18/03/2023
Samstags mit Julie von Bismarck: Aufnahme der Klassischen Deutschen Reitlehre in das immaterielle Kulturerbe der UNESCO
Das ist eine lange Überschrift. Aber eine Gute. Denn es bedeutet die Anerkennung eben der alten Regeln, Werte und Lerninhalte, von denen ich immer spreche und schreibe. Es ist somit ein hervorragendes Statement für all jene, die behaupten, es gäbe nicht "die klassische deutsche Reitlehre" und sich stattdessen "neue Reitweisen" erschaffen, die dem Reiter eben diese klassische Ausbildung ersparen, dafür sorgen, dass jeder auch ohne diese auf einem Pferd sitzen kann und dabei die Gesundheit des Pferdes aufs Spiel setzen.
Es ist außerdem ein guter Anlass für mich, um noch einmal zu wiederholen, was ich seit Jahren schreibe und sage und wovon all meine Bücher handeln:
Würden alle zu den alten Werten, Regeln und Pflichten der Reiterei zurückkehren, Reitlehrer und Reiter, dann hätten wir kaum noch kranke, kaputte, verschlissene Pferde.
Warum nehmen wir diese Ehre der UNESCO nicht zum Anlass, uns alle wieder mehr darauf zu konzentrieren, uns und unsere Pferde nach diesen Richtlinien und Werten auszubilden. Hier ein kurzer Überblick über die Grundlagen: Korrektes vorwärts-abwärts, Ausreiten (richtig ausreiten, durch Wald und Feld, in allen Gangarten), Sitzübungen, Selbstbeherrschung am und auf dem Pferd, ohne Bügel und Zügel reiten, Sport abseits vom Pferd für körperliche Fitness, Respekt und Höflichkeit anderen Reitern gegenüber, das Wohl des Pferdes zu jeder Zeit in den Mittelpunkt zu stellen, Wissen über den Bewegungsablauf, den Körper und die Psyche des Pferdes.
Ich freue mich wirklich sehr über diese Auszeichnung (ich empfinde es als solche), denn wenn diese Lehre es bis in das immaterielle Kulturerbe der UNESCO schafft, sollte sie es wohl auch in die Köpfe der Reiter schaffen.
In diesem Sinne wünsche ich allen Pferden und Reitern ein wundervolles Wochenende! ©Julie von Bismarck