13/07/2026
"Drahtmaulkörbe sind in Deutschland verboten – die sind viel zu gefährlich."
Genau das wurde einer Kundin beim Kauf eines Maulkorbs erzählt.
Ganz ehrlich? Solche Aussagen machen mich fassungslos und auch ein bisschen wütend.
Nicht, weil ich Drahtmaulkörbe verkaufen möchte. Sondern weil am Ende der Hund darunter leidet.
Heute stand ein stattlicher und sehr ernsthafter American Bulldog Rüde bei mir im Laden. Er trug einen Kunststoffmaulkorb, der viel zu eng saß. Kein Platz zum Hecheln, keine Polsterung, Druckstellen vorprogrammiert und im Ernstfall keinerlei Schutz.
Und genau das sehe ich leider immer wieder.
❌ Zu klein.
❌ Zu eng.
❌ Der Hund kann den Fang nicht ausreichend öffnen.
❌ An warmen Tagen oder in Stresssituationen ein echtes Problem.
Dabei ist die entscheidende Frage doch gar nicht: "Ist der Maulkorb aus Draht oder aus Kunststoff?"
Sondern:
👉 Kann der Hund damit hecheln?
👉 Kann er trinken?
👉 Scheuert er nicht?
👉 Sitzt er sicher und trotzdem bequem?
Ein gut angepasster Drahtmaulkorb ermöglicht genau das vielen Hunden. Er bedeutet für sie oft mehr Freiheit statt Einschränkung – beim Spaziergang, im Training, beim Tierarzt oder in Bus und Bahn.
Natürlich gibt es auch Kunststoffmaulkörbe, die für bestimmte Situationen geeignet sein können. Das Problem ist aber: Viel zu oft werden Maulkörbe verkauft, ohne dass überhaupt auf Passform, Hecheltiefe oder den individuellen Hund geschaut wird.
Ein Maulkorb ist kein Accessoire. Er ist ein Sicherheitswerkzeug – und genauso individuell wie ein gut sitzendes Geschirr oder ein passender Schuh.
Wenn wir schon einen Maulkorb nutzen, dann sollten wir ihn so wählen, dass der Hund damit sicher UND tierschutzgerecht leben kann.
Im Bild seht ihr den Korb, mit dem der Hund gekommen ist und daneben das Modell, mit dem er meinen Laden verlassen hat.
Mich würde interessieren: 💬 Was habt ihr schon für Aussagen zum Thema Maulkorb gehört? Und wurden eurem Hund beim Kauf wirklich verschidenen Modelle aufprobiert – oder einfach nur "Größe M" aus dem Regal genommen?