08/02/2022
Um sich zu verändern, brauchen wir 3 Dinge:
Den Willen etwas in sich wirklich zu verändern.
Die Kraft mit Rückschlägen umzugehen.
Einfühlungsvermögen für all die Menschen, die eine Veränderung von dir nicht aushalten können/werden.
Hauptsächlich arbeite ich mit Kindern und Jugendlichen und gerade diese Arbeit erfüllt mich sehr. Nicht aus dem Grund, weil es Kindern und Jugendlichen vielleicht vermeintlich besser geht als Erwachsenen oder weil sie leichter zu beeinflussen sind, wie auch manche denken. Nein! Kinder und Jugendliche inspirieren mich. Sie haben den Geist und Sinn für Neues. Sie wollen sich entwickeln und Fehler machen und Entscheidungen treffen, aus denen sie schlußendlich lernen.
Jugendliche besonders, sie wollen nicht jede Meinung aufs Auge gedrückt bekommen oder sich manipulieren lassen, sodass die Eltern und die Schule oder der Arbeitgeber zufrieden sind.
Sie wollen Revolutionen, begeistern, verschrecken, irritieren, anders sein und gerade das ist herausragend.
In der Zeitspanne des Alters durchleben wir nicht viele Pubertäten- außer eine verspätete 😀 die Midlifecrisis.
Ich bezeichne die Pubertät gerne als das Pubertier in uns.
Tiere sind uns ja nicht so unähnlich, vorallem Säugetiere - sollte sich jemand amüsieren wollen: https://m.youtube.com/watch?v=Ba8LTg3pP3Q
Das Puber-tier in uns bringt uns dazu lästig zu sein, keine Grenzen einhalten zu wollen, aber es verhilft uns auch Aggression zu leben und sich selbst zu finden. Wen man bei den eigenen Wünschen ankommt und dafür einsteht, ist das gut für eine gesunde Entwicklung des Ich. Doch immer sollten Sie als Eltern, den bald Erwachsenen auch nicht gewinnen lassen.
Jugendliche wollen und sollen sich die Hörner abstoßen, um sich autonom und selbstständig zu entwickeln.
Welche Eltern von heute immer noch glauben wollen, trotz Jahrzehnte langer Forschung, dass pure Konsequenz oder Strafe in der Pubertät noch punkten, denken wirklich leided am Holzweg. Wer bisdahin nicht geschafft hat, eine starke Bindung zum eigenen Kind herzustellen, wir weder für ein Ohr noch für andere Gespräche zu haben sein oder sich das Vertrauen des Jugendlichen verdient haben.
Jugendliche wollen keine Eltern, und brauchen auch solche nicht, die einmal "ja" und einmal "nein" sagen(unbegründet natürlich) oder solche die immer "ja" sagen, noch solche die ständig "nein" sagen.
Jugendliche brauchen starke Eltern, die zusammenhalten und die Kämpfe mit den Jugendlichen aushalten. Es sind Ihre Kinder, die nun "Flügge" werden wollen.
Sie wollen Ihre eigenen Eltern nicht auslöschen, doch sie brauchen jemanden wo sie Ihr Ventil ablassen können. Das stärkt die Bindung und verhilft auch dazu immer noch "good enough" als Elternteil zu sein.
Jugendliche sollen sich bitte nicht an alles anpassen und auch nicht allem widersetzen. Es liegt jetzt an Ihnen sich mit Ihrem eigenen Pubertier auseinander zu setzen und sich zu fragen, wie war ich in dieser Zeit und was hätte ich von meinen Eltern gebraucht?
Viel Spaß bei der Reise durch den Selbstanteil des eigenen Ich, wenn man ein Elternteil ist.
Und ich meine das nicht sarkastisch: Wer sich seinem eigenen Pubertier stellt, weiß ob er lieber ein Löwe oder eine Hyäne wäre und genauso wird sich ihr Kind verhalten. Dann überlegen Sie, wie sich Löwen/Affen etc. am besten verhalten in der Pubertät und denken sich, dass diese Entwicklung sein muss, um erwachsen zu werden.
Verbieten sie ihrem Kind nicht sich auszuprobieren und Fehler zu machen. Wir lieben doch Fehler! Ohne Sie wären wir alle die gleichen Schafe!