21/04/2025
Die sozial-sensible Phase beim Hund – sie klingt erstmal nach einem weiteren Fachbegriff. Aber wer junge Hunde begleitet, weiß: Diese Zeit ist entscheidend.
Der Beginn und das Ende dieser Phase werden je nach Forscher unterschiedlich eingeordnet – insgesamt liegt sie jedoch zwischen der 3. und spätestens der 20. Lebenswoche. In dieser Zeit ist der junge Hund besonders aufnahmefähig für soziale Reize, Kommunikationsformen und den Umgang mit Artgenossen und Menschen.
Dr. Ute Federsen-Petersen beschreibt in ihrer Forschung deutliche Unterschiede zwischen den Rassen. Diese betreffen nicht nur die Dauer, sondern auch die Art und Weise, wie Hunde in dieser Phase auf Umwelt- und Sozialreize reagieren.
Ein Satz aus ihrem Werk bringt es gut auf den Punkt:
„Gerade die frühe Verhaltensentwicklung eines Hundes ist deshalb für das gesamte Hundeleben von so zentraler Bedeutung, weil sie wichtige Entwicklungsschritte umfasst, die durch große Umweltoffenheit gekennzeichnet sind.“
(Federsen-Petersen, U.: Hundepsychologie, 5. Aufl.)
Was bedeutet das für den Alltag mit Welpen?
In dieser Phase lernt der Hund, wie soziale Interaktion funktioniert. Welche Signale angemessen sind. Wie Nähe reguliert wird. Was Drohen, Spiel oder Beschwichtigung bedeutet. Es geht nicht um „Sitz“ oder „Platz“, sondern darum, wie der Hund mit seiner Umwelt in Beziehung tritt.
Wird diese Zeit nicht gut begleitet – etwa durch fehlende Umweltreize, Überforderung oder missverständliche Kommunikation – kann das später zu Unsicherheiten und unerwünschtem Verhalten führen.
Der Welpe braucht echte soziale Erfahrungen – mit passenden Hunden, mit Menschen, mit der Welt. Und jemanden, der ihn dabei feinfühlig begleitet.