09/04/2013
Die Schneeschmelze bringt es an den Tag
Braun und unappetitlich liegen sie am Wegrand. Der Schnee schmilzt, die Hundehäufchen leider nicht. So stellen wir uns die ersten Frühlingsboten allerdings nicht vor und ärgern uns "tierisch", wenn wir wieder mal in ein aufgetautes oder frisches Geschenk treten.
Dass die Hündeler bei den Bauern und Wanderern mittlerweile einen mittelprächtigen bis schlechten Ruf haben - das wiederum ärgert unsere Gruppe ganz gehörig. Wir sind Mitglieder der IG Familienhund und treffen uns regelmässig an der Töss, um unsere Hunde und damit auch uns selber zu trainieren.
Aber fluchen und ärgern allein nützt nichts, deshalb haben wir beschlossen, aktiv zu werden. Wir gehen nächstens auf "Hundekegel-Safari". Wir bewaffnen uns mit Hunde-Säckli und ziehen los, um die schönen Spazierwege entlang der Töss zu reinigen. Wir starten diese einmalige Aktion freiwillig, zum Teil im eigenen Interesse, aber vor allem, damit den vielen Spaziergängern, Nordic Walkers, Familien mit Kindern und allen "sauberen" Hundehaltern die Freude an der Natur nicht verdorben wird.
Es ist uns wichtig, ein Zeichen zu setzen. Gerade in der heutigen Zeit, wo Hunde in unserer Gesellschaft längst nicht überall gerne gesehen sind, appellieren wir an alle Hundebesitzer, die Hundehäufchen ihres vierbeinigen Freundes aufzunehmen und entsprechend zu entsorgen.Es geht schliesslich auch um die Gesundheit der anderen Tiere: Die Kühe zum Beispiel können krank werden durch Hundekot (dank der Bäuerin in unserer Gruppe kennen wir auch die Sorgen der Bauern) und Exkremente von kranken Hunden können andere Tiere gefährden.
Jeder Hundehalter kann mit seinem - eigentlich selbstverständlichen - korrekten Verhalten dazu beitragen, das Image von uns Hundehaltern wieder etwas aufzupolieren. Wir bitten aber auch um Verständnis für jene Personen, die vielleicht körperlich nicht in der Lage sind, ihrer Kot-Aufnahmepflicht nachzukommen (z.B. Blindenhunde-Führer, Assistenzhunde-Führer oder ältere Personen). Wie wär's mit "Lönd Sie's nume, ich nimm es scho uf"?
Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, also in nächster Zeit entlang der Töss Grüppchen von Frauen begegnen, die sich alle paar Meter bücken, wundern Sie sich nicht: Diese Frauen sind auch für Sie unterwegs und wenn sie dabei noch fröhlich sind, ist das vielleicht auch nur ein "Trotzdem"-Lachen;
sie würden ihre Trainingsstunde nämlich sicher lieber mit ihrem Vierbeiner absolvieren als fremde Hundekegel einzusammeln.
Freuen Sie sich also mit uns, wenn Feld- Wald- und Wiesenwege wieder sauberer sind und wir alle nicht mehr dauernd nach unten schauen müssen. Dafür ist die Landschaft im Tösstal doch wirklich viel zu schön.
Rose Hermann
Regionalgruppe Winterthur/Tösstal
Josi Benkler