03/09/2026
Die New York Times berichtet aktuell unter der Überschrift „Under Trump, Protected Wild Horses Are Going to Slaughter“ über Mustangs, die nach ihrem Verkauf durch das BLM offenbar im Schlachtpferdehandel gelandet sind. In der Unterzeile ist von einer „legal loophole“, also einer Gesetzeslücke, die Rede.
Genau hier lohnt sich ein genauer Blick: Der Verkauf von sogenannten Sale Horses ist keine Gesetzeslücke. Er ist seit 2004 gesetzlich im Wild Free-Roaming Horses and B***os Act verankert. Bestimmte Pferde können vom BLM verkauft werden und gehen anschließend vollständig in Privatbesitz über ohne das Adoptionsjahr zu erfüllen. Das sind meist ältere Pferde oder Pferde, die bereits mehrfach zum Kauf angeboten worden sind, aber keinen Käufer gefunden haben - so wie z.B. auch immer unsere Eventmustangs!
Das eigentliche Problem beginnt dort, wo das System ausgenutzt wird. Nach dem Verkauf ist die weitere Kontrolle deutlich schwieriger, und wird vom Staat nicht mehr verfolgt. Aus unserer eigenen Erfahrung wissen wir, dass in Kill Pens immer wieder mehrere Mustangs gleichzeitig auftauchen, häufig aus demselben Vorbesitz oder derselben Quelle. Das deutet zumindest in manchen Fällen auf einen gezielten Handelsweg hin.
Und genau das ist für uns der kritische Punkt: Wenn Menschen günstige Mustangs übernehmen, um sie anschließend mit Gewinn in Richtung Schlachtpferdehandel weiterzugeben, wird aus einem sinnvollen Vermittlungsinstrument ein Geschäftsmodell auf Kosten der Tiere.
Die aktuelle Recherche der New York Times greift damit ein reales Problem auf. Aber die Diskussion sollte sich in unseren Augen nicht gegen das Sale Program an sich richten, sondern darum, wie Missbrauch nach dem Verkauf verhindert und besser kontrolliert werden kann.
Wir sind immer noch der Meinung, dass Mustangs lebenslang unter staatlichen Schutz gestellt werden sollten und ein Verbot für die Schlachttransporte erhängt werden muss. Damit könnte man in jedem Fall die Zahlen eingrenzen. Wobei wir uns dann die Frage stellen müssen, ob nur die Mustangs schützenswert sind 🤷♀️
Quelle: The New York Times, 21.08.2026; Bureau of Land Management, Wild Horse and B***o Program.