08/06/2026
Kastrationsprojekt Rumänien 2026 | Part 1
Letzte Woche haben wir euch bereits in unseren Stories mit nach Rumänien genommen.
Heute berichten wir euch etwas Genauer darüber, was eigentlich so passiert ist.
Den Anfang macht der Kern des Projektes: Der Kastrationstag.
Kurz nach unserer Ankunft am Kastrationsort herrschte zunächst noch etwas Chaos. Es wurde aufgebaut, umgeräumt und organisiert. Noch eine letzte Besprechung über die Einteilung und dann ging es auch schon los! 💪
Unser erster Patient des Tages war ein großer schwarzer Hund, der den Startschuss für einen langen und erfolgreichen Arbeitstag gab. Schon nach kurzer Zeit hatten sich die Abläufe eingespielt und wir arbeiteten Hand in Hand. Das Zusammenspiel zwischen den rumänischen und unseren Tierärzten hat super funktioniert! Wie eine gut geölte Maschine griff ein Zahnrad ins andere – genau so, wie man es sich bei einem solchen Projekt wünscht. 😊
Von 10:00 Uhr morgens bis 18:00 Uhr abends wurde durchgehend kastriert. Dabei war die Vielfalt unserer Patienten beeindruckend: Herdenschutzmixe, kleine Wuschel, der ein oder andere Rassehund und natürlich zahlreiche Katzen in allen Farben und Mustern. 🐶🐱
Ein ganz besonderes Highlight des Tages:
Manchmal hören wir, wie schlimm doch die rumänische Bevölkerung wäre.
“Sie kümmern sich überhaupt nicht um die Tiere.”
Doch dieses Projekt zeigt uns immer wieder, dass das einfach nicht stimmt.
Oft kommen diese Menschen ganz unverhofft zu einem Tier. Es wird ausgesetzt, zurückgelassen, ein Nachbartier wird trächtig und und und….
Diese nicht zu versorgen, bringen sie nicht übers Herz und es wird tagtäglich gefüttert. Sie bauen eine Verbindung auf, bis es schließlich sich ins Herz schleicht und ein Familienmitglied wird. Und auch wenn sie gerne möchten, oft reicht das wenige Geld einfach nicht für eine Kastration.
Eine ähnliche Geschichte, haben wir als Beispiel für euch mitgebracht:
Eine ältere Frau machte sich zu Fuß auf den Weg zu uns – ganze 6 (!) Kilometer weit. Ihr Ziel: ihre Katzen kastrieren zu lassen. Da sie keine Transportboxen besaß, brachte sie ihre vier Katzen in Säcken mit. Nicht, weil sie es nicht besser wusste, sondern weil sie keine andere Möglichkeit hatte. Umso mehr beeindruckte uns ihr Wunsch, ihren Tieren diese wichtige Versorgung zukommen zu lassen.
Ein Mammutmarsch für ihre geliebten Tiere.
Natürlich haben wir auch ihre Katzen kastriert. ❤️
Zum Abschluss bekam sie von uns zwei Transportboxen, damit ihre Katzen künftig sicherer transportiert werden können. Außerdem packten wir ihr noch ein Sandwich für den Heimweg ein, das sie dankbar entgegennahm.
Solche Begegnungen zeigen uns immer wieder, wie wichtig unsere Arbeit ist und wie viel sie für die Menschen und Tiere vor Ort bedeutet.
Es war insgesamt ein sehr erfolgreicher Tag. Besonders gefreut hat uns auch die Wertschätzung der Menschen aus dem Ort.
Viele bedankten sich für die Aktion und brachten uns Lebensmittel vorbei – darunter viel selbstgemachter Käse, Kekse und andere kleine Aufmerksamkeiten. 🧀🍪
Diese Gesten bedeuten uns sehr viel und zeigen, dass unsere Hilfe angenommen und geschätzt wird. ❤️
Und bevor dieser Beitrag zu lang wird:
Morgen erzählen wir euch von unseren Spendenübergaben in den Tierheimen. 🐾