Hundeschule Balance

Hundeschule Balance HUNDESCHULE ALTDORF URI

Dienstleistungen rund um den Hund in Altdorf, Kt. Genau DAS treibt uns an.

Hundeschule/ Hundehalter-Coaching
Privat/ Einzelunterricht, Welpen & Junghundekurs, Alle Rassen Willkommen, Coaching für sogenannte „Problemhunde“, Tierschutzhunde, Verhaltensberatung, Sozialer Spaziergang, Vertrieb & Handel Clicino Clicker Ring Uri und der Zentralschweiz


Unsere Präferenzen liegen beim Alltagstraining im Einzel- und Privatunterricht, Gruppentraining, Welpenkurs sowie in der Tie

rpsychologischen Verhaltensberatung und dem Marker Training (Clicker oder Markerwort etc.). Offen bleiben, Neues dazu lernen und sich weiterbilden lassen in modernen, fairen und effizienten Trainingsmethoden und dem Wissen über das Wesen Hund. Unser Training und unsere Philosophie zur Hundeerziehung wie auch unsere Arbeiten mit Menschen und ihren Hunden beruht und orientiert sich hauptsächlich an den Techniken und den vermittelten Lerninhalten von Linda Tellington-Jones, Sheila Harper und besonders stark an Ute Blaschke-Berthold. Training mit Fokus auf Erwünschtes Verhalten und Positiver Verstärkung. Arbeiten mit Markersignal (Clicker oder Markerwort) und motivations- & bedürfnisorientierten Verstärkern. Beachtung der Wissenschaftlichen Lerntheorie und der Biologischen wie auch Individuellen Entwicklung des Hundes. Verhaltensanalyse unter dem Aspekt der Funktion von Verhalten (Funktionale Verhaltensanalyse).Stressfreies Lernen. Begegnungsstätte zur Förderung der Mensch- Hund- Beziehung seit 2005

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15/03/2026

Für aktuelle und ehemalige Kunden der Hundeschule Balance
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Eine wirklich wichtige Perspektive und exakt dargelegt wieso ich diese Art von „Rudelspaziergänge“, egal ob mit 3 … 5 …....
22/02/2026

Eine wirklich wichtige Perspektive und exakt dargelegt wieso ich diese Art von „Rudelspaziergänge“, egal ob mit 3 … 5 …. oder 20 Hunden nicht ganz so toll finde wie leider so viele andere Betrachter.

Warum tun die Hunde was sie tun?
Warum sind die Hunde wie sie sind?

Warum zeigen sie so wenig normalhündisches, der Umwelt entsprechendes Verhalten?

Entweder wurden in der Vergangenheit Alternativverhalten geübt und sehr gut verstärkt so dass diese nun bevorzugt gezeigt werden - oder es wurden natürliche Verhaltensweisen konsequent gehemmt.

Ich verstehe dass solch ein Rudelführen beeindrucken kann, denn es ist nicht immer offensichtlich und einfach dahinter zu sehen und wird oft sehr gut verkauft.
Und nein, ich bin nicht einfach nur neidisch auf diese Darsteller. Für mich stellen sie eine gewisse Gefahr für jene normalen Hundehalter mit 1-3 Hunden dar die davon fasziniert sind und es nachahmen möchten.

Auch wenn ihr augenscheinlich fröhliche und glückliche Hunde und spielerische Interventionen zwischen Mensch und Hund seht, so ist da vorgängig massive Hemmung im Spiel.
Wer seinen Hund als Partner, als Weggefährten und Begleiter sieht, der will und sollte diese Art von gemeinsam unterwegs sein nicht anstreben.

„Beeindruckend ruhig – oder systematisch eingeschüchtert?“

Warum kollektiver Gehorsam in großen Hundegruppen kein Beweis für Vertrauen ist.

Es gibt diese Videos, die in sozialen Netzwerken tausendfach geteilt werden: Eine Person schreitet voran, hinter ihr oder neben ihr laufen fünfzehn, zwanzig oder noch mehr Hunde. Kein Ziehen, kein Ausscheren, kein sichtbares Chaos. Ein leises Wort, ein kurzes Handzeichen – und die gesamte Gruppe reagiert nahezu synchron. Viele empfinden das als beeindruckend. Als Beweis außergewöhnlicher Führungsqualität.

Mich machen diese Bilder zunehmend sauer.

Denn was dort als perfekte Harmonie inszeniert wird, wirkt bei genauerem Hinsehen oft wie etwas anderes: wie kollektive Hemmung.

Auffällig ist, was fehlt. Kaum ein Hund zeigt ausgeprägtes Explorationsverhalten. Es wird wenig geschnüffelt, selten innegehalten, kaum individuell entschieden. Die Körper wirken kompakt, teilweise angespannt, die Köpfe eher tief getragen als neugierig erhoben. Spiel oder lockerer sozialer Austausch zwischen den Hunden ist selten zu sehen. Stattdessen entsteht der Eindruck einer Marschformation – funktional, diszipliniert, kontrolliert.

In großen Gruppen wirken andere Kräfte als im Einzelsetting. Gruppendynamiken können Verhalten massiv beeinflussen. Hunde lernen nicht nur durch direkte Erfahrung, sondern auch durch Beobachtung – durch soziales Lernen. Es genügt unter Umständen, wenn ein einzelnes Individuum deutlich korrigiert oder sanktioniert wird, um der gesamten Gruppe zu vermitteln, welches Verhalten unerwünscht ist. Die übrigen Hunde müssen die Strafe nicht selbst erlebt haben, um daraus Schlüsse zu ziehen. Sie sehen, was passiert, wenn jemand ausschert – und fügen sich vorsorglich.

Dieses Prinzip ist keineswegs auf Hunde beschränkt. Auch in menschlichen Gruppen lässt sich beobachten, dass die öffentliche Herabsetzung oder Bestrafung eines Einzelnen eine regulierende Wirkung auf die übrigen Mitglieder haben kann. Wer gesehen hat, was mit dem „Abweichler“ geschieht, entscheidet sich oft für Anpassung – nicht aus Überzeugung, sondern aus Vermeidung.

Übertragen auf große Hundegruppen bedeutet das: Vielleicht wurden nicht zwanzig Hunde eingeschüchtert. Vielleicht reichten ein oder zwei deutliche Interventionen. Der Rest reguliert sich selbst, um nicht ebenfalls in Konflikt zu geraten. Das Resultat wirkt wie perfekte Führung, kann aber in Wahrheit auf präventiver Unterwerfung beruhen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob der Hundeführer laut oder leise agiert. Manche arbeiten mit klarer Stimme, andere nahezu wortlos, mit minimalen Handzeichen oder Körpersperren. Doch auch subtile Signale können auf einem aversiven Lernprozess beruhen. Wenn ein kaum sichtbares Zeichen ausreicht, um eine große Gruppe abrupt zu stoppen, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie konsequent zuvor verdeutlicht wurde, was geschieht, wenn man nicht reagiert.

Was mich besonders stört, ist die Einseitigkeit dieser Darstellung. Man sieht das fertige Ergebnis, nie den Weg dorthin. Keine Lernphase, keine Konflikte, keine Stressreaktionen einzelner Hunde. Vor allem sieht man nicht, was diese Form der Führung langfristig mit dem Individuum macht.

Denn Hunde sind keine homogene Masse. Jeder von ihnen bringt ein eigenes Temperament, eigene Erfahrungen, eigene Unsicherheiten mit. In stark kontrollierten Großgruppen verschwindet diese Individualität zwangsläufig hinter der Funktionsfähigkeit des Kollektivs. Der sensible Hund, der konfliktscheue Hund, der leicht verunsicherte Hund – sie alle passen sich möglicherweise besonders stark an. Nicht, weil sie innerlich ruhig sind, sondern weil sie gelernt haben, dass Zurückhaltung Sicherheit bedeutet.

Chronischer Anpassungsdruck kann Spuren hinterlassen. Ein Hund mag äußerlich „funktionieren“ und dennoch innerlich unter erhöhter Anspannung stehen. Stress endet nicht automatisch, wenn der Spaziergang vorbei ist. Er kann sich in Reizbarkeit, vermehrter Sensibilität oder erhöhter Erschöpfung zeigen – auch zu Hause, fernab der Gruppe.

Bleibt die Frage: Wofür braucht es solche Formationen überhaupt? Welcher zwingende Grund erfordert Spaziergänge mit fünfzehn oder zwanzig Hunden gleichzeitig in enger, hochgradig kontrollierter Struktur? Hundebetreuung lässt sich auch anders organisieren – in kleineren, stabilen Gruppen, mit mehr Raum für individuelle Bewegung, für Schnüffeln, für Entscheidungsspielräume.

Oft wird argumentiert, Hunde seien schließlich soziale Wesen. Das stimmt. Doch soziale Strukturen bedeuten nicht permanente Gleichschaltung. Frei lebende Hunde oder Straßenhunde bewegen sich nicht in starren Großverbänden, in denen jede individuelle Entscheidung unterdrückt wird. Ihre Zusammenschlüsse sind flexibel, durchlässig, dynamisch. Individuen können sich lösen, Abstand gewinnen, eigene Wege einschlagen.
Genau diese Möglichkeit geht in stark kontrollierten Großgruppen verloren.

Was mich an solchen Videos letztlich so irritiert, ist die Ästhetisierung von Macht. Gehorsam wird als Ideal präsentiert, ohne dass hinterfragt wird, auf welcher emotionalen Grundlage er entstanden ist. Das Bild des souveränen „Anführers“ überstrahlt die Frage nach dem Wohlbefinden der Geführten.
Ich halte es deshalb für wichtig, genauer hinzusehen – und als Hundehalter kritisch zu prüfen, in welche Strukturen man sein eigenes Tier gibt. Große, perfekt funktionierende Gruppen sind kein automatisches Qualitätsmerkmal. Sie sind ein Managementmodell. Und wie jedes Modell tragen sie Risiken in sich.

Hunde sind soziale Wesen – aber sie sind vor allem Individuen. Und jede Form der Betreuung sollte diesem Umstand gerecht werden.

Quellen (Auswahl):
• Fugazza, C. et al. (2018). Social learning in dogs (Canis familiaris): Imitation of conspecific and human demonstrators. Scientific Reports.
• Range, F., & Virányi, Z. (2015). Tracking the evolutionary origins of dog-human cooperation: The role of social learning. Behavioral Processes.
• Bonanni, R. et al. (2010). Free-ranging dogs’ social organization and dominance relationships.
• Huber, L. et al. (2018). Social learning and imitation in dogs. Scientific Reports.
• Miklósi, Á. (2015). Dog Behaviour, Evolution, and Cognition. Oxford University Press.
• Studie zu frühen negativen Erfahrungen und Verhaltensfolgen bei Hunden (Finnische Kohortenstudie, 2020/2021).

Hinweis zur Kommentarfunktion:
Ich habe die Kommentare zu diesem Beitrag eingeschränkt. Nicht, um Diskussionen zu vermeiden – sondern um zu verhindern, dass sich endlose, sich im Kreis drehende Debatten vom eigentlichen Inhalt ablenken.
Der Text soll zum Nachdenken anregen.

Das Bild ist KI generiert

Sollte ich mal ein Buch schreiben, könnte es in etwa so beginnen 😊Die besondere Mensch–Hund-FreundschaftMeine Werte. Mei...
07/12/2025

Sollte ich mal ein Buch schreiben, könnte es in etwa so beginnen 😊

Die besondere Mensch–Hund-Freundschaft

Meine Werte. Mein Verständnis. Mein Herz.

Für mich beginnt die besondere Beziehung zwischen Mensch und Hund dort, wo wir bereit sind, wirklich hinzuschauen – nicht durch die Brille von Erwartungen, Normen oder Vorstellungen, sondern mit offenem Herzen. Was wirklich zählt, ist nicht perfekte Funktion, angepasstes Verhalten oder ein Bild, das andere beeindrucken soll. Was zählt, ist die echte Verbindung zu einem anderen Lebewesen, das uns vertraut, uns begleitet und uns jeden Tag zeigt, wie einfach und gleichzeitig wie bedeutungsvoll Nähe sein kann.

Ich habe erfahren, welchen tiefen Einfluss Achtsamkeit und Empathie, Respekt und Verständnis für die Andersartigkeit des Hundes haben. Wenn ich meinem Hund wirklich zuhöre, wenn ich ihn sehe – nicht das Verhalten, sondern den Hund dahinter –, beginnt Beziehung. Eine Beziehung, die nicht auf Leistung basiert, sondern auf Wahrnehmung.
Ich sage meinem Hund:
Ich sehe dich. Ich höre dich. Ich nehme dich wahr. Ich unterstütze dich. Ich stehe dir bei – in Momenten der Unsicherheit, in Ängsten, in deinem kleinen und grossen Erleben.

Mein Hund darf sein, wer er ist. Ganz. Ungefiltert. Mit all seinen Bedürfnissen, seinen Emotionen, seinen Eigenheiten und seiner individuellen Art, die Welt zu begreifen. Er darf sich zu 100 % auf mich verlassen – darauf, dass ich für ihn stehe, dass ich ihn schütze, dass ich ihn halte, wenn er Halt braucht.
Nicht, weil er etwas leisten muss, sondern weil er mein Hund ist. Ein einzigartiges Wesen, ein Individuum mit seiner eigenen Geschichte, seinem eigenen Inneren, seinem eigenen Sein.

Ich möchte nicht aus ihm den Hund formen, den ich mir vielleicht wünsche. Ich möchte kennenlernen, wer er wirklich ist. In seiner Echtheit liegt sein Wert – und in meiner Bereitschaft, ihn genau so anzunehmen, liegt meine Verantwortung.
Wenn ich bereit bin, hinzusehen, mich zu öffnen, wirklich wahrzunehmen, dann öffnen sich Türen zu einer Tiefe der Beziehung, von der viele Menschen nicht wissen, dass sie überhaupt existiert. Erst dann versteht man, wie reich und gross diese Freundschaft sein kann.

Beziehung, Freundschaft und bedingungsloses Vertrauen sind für mich der Kern des gemeinsamen Lebens.
Training, Regeln und gesellschaftliche Normen sind nur Werkzeuge, um ein harmonisches Zusammenleben in unserer komplexen Welt zu ermöglichen – sie haben keinen inneren Wert. Ein „perfekt funktionierender“ Hund entsteht aus menschlichem Ehrgeiz, nicht aus echter Verbundenheit.
Die Welt des Hundes kennt kein richtig und falsch, keine Leistung und kein Bewertungssystem. In ihr zählen innere Werte – Vertrauen, Sicherheit, Nähe, Authentizität.

Deshalb stelle ich keine Ansprüche an meinen Hund.
Ich stelle sie an mich:
Bereit sein zu lernen, zu verstehen, zu entdecken.
Bereit sein, dieses Wesen an meiner Seite wirklich zu sehen.
Bereit sein, Raum zu schaffen für das, was uns verbindet.

Meine persönliche Ethik im Umgang mit Hunden bedeutet, meine begrenzte gemeinsame Zeit so zu gestalten, dass am Ende nur das bleibt, was wirklich wertvoll ist: die Momente, die uns verbunden haben. Die Erlebnisse, die wir geteilt haben. Die Geschichte, die nur uns beiden gehört.
Ein Hund ist kein Statussymbol – weder durch sein Aussehen noch durch seinen Gehorsam. Er ist ein Freund auf Zeit, ein Gefährte, der uns lehrt, was es heisst, im Hier und Jetzt zu leben.

Wenn wir uns von gesellschaftlichen Bildern, Normen und Zwängen lösen, entsteht etwas Eigenes – etwas Echtes. Unsere eigene Definition von Freundschaft und Zusammenleben. Und erst wenn man es erlebt, versteht man, wie sich bedingungslose Verbindung anfühlt und wie Hund und Mensch zu einer Einheit werden können.

Eigentlich ist es ganz einfach:
Weniger Erwartungen. Weniger Vorstellungen. Weniger Müssen.
Dafür mehr Dürfen. Mehr Können.
Mehr Achtsamkeit. Mehr Ruhe.
Mehr Sein.

Mehr hier und Jetzt
Mehr Wir und Sein

Hallo, es braucht nochmals deine Unterstützung und Stimme um einen wirkungsvollen Gesetzesentwurf zum Thema Feiern ohne ...
28/08/2025

Hallo, es braucht nochmals deine Unterstützung und Stimme um einen wirkungsvollen Gesetzesentwurf zum Thema Feiern ohne Knallerei zu erreichen - ganz ohne das Wort "Verbot" zu benutzen :-)

auf openPetition ist eine Petition, die dich interessieren könnte:

Nach dem Zustandekommen der Volksinitiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk» nahm das Parlament das Anliegen ernst und sprach sich für die Ausarbeitung eines indirekten Gegenvorschlags (https://www.news.admin.ch/de/newnsb/8ZJLyrAhUCZFvGxUIp-8E) aus. In der aktuellen Vernehmlassung können...

NachdenklichRaumverwaltung - ein neues/altes Modell in der Hundeerziehung voll im Trend.Oder wie Menschen veraltete Ding...
11/08/2025

Nachdenklich

Raumverwaltung - ein neues/altes Modell in der Hundeerziehung voll im Trend.
Oder wie Menschen veraltete Dinge immer wieder neu erfinden und am Leben erhalten. Es erstaunt mich sehr wo dieser Ausdruck überall in Erscheinung tritt, gelernt, weitervermittelt und angewendet wird!

Raumverwaltung in der Hundeerziehung – ein gefährlicher Trend ohne wissenschaftliche Basis

In der Hundeszene taucht in den letzten Jahren immer häufiger der Begriff „Raumverwaltung“ auf. Was zunächst harmlos klingt, ist in der Praxis oft nichts anderes als eine neu verpackte Form von Einschränkung, Einschüchterung und Machtausübung – ohne wissenschaftliche Belege für Wirksamkeit oder Vorteil gegenüber anderen, tierschutzgerechteren Methoden.

Was Befürworter behaupten

Befürworter von Raumverwaltung empfehlen, dass der Mensch „den Raum kontrollieren“ solle – etwa indem er den Hund körperlich blockiert, ihm bestimmte Zonen (Türrahmen, Sofa, Küche) verwehrt oder durch gezielte Präsenz zum Ausweichen zwingt. Das soll angeblich „Führung“ zeigen, dem Hund „Respekt beibringen“ und unerwünschtem Verhalten vorbeugen.
Das Problem: Für diese konkrete Trainingsidee gibt es keine belastbaren, peer-reviewten Studien. In der Fachliteratur taucht der Begriff nicht als eigenständiges Konzept auf. Die positiven Effekte, die Anhänger sehen, sind meist schlicht das Ergebnis von Management und Wiederholung – nicht einer geheimnisvollen „Raumtheorie“.

Individualdistanz ist nicht Raumverwaltung

Oft wird Raumverwaltung mit Individualdistanz verwechselt.
Die Individualdistanz ist in der Ethologie klar definiert: Es ist der Abstand, den ein Tier zu einem anderen einhalten möchte, bevor es ausweicht oder droht. Sie ist beziehungs- und situationsabhängig, nicht starr – und sie beschreibt keine vom Menschen willkürlich „beanspruchte“ Zone.
Raumverwaltung dagegen ist in der Regel ein einseitig aufgezwungener Eingriff, der nicht auf gegenseitigem Verständnis beruht.

Alte Dominanzmythen in neuem Gewand

Das Konzept, Verhalten über Raumkontrolle zu steuern, erinnert stark an überholte Dominanz- und Rudeltheorien: „Wer den Raum kontrolliert, führt das Rudel.“
Die Wolfsforschung hat längst gezeigt, dass Wölfe in freier Wildbahn nicht in starren Alphastrukturen leben, sondern in Familienverbänden. Hunde sind zudem keine „abgemilderten Wölfe“, die nur auf Raumkontrolle reagieren. Fachgesellschaften warnen vor solchen Denkmodellen, weil sie zu unnötigen Konflikten führen und dem Tierwohl schaden.

Die Risiken: Stress, Frustration, Aggression

Wenn Raumverwaltung als „körperliches Blocken“, „Druck aufbauen“ oder „den Hund wegschicken“ umgesetzt wird, handelt es sich um eine aversive Methode.
Die Forschung zu aversiven Techniken ist eindeutig:
Erhöhter Stress: messbar z. B. durch höhere Cortisolwerte.
Mehr Aggression: Hunde, die konfrontativ trainiert werden, zeigen signifikant häufiger aggressives Verhalten gegenüber Menschen.
Schlechtere Lern- und Bindungseffekte: Belohnungsbasiertes Training erzielt nachhaltigere Ergebnisse, ohne negative Nebenwirkungen.
Kurz gesagt: Auch wenn der Hund scheinbar „Respekt“ zeigt, lernt er in Wirklichkeit oft nur zu meiden – und das unter Stress. Das kann zu Frustration und langfristig zu mehr Problemverhalten führen.

Verhalten folgt Emotionen – nicht Raumgrenzen

Verhalten wird nicht durch imaginäre Raumlinien gesteuert, sondern durch Emotionen, hormonelle Prozesse und Lernerfahrungen.
Hormone wie Cortisol oder Adrenalin beeinflussen Stress- und Fluchtverhalten.
Oxytocin, das bei positiven sozialen Interaktionen ausgeschüttet wird, fördert Bindung und Kooperationsbereitschaft.
Wer Verhalten nachhaltig verändern will, muss an Emotionen und Motivation ansetzen – nicht an der künstlichen Kontrolle von Wegen und Flächen.

Fazit

Raumverwaltung ist kein moderner Durchbruch in der Hundeerziehung, sondern eine altbekannte Methode in neuem Anstrich – ohne wissenschaftliche Fundierung. In der Praxis ist sie oft nichts anderes als Einschüchterung und Einschränkung, mit potenziell negativen Folgen für das Wohlbefinden des Hundes.
Wer tierschutzgerecht trainieren will, setzt auf belohnungsbasiertes Lernen, klare Kommunikation, positives Emotionsmanagement und echtes Verständnis für den Hund – nicht auf Machtspiele um den Raum.

Quellen

American Veterinary Society of Animal Behavior (AVSAB): Position Statement on the Use of Dominance Theory in Behavior Modification of Animals
Mech, L. D. (1999). Alpha status, dominance, and division of labor in wolf packs. Canadian Journal of Zoology, 1196–1203.
Scientific American / New Yorker: Populärwissenschaftliche Aufarbeitungen des Alpha-Mythos.
Vieira de Castro, A. C., et al. (2020). Does training method matter? Evidence for the negative impact of aversive-based methods on companion dog welfare. PLOS ONE, 15(12): e0225023.
Herron, M. E., et al. (2009). Survey of the use and outcome of confrontational and non-confrontational training methods in client-owned dogs. Applied Animal Behaviour Science, 117(1-2), 47–54.
Hiby, E. F., et al. (2004). Dog training methods: their use, effectiveness and interaction with behaviour and welfare. Animal Welfare, 13, 63–69.
Overall, K. L. (2013). Manual of Clinical Behavioral Medicine for Dogs and Cats. Elsevier.
Nagasawa, M., et al. (2015). Oxytocin-gaze positive loop and the coevolution of human–dog bonds. Science, 348(6232), 333–336.
Hall, N. J., & Wynne, C. D. L. (2012). The canid genome: behavioral geneticists’ best friend? Genes, Brain and Behavior, 11(1), 89–98.

lesenswert! Von Thomas RiepeWissen - Wissenschaft ist ein fundiertes Model um Prozesse, Reaktionen und Verhalten zu erkl...
28/03/2025

lesenswert! Von Thomas Riepe
Wissen - Wissenschaft ist ein fundiertes Model um Prozesse, Reaktionen und Verhalten zu erklären und verständlicher zu machen. Wissenschaft hilft auch gewisse Tendenzen und Eigenschaften unserer Hunde in ihren Zusammenhängen zu verstehen und entsprechend darauf zu reagieren und mit ihnen umzugehen.

Polymorphismus im Dopamin-Transporter-Gen (SLC6A3) in der Hundezucht - das andere Leiden der Hunde...

Menschen mögen Sport. Und sie haben sich für Sport diverse Sportgeräte kreiert. Wenn ein empfindungsfähiges Lebewesen wie ein Hund allerdings durch Zucht zum „Sportgerät“ degradiert wird, sollte man sich die Frage stellen, was das für den Hund, das empfindungsfähige Individuum, bedeutet.

Die Zuchtpraktiken bei speziellen Hunderassen für spezielle Sportarten haben zu genetischen Veränderungen geführt, die das Verhalten und die Stressanfälligkeit dieser Hunde beeinflussen. Insbesondere wurde ein Polymorphismus im Dopamin-Transporter-Gen (SLC6A3) identifiziert, der mit Verhaltensauffälligkeiten wie unvorhersehbarer Aggression, Hyperaktivität und epileptischen Anfällen in Verbindung gebracht wird. Hunde mit diesem Polymorphismus zeigen erhöhte Aktivität sowohl in neuen als auch in vertrauten Umgebungen, was auf eine genetisch bedingte Herabsetzung der Reizschwelle hindeutet.

Diese genetischen Dispositionen können dazu führen, dass betroffene Hunde einem dauerhaften Stress ausgesetzt sind. Chronischer Stress beeinträchtigt nicht nur das Wohlbefinden der Hunde, sondern kann auch zu gesundheitlichen Problemen wie einem geschwächten Immunsystem und Verhaltensstörungen führen. Studien haben gezeigt, dass Hunde mit einer starken physiologischen Stressreaktion in bestimmten Situationen in ihrem täglichen Leben eher unerwünschte Verhaltensweisen zeigen.

Das hört sich erstmal recht abstrakt an. Ich möchte trotzdem mal versuchen, das wissenschaftlich zu erklären – vor allem, was es mit diesem Polymorphismus auf sich hat:

1. Was ist ein Polymorphismus?

Ein Polymorphismus ist eine genetische Variation – also eine kleine Veränderung in der DNA-Sequenz eines Gens, die bei verschiedenen Individuen unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Solche Varianten sind völlig normal, aber manche haben Auswirkungen auf bestimmte Eigenschaften oder das Verhalten.

2. Was ist das Dopamin-Transporter-Gen (SLC6A3)?

Das Dopamin-Transporter-Gen, auch bekannt als SLC6A3, enthält die Bauanleitung für ein spezielles Protein: den Dopamin-Transporter (DAT). Dieser ist dafür verantwortlich, den Botenstoff Dopamin aus dem synaptischen Spalt (also dem Raum zwischen zwei Nervenzellen) zurück in die Nervenzelle zu transportieren, wo es wiederverwendet oder abgebaut wird.
• Dopamin spielt eine zentrale Rolle bei:
o Motivation
o Belohnungsverarbeitung
o Bewegungskontrolle
o Aufmerksamkeit
o Impulskontrolle

3. Was bedeutet also: „Polymorphismus im Dopamin-Transporter-Gen identifiziert“?

Forscher haben herausgefunden, dass es bei manchen Hunden eine genetische Variante im SLC6A3-Gen gibt, die dazu führt, dass der Dopamin-Transport im Gehirn verändert funktioniert. Das hat direkte Auswirkungen auf das Verhalten:
• Hunde mit dieser Variante könnten Dopamin langsamer oder schneller abbauen, was bedeutet, dass das Belohnungs- oder Erregungssystem über- oder unterempfindlich sein kann.
• Das wiederum kann sich äußern in:
o Hyperaktivität
o Impulsivität
o Stressanfälligkeit
o Suchtverhalten (z. B. Fixierung auf Bewegung, Bälle, Arbeit)
o Aggressivität
o Zwangsstörungen

Warum ist das problematisch?

Bei Hunderassen, die oft auf Hochleistung gezüchtet wurden (z. B. für Sport, Polizei oder Militär), kann diese genetische Veränderung durch Zucht noch verstärkt worden sein. Das heißt, man hat absichtlich Hunde vermehrt, die überdurchschnittlich stark auf Reize reagieren, weil das im Einsatz oder Sport als vorteilhaft galt.

Das Ergebnis: Hunde, die im Alltag kaum zur Ruhe kommen, ständig auf Hochspannung stehen, und nicht gut abschalten können – was zu Dauerstress, Leid und psychischen Erkrankungen führen kann.

Hier mal ein greifbares Beispiel dazu:

„Kira“ –
eine Hündin aus sportlicher Leistungszucht

Hintergrund: Kira stammt aus einer Linie, die gezielt für hohe „Trieblagen“, Reaktionsschnelligkeit und „Arbeitsfreude“ gezüchtet wurde.

Beobachtetes Verhalten:

• Schon als Welpe war sie ständig in Bewegung, hatte extreme Schwierigkeiten, zur Ruhe zu kommen.
• Reagierte auf kleinste Reize (z. B. eine flatternde Tüte oder ein vorbeifahrendes Fahrrad) mit sofortiger Erregung– meist mit Bellen, Springen oder in die Leine beißen.
• Entwickelte eine starke Fixierung auf Bewegungsreize – z. B. obsessives Starren auf Bälle oder Jogger, kaum mehr abrufbar.
• Zeigte bei Frust oder fehlendem Training Zwangsverhalten (z. B. Schwanzjagen oder ständiges Lecken an den Pfoten).
• Nach intensiven Arbeitsphasen (z. B. im Hundesport) war sie nicht erschöpft und zufrieden, sondern wurde noch rastloser – was auf eine Art Suchtverhalten hindeutete (wie eine Art „Kick“ durch Adrenalin und Dopamin).

Warum leidet der Hund?

• Kira steht unter Dauerstress. Ihr Nervensystem schaltet kaum in den Ruhemodus (Parasympathikus).
• Reize werden nicht gefiltert – alles wird als potenziell wichtig oder bedrohlich erlebt.
• Die ständige Erregung belastet Körper und Psyche: Schlafmangel, Verspannungen, Stresshormone.
• Es entsteht eine Art Feedback-Schleife: Je mehr sie in Aktion ist, desto mehr sucht sie wieder den Kick → Suchtähnliches Verhalten.
• In stressigen oder frustrierenden Momenten kann es zu plötzlicher Impulsaggression kommen – was für Halter und Umwelt gefährlich sein kann.

Quellen:

Lit, L., Belanger, J. M., Boehm, D., Lybarger, N., & Oberbauer, A. M. (2013). Differences in behavior and activity associated with a poly(A) expansion in the dopamine transporter in Belgian Malinois. PLOS ONE, 8(12), e82948. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0082948
Lit, L., Belanger, J. M., Boehm, D., Lybarger, N., Haverbeke, A., Diederich, C., & Oberbauer, A. M. (2013). Characterization of a dopamine transporter polymorphism and behavior in Belgian Malinois. BMC Genetics, 14, 45. https://doi.org/10.1186/1471-2156-14-45
Hejjas, K., Kubinyi, E., Ronai, Z., Szekely, A., Vas, J., Miklosi, A., Sasvari-Szekely, M., & Kereszturi, E. (2010). Association of polymorphisms in the dopamine and serotonin systems with aggression toward humans in dogs. Genes, Brain and Behavior, 9(5), 355–362. https://doi.org/10.1111/j.1601-183X.2010.00568.x
Zapata, I., Serpell, J. A., & Alvarez, C. E. (2016). Genetic mapping of canine fear and aggression. BMC Genomics, 17, 572. https://doi.org/10.1186/s12864-016-2926-9
van den Berg, L., Schilder, M. B. H., de Vries, H., Leegwater, P. A. J., & van Oost, B. A. (2008). Phenotyping of aggressive behavior in Golden Retriever dogs with a questionnaire. Behavior Genetics, 38(5), 555–571. https://doi.org/10.1007/s10519-008-9218-4
Overall, K. L., & Dunham, A. E. (2002). Clinical features and outcome in dogs and cats with obsessive-compulsive disorder: 126 cases (1989–2000). Journal of the American Veterinary Medical Association, 221(10), 1445–1452. https://doi.org/10.2460/javma.2002.221.1445
Hall, N. J., Glenn, K., Smith, D. W., & Wynne, C. D. L. (2015). Assessment of shelter dogs for aggression towards humans using a behavior evaluation. Applied Animal Behaviour Science, 166, 103–108. https://doi.org/10.1016/j.applanim.2015.02.020
Tiira, K., Hakosalo, O., Kareinen, L., Thomas, A., Hielm-Björkman, A., Escriou, C., Arnold, P., & Lohi, H. (2012). Environmental effects on compulsive tail chasing in dogs. PLOS ONE, 7(7), e41684. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0041684
Overall, K. L., Hamilton, S. P., & Chang, M. L. (2006). Understanding the genetic basis of canine anxiety: phenotypic and genetic correlates of separation anxiety in dogs. Journal of Veterinary Behavior: Clinical Applications and Research, 1(3), 109–124. https://doi.org/10.1016/j.jveb.2006.09.006
Takeuchi, Y., Hashizume, C., Arata, S., Inoue-Murayama, M., Maki, T., Hart, B. L., & Mori, Y. (2009). An approach to canine behavioural genetics employing guide dogs for the blind. Animal Genetics, 40(2), 217–223. https://doi.org/10.1111/j.1365-2052.2008.01824.x

Fachlich kompetente Aufklärung - versus "Meinung"Hundetraining - Achtung!reflektieren - hinterfragen - skeptisch und kri...
25/03/2025

Fachlich kompetente Aufklärung - versus "Meinung"

Hundetraining - Achtung!
reflektieren - hinterfragen - skeptisch und kritisch bleiben

Aggression und Angst - warum es so wichtig ist zu verstehen, was hinter aggressivem Verhalten wirklich steckt.Hunde mit ...
19/02/2025

Aggression und Angst - warum es so wichtig ist zu verstehen, was hinter aggressivem Verhalten wirklich steckt.
Hunde mit Aggression brauchen Verständnis und Hilfe und nicht Korrektur und Hemmung!

Genau, lasst die Hunde kommunizieren und hört ihnen öfters zu. Da gehört auch dazu, dass sie uns ihre Grenzen zeigen dür...
12/01/2025

Genau, lasst die Hunde kommunizieren und hört ihnen öfters zu. Da gehört auch dazu, dass sie uns ihre Grenzen zeigen dürfen und all zu oft uns auch unsere eigenen aufzeigen.

😌 GRENZEN SETZEN MAL ANDERS HERUM 😌

Alle reden immer darüber, dass der Mensch dem Hund Grenzen setzen muss.

Vielleicht würden Hunde aber weniger missverstanden in ihren Bedürfnissen und mglw. wäre das Zusammenleben harmonischer und vertrauensvoller, gäbe es mehr Hunde von der Sorte, die dem Mensch die Grenzen aufzeigten.

Was meinst du dazu?

Adresse

Moosbadweg 16
Altdorf
6460

Öffnungszeiten

Montag 09:00 - 20:00
Dienstag 09:00 - 20:00
Mittwoch 09:00 - 20:00
Donnerstag 09:00 - 20:00
Freitag 09:00 - 20:00
Samstag 09:00 - 16:00

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