10/06/2022
Warten vor dem vollen Napf bis der Mensch das Futter "frei gibt" wird immer noch sehr häufig praktiziert und empfohlen. Aber, was soll das eigentlich bringen?
Beliest man sich ein wenig wird oft gesagt, dass dieses Warten, die Geduld des Hundes fördern solle, es würde helfen, dass der Hund fressbares nicht vom Boden nimmt und außerdem baue es Impulskontrolle auf.
Toll oder? Und das alles nur indem man den Hund ein paar Minuten vor dem Napf zappeln lässt?!
Doch leider funktioniert Lernen so nicht.
Die meisten dieser "Trainings" laufen über negative Verstärkung oder negative Strafe, d.h. der Hund bekommt das fressen erst wenn er brav wartet.
Das löst allerdings Frustration aus und diese öffnet Tür und Tor für unerwünschtes Verhalten.
Auch kann der Hund die Situation "draußen-nichts-vom-Boden-fressen" gar nicht mit der Napf-Situation verknüpfen. Es findet keine Generalisierung statt.
Und zu guter Letzt ist es schlicht und einfach unfair, da ein Hund es nicht "ganz genau" weiß, dass es täglich was zu fressen für ihn gibt.
Also bitte lass deinen Hund nicht vor dem Napf warten.
Was kannst du stattdessen tun?
Warten ist kein Verhalten und macht aus Hundesicht auch keinen Sinn. Deshalb solltest du deinem Hund ermöglichen, sich während der Zeit, die du benötigst um das Essen vorzubereiten, zu verhalten.
Befülle einen Kong oder Schnüffelteppich, streue ein paar kleine Kekse auf den Boden, die dein Hund suchen kann. Damit verhinderst du Frustration und dein Hund läuft weniger Gefahr "ungeduldig" zu sein.
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