02/01/2022
Heute war ich auf Entdeckungsreise mit dem Honigpferd. Zwei Stunden vergingen wie im Flug. Sie beobachtete die Welt um sie herum, die Herde, die Menschen, ganz in Ruhe. Ich ließ mich mitreißen. Zuerst schien es mir, als passiere kaum etwas. Dann begann ich zu sehen, was sie sah: So viele kleine Ereignisse. Eine Unstimmigkeit unter den Herdenkollegen, ein zwitschernder Vogel, ein Windstoß in der Hecke, ein Lachen, ein Schnauben, ein Bellen. Die Zeit floss so langsam, dass für jede Entdeckung unendlich viel davon da war. In zwei Stunden bewegten wir uns kaum mehr als zwanzig Meter weit über den Hof, und doch hatte ich danach das Gefühl, in einer anderen Welt auf Reisen gewesen zu sein. Zwei Stunden lang hatte das Honigpferd eine lebendige, freie, gelassene Neugier in den Augen, die ich in vielen Jahren kaum je so darin gesehen habe.