HundeVeda

HundeVeda HundeVeda - Ganzheitliche Hundetraining

22/10/2024
25/12/2022

Wir wünschen euch frohe Weihnachten! 🎄
Danke für eure Unterstützung für die Tiere. 💚

06/06/2022
23/12/2020
05/07/2020

Das Norwegergeschirr noch einmal etwas anders erklärt:

Der Drehpunkt der oberen Extremität befindet sich bei uns Menschen – wie wir alle wissen - im Schultergelenk.
Ganz anders beim Hund: Seit der Jenaer Studie zur Fortbewegung der Hunde wissen wir, dass sich der Drehpunkt der vorderen Extremität im oberen Teil des Schulterblattes befindet. Da das Schulterblatt kein Gelenk mit Kopf und Pfanne ist, sondern sich die Knochenplatte rein von Muskulatur geführt, auf den Rippen hin und her bewegt, bewegt sich auch dieser Drehpunkt während der Bewegung nach vorne, resp. kopfwärts.

Der horizontale Quergurt eines Norwegergeschirrs legt sich wunderbar um das Schulterblatt des Hundes herum und behindert es somit beim physiologischen Drehen.
Auf den Menschen übertragen entspricht das einem Band, das wir uns um Brustkorb und Oberarme legen, um dann damit wandern zu gehen.
Das Armpendel wird (entsprechend dem Gleiten und Drehen des Hunde-Schulterblattes) behindert. Zwar ist es durchaus möglich, so zu wandern. Aber zweifellos wäre das ziemlich unangenehm. Und das alleine genügt mir persönlich, um mich zu fragen: Wieso sollte ich das einem Hund anziehen, wo es doch so viele Alternativen gibt?

Quelle: Fischer M.S., Lilje K.E. (2011). Hunde in Bewegung. VDH Service GmbH. Dortmund. Franckh-Kosmos-Verlags-GmbH & Co. KG. Stuttgart

Weitere Infos, Anregungen und Inputs zum Thema Halsband und Brustgeschirr im Album "Geschirre Hund":
https://www.facebook.com/pg/Tierphysiotherapie-Brigitte-Jost-1049077905196853/photos/?tab=album&album_id=1144195785685064

28/12/2019

Silvester-Angst

Der 31. Dezember markiert für viele Hunde die Nacht des Schreckens: sie haben riesige Angst vor dem Krach und den Blitzen, und auch der Besitzer ist froh, wenn es endlich vorüber ist.

Hier die häufigsten Fragen zur Silvesterangst (und ähnlichen Problemen).
Je nach Stärke der Angst (vom leichten Hecheln bis zu Verstecken, Dauerbellen, Erbrechen, Urinieren, etc.) können, müssen aber nicht alle Tipps Anwendung finden.

Warum ist mein Hund nicht schussfest?
Schussfestigkeit ist nicht angeboren. Manche Rassen sind zwar tendenziell geräuschempfindlicher (z.B. Hütehunde), manche Rassen ruhen mehr in sich selbst (z.B. Molosser). Trotzdem sollte bei jedem Hund ein Schusstraining mit klassischer Konditionierung statt finden. Dies funktioniert allerdings nur im Welpenalter wirklich gut.
Temperament, Erfahrung und Management (und Hörvermögen) spielen große Rollen, ob ein Hund auch ohne voriges Training Silvester gut übersteht.

Sehr viele Hunde aus dem Tierschutz haben Silvesterangst. Warum?
Angst ist ansteckend. Leider sind Hunde im Tierheim in der Silvesternacht zumeist sich selbst überlassen. Und wenn dann ein Hund hysterisch bellt und heult, dauert es nicht lang, bis die Angst um sich greift. Auch Hunde, die vorher kein Problem mit Silvester hatten, sind nach so einer Nacht traumatisiert – und reagieren beim nächsten Silvester mit Angst. Weitere Gründe sind Lernen durch Nachahmung (https://www.planethund.com/…/imitationslernen-soziale-lernt…) und mangelndes Selbstbewusstsein. Last but not least: Überdurchschnittlich viele Hunde aus dem Tierschutz leiden an einer – unerkannten – Schilddrüsenunterfunktion, welche bekanntermaßen besonders geräuschempfindlich macht (vgl. Studien von Dr. Jean Dodds).

Darf ich meinen Hund trösten, wenn er Angst hat?
Ja! Früher glaubte man, Angst würde durch Trösten bestärkt. Dies wurde aber mittlerweile durch neurowissenschaftliche Erkenntnisse widerlegt. Wenn der Hund durch Nähe und Zusprache sichtbar ruhiger wird, ist es absolut richtig, dies zu tun. Und andersrum: Es ist überhaupt nicht richtig, einen Hund mit seiner Angst allein zu lassen. Wenn Ihr Hund also zu Ihnen ins Bett oder auf die Couch kriechen möchte, dann machen Sie ihm Platz! Geben Sie ihm die Möglichkeit, sich fest an Sie zu kuscheln, und vermitteln Sie die richtige Stimmung: sicher, gelassen, vertraut. Achten Sie darauf, die Besorgnis aus der Stimme heraus zu halten. Wählen Sie eine entspannte Beschäftigung: Lesen, Fernsehen, Schreiben, Schlafen, ... Vermeiden Sie jede Hektik, da schnelle Bewegungen den Hund noch mehr erregen.

Schussangst = Leinenpflicht?
Planung ist das halbe Leben. Gehen Sie nachmittags eine riesengroße Gassirunde im Niemandsland, am besten mit der (Schlepp-)Leine. Seien Sie rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit zurück, denn dann geht es mit dem Geknalle meistens schon los. Wenn Sie einen Hund haben, der bei Angst zu Ihnen gerannt kommt, können Sie ihn frei laufen lassen. Im Zweifelsfall ist es jedoch besser, nicht abzuleinen. Extrem ängstliche Hunde sollten gar nicht ausgeführt werden, sondern nur zum Lösen in den Garten gelassen werden. Ausbruchskünstler sollten mit einem speziellen Sicherheitsgeschirr angezogen werden. Finden Sie übertrieben? Dann lesen Sie mal in der Silvesternacht beim Ticker der Tierrettungsdienste mit. Nicht gut. Gar nicht gut.

Kann man Silvester schön-füttern?
Bei verfressenen Hunden: klar! Sobald es zum ersten Mal kracht, holen Sie die Knabbersachen raus. Keine Sorge, der Hund wird damit nicht für seine Unsicherheit belohnt. Er wird vielmehr aus seinem Jammertal herausgeholt, oder - bei klugem Einsatz und Timing - gar nicht erst zum Jammern kommen. Holen Sie tolle Sachen raus! Zum Beispiel mit Katzenfutter gefüllte Kongs oder fleischige Knochen, wenn Ihr Hund das verträgt. Achten Sie darauf, nicht zu spät mit dem Füttern anzufangen, also nicht erst um 23:55 Uhr. Wenn Ihr Hund schon starke Angst hat, leidet er unter Stress, was wiederum dafür sorgt, dass ihm der Appetit vergangen ist. Dann holt ihn auch kein Hähnchenschenkel mehr aus der Diele raus.

Kann man Silvester schön-spielen?
Beute-Spiele (Ball, Frisbee, etc.) wirken aufpuschend und angstlösend. Das frei gesetzte Adrenalin hilft bei der Situationsbewältigung. Obwohl ich ansonsten kein Fan von Beute-Spielen bin, können diese in Angstsituationen hilfreich sein.
Intelligente Spiele (Nina Ottosson, etc.) heben die Stimmung. Das Gehirn kann nicht logisch denken und gleichzeitig stark emotional reagieren, zum Beispiel mit Panik.
Wenn Sie also in der Silvesterzeit vermehrt die intelligenten Spielzeuge hervorholen, Futterkartons packen, und dem Hund einen Agility-Parcours im Wohnzimmer bauen, ist dies eine richtig gute Idee (http://www.spass-mit-hund.de/…/gemischte-trainingstipps/ti…/).

Kann ein anderer Hund helfen?
Kommt auf den anderen Hund an! Hunde lernen durch Nachahmung, und wenn der andere Hund nicht schussfest ist, wird es wahrscheinlich nach hinten los gehen. Besonders Welpen und Junghunde sind sehr leicht beeinflussbar. Wenn Sie also Silvester bei Freunden verbringen, fragen Sie nach, ob der andere Hund mit der Knallerei Probleme hat.
Leider ist Angst – evolutionär bedingt – ansteckender als Gelassenheit. Handelt es sich jedoch nur um eine leichte Unsicherheit, kann die Anwesenheit eines absolut durchgechillten Hundes eine positive Wirkung haben.

Mein Hund will sich an Silvester verstecken. Soll ich ihn lassen?
Ob es nun das Bad ist, die Diele, im Keller, im Auto oder unterm Bett – Hunde wissen am besten, wo sie sich sicher fühlen. Bad oder Keller sind häufig beliebt, weil die Geräusche gedämpfter und die Fenster klein sind. Wenn sich ein Hund zurückziehen möchte, gilt es, das zu respektieren. Flucht ist eine sehr gute Lösung für einen Konflikt, die wir unseren Hunden nicht nehmen sollten. Kommt er in der Badewanne gut zurecht – warum nicht? Problematisch wird es, wenn der Hund dort nicht nur ein paar Minuten oder Stunden verbringt, sondern Tage. Dann sollten unbedingt die unten stehenden Tipps beachtet werden.

Kann ich meinen Hund an Silvester allein daheim lassen?
Wenn er Angst hat: Nein.
Wenn es sein erstes Silvester (bei Ihnen) ist: Nein.
Wenn er erfahrungsgemäß vollkommen cool ist, einfach in seinem Körbchen weiter schläft, alles abgeriegelt ist, und Sie sicher sein können, dass kein Nachbarskind einen Böller in Ihren Briefkasten wirft: Ja.

Was sollte ich daheim beachten?
Schließen Sie alle Fenster und Rollläden. Sperren Sie die Reize aus. Sorgen Sie für wenig Hall, und machen Sie ein Konkurrenz-Geräusch an, etwa ein Radio oder den Fernseher. Lassen Sie Ihren Hund nicht zum Feuerwerk mit raus, auch wenn er keine Angst zeigt. Warum? Fragen Sie mal Ihren Tierarzt, welche Art von Verletzungen er in am 31. Dezember in den Notdienst bekommt (außer den Autounfällen mit entlaufenen Hunden). Nicht gut. Gar nicht gut.

Ist Alkohol eine gute Idee?
Früher war es ganz normal, dem Hund an Silvester einen Schwups Bier oder Eierlikör zu geben. Ja, Alkohol ist nicht gesund, aber bei einer kleinen Menge einmal im Jahr muss man pragmatisch Kosten-Nutzen im Blick haben, und alle Hysterie wegen Vergiftung oder Abhängigkeit im Zaum halten. Alkohol wirkt zumeist angstlösend und entspannend. Wichtig: mindestens einmal vorher testen, um Reaktion und Menge zu optimieren. Blogger und Tierarzt Dr. Ralph Rückert gibt seinem 10kg schweren Terrier zweimal einen Esslöffel Eierlikör (http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php…). Sollten Sie allein schon bei dem Gedanken daran Bauchweh kriegen, dann beschreiten Sie diesen Weg eben nicht.

Was ist mit Thundershirt, Ohrstöpseln, Ohrschützern und Co?
Der Markt für „hilfreiche“ Accessoires ist riesig, und leider ist auch viel Schrott darunter. Ich persönlich kenne keinen einzigen Fall, in welchem ein Thundershirt angezogen wurde, und dies dem Hund signifikant geholfen hat (ich sehe etwa 100 Hunde pro Woche, deren Besitzer ihre Erfahrungen sehr großzügig mit mir teilen). Allerdings habe ich zahlreiche Hunde gesehen, denen in einer Angstsituation ein Body oder Shirt angezogen wurde, und die sich dann noch unwohler gefühlt haben. Also: Rechtzeitig vorher ausprobieren und den Hund genau beobachten.

Was ist mit Medikamenten, Homöopathie, Bach-Blüten und Co?
Geben Sie keine Medikamente, die hauptsächlich Acepromazin enthalten, beispielsweise Sedalin, Calmivet oder Vetranquil. Acepromazin ist sehr umstritten, und entspannt nur die Muskeln, lässt den Kopf aber klar. Der Hund ist also gefangen im Körper (https://www.medpets.de/calmivet/).
Für die Verabreichung von Psychopharmaka (Benzodiazepine) brauchen sie zweierlei:
1. Einen sehr guten Grund. Ihr Hund sollte unter extremer Angst leiden, und nicht nur für eine halbe Nacht.
2. Einen sehr guten Tierarzt. Nicht jeder Tierarzt ist in Verhaltenstherapie und Psychopharmaka geschult.
Psychopharmaka sind heikel. Sie bringen Nebenwirkungen mit sich, und auch die Anwendung ist komplex. Daher braucht es hier unbedingt eine sachliche Kosten-Nutzen-Rechnung: Was ist das kleinere Übel? Für Hunde, die durch Silvester schweren Schaden nehmen und gegebenenfalls wochenlang verängstigt sind, sollte ein Verhaltenstierarzt hinzugezogen werden, der nicht nur die Silvesternacht, sondern auch die Tage außenrum erleichtert.
Bei pflanzlichen Hilfsmitteln, Homöopathie, Bach-Blüten, Nahrungsergänzungsmitteln (z.B. Relaxan), Pheromonprodukten (z.B. Adaptil, DAP) gilt: Augen auf und ausprobieren! Allerdings rechtzeitig vorher. Ich habe hierzu total unterschiedliche Erfahrungsberichte, und möchte darauf hinweisen, dass alles, was gut wirken soll, auch negativ wirken kann. Das gilt auch für die Homöopathie. Darum sollte man, möchte man diesen Weg beschreiten, einen erfahrenen Homöopathen hinzuziehen.

Und wenn alles nicht hilft?
Ab auf die Autobahn. Kein Scherz. Feuerwerk ist auf Autobahnen verboten, und gegen Mitternacht haben Sie dort auch garantiert freie Fahrt. Sie werden erstaunt sein, wie viele Hundehalter Sie auf den Raststätten-Parkplätzen treffen, die mit alkoholfreiem Sekt anstoßen. Voraussetzung ist natürlich, dass der Hund gerne mit im Auto fährt.

Was mache ich an Silvester?
Ich habe volles Haus! Da wir weit außerhalb wohnen und spezielle Lärmschutzfenster haben, ziehen über Silvester ein paar Flüchtlinge ein: Hunde aus sehr belebten Gegenden, wo schon direkt nach Weihnachten losgeballert wird.
Die Schublade mit den Knabbersachen ist dann prall gefüllt, und ich bin beschäftigt mit Kongs stopfen. Außerdem gibt es traditionell Raclette, und „aus Versehen“ fällt ständig etwas zu essen runter. So halte ich die Hundemeute bei Laune. Fenster und Jalousien sind geschlossen, jeder verfügbare Fernseher läuft, und müde sind die Hunde von einer ausgiebigen Mittagsrunde sowieso. So verschlafen die meisten das Feuerwerk, welches aber ohnehin kaum zu hören ist.
Ich wünsche Ihnen und Ihrem Hund einen stressarmen Rutsch ins Neue Jahr und freue mich über Ihre Erfahrungsberichte.

Copyright: Sonja Hoegen, dogcom, 2017

06/12/2019

Graphic illustrations used to describe scent theory and movement

29/11/2019

Wie viel Auslastung braucht ein Welpe einer Arbeitsrasse?

Ich bekomme immer mehr „Working Dogs“ in meine Welpenstunden. Belgische Schäferhunde, Border Collies, Australian Shepherds (Aussis) und Co., ebenso alle möglichen Mischlinge solcher Rassen. Sie erfreuen sich größter Beliebtheit. Diese Hunde lernen schnell, wollen dem Menschen gefallen und sehen auch noch sehr hübsch aus – klingt alles ganz einfach.

Doch dann ist das kleine Fellknäuel im neuen Zuhause und man trifft die ersten anderen Besitzer oder liest sich schlau. „Arbeitshunde brauchen enorm viel Bewegung und Auslastung!“, hören und lesen die Welpenbesitzer immer wieder. Doch stimmt das überhaupt?

Erstmal gilt: Ein „Working Dog“ ist auch nur ein Welpe. Auch diese müssen ebenso das kleine 1x1 lernen und sich in dieser Welt zurecht finden, wie alle anderen auch. Darum gelten auch ebenso die gleichen Regeln. Die wichtigste davon:

RUHE!

Gerade Arbeitshunde und Co. arbeiten sehr schnell und haben quasi immer Lust auf Action. Genau das gilt es zu bremsen. Bei einem Hund sollte man in den ersten Monaten vor allem die Schwächen ausgleichen und ihm helfen, diese zu Stärken auszubauen.
Ich muss einem Malinois nicht sagen, dass er in Raketentempo ein Verhalten ausführen soll, das kommt von ganz alleine. Stundenlang ruhig schlafen oder liegen, wird dafür eher ein schwierigeres Thema sein.

Welpen sollten min. 20h am Tag schlafen und Ruhen.

Das macht aber viel weniger Spaß als Spielchen mit den Bezugspersonen oder anderen Hunden. Wenn ich ein Kind frage, ob es lieber in den Freizeitpark gehen möchte oder Zuhause ein Mittagsschläfchen machen, was wird es wohl antworten? ;)
Eltern kennen den Spruch: „Nach Müde kommt Blöd“. Das gilt nicht nur für die Zwei-, sondern auch die Vierbeiner. Wenn der Welpe so richtig kaputt ist (vor allem mental), dreht er nochmal richtig auf und kommt nur schlecht runter.
Dann denken sich viele Hundehalter, dass der Welpe sicherlich nicht ausgelastet sei und steigern weiter die Beschäftigung. So beginnt der Teufelskreis. Der Hund „braucht“ immer mehr Input um ruhig zu sein. Doch wo soll das noch hingehen? Soll der Hund als erwachsenes Tier 8h am Tag beschäftigt werden? Für die meisten zeitlich gar nicht schaffbar.

Warum brauchen Welpen so viel Ruhe?

Im Schlaf verarbeiten die Kleinen alle Eindrücke des Tages. Das Gehirn versucht mit den Reizen umzugehen und sich dementsprechend zu strukturieren. Schläft ein Welpe zu wenig, bricht diese wichtige Entwicklung weg bzw. artet in die falsche Richtung aus. Als Beispiel: Der Hund bildet schon im sehr jungen Alter ein riesiges Dopamin-Netzwerk in seinem Gehirn aus. Dopamin ist ein „Belohnungshormon“ das sehr mächtig ist und süchtig machen kann. So drillt man schon das Baby dazu, immer wieder wie ein J***y nach seinem nächsten Kick zu suchen.

Auch die Gelenke sind ein enorm wichtiger Punkt: viele Kochen und Knochenteile sind erst spät fertig entwickelt. In den Hinterbeinen ist dies beispielsweise bei vielen Rassen erst mit 15-16 Monaten abgeschlossen. Werden sie vorher schon zu sehr beansprucht, kann sich das sehr negativ auswirken. Oft fällt dies den Haltern aber erst auf, wenn es zu spät ist oder es wird als „bei der Rasse XY ist das normal“ abgestempelt.

Aus diesen Problemen heraus entwickeln sich dann die ersten Verhaltensauffälligkeiten. Bei einem Welpen ist das noch recht niedlich, ab dem Junghundalter wird es aber zusehends unangenehmer. Der kleine Hund durfte noch den Radfahrer jagen und wurde belächelt, bei dem 20kg-Tier findet das keiner mehr witzig – um nur ein Beispiel von vielen zu nennen.

Doch wie schafft man es nicht in diese Falle zu tappen?

Als Welpenbesitzer sollte man für viel Ruhe sorgen. Kurze Spaziergänge sind gerade in den ersten Wochen sehr wichtig. Die Regel „pro Lebensmonat 5 Minuten“ empfinde ich für den Alltag als recht passend. Nach jedem aufregenden Szenario wie z.B. Hundeschule, Stadtbesuch, Besuch von vielen Menschen, usw. sollte eine extra Pause eingeschoben werden. Die oben genanneten 20h pro Tag wären perfekt, sind sicherlich aber nicht immer leicht einzuhalten. Dennoch sollte man wirklich versuchen, sehr nah an diese Zahl zu kommen.

Ich rate vielen Kunden dazu, eine Box oder ähnliches als Ruhe- und Rückzugsort aufzubauen, die man in solchen Situationen nutzen kann. Der Kennel soll keineswegs ein Gefängnis sein, sondern wie eine sichere Höhle funktionieren. Alles natürlich kleinschrittig trainiert, ohne wegsperren oder anderen Angst einflößenden Methoden.

Außerdem sollte auf die ständige Frage nach Action des Hundes nicht immer eingegangen werden. Wenn der Welpe ignoriert statt animiert wird, fällt ein wichtiger Verstärker weg. Er wird das Verhalten also weniger zeigen.

Ruhige Beschäftigungen sind auch empfehlenswerter als wilde Spiele. Der Welpe sollte sich lieber ein wenig Futter erschnüffeln oder eine Kaustange knabbern, statt dem Ball hinterher zu laufen.

Sicherlich gibt es noch viele andere tolle Hilfsmittel und Trainingstipps, dies soll ja auch nur ein kleiner Einblick sein. Die Welpenzeit ist einfach enorm wichtig und ich hoffe, dass ich mit diesem Artikel ein paar Arbeitshund-Besitzern ein wenig den Druck nach immer mehr Auslastung nehmen konnte. Schnelligkeit und Ausdauer bringen diese Rassen eh mit, wir müssen genau das Gegenteil fördern.

Ich wünsche Dir viel Freude, eine gesunde und entspannte Zeit mit Deinem Welpen,

Lina Stranghöner
Hundeschule CaniTales

Adresse

Traubenstraße 40
Weinstadt
71384

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