Die Dogranch

Die Dogranch Wir sind spezialisiert auf Alltag und Verhalten.

Hunde verstehen & richtig kommunizieren
🎓 Tanja – Rookie
🐕 Maulkorbberatung
📍 Kärnten

Bei uns bekommst du Hausbesuche, Einzel-& Gruppenangebote.

10/05/2026
Viele Menschen starten Hundetraining mit der Hoffnung, dass „der Hund funktioniert“, sobald man ein paar Stunden beim Tr...
10/05/2026

Viele Menschen starten Hundetraining mit der Hoffnung, dass „der Hund funktioniert“, sobald man ein paar Stunden beim Trainer besucht hat.

Doch nachhaltiges Hundetraining beginnt nicht nur beim Hund — sondern auch beim Menschen.

Hunde lernen jeden Tag:
durch unsere Stimmung, unsere Konsequenz, unsere Körpersprache und unsere Reaktionen.

Gerade bei verhaltensauffälligen, unsicheren oder traumatisierten Hunden reicht es oft nicht, nur Übungen zu trainieren.
Es braucht Menschen, die bereit sind, sich selbst zu reflektieren, Gewohnheiten zu verändern und Verantwortung zu übernehmen.

Denn Veränderung bedeutet auch:
• Geduld zu haben
• konsequent zu bleiben
• den eigenen Alltag anzupassen
• ehrlich hinzuschauen, statt Schuldige zu suchen

Ein Hundetrainer kann begleiten und Werkzeuge mitgeben — aber die eigentliche Veränderung passiert zuhause im Alltag.

Und genauso, wie Hundehalter:innen wachsen, tun wir Trainer:innen das auch.
Wir entwickeln uns weiter, sammeln Erfahrungen, bilden uns fort und hinterfragen unsere Methoden.

Die Trainer:innen, die wir heute sind, sind nicht mehr dieselben wie vor 5 Jahren.
Und genau das sollte in diesem Beruf auch so sein. 🐾

Denn nachhaltiges Hundetraining ist keine Einbahnstraße — sondern Teamarbeit zwischen Mensch, Hund und Trainer:in.

26/04/2026

Wenn Hundetraining so einfach wäre wie
„nur positiv“ oder „alles ist Gewalt“,
gäbe es längst keine Probleme mehr.

Studien zeigen Effekte — und die sollte man ernst nehmen.

Aber:
Sie zeigen keine fertigen Trainingskonzepte.
Sie zeigen Ausschnitte —
keine saubere Umsetzung im Alltag
und oft nur begrenzt, wie sich Training langfristig entwickelt.

Viele der häufig zitierten Studien arbeiten mit klar messbaren, teils stärkeren Reizen unter standardisierten Bedingungen.
Die Ergebnisse sind wichtig —
aber nicht 1:1 auf jedes Training übertragbar.

Wenn hier von „Strafe“ gesprochen wird,
ist der lerntheoretische Begriff gemeint:
Verhalten wird weniger.

Das kann sehr unterschiedlich aussehen —
von stark bis hin zu kurzen, klaren Unterbrechungen.

Entscheidend ist nicht das Label,
sondern die Umsetzung:

✔ Versteht der Hund, was er tun soll?
✔ Gibt es eine klare Alternative?
✔ Stimmen Timing, Intensität und Kontext?
✔ Wird planvoll trainiert — oder nur reagiert?

Ein fairer Abbruch funktioniert nur,
wenn der Hund vorher gelernt hat, was stattdessen erwünscht ist.

Was oft verwechselt wird:
– fairer Abbruch vs. Einschüchterung
– klares Timing vs. Dauerstress
– Training vs. Reaktion

Wer das nicht einordnet, macht aus Studien schnell Ideologie.

Denn gutes Training entscheidet sich nicht an der Methode,
sondern an Kompetenz.

Und genau die wirkt auf viele anscheinend unsexy.
Warum sonst wird sie so oft durch Meinung ersetzt?

24/04/2026

„Ich mach das schon immer so und hatte nie ein Problem.“

Ja. Du nicht.

Aber wir sehen die Hunde, bei denen genau das nach hinten losgeht.

Hunde, die sich immer mehr reinsteigern.
Die draußen dauerhaft unter Strom stehen.
Die nicht mehr runterkommen.

Und nein – das liegt nicht „nur am Hund“.

Ball spielen ist nicht automatisch falsch.
Aber es ist auch nicht automatisch harmlos.

👉 Hetzen bleibt Hetzen.
👉 Erregung bleibt Erregung.

Die Frage ist nicht, ob DEIN Hund damit klarkommt.
Sondern ob es IHM wirklich gut damit geht.

Nur so ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl 😉

14/04/2026

„Mein Hund hat halt Jagdtrieb.“

Oder Beutetrieb.
Oder Spieltrieb.
Oder Aggressionstrieb.
Oder Sexualtrieb.
Oder er ist einfach generell sehr triebig.
…und ja, „Agility-Trieb“ haben wir auch schon gehört.

Solche Sätze hören wir im Training leider immer noch ziemlich häufig.

Und gleichzeitig wissen wir:
Der Begriff wird oft ganz umgangssprachlich benutzt.

Aber gerade wir als Fachpersonen sollten anfangen,
Begriffe bewusst und genauer zu verwenden.

Nicht, um klug zu wirken –
sondern weil Sprache beeinflusst, wie wir Verhalten verstehen.

Hunde zeigen Verhalten nicht, weil sich ein „Trieb“ aufstaut.
Sie bringen Veranlagungen mit, reagieren auf bestimmte Auslöser
und lernen sehr schnell, was sich für sie lohnt.

Das Problem an dem Begriff ist für uns:
Er macht Dinge schnell endgültig.

➡️ „Ist halt so.“
➡️ „Können wir nichts machen.“

Wenn wir genauer hinschauen, wird es oft viel klarer:

Der Hund ist hoch motiviert.
Der Erregungszustand passt gerade.
Und das Verhalten hat sich bisher einfach gelohnt.

Und genau da können wir ansetzen.

Es geht eben nicht darum, wie gut wir „führen“ können.

Sondern darum, ob wir wirklich verstehen,
warum unser Hund ein bestimmtes Verhalten zeigt.

Denn erst dann können wir auch sinnvoll etwas verändern.

Die Frage ist also nicht:
Welcher Trieb?

Sondern:
Was genau passiert da eigentlich – und warum?



Wie seht ihr das? Nutzt ihr den Begriff noch – oder eher nicht mehr 🧐





01/04/2026

Im Bezirk Klagenfurt-Land sind bei einer Hausdurchsuchung 39 Australian Shepherds entdeckt worden. Diese Zuchthunde wurden allen Anschein nach nur im Haus gehalten und waren verwahrlost. Das Ehepaar, das die Hunde gezüchtet hatte, muss mit mehreren Anzeigen rechnen.

21/03/2026
10/03/2026

Crufts 2026 und die Krönung der Qualzucht
Wenn anatomischer Schrott zum „Best in Show“ mutiert

Es gibt Momente in der Geschichte der organisierten Rassehundezucht, in denen die Maske der Tierliebe derart krachend zu Boden fällt, dass selbst mir als hartgesottenem Zyniker kurz der Atem stockt. Am Sonntag, dem 8. März 2026, wurde auf der Crufts, der größten und medial am stärksten ausgeschlachteten Hundeausstellung der Welt, ein vierjähriger Clumber Spaniel namens „Bruin“ zum „Best in Show“ gekürt. [1]

Um dieses kynologische Trauerspiel in seiner vollen, absurden Pracht zu verstehen, müssen wir uns die verbandspolitische Heuchelei dahinter einmal genauer auf der Zunge zergehen lassen. Ausrichter der Crufts ist der britische Royal Kennel Club (RKC) unter Chairman Ian Seath – ein Mann, der sich in der Szene aktuell gerne als großer Reformer im Kampf gegen Extremzuchten feiern lässt und ein neues Gesundheits-Rahmenwerk ausgerufen hat. Und was macht dieser angebliche Reform-Club? Er lädt ausgerechnet den amtierenden FCI-Präsidenten Dr. Tamás Jakkel als Gastrichter für das wichtigste Finale des Jahres ein. [2] Dieser wählt dann aus über 18.600 Hunden [1] ein Tier zum Sieger, dessen Phänotyp in der modernen Veterinärmedizin als absolutes Paradebeispiel für anatomische Extreme, schwere Hautfalten und hängende Lider steht. [3] Die Doppelmoral trieft hier wirklich aus jeder Pore.

Als wäre der Hund nicht schon Tragödie genug, wirft ein Blick auf das andere Ende der Leine weitere Fragen auf. Präsentiert wurde der Clumber Spaniel von seinem Züchter Lee Cox. [1] Dieser beschrieb seinen Hund im Siegestaumel lachend als „wandelnden Cartoon-Charakter in einem flauschigen weißen Mantel“. [4] Genau das ist es, was aus ehemals funktionalen Arbeitshunden gemacht wurde: Karikaturen ihrer selbst, degradiert zu plüschigen Requisiten für das menschliche Ego.

Noch perfider wird es, wenn man weiß, dass dieser Handler in der Vergangenheit wegen Tierquälerei (animal cruelty) rechtskräftig verurteilt wurde. [5] Er ließ einen Hund mit einer chronischen Ohrentzündung derart verrotten, dass das Ohr schließlich amputiert werden musste. [5] Der britische Verband winkt das in hastigen PR-Statements als „isolierten Vorfall“ durch. [5] Auf der renommiertesten Show der Welt überreicht der Chef des Weltverbandes also den höchsten Pokal an jemanden mit einer gerichtlich dokumentierten Tierschutz-Akte. Kann man sich echt nicht ausdenken.

Da wird von Seiten der Züchter und Verbands-Anzugträger unentwegt gejammert, wenn Ausstellungen von den „bösen Ämtern“ reglementiert werden. Da wird die ewig gestrige Lebenslüge gepredigt: „Kauft nur mit FCI- oder VDH-Papieren, das garantiert Gesundheit und Kontrolle.“ Bu****it! Der FCI und alle anderen großen Verbände waren noch NIE eine Garantie für gesunde Zucht. [6] Sie waren und sind mitunter die primäre Ursache für Qualzucht und unendliches, stummes Tierleid. [6] Papiere sind kein Gesundheitszeugnis, sie sind allzu oft nur das offizielle Zertifikat für die erfolgreiche Umsetzung von anatomischem Irrsinn.

Schauen wir uns diesen prämierten Rassestandard doch mal durch die schonungslose Linse der Veterinärmedizin an. Der Clumber Spaniel wird für ein bizarres Äußeres gefeiert, das eine Vielzahl von schweren genetischen Defekten in sich vereint:

Die Augenpartie wird von Züchtern gerne schwurbelig-poetisch als „Diamond Eye“ (Diamantauge) umschrieben. [3] Mediziner nennen das schlicht Makroblepharon (eine abnorm vergrößerte Lidspalte). [3] Das Auge schwimmt ungeschützt in einem viel zu großen Hautsack. Daraus resultiert zwingend ein Ektropium – das Auswärtsrollen des Unterlids, oft begünstigt durch das schiere Gewicht der massiven Kopfhaut und der Lefzen. [7] Das offene Auge gleicht einer biologischen Mülltonne, die Staub, Wind und Schmutz ungefiltert auffängt. Als pathologischen Bonus gibt es in diesem Komplex oft noch das Entropium (die Einwärtsdrehung des Lidrandes) dazu. [7] Die feinen Wimpern reiben bei jedem Blinzeln direkt auf der Hornhaut, was zu chronischen Entzündungen, Schmerzen und tiefen Hornhautgeschwüren führt. [7]

Dazu kommt das dermatologische Desaster: Die extreme Befaltung, im Showring als Rasse-typische „Substanz“ euphemisiert, führt unweigerlich zur Intertrigo (Faltendermatitis). [8] Diese tiefen, feuchten Hauttaschen sind perfekte anaerobe Brutkästen für Staphylokokken und Hefepilze. [8] Das Gewebe entzündet sich, nässt eitrig und verströmt oft den fauligen Geruch von zersetztem Gewebe. [8] Und das Skelett? Ein Gewicht von teils über 34 Kilogramm [9] auf viel zu kurzen Beinen ist eine biomechanische Fehlkonstruktion, die massiv prädestiniert für Hüft- und Ellbogendysplasien (HD/ED) sowie schwere Bandscheibenvorfälle (IVDD) ist. [10] Einen Hund, der ein solches pathologisches Sammelsurium darstellt, auf den Thron zu heben, ist eine absolute Bankrotterklärung.

Werfen wir mal einen Blick in den offiziellen FCI-Standard Nr. 109 für den Clumber Spaniel. Dort steht wörtlich, der Hund soll „fest, fit und fähig sein, einen Tag lang im Feld zu arbeiten“. [9] Es bedarf keines Doktortitels in Biologie, um zu erkennen, dass ein 35-Kilo-Hund, dessen Sicht durch hängende Lider eingeschränkt ist, im Unterholz nach wenigen Metern kollabieren oder sich Äste in die offenen Augen rammen würde. Der absolute Hohn ist der Schlusssatz des Standards, der besagt, dass „nur funktionell und klinisch gesunde Hunde“ zur Zucht verwendet werden dürfen. [9] Das ist ein wertloses, rhetorisches Feigenblatt, das Tierschutz vortäuscht, während im Ring exakt das Gegenteil belohnt wird.

Wenn ich in meinen Beiträgen Klartext rede, echauffieren sich bestimmte Kreise oft darüber, dass ich Hunde aus solchen Zuchtlinien als „genetischen Schrott“ bezeichne. [11] Man wirft mir vor, das würde das Individuum herabwürdigen. Um das an dieser Stelle ein für alle Mal klarzustellen: Diese Bezeichnung ist explizit KEINE Wertung des Hundes als fühlendes Lebewesen, als Charakter oder als treuer Gefährte. Jeder Hund, egal wie kaputt er gezüchtet wurde, hat eine Seele und verdient grenzenlose Liebe und die bestmögliche medizinische Versorgung.

Der Begriff richtet sich ausschließlich und mit voller Wucht gegen die Verwendung dieses Organismus in der Zucht! [11] Ein genetisches Material, das derart mit Defektgenen für Dysplasien, Lidfehlstellungen und Immunschwächen durchsetzt ist, dass ein natürliches, schmerzfreies Leben unmöglich ist, ist für die Fortpflanzung objektiv unbrauchbar. Es ist Schrott. [12] Wer diesen Begriff aus falsch verstandener politischer Korrektheit meidet, verschleiert nur die Verantwortung der Züchter, die dieses Leid wissentlich und willentlich produzieren.

Der Zeitpunkt dieser skandalösen Crufts-Entscheidung hätte politisch im Übrigen nicht brisanter sein können. In Großbritannien tobt exakt zu dieser Zeit eine massive Debatte über das neue "Innate Health Assessment" (IHA), ein Instrument, das Züchter davor warnen soll, Hunde mit extremen Konformationen (wie extremen Hautfalten oder verkürzten Beinen) zu verpaaren. [13] Genau in dieses politische Pulverfass platziert der FCI-Präsident seine Entscheidung. Das ist kein Versehen. Das ist ein bewusstes Statement, ein Schlag ins Gesicht der tierärztlichen Wissenschaft und ein Signal an die Züchter-Basis: „Wir Verbände beugen uns nicht. Wir feiern unsere Extremzuchten, egal, was die Tierärzte sagen.“

Wir müssen aufhören, Pathologie als Ästhetik zu romantisieren. Ein eitriges, offenes Auge ist kein „Diamond Eye“, es ist Tierquälerei. Schwammige Hautlappen, in denen Bakterien florieren, sind keine „Substanz“, sie sind ein tägliches Martyrium für den Hund. Die Verbände werden sich niemals von innen heraus reformieren, solange die elitäre Showmaschinerie finanziell floriert. Der Wandel muss von außen erzwungen werden. Die Veterinärbehörden und der Gesetzgeber müssen noch wesentlich schärfer und unbarmherziger gegen jede Form der Qualzucht vorgehen. Und zwar so lange, bis auch der letzte Hinterhofvermehrer und der arroganteste Verbandsfunktionär in seinem Elfenbeinturm kapiert hat, dass Tiere keine formbaren Knetfiguren für narzisstische Hobbys sind.

Cheech aka DOGSmaniac

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Referenzen:
[1] Bruin the Clumber Spaniel Wins Crufts 2026 Best in Show https://www.bbntimes.com/society/bruin-the-clumber-spaniel-wins-crufts-2026-best-in-show
[2] FCI President Dr. Tamás Jakkel chose the Clumber Spaniel male, Sh Ch Vanitonia Soloist, Breeder-Owner-Handled by Lee Cox, as his Best In Show winner at Crufts 2026. | Canine Chronicle https://caninechronicle.com/featured/fci-president-dr-tamas-jakkel-chose-the-clumber-spaniel-male-sh-ch-vanitonia-soloist-breeder-owner-handled-by-lee-cox-as-his-best-in-show-winner-at-crufts-2026/
[3] Ophtlalmology - Disorders - eye-vet-surgery https://www.eyevetsurgery.gr/disorders
[4] Bruin the Clumber spaniel wins best in show at Crufts https://www.the-independent.com/news/uk/home-news/bruin-clumber-spaniel-crufts-2026-best-in-show-b2934479.html
[5] Handler of Crufts 2026 winner has previous conviction for animal cruelty https://www.the-independent.com/bulletin/news/crufts-champion-2026-lee-cox-animal-cruelty-conviction-b2935063.html
[6] Kommentar von R.M. Cheech Vecchiatto im Dogzines Beitrag https://www.facebook.com/TomasSchwa/posts/pfbid02PMwidX3NGLFXocK68jydJ46cuFXPHR2TyrDTz1Y4q94wkhUn8A573UkPpMXBKgvnl
[7] Conformational eyelid disorders in dog breeds - Veterinary Ireland Journal https://www.veterinaryirelandjournal.com/small-animal/404-conformational-eyelid-disorders-in-dog-breeds
[8] Skin fold dermatitis in dogs - PDSA https://www.pdsa.org.uk/pet-help-and-advice/pet-health-hub/conditions/skin-fold-dermatitis-in-dogs
[9] FCI Standardhttps://www.fci.be/Nomenclature/Standards/109g08-en.pdf
[10] Understanding Clumber Spaniel Health Problems: What Every Owner Should Know https://www.houndsy.com/blogs/modern-tails/understanding-clumber-spaniel-health-problems-what-every-owner-should-know
[11] Qualzucht und Übertypisierung: Das schwere und kurze Leben der ... https://www.ralph-rueckert.de/blog/qualzucht-und-uebertypisierung-das-schwere-und-kurze-leben-der-uebergrossen-hunderassen/
[12] Hundezucht — Gut und böse - Medium https://medium.com//hundezucht-gut-und-b%C3%B6se-60f374afb137
[13] CRUFTS: Best in Show winner on list of 67 dog breeds campaigners claim could be ‘banned’ – but is your dog really at risk? https://swanseabaynews.com/crufts-best-in-show-winner-on-list-of-67-dog-breeds-campaigners-claim-could-be-banned-but-is-your-dog-really-at-risk/

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09/03/2026

Die Einführung eines österreichweiten Sachkundenachweises für zukünftige Hundebesitzer:innen halten wir grundsätzlich für eine sinnvolle Maßnahme. Wer sich einen Hund anschafft, übernimmt Verantwortung – und es ist absolut richtig, dass sich Menschen bereits vor der Anschaffung mit Haltung, Bedürfnissen und Training eines Hundes auseinandersetzen müssen.

Was wir jedoch kritisch sehen, ist die aktuelle Diskussion darüber, wer diesen Sachkundenachweis anbieten darf.

In Österreich ist Hundetraining nach wie vor ein freies Gewerbe. Das bedeutet, dass grundsätzlich jede Person ein Hundetraining anmelden kann – ohne verpflichtende Ausbildung, ohne fachliche Prüfung und ohne Qualitätskontrolle. Dieses strukturelle Problem besteht nicht erst seit gestern, vielmehr gab es hier bislang nie wirklich eine klare Regelung.

Umso fragwürdiger erscheint es, wenn nun – wie aktuell von Teilen der Szene gefordert wird – bestimmte Trainer:innen pauschal ausgeschlossen werden sollen, während gleichzeitig ein einzelnes Zertifikat, das „Tierschutzqualifizierte Hundetrainer:innen“-Siegel, als alleiniger Qualitätsmaßstab dargestellt wird.

Dieses Siegel ist jedoch kein Garant für tatsächliche Trainingsqualität. Die einzige Voraussetzung, um zur Prüfung antreten zu dürfen, ist ein seit zwei Jahren bestehendes Gewerbe als Hundetrainer:in. Fachliche Voraussetzungen gibt es in diesem Zusammenhang nicht. Es wird lediglich empfohlen, bestimmte Literatur zu lesen, um sich auf die Prüfung vorzubereiten. Selbst ein eigener Hund ist dafür nicht einmal Voraussetzung.

Gleichzeitig gibt es Trainer:innen mit diesem Siegel, deren Trainingsmethoden in der Praxis durchaus kritisch zu hinterfragen sind.

Ein Label allein ist kein Qualitätsbeweis.

Gleichzeitig möchten wir jedoch auch festhalten, dass das tierschutzqualifizierte Hundetrainer:innen-Siegel grundsätzlich ein Schritt in Richtung Qualitätsstandards darstellt. Klare Kriterien und überprüfbare Qualifikationen sind wichtig für unsere Branche.

Was jedoch nicht passieren darf, ist, dass damit automatisch alle anderen Ausbildungs-, Fortbildungs- und Spezialisierungswege als weniger relevant oder gar bedeutungslos dargestellt werden. In der Praxis gibt es zahlreiche qualifizierte Hundetrainer:innen, die über umfangreiche Ausbildungen, internationale Weiterbildungen, Spezialisierungen und jahrelange Erfahrung verfügen, ohne dieses Siegel zu tragen.

Gleichzeitig gibt es zahlreiche engagierte Hundetrainer:innen ohne dieses Siegel, die über umfangreiche Ausbildungen, regelmäßige Fortbildungen und jahrelange praktische Erfahrung verfügen. Viele investieren erhebliche finanzielle Mittel und Zeit in ihre fachliche Weiterbildung und arbeiten täglich mit Hunden und ihren Halter:innen an realen Alltagsproblemen.

Diese Arbeit pauschal als weniger qualifiziert darzustellen, ist fachlich nicht haltbar und gegenüber vielen professionell arbeitenden Trainer:innen schlicht unfair.

Dabei ist selbstverständlich klar: Wer einen Sachkundenachweis anbieten darf, sollte über eine nachweisbare und überprüfbare fachliche Qualifikation verfügen. Qualitätsstandards sind wichtig und notwendig.

Die Frage ist jedoch, warum diese Qualifikation ausschließlich an ein einziges Zertifikat gebunden sein soll. In der Praxis verfügen viele Hundetrainer:innen über umfangreiche Ausbildungen, Spezialisierungen und Weiterbildungen, die ihre fachliche Kompetenz ebenso belegen. Diese Qualifikationen sollten in einer solchen Regelung ebenfalls berücksichtigt werden.

Wenn es um Qualitätssicherung geht, braucht es daher ein System, das unterschiedliche fachliche Qualifikationen anerkennt – und nicht ausschließlich ein einzelnes Siegel zum Maßstab macht.

Ein weiteres Beispiel für realitätsferne Regelungen zeigt sich aktuell bei der Freilaufverordnung hier in Kärnten. Hier soll eine bestandene BH-Prüfung oder ähnliche Prüfungen als Nachweis dafür gelten, dass ein Hund im Freilauf zuverlässig kontrollierbar ist.

Die Praxis zeigt jedoch etwas anderes.

Es gibt zahlreiche Hunde mit bestandener Begleithundeprüfung, die im Alltag dennoch Probleme im Freilauf haben – sei es beim Rückruf, bei Wildsichtungen oder im Kontakt mit Artgenossen. Gleichzeitig gibt es viele Hundehalter:innen, die gezielt mit erfahrenen Trainer:innen an genau diesen Alltagssituationen arbeiten und ihre Hunde zuverlässig führen können, ohne dass eine formale Prüfung am Hundeplatz darüber entscheidet.

Gerade Trainer:innen, die sich seit Jahren auf Freilauftraining, Sozialkontakt und alltagstaugliches Verhalten spezialisiert haben, verfügen über wertvolle praktische Erfahrung, die in solchen Regelungen völlig unberücksichtigt bleibt.

Was der gesamten Debatte zusätzlich schadet, ist die zunehmende Ideologisierung des Hundetrainings. Anstatt sich auf fachliche Qualität, praktische Kompetenz und wirksame Trainingsarbeit zu konzentrieren, wird häufig in Lager gedacht – etwa in „rein positiv“ oder „aversiv“.

Hundetraining sollte jedoch kein ideologischer Kampf sein, sondern ein fachlicher Bereich, der auf Wissen, Erfahrung und verantwortungsvollem Umgang mit dem Tier basiert. Gewalt im Hundetraining hat selbstverständlich keinen Platz. Gleichzeitig sollte die Diskussion darüber, was gutes Training ausmacht, auf fachlicher Grundlage geführt werden – nicht auf Basis von Schlagworten oder ideologischen Positionen.

Wenn es tatsächlich darum geht, Qualität zu sichern und Tierwohl zu stärken, dann braucht Österreich endlich eine ernsthafte und fachlich fundierte Regelung für den Beruf Hundetrainer:innen.

Dazu gehören aus unserer Sicht:

• klare fachliche Mindeststandards für die Ausbildung von Hundetrainer:innen
• eine Überprüfung praktischer Kompetenz
• verpflichtende Weiterbildung
• transparente Kriterien für Trainingsmethoden

Was es hingegen nicht braucht, ist die pauschale Aufwertung eines einzelnen Zertifikats, während gleichzeitig ein gesamter Berufsbereich strukturell kaum reguliert ist.

Wer Qualität im Hundetraining fordert, muss bereit sein, auch über die tatsächlichen Strukturen dieses Berufs zu sprechen.

Solche Schnellschussaktionen sind nicht ausreichend durchdacht und werden uns langfristig nicht weiterbringen. Im Gegenteil: Sie laufen Gefahr, uns in der Entwicklung eher zurückzuwerfen, anstatt zu einer nachhaltigen Verbesserung im Sinne von Hunden und ihren Halter:innen beizutragen.

Liebe Grüße Tanja und Chris von der Dogranch!

Adresse

Unterglanegg 1
Glanegg
9555

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Montag 09:00 - 19:00
Dienstag 09:00 - 19:00
Mittwoch 09:00 - 19:00
Donnerstag 09:00 - 19:00
Freitag 09:00 - 19:00
Samstag 09:00 - 19:00
Sonntag 09:00 - 19:00

Telefon

067762501139

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