08/08/2026
"Aber dein Hund hat ja gar nicht auf dich gehört, dafür kannst du ihn doch nicht belohnen!"
Stimmt, hat er nicht.
Und trotzdem war das einer der größten Fortschritte, die Alwin damals machen konnte.
Als Alwin frisch aus Rumänien zu uns kam, zeigte er starkes Meideverhalten gegenüber Futter in Anwesenheit von Menschen, gleichzeitig starke Ressourcenverteidigung gegenüber anderen Hunden.
Im Basiskurs sollten die Hunde an diesem Tag lernen, ihre Kaustange wieder herzugeben. Also hab ich das beste eingepackt, was ich finden konnte.
Ich wäre froh gewesen, wenn Alwin sich überhaupt für die Stange interessieren würde und hielt sie ihm eher halbherzig hin.
Dann nahm er plötzlich die Kaustange aus meiner Hand, legte sich in die Runde aus fremden Hunden und Menschen und fing ganz entspannt an zu fressen.
Ich schaute die Trainerin an und sagte, dass ich ihm sie nun eigentlich nicht wegnehmen möchte. Und ich bin ihr dankbar, dass sie sofort zugestimmt hat.
In diesem Moment war klar: Der Plan hatte das Ausgeben von Futter vorgesehen, mein Hund trainierte aber etwas viel Wichtigeres!
Er fühlte sich zum ersten Mal sicher genug, in einer für ihn schwierigen Umgebung zu fressen.
Hätte ich auf das ursprüngliche Trainingsziel bestanden, hätten wir vermutlich genau diesen Erfolg unterbrochen.
Frag dich im Training also lieber auch regelmäßig: Welchen Fortschritt zeigt mir mein Hund gerade von sich aus?
Denn manchmal ist die größte Entwicklung nicht die, die wir geplant haben. Sondern die, die wir erkennen.
💬 Hattest du schon einen Moment, in dem dein Hund etwas ganz anderes gelernt hat als das, was eigentlich auf dem Trainingsplan stand?