01/06/2026
Die wichtigsten Trainingsmomente sind oft die, die niemand als Training erkennt.
〰️
Denn sie dauern oft nur wenige Sekunden und finden selten dort statt, wo „Training“ draufsteht.
60 Minuten Training.
10.020 Minuten Alltag.
Die Stunde Training ist wichtig.
Die anderen 6 Tage und 23 Stunden entscheiden darüber, ob daraus nachhaltige Veränderung entsteht.
Ich weiß.
Das ist jetzt eine eher unpraktische Aussage für eine Hundetrainerin. 😅
Aber sie stimmt.
Die wenigsten Hundehalter scheitern an den 60 Minuten Training pro Woche.
Sie scheitern an den anderen 10.020 Minuten.
Zu Hause.
Zwischen Haustür und Garten.
Zwischen Sofa und Futternapf.
Beim Aussteigen aus dem Auto.
Beim Spaziergang um den Block.
In den kleinen Situationen, die so unspektakulär wirken, dass man sie oft gar nicht als Training wahrnimmt.
Dabei findet genau dort die eigentliche Erziehung statt.
Zwischen „Bleib mal kurz sitzen“
und
„Ach komm, ist jetzt auch egal.“
Viele Menschen glauben, Hundetraining findet dann statt, wenn man zum Kurs fährt.
Tatsächlich beginnt es morgens beim Aufstehen.
Und hört abends beim Schlafengehen nicht auf.
Jedes Warten.
Jede Freigabe.
Jede Begrenzung.
Jede kleine Entscheidung.
All das ist Training.
Und genau deshalb kann gezieltes Training so wertvoll sein.
Nicht weil der Hund dort plötzlich alles lernt.
Sondern weil wir lernen, genauer hinzuschauen.
Zusammenhänge zu erkennen.
Und Alltag bewusster zu gestalten.
Denn die eigentliche Veränderung entsteht oft nicht während der Trainingseinheit.
Sie entsteht in den vielen kleinen Situationen danach.
Dann, wenn wir beginnen, die anderen 10.020 Minuten anders zu gestalten.
Denn Hand aufs Herz:
Der Hund weiß nicht, dass heute Montag ist und von 18 bis 19 Uhr Training auf dem Stundenplan steht.
Er lebt mit uns die anderen 10.020 Minuten.
Und genau dort entsteht Veränderung.
Denn wer nur im Training trainiert,
trainiert meistens zu wenig.