05/05/2024
Pyometra bei einer Hündin
Auffällig vermehrtes Wassertrinken, Mattigkeit, Fieber, verringerter Appetit – treten diese Symptome bei einer unkastrierten Hündin auf, muss man immer an die potenziell lebensbedrohliche Gebärmuttervereiterung (Pyometra) denken. Prinzipiell ist jeder Zeitpunkt möglich, am häufigsten erkranken die Hündinnen aber zwei bis vier Monate nach der letzten Läufigkeit.
Die Diagnose der sogenannten „offenen Pyometra“ ist einfach und schnell gestellt: Ein geöffneter Muttermund erlaubt das Ausfließen des Eiters aus der damit gefüllten Gebärmutter in die Va**na und schließlich nach draußen. Diese Form ist aufgrund der relativ simplen Erkennungsmerkmale und aufgrund der Tatsache, dass der Eiter abfließen kann, etwas günstiger als die heimtückischere „geschlossene Pyometra“. Hierbei bleibt der Muttermund geschlossen, wodurch sich der Eiter in der Gebärmutter anstaut. In Extremfällen kann das Organ platzen und der Inhalt ergießt sich in die Bauchhöhle.
In beiden Fällen kommt es früher oder später zu einer Blutvergiftung und Organschäden. Daher ist schnelles Handeln essenziell: Blutuntersuchungen und ggf. ein Bauchultraschall schaffen einen Überblick über den Zustand der Hündin. Danach wird sie schnellstmöglich operiert, wobei die entzündete Gebärmutter inklusive der Eierstöcke vollständig entfernt werden. Versorgt mit einem Antibiotikum, Schmerzmitteln und Flüssigkeitsinfusionen sind so die Überlebenschancen gut.
Bei der Hündin auf den Fotos war die Kastration allerhöchste Eisenbahn. Sie litt an einer geschlossenen Pyometra, die kurz vor dem Platzen stand, und zeigte bereits deutliche Symptome einer Blutvergiftung. Die OP gelang uns gut und die Hündin ging am nächsten Tag schwanzwedelnd nach Hause. Das entfernte Organ wog im Gesamten exakt drei Kilogramm! Was für eine Erleichterung für die 20-kg-Hündin!