07/04/2026
Wenn ein Pferd im Gewebe „loslassen“ kann, bedeutet das vor allem, dass Muskeln, Faszien und das Nervensystem aus Spannung in einen entspannten, durchlässigen Zustand übergeht. Und genau das ist aus mehreren Gründen wichtig:
Das Nervensystem:
Ein Pferd, das nicht loslassen kann steckt oft im Alarmmodus (Flucht-/Abwehrreaktion).
Wenn es im Gewebe loslässt sinkt der Stresslevel,
der Parasympathikus (Ruhemodus) wird aktiv, erst dann wird das Pferd überhaupt aufnahmefähig und lernbereit.
Bewegungsqualität und Gesundheit:
Dauerhafte Spannungen im Gewebe führt zu
eingeschränkter Beweglichkeit, Fehlbelastungen,
langfristig sogar zu Schmerzen oder Verletzungen.
Wenn das Pferd loslassen kann bewegen sich Muskeln und Faszien elastischer, Gelenke werden besser unterstützt, Bewegungen werden fließender und gesünder.
Faszien und Körpergefühl:
Das Bindegewebe (Faszien) speichert Spannungen, auch emotionale. Beim richtigen Loslassen lösen sich Verklebungen, verbessert sich die Körperwahrnehmung und das Pferd kann sich besser koordinieren.
Kommunikation und Vertrauen:
Ein Pferd, das loslassen kann fühlt sich sicher,
reagiert feiner auf Hilfen und zeigt mehr Vertrauen zum Menschen und ist bereitwillig zu lernen. Ein festgehaltenes Pferd hingegen „macht zu“, körperlich als auch mental.
Balance zwischen Spannung und Entspannung
Es geht nicht um völlige Schlaffheit, sondern um die Fähigkeit Spannung aufzubauen (für Bewegung) und sie wieder loszulassen. Genau diese Balance macht ein Pferd langfristig gesund und leistungsfähig.