schweiz! Im Kongresssaal wird gerade ein Thema seziert, das uns in der Praxis fast täglich die Tränen in die Augen treibt, weil die Aufklärung hierzulande oft Jahrzehnte hinterherhinkt. Wir haben die entscheidende Folie direkt für euch abfotografiert: „Jungtiererkrankungen – Orthopädie meets Bildgebung“.

Wir alle kennen diesen einen gut gemeinten, aber kreuzgefährlichen Spruch auf der Hundewiese oder im Internetforum, wenn der 5 Monate alte Junghund plötzlich unrund läuft oder nach dem Schlafen humpelt: „Ach, mach dir keine Sorgen, der wächst halt gerade. Das sind ganz normale Wachstumsschmerzen. Einfach ein bisschen schonen, das gibt sich wieder!“

Als Tierärzte müssen wir euch heute im ungeschönten Klartext sagen: Das ist russisches Roulette mit den Gelenken eurer Hunde! Wer ein Humpeln beim heranwachsenden Hund einfach aussitzt, riskiert, dass das Tier mit zwei Jahren bereits irreparable Gelenkschäden und chronische Schmerzen hat.

Bringen wir die moderne Wissenschaft auf den Punkt und schauen uns an, warum Orthopädie und frühe Bildgebung beim Jungtier die wichtigsten Lebensretter für ein schmerzfreies Leben sind!

1. Das Gelenk-Drama: Wer humpelt, hat einen echten Defekt!
Es gibt zwar eine Entzündung der Knochenhaut im Wachstum (die sogenannte Panosteitis), die tatsächlich wandern kann. Aber sie ist eine klare Diagnose und kein Freifahrtschein für blindes Abwarten. In der überwältigenden Mehrheit der Fälle steckt hinter dem Humpeln eines Jungtieres ein schwerer, oft genetisch bedingter Konstruktionsfehler im Skelett:

ED (Ellbogendysplasie): Elle und Speiche wachsen ungleich schnell. Es entsteht eine millimeterkleine „Gelenkstufe“. Die Biomechanik gerät völlig aus den Fugen. Der Druck im Gelenk wird so gigantisch, dass wichtige Knochenfortsätze (wie der Processus coronoideus) einfach abbrechen und wie Splitter im Gelenk reiben!

HD (Hüftdysplasie): Die Gelenkpfanne ist viel zu flach oder der Oberschenkelkopf sitzt zu locker. Bei jedem Schritt rutscht das Gelenk teilweise heraus (Subluxation) und zerstört den Knorpel im Rekordtempo.

OCD (Osteochondrosis dissecans): Eine Reifungsstörung des Knorpels, meist an Schulter, Knie oder Sprunggelenk. Ein Knorpelstück stirbt ab, löst sich und schwimmt als messerscharfe „Gelenkmaus“ frei im Gelenkspalt. Jede Bewegung bedeutet für das Tier unvorstellbare Schmerzen.

2. Das fatale Missverständnis: „Wir röntgen erst mit einem Jahr!“
Das ist der größte Behandlungsfehler, der aus Tradition leider immer noch viel zu oft empfohlen wird. Man wartet, bis der Hund ausgewachsen ist, um offizielle Zuchtröntgenbilder zu machen.

Aus heutiger wissenschaftlicher Sicht ist das eine absolute Katastrophe! Wenn ein Hund mit 12 oder 15 Monaten das erste Mal geröntgt wird, sehen wir oft nur noch das Endstadium der Zerstörung: massive, chronische Arthrosen. Die eigentliche Erkrankung ist dann längst chronisch und das Gelenk mechanisch ruiniert.

Das moderne Gesetz der Früherkennung:
Dank innovativer bildgebender Verfahren (wie dem PennHIP-Hüftscreening oder der Computertomografie) können wir heute bereits beim 4 Monate alten Welpen (16 Wochen!) exakt voraussagen, ob eine schwere HD oder ED entstehen wird. Zu diesem Zeitpunkt sieht das Auge des Halters oft noch gar nichts!

3. Das magische Zeitfenster der offenen Wachstumsfugen
Warum ist dieses frühe Handeln so wichtig? Weil uns die Natur beim Jungtier ein extrem kurzes, wertvolles Werkzeug schenkt: Die Wachstumsfugen in den Knochen sind noch offen. Solange der Knochen wächst, können wir Tierärzte dieses Wachstum chirurgisch und orthopädisch steuern, um das Gelenk vollständig zu retten!

Die JPS (Juvenile Pubissymphysiodese): Finden wir beim 16 Wochen alten Welpen im Frühscreening eine lose, dysplastische Hüfte, können wir in einem winzigen, minimalinvasiven Eingriff eine Wachstumsfuge am Beckenboden veröden. Das Becken wächst daraufhin so weiter, dass sich die Pfannen von ganz alleine schützend über die Oberschenkelköpfe stülpen. Der Hund heilt sich quasi selbst und entwickelt im Idealfall niemals eine schwere HD! Mit 6 Monaten ist dieses biologische Zeitfenster für immer geschlossen.

Das CT bei der Ellbogen-Stufe: Röntgenbilder stoßen beim jungen Knorkelgewebe oft an ihre physikalischen Grenzen. Im hochauflösenden CT (Computertomografie) sehen wir beim 5 Monate alten Hund jede minimale Fehlstellung sofort. Eine rechtzeitige Arthroskopie (Gelenkspiegelung) entfernt Splitter und korrigiert die Stufe, bevor der Knorpel unwiederbringlich weggeschliffen ist.

4. Was Halter im Wachstum unbewusst kaputtmachen
Neben der Genetik spielen zwei Faktoren eine massive Rolle, die das junge Skelett buchstäblich in die Knie zwingen:

Die kalorische Mast: Ein Welpe darf niemals „moppelig“ sein oder zu schnell wachsen. Bekommt das Jungtier zu energiereiches Futter (oft durch zu viel Protein und Fett in minderwertigen Futtermitteln oder unberechneten Rationierungen), schießt das Körpergewicht schneller in die Höhe, als das noch weiche, knorpelige Skelett an Dichte zulegen kann. Das schwere Gewicht erdrückt die wachsenden Gelenke.

Die Calcium-Phosphor-Falle: Besonders beim unkontrollierten Barfen oder Selberkochen ohne exakte laborbiologische Rationsberechnung kommt es im Wachstum schnell zu fatalen Verschiebungen im Mineralstoffhaushalt. Die Folge sind instabile Knochen, die sich unter Belastung regelrecht verbiegen.

Ein humpelnder Welpe wartet nicht!
Humpeln ist kein Kavaliersdelikt und kein Wachstumsschmerz. Humpeln ist der lautlose Schrei eines Gelenks nach Hilfe. Wenn euer Junghund unrund läuft, lasst euch niemals mit Schmerzmitteln und dem Spruch „Das wächst sich aus“ abspeisen. Besteht auf eine saubere orthopädische Untersuchung und moderne Bildgebung. Nur die frühe Diagnose sichert eurem Vierbeiner die Chance auf ein langes, schmerzfreies Leben ohne Rollator und Dauermedikation!

Wir nehmen dieses geballte orthopädische Wissen aus den Schweizer Vorlesungen direkt mit in unsere Praxis, um euren Welpen und Junioren den besten, sichersten Start ins Leben zu garantieren!

Habt ihr selbst einen Hund, bei dem im Wachstum eine HD, ED oder OCD festgestellt wurde? Wann wurde bei euch die erste Bildgebung gemacht und wie geht es eurem Schatz heute? Lasst uns eure wertvollen Erfahrungen in den Kommentaren da!

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KOMMENTIEREN, um eure Erfahrungen mit Jungtiererkrankungen zu teilen!
TEILEN – damit kein Welpe mehr aufgrund des Mythos „Wachstumsschmerz“ wertvolle Zeit verliert!

Heute gibt’s bei uns ausnahmsweise keinen Hundetipp, sondern einen Naturtipp.Viele von euch verbringen ihre Freizeit ger...
09/06/2026

Heute gibt’s bei uns ausnahmsweise keinen Hundetipp, sondern einen Naturtipp.

Viele von euch verbringen ihre Freizeit gerne draussen in der Natur – beim Wandern, Campen oder einfach mit dem Hund im Wald.

Deshalb möchten wir heute einmal auf ein Projekt aufmerksam machen, das zwar nichts mit Hundetraining zu tun hat, uns aber persönlich sehr gut gefällt:

„Draussen mit OldCheffi – Waldwerken im Embrachertal“

Am 27. Juni startet das erste Modul:
🔥 „Feuer machen mit einfachen Mitteln“

Ein 6-stündiger Praxiskurs rund um Materialkunde, Zunder und den Aufbau stabiler Feuersysteme – ohne Survival-Show, dafür mit viel Ruhe, Handwerk und Naturerlebnis. Kaffee und Verpflegung direkt von der Glut gehören natürlich auch dazu.

Ideal für Familien oder Hundehalter, die ihre Zeit gerne draussen verbringen (Spezialpreise für Begleitpersonen/Kinder).

Wer mehr erfahren möchte, findet alle Details und die Kursbeschreibung ganz unverbindlich in der WhatsApp-Community:

👉 https://chat.whatsapp.com/IoJ1UV7YYsTCy5zmOeLoe4

Warum werden wir eigentlich laut?Nicht der Hund.Wir.Es gibt Situationen, die kennt vermutlich jeder:❌ Der Hund zieht an ...
07/06/2026

Warum werden wir eigentlich laut?

Nicht der Hund.
Wir.

Es gibt Situationen, die kennt vermutlich jeder:
❌ Der Hund zieht an der Leine.
❌ Er ignoriert den Rückruf.
❌ Er bellt den Besuch an.
❌ Er findet den Hasen spannender als uns.
❌ Er hat das Pausenbrot der Kinder gefunden.

Plötzlich werden wir laut. Schreien irgendwas in der Gegend rum, weil wir das Gefühl haben uns jetzt mal richtig durchsetzen zu müssen.
Aber warum eigentlich?

Viele Menschen glauben, sie müssen laut werden, damit der Hund sie besser versteht.
Lernt der Hund etwas? Nein❗

Wenn wir uns ärgern, aktiviert unser Körper sein eigenes Stresssystem. Puls und Muskelspannung steigen, Adrenalin wird ausgeschüttet und unsere Impulskontrolle nimmt ab. Laut zu werden ist oft keine bewusste Trainingsentscheidung, sondern eine Form der eigenen Emotionsregulation.
Es verschafft uns kurzfristig das Gefühl, wieder Kontrolle über die Situation zu haben.

Und tatsächlich kann es kurzfristig sogar funktionieren:
Der Hund bleibt stehen.
Er duckt sich.
Er schaut weg.
Er unterbricht das Verhalten.

Doch Verhaltensunterdrückung ist nicht gleich Lernen. Leider ist das aber immer noch einer der Gründe, warum Lautwerden so hartnäckig Bestandteil vieler Trainingsmethoden geblieben ist: Es wirkt besonders bei sensiblen Hunden schnell.

Der Hund versteht in diesem Moment aber nicht, was wir von ihm möchten. Er erlebt vielmehr einen Menschen, dessen Stimmung plötzlich kippt. Einen Menschen, der bedrohlicher wirkt als noch eine Sekunde zuvor.

❗Schnelle Wirkung wird von uns Menschen leicht mit erfolgreichem Lernen verwechselt ❗

Dabei zeigen Hunde untereinander oft einen ganz anderen Umgang mit Konflikten. Sie drohen durchaus – aber in der Regel kurz, eindeutig und funktional. Ein Blick. Eine Körperhaltung. Ein Knurren. Ist der Konflikt gelöst, endet auch die Drohung.

Menschen hingegen tragen ihre Emotionen häufig weiter. Wir schimpfen noch lange. Wir bauen immer mehr Druck auf. Nicht, weil der Hund es für sein Lernen braucht, sondern weil wir uns schlichtweg noch nicht wieder beruhigt haben. Wir sind nachtragend ...🙄

Vielleicht ist genau das eine der grössten Herausforderungen im Zusammenleben mit Hunden: Die Fähigkeit, in schwierigen Momenten selbst ruhig zu bleiben.

Denn ein Hund, der aus Angst innehält, hat nicht verstanden, keine Alternative angeboten bekommen.
Er hat vielleicht nur gelernt, dass grosse Emotionen seines Menschen besser vermieden werden sollten.

Gewalt beginnt nicht erst mit körperlicher Einwirkung. Sie beginnt dort, wo wir unsere eigene Emotion über die unseres Hundes stellen.

Hast du dich schon einmal dabei ertappt, dass deine Emotionen mit dir durchgegangen sind?

03/06/2026

Dein Hund zeigt deutliches Drohverhalten oder hat bereits zugeschnappt? Vielleicht passiert es in bestimmten Situationen, vielleicht schon länger. Vielleicht weisst du schon eine Weile, dass da etwas nicht stimmt – und hast trotzdem noch nicht gehandelt. Weil du nicht wusstest, wohin. Oder weil du Angst hattest, was man dir über deinen Hund sagt.

Aggressives Verhalten hat fast immer eine Geschichte. Auslöser, Vorerfahrungen, körperliche Ursachen, eine Situation die irgendwann eskaliert ist. Wir schauen uns diese Geschichte an – ohne Vorwürfe, ohne schnelle Urteile – und erarbeiten gemeinsam einen realistischen Plan, der im Alltag funktioniert.

Wir nehmen jeden Fall an. Auch wenn bereits ein Vorfall stattgefunden hat. Auch wenn das Veterinäramt eine Auflage erteilt hat – in diesem Fall begleiten wir euch durch den gesamten Prozess, von der Trainingsarbeit bis zur Dokumentation.

Aggressives Verhalten wird nicht besser, wenn man wartet. Aber es lässt sich bearbeiten – mit dem richtigen Ansatz, zur richtigen Zeit.

Alle Infos findest du hier: https://www.team-and-work.ch/aggressionsmanagement/

🌾 Grannen – die unscheinbare Gefahr im SommerEine Sommerwiese sieht auf den ersten Blick harmlos aus, kann aber leider s...
30/05/2026

🌾 Grannen – die unscheinbare Gefahr im Sommer

Eine Sommerwiese sieht auf den ersten Blick harmlos aus, kann aber leider schnell zum Problem werden. Der Grund: Grannen.

Als Grannen bezeichnet man die spitzen Samenstände verschiedener Gräser. Durch ihre Form und kleine Widerhaken können sie sich im Fell festsetzen und sich immer weiter vorarbeiten. Anders als ein Blatt oder ein Steinchen fallen sie oft nicht einfach wieder heraus.

Besonders häufig betroffen sind:
🐾 Zehenzwischenräume
👂 Ohren
👃 Nase
👁️ Augenbereich
🌿 Achseln und Leistengegend

Je nachdem, wo sich eine Granne festsetzt, können ganz unterschiedliche Symptome auftreten:
❗plötzliches Humpeln oder intensives Pfotenlecken
❗häufiges Kopfschütteln
❗plötzliches Niesen
❗tränende oder schmerzende Augen
❗Schwellungen oder kleine Entzündungen

Viele dieser Anzeichen wirken zunächst unspektakulär. Oft denken wir an eine kleine Verletzung, eine Zecke oder eine vorübergehende Reizung.

Grannen können jedoch wandern und dabei erhebliche Beschwerden verursachen. Deshalb gilt: Zeigt dein Hund nach dem Spaziergang plötzlich solche Symptome, lohnt es sich, auch an eine Granne zu denken.

Die gute Nachricht: Vorbeugung ist oft ganz einfach.

Nimm dir nach dem Spaziergang einen kurzen Moment Zeit und kontrolliere:
✔️ Pfoten und Zehenzwischenräume
✔️ Ohren
✔️ Augenbereich
✔️ langes Fell an Bauch und Beinen

Dieser kleine Check dauert nur wenige Minuten – kann deinem Hund aber viel ersparen.

Hat dein Hund schon einmal Bekanntschaft mit einer Granne gemacht?

Ein kleiner Hund bellt jeden an der Leine an. Zieht, dreht durch, lässt sich kaum beruhigen. Die Reaktion der Umgebung: ...
26/05/2026

Ein kleiner Hund bellt jeden an der Leine an. Zieht, dreht durch, lässt sich kaum beruhigen. Die Reaktion der Umgebung: ein müdes Lächeln. «Typisch Chihuahua.» «Kleine Hunde sind halt so.» Und irgendwann sagt auch der Halter selbst: «Der ist halt so – der spinnt einfach.»

Stempel drauf, damit ist das Thema erledigt.

Wer sagt «der ist halt so», hört auf zu fragen warum. Warum bellt er? Was löst es aus? Was braucht er in diesem Moment? Diese Fragen stellt man nicht mehr, wenn man glaubt die Antwort bereits zu kennen.

Das Problem ist: Der Stempel sitzt beim Halter, nicht beim Hund. Der Hund hat den Stempel nicht gelesen. Er reagiert weiterhin auf seine Umwelt, auf seine Erfahrungen, auf das was ihm Sicherheit gibt oder nimmt. Er lernt jeden Tag – ob wir es wollen oder nicht.

Besonders bei kleinen Hunden kommt ein zweiter Mechanismus hinzu: Ihr Verhalten wird toleriert, weil es weniger gefährlich wirkt und unproblematischer im Umgang ist. Ein bellender Chihuahua an der Leine ist sozial akzeptiert – ein bellender Rottweiler nicht. Also greift man beim kleinen Hund seltener ein, trainiert weniger, erklärt das Verhalten früher als Wesensart. Der Aufwand lohnt sich schlichtweg nicht – der ist ja nun mal einfach so!

Wissenschaftlich ist das jedoch längst widerlegt: Das reaktive, «yappige» Verhalten kleiner Hunderassen wird massgeblich durch Umwelt und Handling beeinflusst – nicht durch die Grösse allein. Kleine Hunde werden häufig unzureichend sozialisiert oder getragen statt geführt, was Angst und Überreaktionen begünstigt.

Das Ergebnis: Der Hund lernt nicht, mit seiner Aufregung umzugehen. Er lernt nur, dass niemand etwas dagegen tut.

«Der mag keine Männer.» «Die ist halt dominant.» «Der kann keine anderen Hunde.» Solche Sätze klingen nach Erklärung – sind aber in Wirklichkeit Resignation. Sie verlagern das Problem in den Hund hinein und nehmen dem Halter gleichzeitig die Handlungsfähigkeit. Wenn ein Hund «einfach so ist», KANN man ja nichts mehr tun!

Wenn wir Probleme mit einem Stempel versehen das das Problem «im Hund» verortet, entbinden wir uns von der Verantwortung, Dinge zu verändern die Menschen verursacht haben und die Menschen auch lösen können.

Das ist keine Kritik an Haltern – es ist ein menschlicher Schutzmechanismus. Stempel reduzieren Komplexität, geben Kontrolle, machen das Unerklärliche erträglich. Aber sie kosten den Hund die Chance auf Veränderung.

Hunde lernen immer❗
Das ist der Kern: Hunde sind lernfähig. Ihr ganzes Leben lang. Es gibt keine Wesensart die unveränderlich ist, kein Verhalten, das nicht beeinflusst werden kann – durch Erfahrungen, durch Training, durch eine Umgebung, die andere Reaktionen möglich macht.

Das bedeutet nicht, dass jedes Verhalten vollständig verschwindet. Manche Hunde haben tiefe Prägungen, manche brauchen sehr lange. Aber der erste Schritt ist immer derselbe: den Stempel wegwischen und anfangen zu schauen, was wirklich dahintersteckt.

«Der ist halt so» ist niemals eine akzeptable Antwort❗

Anders hören, anders sehen, anders zusammenlebenImmer wenn ich auf mein Gnömchen zu sprechen komme oder mich jemand mit ...
23/05/2026

Anders hören, anders sehen, anders zusammenleben

Immer wenn ich auf mein Gnömchen zu sprechen komme oder mich jemand mit ihm sieht, muss ich mich und meinen Hund erst einmal erklären. Denn Gnömchen ist taub. Nicht seit Geburt, sondern durch Medikamente. Das nennt sich Ototoxizität.

Jahrelang haben wir das nicht bemerkt. Und ja, da darf man sich zurecht fragen, wie das überhaupt sein kann. Im Alltag lebte er mit drei weiteren Hunden zusammen. Rief man einen, kamen meistens alle vier. Ausserdem hatte er das Leben mit uns hörend gelernt. Er kannte die Signale, den Ablauf, unsere Gewohnheiten, unsere Körpersprache. Er hatte gelernt, was bestimmte Situationen bedeuten. Und genau das setzt er bis heute um, selbst wenn er die Hörzeichen längst nicht mehr wahrnimmt.

Das ist faszinierend und erschreckend zugleich.

Rückblickend erklärt sich heute vieles, was wir früher einfach hingenommen haben. Zum Beispiel sein wirklich miserabler Rückruf, wenn er allein unterwegs war. Wen wundert’s. Ein Hund, der nicht hört, kann auf ein Hörsignal draussen eben auch nicht verlässlich reagieren. In der Gruppe fiel das kaum auf, weil er sich hervorragend an den anderen orientierte. Genau das machen taube Hunde oft erstaunlich gut: Sie kompensieren ihre Einschränkung im Alltag über andere Sinne und über genaue Beobachtung.

Taube Hunde lesen die Welt anders
Taube Hunde sind Spezialisten. Nicht im Hören, dafür im Beobachten. Sie lesen Körpersprache, Umwelt, Bewegungen und andere Hunde oft in einer Genauigkeit, die uns erst auffällt, wenn wir genauer hinschauen.

Sie orientieren sich über ihre verbliebenen Sinne. Gerüche spielen eine enorme Rolle. Im Alltag, gerade im Haus, lernen sie sehr fein zu unterscheiden, wie „frisch“ eine Spur ist. Der jüngste Geruch führt eher zu dem Menschen oder Hund, den sie gerade suchen. Auch Vibrationen nehmen sie viel bewusster wahr. Schritte, Bodenerschütterungen, das Anlaufen eines Motors – all das kann Information sein. Viele taube Hunde merken sehr genau, wann jemand nach Hause kommt und oft sogar, wer es ist.

Und dann ist da noch unsere Körpersprache. Für einen tauben Hund ist sie nicht bloss Begleitung, sondern Hauptsprache. Mimik, Haltung, Handbewegungen, Blickrichtung – all das wird gelesen. Und zwar ständig.

Genau das war für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse. Ich musste lernen, mich meinem Hund gegenüber bewusster zu bewegen. Denn jede unbedachte Bewegung meiner Hände oder meines Körpers kann für ihn eine Bedeutung haben. Was für mich vielleicht nur eine beiläufige Geste ist, kann für ihn bereits ein Signal sein.

Unser Körper wird zur Sprache
Mein Körper und meine Hände sind heute seine Hörzeichen. Das ist unsere Form der Kommunikation.
Wir haben Sichtzeichen fürs Ablegen, Herankommen, Sitzen, Warten, ein Freigabesignal und einen Marker. Diese Signale funktionieren, weil sie sauber aufgebaut und verlässlich eingesetzt werden. Und wie bei hörenden Hunden gilt auch hier: Signale sind nicht einfach nur Gesten. Sie müssen gelernt, verstanden und in unterschiedlichen Kontexten geübt werden.

Gerade der Kontext ist wichtig. Dasselbe Freigabesignal kann bei uns nach einem Sitz bedeuten, dass er nun loslaufen darf. Bei der Nasenarbeit kann genau dieses Signal der Start in die Suche sein. Dass ein Hund lernt, ein Signal im Zusammenhang mit der jeweiligen Situation richtig einzuordnen, passiert nicht von allein. Auch das muss trainiert werden.

Eines der wichtigsten Signale überhaupt ist für uns der Marker. Bei hörenden Hunden übernimmt diese Aufgabe oft ein Clicker oder ein Markerwort. Bei tauben Hunden braucht es etwas Sichtbares. Bei uns ist das der Daumen hoch.

Das hat einen ganz praktischen Grund: Taube Hunde achten extrem auf Hände und Handbewegungen. Wenn ich also einfach in die Tasche greife oder mich unklar bewege, kann das schnell bedeuten, dass der Hund denkt, jetzt komme gleich Futter. Ein sauber aufgebauter sichtbarer Marker verhindert genau dieses Chaos. Er kündigt die Belohnung an und macht die Kommunikation klarer.

Freilauf braucht noch mehr Mitdenken
Freilauf ist mit einem tauben Hund ein Thema, bei dem man ehrlich und verantwortungsvoll sein muss. Gnömchen läuft meist nur gemeinsam mit anderen Hunden frei. Er hatte von sich aus gelernt, sich an ihnen zu orientieren, und das hilft ihm enorm. Trotzdem bleibt es unsere Aufgabe, für ihn mitzudenken. Ein tauber Hund kann durch Geräusche nicht vorgewarnt werden. Er hört nicht, dass hinter dem Stall gleich Tiere stehen. Er hört nicht, dass hinter einer Mauer plötzlich jemand auftaucht. Er hört nicht, was für andere Hunde oft schon früh ein Hinweis darauf ist, dass gleich etwas ins Sichtfeld kommt.

Dadurch kann es schneller zu Schreckmomenten kommen, weil ihm ein Teil der Vorinformation fehlt. Gerade in solchen Situationen ist Management entscheidend. Der Hund sollte dort angeleint sein, wo er nicht sicher frei geführt werden kann. Wir müssen die Rolle der Vorhersagbarkeit übernehmen. Wir müssen Situationen lesen, bevor der Hund überhaupt in sie hineingerät.

Wenn ein tauber Hund allein frei läuft, ist es unerlässlich, dass er gelernt hat, regelmässig Blickkontakt aufzunehmen und sozusagen nachzufragen, ob alles in Ordnung ist. Dieser Blickkontakt ist eine zentrale Sicherheitsstrategie. Darüber kann der Hund Orientierung bekommen, Rückmeldung erhalten und bei Bedarf per Sichtzeichen abgerufen werden.

Trotzdem gilt für mich ganz klar: Taube Hunde sollten nur dort frei laufen, wo wirklich keine ernsthafte Gefahr lauert. Und Gefahr ist nicht nur die Strasse. Gefahr kann auch ein fremder Hund sein, ein plötzlich auftauchender Mensch, unübersichtliches Gelände oder ein Abhang am Ende einer Wiese.

Auch im Haus verändert sich der Alltag
Was man im Zusammenleben mit tauben Hunden ebenfalls oft feststellt: Viele schlafen unglaublich tief. Nicht nur einmal haben wir geschaut, ob Gnömchen überhaupt noch lebt, weil er so gar nicht reagiert hat. Das klingt im ersten Moment fast lustig, ist im Alltag aber tatsächlich etwas, woran man sich gewöhnen muss.

Vorsichtiges Wecken ist deshalb wichtig. Wir stupsen ihn freundlich an der Hinterhand an, wenn wir seine Aufmerksamkeit möchten oder ihn wecken müssen. Aber auch das ist nichts, was man einfach tut, ohne es aufzubauen. Berührung muss positiv und fair eingeführt werden. Sonst riskiert man, dass der Hund sich erschreckt oder Berührung im Schlaf unangenehm abspeichert.
Gerade bei tauben Hunden lohnt es sich, sehr bewusst mit Überraschungsmomenten umzugehen, weil sie unsere Rücksicht an dieser Stelle besonders brauchen.

Und was ist mit Beschäftigung und Hundesport?
Viele fragen sich irgendwann, was man mit einem tauben Hund überhaupt noch machen kann. Und ja, gewisse klassische Bereiche fallen eher weg oder sind zumindest deutlich schwieriger. Unterordnung oder Obedience sind stark auf Hörzeichen ausgelegt. Das macht es nicht unmöglich, aber oft unpraktisch.

Wir haben unsere Stärke in der Nasenarbeit gefunden. Als ich Gnömchen damals aufgebaut habe, war er bereits taub, ohne dass wir es wussten. Er zeigte eine wunderschöne Anzeige und verliess sie auch dann nicht, wenn ich clickte. Damals fanden wir das grossartig und dachten, wie angenehm und stabil er doch arbeitet. Im Nachhinein ist die Erklärung ziemlich simpel: Er hörte den Click schlicht nicht.

Heute würde ich manches anders aufbauen. Heute arbeite ich auch anders mit ihm. Aber genau das gehört ja auch dazu. Man lernt mit dem Hund. Man versteht im Rückblick Zusammenhänge neu. Und man passt sein Training an.

Aber auch andere Beschäftigungsformen können sehr gut funktionieren, solange sie sauber aufgebaut, visuell verständlich und sicher begleitet werden. Selbst Agility kann im Freizeitbereich durchaus denkbar sein, wenn der Hund und der Mensch Freude daran haben und die Kommunikation stimmt.

Ein tauber Hund ist nicht weniger Hund
Ein tauber Hund kann eine echte Bereicherung sein, wenn man bereit ist, sich auf diese besondere Form des Zusammenlebens einzulassen. Er reagiert nicht auf Geräusche. Viele taube Hunde sind bei Schüssen oder am 1. August erstaunlich entspannt, weil sie genau das gar nicht wahrnehmen. Gleichzeitig fordern sie uns auf einer ganz anderen Ebene. Sie zwingen uns dazu, klarer zu kommunizieren, bewusster zu handeln und Verantwortung noch konsequenter zu übernehmen.
Und genau darin kann etwas sehr Schönes liegen.

Die Bindung, die ein tauber Hund zu seinem Menschen aufbaut, das sichtbare, wortlose Vertrauen, diese Form der feinen Orientierung, das kann etwas ganz Besonderes sein. Nicht romantisch verklärt, nicht kitschig, sondern ganz echt. Man wächst anders zusammen. Bewusster. Leiser. Und oft mit einer beeindruckenden gegenseitigen Aufmerksamkeit.

Das Leben mit einem tauben Hund ist anders. Aber anders heisst nicht schlechter. Es heisst nur, dass wir lernen müssen, ihm auf eine Weise zuzuhören, für die es keine Worte braucht.

Wer sich in diesem Text wiedererkennt oder selbst mit einem tauben oder hörbeeinträchtigten Hund zusammenlebt – wir begleiten euch. Unser Angebot «Lautlos verbunden» richtet sich genau an diese Teams. Alle Infos dazu auf unserer Webseite: https://www.team-and-work.ch/unser-angebot/lautlos-verbunden/

Adresse

Huggenberg 17
Hofstetten
8354

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Dienstag 07:00 - 09:00
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