Tierarztpraxis Thomas Waysocher

Tierarztpraxis Thomas Waysocher Praktischer Tierarzt für Groß- und Kleintiere
Röntgen, Labor, Ultraschall

Tierarztpraxis Thomas Waysocher Ich kann dieses Wochenende nicht in der Hängematte ruhen, denn ich habe Notdienstund bin...
07/08/2026

Tierarztpraxis Thomas Waysocher

Ich kann dieses Wochenende nicht in der Hängematte ruhen, denn ich habe Notdienst

und bin unter 0664 532 76 36 erreichbar.

Trotzdem wünsche ich Ihnen/Euch ein
ruhiges Wochenende!

Gilt im übertragenen Sinne sowohl für uns Zweibeiner, als auch für unsere anvertrauten Vierbeiner!TCM: die erste echte L...
04/08/2026

Gilt im übertragenen Sinne sowohl für uns Zweibeiner, als auch für unsere anvertrauten Vierbeiner!

TCM: die erste echte Longevity-Medizin

Was wir von Yang Sheng, der Pflege des langen Lebens, über gesundes Altern lernen können

Wir leben in einer Zeit, in der Altern zunehmend als technisches Problem betrachtet wird. Wissenschaftler analysieren genetische Marker der Langlebigkeit, Start-ups entwickeln Nahrungsergänzungsmittel gegen Zellalterung, und im Silicon Valley experimentieren Unternehmen mit streng kontrollierten Ernährungs- und Trainingsprogrammen, um unsere biologischen Uhren zu verlangsamen. Der Begriff Longevity ist damit zu einem Leitwort geworden. Doch hinter der Faszination für ein langes Leben verbirgt sich eine grundlegende Frage, die oft zu kurz kommt: Nicht allein das „Wie alt werden wir?“ ist entscheidend, sondern vor allem das „Wie leben wir, während wir altern?“. Eine bemerkenswerte Antwort lieferte bereits vor mehr als 3.000 Jahren die Traditionelle Chinesische Medizin – genauer gesagt eines ihrer ältesten und zugleich modernsten Konzepte: Yang Sheng: die Pflege des langen Lebens.

Wie kann es gelingen, nicht nur ein langes Leben zu erreichen, sondern Gesundheit bis ins hohe Alter zu pflegen? Diese Frage beschäftigt die Menschheit heute stärker denn je. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist kontinuierlich angestiegen: In Deutschland liegt sie aktuell bei rund 78,5 Jahren für Männer und 83,4 Jahren für Frauen. Gleichzeitig hat die Zahl chronischer Erkrankungen rapide zugenommen – von Herz-Kreislauf-Leiden über Diabetes bis hin zu neurodegenerativen Erkrankungen. Damit rückt eine entscheidende Perspektiv-Verschiebung in den Mittelpunkt: Nicht allein die Frage, wie alt wir werden, ist relevant. Vielmehr geht es darum, wie wir möglichst lange geistig klar, körperlich beweglich, emotional verbunden und selbstbestimmt bleiben – ober ob sich lediglich eine Lebensphase verlängert, die von immer stärkeren Einschränkungen geprägt sein wird.

Longevity – neuer Name für ein altes Konzept
Schon vor mehr als 3.000 Jahren beschäftigten sich die Ärzte in China mit genau dieser Frage. Daraus entstanden ist ein medizinisches System, das bis heute praktiziert wird: die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Im Zentrum dieses Denkens steht ein Konzept namens Yang Sheng, wörtlich übersetzt „die Pflege des Lebens“. Es beschreibt eine Lebenskunst, die Ernährung, Bewegung, Schlaf, emotionale Balance und die Verbindung zur Natur umfasst. Gesundheit wird dabei nicht als statischer Zustand verstanden, sondern als ein Prozess der kontinuierlichen Pflege.

Während moderne Longevity-Konzepte häufig versuchen, den Körper zu optimieren oder Alterungsprozesse technisch zu kontrollieren, verfolgt die chinesische Medizin einen anderen Ansatz: Sie fragt nicht in erster Linie, wie sich das Altern verhindern lässt, sondern wie ein Mensch so leben kann, dass seine Lebenskraft möglichst lange erhalten bleibt. Die Antwort darauf ist überraschend zeitlos und liegt weniger in spektakulären medizinischen Innovationen als vielmehr in einer sorgfältigen Pflege des Alltags. Denn aus Sicht der chinesischen Medizin entsteht Gesundheit vor allem im täglichen Leben.

Yang Sheng: Freude, Maß und Bewusstheit
Yang Sheng lässt sich am ehesten als eine Lebenskunst beschreiben, die den Menschen in seiner Gesamtheit betrachtet – eingebettet in natürliche Rhythmen, soziale Beziehungen und emotionale Prozesse. Bereits im medizinischen Grundlagenwerk der chinesischen Medizin, dem Huangdi Neijing (dem Klassiker des Gelben Kaisers), wird ausführlich beschrieben, wie Lebensführung, Ernährung, Schlaf, emotionale Ausgeglichenheit und maßvolle Aktivität darüber entscheiden, ob ein Mensch gesund altert oder frühzeitig erkrankt. Das Ziel von Yang Sheng ist dabei keineswegs Askese oder Leistungsoptimierung.

Im Gegenteil: Es geht um Freude, Maßhalten und Bewusstheit. Gesundheit wird dabei als fortlaufender Prozess der Pflege verstanden – vergleichbar mit einem Garten, der Aufmerksamkeit braucht, aber nicht ständig umgegraben werden muss. Zentral ist der Gedanke, das sogenannte Qi, die vitale Lebenskraft, möglichst lange zu bewahren. Diese Ressource gilt in der chinesischen Medizin als begrenzt, aber durch einen klugen Lebensstil gut einteilbar.

Nach der traditionellen Vorstellung durchströmt das Qi den Körper entlang bestimmter Leitbahnen, den sogenannten Meridianen. Diese versorgen die Organe und Gewebe mit Energie und halten ihre Funktionen aufrecht. Ist der Fluss des Qi harmonisch, können Körper und Geist ihre Aufgaben mühelos erfüllen. Kommt es hingegen zu Blockaden, Mangel­zuständen oder einem Übermaß an Energie, entstehen Beschwerden und schließlich Krankheiten. Das Ziel der Lebenspflege besteht daher darin, diese Energie möglichst lange zu bewahren und ihren freien Fluss zu unterstützen.

Und genau hier liegt auch die Nähe zwischen Yang Sheng und dem heutigen Longevity-Gedanken: Beide fragen nach den Bedingungen eines langen Lebens. Doch während moderne Konzepte oft stark auf Messbarkeit, Leistungsdaten und Optimierung setzen, erinnert Yang Sheng daran, dass Langlebigkeit in erster Linie eine Frage der Lebensführung ist. Dazu gehört letztlich auch die innere Haltung. Statt Askese oder Selbstkontrolle um jeden Preis steht ein kluger Umgang mit den eigenen Ressourcen im Vordergrund. Wer gesund altern möchte, sollte aus Sicht der chinesischen Medizin lernen, seine Kräfte nicht fortwährend zu vergeuden – durch Dauerstress, Schlafmangel, innere Anspannung, emotionale Übersteuerung oder ein Leben gegen die natürlichen Rhythmen.

Ein Medizinsystem, das den ganzen Menschen betrachtet
Die Traditionelle Chinesische Medizin blickt auf eine über 2.000-jährige Geschichte zurück und wird bis heute in China als eigenständiges Medizinsystem praktiziert. Sie basiert auf einer Vielzahl klinischer Beobachtungen und Erfahrungen. Im Unterschied zur westlichen Medizin richtet sie ihren Blick nicht allein auf einzelne Organe oder Symptome, sondern auf den Menschen als Ganzes – mit seinem Körper, seinen Emotionen und seiner Umwelt.

Besonders bemerkenswert ist dabei der hohe Stellenwert der Prävention. In der traditionellen chinesischen Kultur galt ein Arzt dann als besonders erfolgreich, wenn seine Patienten gar nicht erst krank wurden. Gesundheit zu bewahren, bevor Krankheit entsteht: Diese Idee prägt das medizinische Denken in China bis heute. Darin liegt auch eine besondere Modernität. Denn vieles von dem, was heute unter Präventionsmedizin, Lebensstilmedizin oder gesundem Altern diskutiert wird, ist in der TCM von vornherein angelegt: die Bedeutung regelmäßiger Rhythmen, die Rolle von Schlaf und Verdauung, der Einfluss emotionaler Zustände und die Anpassung an Jahreszeiten und Lebensphasen.

Die Pflege von Geist und Emotionen:
innere Balance als Gesundheitsfaktor

Aus Sicht der TCM sind Emotionen keine rein psychologischen Phänomene, sondern wirksame Kräfte, die direkt auf die körperliche Ge­sundheit einwirken. Die klassischen Schriften sprechen von sieben Emotionen, die bei Übermaß krank machen können: Ärger, Freude, übermäßiges Grübeln, Trauer, Sorgen, Angst und Schock.

Ärger kann nach chinesischem Verständnis Hitze erzeugen und den freien Fluss des Qi behindern. Übermäßiges Grübeln hingegen bindet Energie und schwächt die Mitte. Trauer wiederum kann die Energie absinken lassen, und Angst und Sorgen halten den Organismus in dauernder Alarmbereitschaft. Schon in den alten Schriften wurde daher betont, wie wichtig die Fähigkeit ist, die eigenen Emotionen zu regulieren und den Geist zu beruhigen.

Moderne Studien bestätigen heute, was chinesische Ärzte schon vor Jahrhunderten beobachteten: Chronischer Stress erhöht das ­Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Schlafstörungen und entzündliche Prozesse im Körper. Yang Sheng empfiehlt daher keine Unterdrückung von Gefühlen, sondern deren bewusste Wahrnehmung und Regulierung. Denn belastend werden sie erst dann, wenn sie zu stark, zu dauerhaft oder nicht verarbeitet sind. Gelassenheit, Selbstreflexion, soziale Verbundenheit und Sinnhaftigkeit im Leben gelten laut TCM als zentrale Schutzfaktoren. Wer lernt, innere Spannungen frühzeitig zu erkennen und auszugleichen, betreibt nachhaltige Gesundheitsvorsorge.

Schlaf: Regeneration im Einklang mit den.
Rhythmen

Dem Schlaf wird im Yang Sheng eine besondere Bedeutung beigemessen. Er gilt als wichtigste Phase der täglichen Regeneration, in der sich Yin und Yang ausbalancieren. Traditionell wird empfohlen, sich an den natürlichen Tagesrhythmen zu orientieren – also eher früher zur Ruhe zu kommen und den Morgen bewusst zu beginnen. Schlafstörungen werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern als Ausdruck eines Ungleichgewichts verstanden: zu viel geistige Aktivität, emotionale Belastungen, unregelmäßige Mahlzeiten oder fehlende Erholungsphasen.

Auch die moderne Schlafforschung bestätigt, dass die Schlafqualität einen erheblichen Einfluss auf unsere Immunfunktionen, den Stoffwechsel, die Gedächtnisleistung sowie unsere emotionale Stabilität hat. Yang Sheng lädt dazu ein, den Schlaf nicht zu „optimieren“, sondern vor allem zu schützen – als unverzichtbare Grundlage für langfristige Gesundheit.

Maßvolle Bewegung und bewusste Ruhe

Bewegung ist auch im Yang Sheng unverzichtbar, aber sie folgt anderen Prinzipien als in vielen westlichen Fitnesskonzepten. Ziel ist nicht eine Leistungssteigerung, sondern vielmehr Flexibilität: Die Gelenke sollen beweglich bleiben, die Atmung frei fließen, der Geist ruhig werden. Formen wie Gehen, sanfte Gymnastik, Atemübungen oder meditative Bewegungsformen werden daher bevorzugt. Ebenso wichtig wie Aktivität ist jedoch auch die Fähigkeit zur bewussten Ruhe. Dauerhafte Überforderung, egal ob körperlich oder mental, gilt als ebenso schädlich wie Bewegungsmangel. Das richtige Maß ist individuell und verändert sich im Laufe des Lebens. Yang Sheng versteht Fitness daher nicht als festen Zustand, sondern als dynamisches Gleichgewicht zwischen Aktivität und Regeneration.

Sanfte Bewegungsformen wie Qigong oder Tai-Chi verbinden körperliche Aktivität mit bewusster Atmung und innerer Aufmerksamkeit. Die fließenden Bewegungen fördern die Durchblutung, lösen Spannungen und unterstützen den freien Fluss der Lebensenergie. Gleichzeitig wirken sie beruhigend auf das Nervensystem, stärken die eigene Körperwahrnehmung und fördern Kraft, Gleichgewicht, Atemqualität und Präsenz.

Diätetik: Ernährung als tägliche Medizin

Die chinesische Medizin misst der Ernährung eine besondere Bedeutung bei. Lebensmittel gelten nicht nur als Nahrungsquelle, sondern auch als sanft wirkende Heilmittel. Auffallend ist, wie sehr die chinesische Ernährungslehre dabei auf Rhythmen setzt: auf regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Trinken und kein hastiges Essen im Gehen. Eine ausgewogene Ernährung zeichnet sich laut TCM durch frische, möglichst unverarbeitete Zutaten und bewusstes Essen aus. Ablenkungen während einer Mahlzeit werden möglichst vermieden, und auch übermäßige Portionen gelten als belastend für die Verdauungskraft.

Viele Empfehlungen wirken erstaunlich einfach, haben aber einen großen Effekt auf das Wohlbefinden – etwa der Rat, den Tag mit einem warmen Frühstück zu beginnen und sich Zeit zum Essen zu nehmen.

Entscheidend ist weniger, was theoretisch gesund ist, sondern was den jeweiligen Menschen in seiner aktuellen Lebensphase stärkt. Gegessen wird idealerweise warm, in Ruhe und angepasst an Jahreszeit, Klima und die individuelle Konstitution. Übermäßige Restriktionen, starre Diäten oder eine moralische Aufladung von Nahrung widersprechen hingegen dem Geist des Yang Sheng. Ernährung soll nähren, nicht belasten – körperlich wie emotional. Genuss ist ausdrücklich erlaubt, solange er eingebettet bleibt in Maß und Achtsamkeit. Ein wichtiger Grundsatz dabei lautet: Gesundheit entsteht nicht durch strenge Verbote, sondern vielmehr durch Ausgewogenheit.

Getreide und Gemüse bilden meist die Basis einer Mahlzeit, während Fleisch oder Fisch in kleineren Mengen ergänzt werden. Milchprodukte werden eher zurückhaltend verwendet, Industriezucker wird möglichst reduziert. Lebensmittel werden zudem nach ihrer energetischen Wirkung unterschieden – etwa in kühlend, neutral oder wärmend. Auch die Art der Zubereitung verändert die Wirkung: Während Rohes meist eher kühlend wirkt, ist Gekochtes oft ausgleichender. Gerade für Menschen mit Erschöpfung oder Verdauungsschwäche können solch einfache Maßnahmen eine stabilisierende Wirkung haben.

Leben im Rhythmus der Jahreszeiten

Ein weiterer Grundgedanke der chinesischen Lebenskunst ist die Anpassung an die natürlichen Rhythmen der Jahreszeiten. Der Sommer etwa wird dem Feuerelement zugeordnet und steht in enger Verbindung zum Herzen. Dieses Organsystem gilt als Sitz des Geistes und beeinflusst unsere emotionale Ausgeglichenheit und geistige Klarheit. Ein harmonisches Feuerelement fördert Freude, Lebendigkeit und innere Offenheit. Kommt es zu einem Ungleichgewicht, können innere Unruhe, Schlafstörungen, übermäßiges Schwitzen oder emotionale Instabilität auftreten.

Entsprechend empfiehlt die TCM im Sommer eine leichtere, erfrischende Ernährung. Gurken, Salate, ­Beeren, Steinfrüchte oder Wassermelonen können die Hitze ausgleichen; zugleich wird davor gewarnt, die Verdauung durch zu viel Rohkost oder eiskalte Getränke zu schwächen. Auch im Sommer gilt also das Prinzip des Maßhaltens. Warmes Wasser, Tee, Ruhephasen und ein achtsamer Umgang mit der Hitze entlasten das Herz. (Siehe Tabelle für die weiteren Jahreszeiten)

Schönheit, Beziehungen und Verantwortung als ­Gesundheitsressourcen

Ein oft übersehener Aspekt des Yang Sheng ist auch die Bedeutung ästhetischer Erfahrungen. Der Aufenthalt in der Natur, das Hören von Musik, das Betrachten von Kunst oder das bewusste Erleben von Schönheit gelten als stärkend für Geist und Lebensenergie. Solche Erfahrungen wirken regulierend auf das Nervensystem, fördern emotionale Weite und schaffen innere Ordnung. In einer zunehmend beschleunigten Welt werden sie damit zu einem stillen, aber wirkungsvollen Gegenpol.

Auch ein erfülltes Liebesleben wird im Yang Sheng als Ausdruck von Lebendigkeit und Verbundenheit verstanden. Gleichzeitig betont die chinesische Medizin die Bedeutung von Maß und Achtsamkeit – insbesondere in verschiedenen Lebensphasen. Nähe, Zärtlichkeit und emotionale Intimität gelten als stärkend, während Erschöpfung und Pflichtgefühl als belastend angesehen werden. Auch hier steht stets das individuelle Empfinden im Mittelpunkt.

Dennoch endet Yang Sheng nicht beim Individuum. Die Fürsorge für Kinder und die Unterstützung junger Familien werden als gesellschaftliche Aufgabe verstanden. Gesundheit wird so auch über Generationen hinweg gedacht – als gemeinschaftlicher Prozess.

Die Kunst, innerlich stabil zu bleiben

Heute sprechen wir häufig von Resilienz, wenn wir die Fähigkeit meinen, Krisen zu bewältigen und auch unter Druck stabil zu bleiben. Die chinesische Medizin kennt dieses Phänomen sehr genau und geht davon aus, dass Menschen unterschiedlich auf die gleichen Belastungen reagieren. Maßgeblich dafür ist einerseits die Grundkonstitution, andererseits die Pflege der eigenen Energie und des Geistes. Resilienz ist aus Sicht der TCM also nicht etwas rein Angeborenes, sondern etwas, das auch kultiviert werden kann und sollte.

Ein wichtiger Schritt besteht darin, den eigenen inneren Zustand frühzeitig wahrzunehmen, bevor aus kurzfristigem Stress ein chronisches Muster wird. Ein weiterer wichtiger Punkt liegt im bewussten Ausgleich: Wer viel mental arbeitet, braucht Bewegung, Natur, regelmäßige Mahlzeiten, Schlaf sowie Zeiten ohne Reizüberflutung. Gerade in fordernden Lebensphasen sind diese Aspekte wichtige Schutzfaktoren. Auch innere Haltungen wie Freundlichkeit, Humor, Geduld und Mitgefühl gelten in der chinesischen Medizin als Kräfte, die den Geist ordnen und das Herz entlasten. Resilienz bedeutet in diesem Sinne nicht Härte, sondern die Fähigkeit, berührbar zu bleiben, ohne sich im Inneren zu verlieren.

Gelassen altern: Weisheit statt Widerstand

Der vielleicht reifste Gedanke des Yang Sheng ist die Einladung, dem Altern mit mehr Gelassenheit zu begegnen. Altern wird nicht als ­Defizit verstanden, sondern als Phase wachsender Klarheit und innerer Freiheit – vorausgesetzt, Körper und Geist wurden zuvor gut gepflegt. Natürlich lässt sich nicht alles bewahren. An dieser Stelle lehrt Yang Sheng, rechtzeitig loszulassen, ohne jedoch das Leben loszulassen. Gesundheit bedeutet nicht, das Altern aufzuhalten. Vielmehr geht es darum, den Körper so zu pflegen, dass er diesen Prozess möglichst harmonisch durchlaufen kann.

Wer lernt, die Qualitäten jeder Lebensphase wahrzunehmen – mehr Erfahrung, mehr Urteilskraft, oft auch mehr Klarheit über das Wesentliche –, kann dem Älterwerden mit größerer Würde begegnen. In dieser Hinsicht ist die chinesische Lebenskunst erstaunlich tröstlich, ohne naiv zu sein. Sie verspricht keine Unsterblichkeit, erinnert aber daran, dass wir Einfluss darauf haben, wie wir altern: ob wir uns fortwährend erschöpfen oder sorgsam mit uns umgehen, ob wir gegen ­natürliche Wandlungen kämpfen oder mit ihnen arbeiten.

Eine alte Antwort auf eine moderne Frage

Die Suche nach einem langen, gesunden Leben beschäftigt Menschen heute mehr denn je. Die Traditionelle Chinesische Me­dizin erinnert uns daran, dass Langlebigkeit nicht allein von medizinischen Technologien abhängt. Sie entsteht vielmehr durch eine sorgfältige Pflege des Lebens: durch Ernährung, Bewegung, emotionale Balance und ein Leben im Einklang mit der Natur.

Yang Sheng ist deshalb keine fernöstliche Kurio­sität und auch kein romantischer Gegenentwurf zur Moderne. Vielmehr ist es ein in sich stimmiges Konzept der Gesundheits­vorsorge, das viele der drängenden Fragen unserer Zeit auf überraschend einfache Weise beantwortet. Es verbindet Achtsamkeit mit Lebensfreude, Selbstverantwortung mit Milde und medizinisches Wissen mit menschlicher Erfahrung. Es setzt auf Rhythmus statt auf Zwang, auf Maß statt Extreme, auf Pflege statt auf Kontrolle. Vielleicht liegt gerade darin seine bleibende Aktualität. In einer Zeit, in der vieles beschleunigt, vermessen und perfektioniert werden soll, erinnert es uns an etwas sehr Grundlegendes: Gesundheit ist kein Zustand, den wir ein für alle Mal erreichen. Gesundheit ist eine Beziehung, die wir jeden Tag neu gestalten.

Dr. Sandra Bürklin

Über die Autorin
Dr. Sandra Bürklin beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit der Traditionellen Chinesischen Medizin, ist Fachärztin für Neurologie und Ärztin für TCM mit eigener Praxis (www.praxis-buerklin.de). Als CEO der Plattform für moderne TCM (www.qi-now.de) und Co-Host des Podcasts „Die TCM-Docs“ setzt sie sich dafür ein, TCM bekannter zu machen.

Die weiteren Jahreszeiten in der TCM

Frühling

Der Frühling wird in der TCM dem Element Holz zugeordnet und steht in enger Verbindung zu den Organsystemen Leber und Gallenblase. Diese Organe sorgen dafür, dass das Qi, die Lebensenergie, harmonisch und frei im Körper zirkuliert. Ein harmonisches Holzelement fördert Wachstum, Kreativität, Flexibi­lität und den Antrieb für Neues. Gerät es aus dem Gleichgewicht, können Verspannungen, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Ungeduld oder Verdauungsbeschwerden auftreten.

Auch emotional ist der Frühling eine intensive Zeit: Die TCM ordnet dem Holzelement den Ärger zu. Ist die Leber-Energie blockiert oder überschießend, schlägt die natürliche Dynamik des Aufbruchs leicht in innere Anspannung um.

Entsprechend empfiehlt die TCM im Frühling eine leichte, frische und aktivierende Ernährung. Grünes Gemüse, Wildkräuter, Sprossen, Spinat oder Löwenzahn unterstützen die Leber und fördern den freien Fluss des Qi. Ein Hauch saurer Geschmack, etwa durch Zitrone, Apfel oder Fermentiertes, stärkt die Leberfunktion zusätzlich. Schwere, fettige Speisen und Zucker hingegen blockieren den Qi-Fluss und sollten gemieden werden.

Auch hier gilt das Prinzip des Maßhaltens: Leicht gegartes, lauwarmes Essen schützt die Verdauung vor dem Einfluss des noch wechselhaften Frühlingsklimas. Bewegung, egal ob ein Spaziergang, Qigong oder Yoga, ist im Frühling besonders wertvoll, denn das Holzelement braucht Fluss. Ebenso helfen bewusstes Atmen und das Loslassen emotionaler Stagnation dabei, das Leber-Qi zu harmonisieren und kraftvoll in die neue Jahreszeit zu starten.

Spätsommer

Der Spätsommer gilt in der TCM als eigenständige fünfte Jahreszeit und wird dem Element Erde zu­geordnet. Im Mittelpunkt stehen die Organsysteme Milz und Magen, die das Zentrum der Umwandlung und Versorgung bilden. Die Milz transformiert Nahrung in Qi und Blut und unterstützt Verdauung, Konzentration und innere Stabilität. Sie hält, bildlich ­gesprochen, alles an seinem Platz. Ein harmonisches Erdelement schenkt innere Ruhe, Klarheit und Gelassenheit. Kommt es zu einem Ungleichgewicht, können Schwere, Müdigkeit, Völlegefühl, Grübelneigung oder ein allgemeines Gefühl von Trägheit entstehen.

Entsprechend empfiehlt die TCM im Spätsommer wärmende, nährende Lebensmittel, die die Mitte stärken und Feuchtigkeit abbauen. Hirse, Reis, Kürbis, Karotten, Süßkartoffeln oder Kichererbsen gelten als besonders geeignet – vorzugsweise gekocht, gedünstet oder ofengeröstet. Rohkost, kalte Getränke, Milchprodukte sowie industrieller Zucker hingegen schwächen die Milz und fördern Feuchtigkeit im ­Körper. Das Prinzip des Maßhaltens bedeutet hier: Natürliche Süße in Maßen stärkt die Mitte, übermä­ßige Süße schadet ihr. Regelmäßige Mahlzeiten, ein warmes Frühstück, moderate Bewegung wie Qigong oder Spaziergänge sowie bewusste Ruhepausen unterstützen den Milz-Funktionskreis und begleiten den sanften Übergang in den Herbst.

Herbst

Der Herbst wird in der TCM dem Element Metall ­zugeordnet und steht in enger Verbindung zu den Organsystemen Lunge und Dickdarm. Beide Organe bilden, anatomisch wie energetisch, eine Grenze ­zwischen dem Inneren und der Außenwelt und sind maßgeblich an der Abwehr äußerer Einflüsse beteiligt. Die Lunge verteilt das Qi aus der Atemluft im gesamten Organismus, der Dickdarm verarbeitet und scheidet aus. Gemeinsam verkörpern sie das Prinzip des Trennens, Abgrenzens und Loslassens, passend zur Jahreszeit, in der die Natur selbst loslässt und sich in ihr Inneres zurückzieht. Ein harmonisches Metallelement fördert Klarheit, gesunde Abgrenzung und eine starke Immunabwehr. Gerät es aus dem Gleichgewicht, können Husten, trockene Schleimhäute, ­Erkältungsneigung, Hautprobleme oder Verstopfung auftreten.

Auch emotional ist der Herbst eine sensible Zeit: Die TCM ordnet ihm die Trauer zu, eine wichtige Emotion, die Raum braucht, um verarbeitet zu werden. Wird sie chronisch oder kann nicht ausgedrückt werden, kann dies langfristig das Organsystem Lunge belasten.

Entsprechend empfiehlt die TCM im Herbst eine leicht wärmende, feuchtigkeitsspendende Ernährung. Suppen, Eintöpfe und Kompotte, z. B. mit Birnen, unterstützen den Körper besonders gut. Scharfe Lebensmittel wie Ingwer stärken bei aufkommender Erkältung die Abwehrkräfte. Auch frische Luft, ausreichend Flüssigkeit und eine befeuchtete Raumluft schützen die empfindlichen Schleimhäute. Auch im Herbst sollte das Prinzip des Maßhaltens beachtet werden. Ein bewusster, achtsamer Übergang in die ruhigere, dunklere Jahreszeit stärkt Lunge, Dickdarm und das gesamte Immunsystem.

Winter

Der Winter wird in der TCM dem Element Wasser zugeordnet und steht in enger Verbindung zu den Organsystemen Niere und Harnblase. Die Nieren gelten dabei als das tiefste Zentrum der Lebensenergie: Sie bewahren das Yin – jene vitale Essenz, die Wachstum, Entwicklung, Willenskraft und Fortpflanzung trägt. Ein harmonisches Wasserelement schenkt Ausdauer, innere Stärke, Selbstbewusstsein und die Fähigkeit zur Regeneration. Gerät es aus dem Gleichgewicht, können Erschöpfung, Rückenschmerzen, Kältegefühl, Blasenbeschwerden oder ein Gefühl innerer Leere entstehen.

Emotional ist der Winter eine sensible Zeit: Die TCM ordnet dem Wasserelement die Angst zu. Chronischer Stress und übermäßige Angst zählen zu jenen Einflüssen, die die Nierenenergie am schnellsten schwächen.

Entsprechend empfiehlt die TCM im Winter wärmende, nährende Lebensmittel, die das Nieren-Yang unterstützen. Eintöpfe, Suppen, Walnüsse, schwarze Bohnen oder Lamm gelten als besonders geeignet. Ingwer und Zimt wärmen den Körper von innen. Ruhe und ausreichend Schlaf sind in dieser Jahreszeit keine Schwäche, sondern eine Notwendigkeit. Der Winter ist die Zeit der Sammlung und inneren Einkehr. Sanfte Bewegung wie Qigong, Tai-Chi oder Yoga hält das Qi in Fluss, ohne den Körper zu überfordern. Darüber hinaus betont die TCM den Schutz vor Kälte, insbesondere im Bereich des unteren Rückens, als wichtige vorbeugende Maßnahme. Wer die Nierenenergie im Winter bewusst pflegt, legt das Fundament für Gesundheit und Vitalität im gesamten nächsten Jahr.

Tierarztpraxis Thomas Waysocher:Die Ordination ist dieses Wochenende nicht besetzt. Meine Vertretung istTierärztin Marti...
31/07/2026

Tierarztpraxis Thomas Waysocher:

Die Ordination ist dieses Wochenende nicht besetzt.
Meine Vertretung ist

Tierärztin Martina Wassertheurer in Hermagor

0664 413 17 17.

Ich wünsche Ihnen/Euch auch so ein entspanntes Wochenende!

Es ist als Mensch Deine heilige Pflicht,den Tieren, die Dir ihr Dasein weihn,ein gütiger, milder Schutzherr zu sein.Das ...
29/07/2026

Es ist als Mensch Deine heilige Pflicht,
den Tieren, die Dir ihr Dasein weihn,
ein gütiger, milder Schutzherr zu sein.

Das Tier hat ein fühlendes Herz wie Du,
das Tier hat Freude und Schmerz wie Du,
das Tier hat ein Recht zu leben wie Du.

Nicht viel sind Dir, Mensch, der Tage gegeben,
doch kürzer noch ist des Tieres Leben.

Und muß es Dein armer Sklave schon sein,
in dunkler Nacht wie im Sonnenschein,
und opfert es Dir seine Kraft und Ruh,
und wendet Dir all seine Neigung zu,
oder flieht es Dich angstvoll, weil es ihm scheint,
Du seiest sein allergrößter Feind,
o, sei sein Schutzherr! Es kann nicht klagen
den Schmerz, kann dir seinen Dank nicht sagen,
o, sieh sein flehendes Auge an,
es blickt eine verwunschene Seele Dich an!

Peter Rosegger (1843 - 1918)

Manchmal muss man auch Zivilcourage zeigen:Ja lang, lang ist's her ...
27/07/2026

Manchmal muss man auch Zivilcourage zeigen:
Ja lang, lang ist's her ...

Tierarztpraxis Thomas Waysocher:Die Ordination ist dieses Wochenende nicht besetzt. Mein Vertreter ist Tierärztin Martin...
24/07/2026

Tierarztpraxis Thomas Waysocher:

Die Ordination ist dieses Wochenende nicht besetzt.

Mein Vertreter ist Tierärztin Martina Wassertheurer in Hermagor

0664 413 17 17.

Ich wünsche Ihnen/Euch auch so ein
musikalisches Wochenende!

Als Tierarzt und Jäger bin ich fast tagtäglich mit Geburt und Tod,mit Lebensfreude und Vergänglichkeit konfrontiert.Die ...
21/07/2026

Als Tierarzt und Jäger bin ich fast tagtäglich
mit Geburt und Tod,
mit Lebensfreude und Vergänglichkeit
konfrontiert.

Die Frage ist nur wann und wie?
Klingt spannend und interessant.

Für beides nehme ich mir genügend Zeit:
Für die Geburt und für das Sterben!

Das Leben dazwischen sollte möglichst angenehm und artgerecht gepflegt sein.

Tierarztpraxis Thomas Waysocher:Nein, wir gehen heut' nicht ins Revier,denn ich habe dieses Wochenende Bereitschaftsdien...
17/07/2026

Tierarztpraxis Thomas Waysocher:

Nein, wir gehen heut' nicht ins Revier,
denn ich habe dieses Wochenende Bereitschaftsdienst und bin daher

unter 0664 532 76 36 für Sie erreichbar.

Ich wünsche Ihnen/Euch ein schönes Wochenende!

Ja, was wächst denn da?Baldige Besserung!
17/07/2026

Ja, was wächst denn da?

Baldige Besserung!

Cool bleiben, denn auch ich habe Dienstfrei.Tierarztpraxis Thomas Waysocher:Die Ordination ist dieses Wochenende nicht b...
10/07/2026

Cool bleiben, denn auch ich habe Dienstfrei.

Tierarztpraxis Thomas Waysocher:

Die Ordination ist dieses Wochenende nicht besetzt.

Mein Vertreter ist
Tierarzt Reinhold Strieder in Nötsch

04256 2673.

Ich wünsche Ihnen/Euch und mir auch so ein
relaxtes Wochenende!

Adresse

Obervellach 18
Hermagor-Pressegger See
9620

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