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27/08/2026

„Die wollen doch nur spielen!“ – einer der Sätze, durch die Hunde am häufigsten missverstanden werden. Denn Spiel ist etwas sehr Intimes.
Echtes soziales Spiel braucht Sicherheit, Vertrauen und die Bereitschaft, sich aufeinander einzulassen. Es ist etwas, das Hunde vor allem mit Sozialpartnern zeigen, bei denen sie sich wohl und sicher fühlen.

Zwei fremde Hunde, die sich auf der Straße begegnen, haben diese Beziehung nicht.

Was wir deshalb schnell als „Spiel“ bezeichnen, ist häufig etwas ganz anderes - z.B. Fiddeln.

Fiddeln ist eine Konfliktstrategie– und genau deshalb wird es so leicht übersehen.

Bei einem Hund, der flüchten möchte, deutlich Abstand sucht, knurrt, bellt oder nach vorne geht, erkennen wir meistens schnell: „Das ist ihm jetzt zu viel.“

Ein fiddelnder Hund kann dagegen hektisch herumhüpfen, Spielaufforderungen zeigen, den anderen Hund anrempeln, hin- und herrennen oder scheinbar besonders freundlich sein.

Für uns sieht das schnell nach Spaß aus. Für den Hund kann es aber bedeuten: "Ich weiß gerade nicht, wie ich mit dieser Situation umgehen soll.“

Fiddeln entsteht aus Unsicherheit, Aufregung oder Überforderung. Der Hund versucht, einen sozialen Konflikt zu entschärfen oder die Situation irgendwie auszuhalten.
Und genau deshalb ist es nicht weniger relevant, nur weil es freundlich aussieht.

Wenn wir unsere Hunde bei jeder Begegnung zu fremden Hunden schicken, lernen sie nicht automatisch soziale Kompetenz.

Sie können stattdessen lernen:
- Jeder Hund bedeutet Kontakt.
- Jeder Hund muss begrüßt werden.
- Abstand ist keine Option...

Dabei ist soziale Kompetenz nicht, mit jedem Hund spielen zu können. Sondern auch einen fremden Hund sehen zu können, ohne dass daraus eine Interaktion entstehen muss.

Nicht jeder Hund ist ein Spielpartner. Nicht jede Begegnung braucht Kontakt.
Und manchmal ist die beste Begegnung die, bei der beide Hunde einfach entspannt weitergehen können. 🤍

20/08/2026

Heute beim Wandern gab es für unsere Hunde gleich mehrere aufregende Momente. 🌿🐾

Erst die Sichtung von Murmeltieren – der Jagdimpuls war sofort da und die Erregung stieg. Kurz danach wollte mein Rüde den anderen Hund besteigen. Das Verhalten war ein gutes Beispiel für eine "Übersprungshandlung".

Aufreiten bedeutet nämlich nicht immer sexuelles Verhalten. Gerade in Situationen mit viel Aufregung, Stress oder innerer Anspannung können Hunde Verhaltensweisen zeigen, die ihnen helfen, mit dieser Emotion umzugehen.

Statt zu schimpfen, haben wir ihnen geholfen, wieder runterzufahren: Eine Schlecktube gab ihnen die Möglichkeit zu lecken, sich zu sammeln und die Erregung besser zu regulieren. ❤️

Verhalten passiert nicht einfach so. Es hat immer einen Grund. 🐕✨

16/08/2026

Aversives Training ist nie die einfachste Lösung für den Hund – sondern immer für den Menschen.

Denn Verstehen bedeutet Arbeit.

Es bedeutet, Zeit zu investieren.
Es bedeutet, sich weiterzubilden.
Es bedeutet, Körpersprache zu lernen, Verhalten zu beobachten und Zusammenhänge zu verstehen.

Auch wir Trainer investieren Zeit, Energie und Geld in Fortbildungen, Seminare und Fachwissen – weil gutes Hundetraining niemals „fertig gelernt“ ist.

Ein „Nein“ ist schnell gesagt.
Eine Korrektur ist schnell gemacht.

Aber echtes Training bedeutet, Fragen zu stellen:
Warum zeigt der Hund dieses Verhalten?
Was braucht er?
Wie kann ich ihm helfen, etwas Neues zu lernen?

Denn die größte Herausforderung im Hundetraining ist manchmal nicht der Hund – sondern die Bereitschaft des Menschen, selbst dazuzulernen.

**Kontrolle braucht keine Veränderung. Verständnis schon.**

15/08/2026

Nein Gabi, auch dein Hund ist nicht gesund.

„Ich würde mir ja keinen Hund mit extrem kurzer Schnauze kaufen. Ich würde einen nehmen, der noch etwas mehr Nase hat.“

Nein. Auch ein Hund mit etwas längerer Schnauze ist nicht automatisch ein gesunder Hund.

Denn Brachyzephalie beschreibt nicht einfach nur eine kurze Nase. Es beschreibt eine verkürzte Schädelstruktur, bei der sich die gesamten anatomischen Verhältnisse im Kopf verändern. Durch jahrzehntelange Zucht auf ein bestimmtes Aussehen wurden unter anderem Schädelknochen, Kieferlänge, Zahnstellung, Gaumen, Weichteilgewebe und Atemwege verändert.

Das Problem liegt deshalb nicht nur in der sichtbaren Länge der Schnauze.
Bei brachyzephalen Hunden entsteht häufig ein Missverhältnis: Im verkürzten Schädel bleibt weniger Platz, während Weichteilgewebe wie Gaumen und Schleimhaut nicht im gleichen Maß reduziert wurden. Dadurch werden Atemwege eingeengt.
Für den Hund bedeutet das:
Atmen kostet mehr Kraft, als es kosten sollte.
Bewegung wird schneller anstrengend.
Wärme kann schlechter abgegeben werden, weil die Regulation über die Atemwege eingeschränkt ist.
Schlaf und Erholung werden durch Atemprobleme gestört.

Und nein: Ein Hund ist nicht automatisch gesund, nur weil er spielt, frisst, wedelt oder einen glücklichen Eindruck macht.
Hunde sind Meister darin, sich anzupassen. Sie zeigen Einschränkungen oft nicht so, wie wir Menschen es erwarten.
Ein Hund kann aktiv sein und trotzdem körperliche Einschränkungen haben.
Ein Hund kann Freude zeigen und trotzdem unter einer nicht funktionalen Anatomie leiden.

Denn Gesundheit bedeutet nicht nur, dass ein Hund irgendwie zurechtkommt. Gesundheit bedeutet, dass sein Körper seine grundlegenden Funktionen erfüllen kann.

Das ist eine Grundvoraussetzung für ein artgerechtes Hundeleben. 🐾





08/08/2026

„Oh, der freut sich ja!“ 🥰

Diesen Satz hören wir ziemlich oft, sobald ein Hund mit der Rute wedelt.

Aber: Schwanzwedeln bedeutet nicht automatisch Freude!

Die Rute ist ein Teil der hündischen Kommunikation. Schwanzwedeln zeigt zunächst einmal, dass der Hund emotional aktiviert bzw. erregt ist. Was genau dahintersteckt, können wir nicht allein an der Rute erkennen.

Zum Beispiel:

🐾 lockerer Körper + weiches, großzügiges wedeln + entspannte Gesichtszüge
→ kann zu einer freundlichen, positiven Erregung passen

🐾 hohe, eher steife Rute + schnelles, kleines wedeln + angespannter Körper
→ kann auf hohe Anspannung oder starke Erregung hindeuten

Deshalb gilt: nicht nur die Rute anschauen – den ganzen Hund lesen!

Frag dich:

→ Wie ist seine Körperhaltung - locker oder angespannt?
→ Wie wird die Rute getragen - wie bewegt sie sich?
→ Was machen Ohren, Augen und Maul?
→ Was passiert gerade in der Situation?

Denn derselbe „Wedler“ kann je nach Kontext etwas ganz Unterschiedliches bedeuten.

Die Rute ist kein Glücksbarometer. 😉

Sie ist ein Teil der Körpersprache – und erst das Zusammenspiel der verschiedenen Signale hilft uns dabei, besser zu verstehen, was unser Hund gerade erlebt.

Beim nächsten Schwanzwedeln: Schau nicht nur auf die Rute. Schau auf den ganzen Hund. 🐶❤️

08/08/2026

Tierärztin aus Köln erklärt nach 18 Jahren Praxis, warum Kühlmatten und Ventilator zu spät greifen und was Ihr Hund an warmen Tagen wirklich braucht.

Adresse

Steinig 227a
Pettneu Am Arlberg
6574

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