13/10/2025
Kürzlich wurde in einer Kärntner Zeitung ein Artikel veröffentlicht, in dem ein steirischer Hundetrainer ganz offen zugibt, Hunde über Tritte zu erziehen. Und das nennt er dann "Grenzen setzen".
NICHT GEWALT.
NICHT EINSCHÜCHTERUNG.
NEIN - GRENZE SETZEN.
Und genau da liegt das Problem.
Denn ja - aversives Training funktioniert.
Natürlich tut es das.
Wenn ich meinem Hund mit Strafe, Druck oder Angst begegne, verändert sich sein Verhalten.
Aber nicht, weil er verstanden hat, was ich von ihm will - sondern weil er Angst vor den Konsequenzen hat.
Das nennt man Lerntheorie, und die funktioniert in beide Richtungen:
📚 Strafe kann Verhalten unterdrücken.
🩷 Positive Verstärkung kann Verhalten aufbauen.
Der Unterschied?
👉 Bei Strafe lernt der Hund, was er vermeiden sollte.
👉 Bei positiver Verstärkung lernt der Hund, was er tun kann, um erfolgreich zu sein.
Wer wirklich verstanden hat, wie Lernen funktioniert, der wählt keine Methoden, die auf Schmerz, Schreck oder Einschüchterung basieren.
Man wählt sie nur dann, wenn man auf schnelle Erfolge aus ist, um der Community zu zeigen, wie toll man ist und nicht verstanden hat, wie bedürfnisorientiertes Training funktioniert.
Denn positives Training erfordert eines: HIRNSCHMALZ.
Es verlangt, dass ich mich mit Emotionen, Bedürfnissen und Kommunikation beschäftige.
Das ich erkenne, warum ein Hund tut, was er tut.
Dass ich die Lerntheorie wirklich verstanden habe und weiß, wie ich Verstärker gezielt und sinnvoll einsetzen kann.
Dass ich Verantwortung übernehme, statt sie dem Hund zuzuschieben.
Das ist unbequemer. Und es braucht Empathie, Wissen und Geduld.
Aber es ist der einzige Weg, der den Hund nicht bricht, sondern begleitet.
Der Hund lernt, uns zu vertrauen, statt uns zu fürchten.
Denn eines darf man bei aller Diskussion nicht vergessen:
🚨 Tritte, körperliche Gewalt und Einschüchterung sind keine Trainingsmethoden!
Sie sind tierschutzwidrig, laut Tierschutzgesetz verboten und haben im modernen Hundetraining keinen Platz.
Wer Gewalt am Tier einsetzt, überschreitet nicht nur moralisch, sondern auch gesetzliche Grenzen- und ich hoffe sehr, dass solch eine Handlung die Konsequenzen haben, die sie verdienen.