25/05/2026
Weil auch Grogus Leben zählt oder Rettung in letzter Minute!
Letzten Freitag gegen Mittag erfuhren wir durch Zufall von Grogu, einem fünfjährigen Kater der Rasse Savannah. Er befand sich in einer Tierarztpraxis und weil er aggressiv sei, drohte seine sofortige Euthanasie.
Aggressivität bei Katzen haben meist physische oder psychische Ursachen. Bei Katzen wie Savannahs sind sehr häufig Haltungsfehler die Ursache.
Obschon wir eigentlich nichts mit dem Fall zu tun hatten und mit Fällen überladen waren, wollten wir dem armen Tier helfen und baten um eine Fristerstreckung. Diese wurde bis zum späteren Nachmittag gewährt.
Mit einem Facebook Aufruf wandte sich unsere Präsidentin Esther Geisser an Menschen, die sich mit der anspruchsvollen Rasse auskennen. Gleichzeitig rief sie Züchter, Rasseliebhaber, Auffangstationen und zahlreiche weitere Stellen an, von denen sie dachte, sie könnten helfen. Auch den Schweizer Tierschutz STS bat sie um Hilfe. Dieser verschickte den Hilferuf verdankenswerterweise umgehend an sämtliche Sektionen.
Unzählige Anrufe und Nachrichten trafen ein. Viele Menschen wollten Grogu retten. Leider hatten die meisten keine Ahnung von den Bedürfnissen einer Savannah, insbesondere einer, die dann auch noch übermässig verhaltensauffällig ist. Da reichen keine Wohlfühlpheromone. Savannahs brauchen viel Platz und erfordern viel Wissen und Zeit seitens des Halters. Langeweile ist Gift für alle Katzen und erst recht für Katzen mit Wildtieranteil! Verhaltensauffälligkeiten wie übermässiges Harnmarkieren und/oder Aggressivität sind häufige Folgen einer falschen Haltung und oft werden solche Tiere euthanasiert, um sich der Probleme zu entledigen.
Es war knapp, aber schliesslich meldete sich am späteren Nachmittag eine Person aus der Innerschweiz, die bereits Savannahs hielt und entsprechend eingerichtet ist. Sie hatte sich vor der Anschaffung intensiv mit den Bedürfnissen dieser Rasse auseinandergesetzt und hatte genügend Platz, bot die richtige Ernährung und vor allem auch Beschäftigung. Sie war bereit Grogu eine Chance zu geben. Die Erleichterung war gross bei allen, die um Grogu besorgt waren.
Grogus Geschichte begann vor fünf Jahren, als er bei einer deutschen Züchterin gekauft und in die Schweiz gebracht wurde. Nach ein paar Jahren beschloss der Halter auszuwandern und liess Grogu einfach in der Wohnung zurück. Zwar bat er einen Freund, Grogu zu füttern, aber als die Wohnung mangels Begleichung des Mietzinses geräumt wurde, verlor Grogu sein Dach über dem Kopf.
Besagter Freund nahm Grogu aus Mitleid zu sich. Seine Bemühungen, dem Tier gerecht zu werden aber scheiterten. Der Kater brauch aus und machte die Gegend unsicher. Nachbarn reklamierten so lange, bis er die Kündigungsandrohung seines Vermieters bekam, sollte er die Katze nicht weggeben. Er kontaktierte ein Tierheim, erklärte seine Not und auch, dass er den Kater ja nicht mal anfassen könne. Besagtes Tierheim verwies ihn an einen Tierarzt, der ihn einfangen könne. Das geschah am Freitagmorgen.
Der verzweifelte Halter trat das Eigentum an Grogu ab in der Hoffnung, die Praxis würde ein neues Zuhause für ihn finden. Diese aber konnte den Kater auch nicht behalten und entschied sich deshalb zur Euthanasie, die dann dank unseres Eingreifens noch abgewendet werden konnte.
Viele Menschen unterschätzen die Katzenhaltung und ganz besonders die von sogenannten Hybridkatzen. Hybridkatzen sind Kreuzungen aus Hauskatzen und Wildkatzenarten. Savannahs haben den Serval in den Genen. Aufgrund des Wildtieranteils sind die Ansprüche an Haltung, Futter und Beschäftigung viel intensiver als es bei normalen Hauskatzen der Fall ist. Leider kaufen sich viele Menschen unüberlegt solche Tiere. Unseriöse Züchter verschlimmern die Situation, weil sie jedem eine Savannah oder eine andere Hybridkatze verkaufen, egal ob der Käufer in der Lage ist, dem Tier gerecht zu werden.
Tierheime lehnen die Aufnahme solcher Katzen häufig ab, weil sie nicht dafür eingerichtet sind und eine Vermittlung schwer ist. Es ist davon auszugehen, dass viele jeweils eingeschläfert werden, wenn Probleme auftauchen.
Grogu ist gut in seinem neuen Zuhause angekommen und hat nächste Woche den ersten Tierarzttermin. Er hatte riesiges Glück in Hände zu kommen, die mit seinen Bedürfnissen umgehen können und alles daransetzen werden, dass ihm ein möglichst langes und artgerechtes Leben bevorsteht.
Wir danken allen die uns bei der Rettung von Grogu unterstützt haben von ganzem Herzen. Insbesondere hat sich gezeigt, dass viele Tierschutzorganisationen in der Not zusammenstehen. Das macht Mut. Gemeinsam können wir auch unmöglich erscheinendes möglich machen.
Grogu wünschen wir von Herzen alles Gute