TierGefühl

TierGefühl Hunde-Verhaltensberaterin bei Angst- und Aggressionsverhalten. Ich helfe dir bei Problemen im Alltag mit deinem Hund.

Als Halterin eines Herdenschutzhundes, liegen mir dieses Mixe besonders am Herzen. Bedürfnisorientiertes, gewaltfreies Hundetraining.

22/08/2026

Auch wenn dein Hund erstmal nur am Rand beobachten kann, kann die Gruppe für euch interessant sein.

Das erwartet euch:
4 angeleitete Termine · feste Gruppe · Raum Schleswig · 150 € pro Team · Start September oder November

Du weißt nicht, ob dein Hund dafür geeignet ist? Schreib mir und erzähl mir kurz von ihm, dann helf ich euch bei der Einschätzung.

Kommentiere "KURS" und ich schicke dir alle Infos und den Link zur Anmeldung zu.
Alternativ findest du Details über den Link in meinem Profil.

Dein Hund pöbelt an der Leine? Dann wird die Raufergruppe euer Problem wahrscheinlich nicht lösen.Eine Hundebegegnung an...
21/08/2026

Dein Hund pöbelt an der Leine? Dann wird die Raufergruppe euer Problem wahrscheinlich nicht lösen.
Eine Hundebegegnung an der Leine ist nicht dasselbe wie eine Begegnung im Freilauf.

Hunde lernen kontextbezogen. Sie lernen also nicht einfach: „Alle anderen Hunde sind okay.“
Und genau deshalb reicht es bei Problemen in Hundebegegnungen an der Leine häufig nicht aus, den Hund regelmäßig in eine Freilaufgruppe zu schicken.

Dazu kommt: Fremde Hunde müssen nicht miteinander spielen.
Gerade bei unsicheren Hunden sehe ich Raufergruppen deshalb kritisch, wenn die Idee dahinter lautet:
„Der muss einfach mehr Kontakt haben und lernen, mit anderen Hunden klarzukommen.“

Denn was lernt ein Hund, der immer wieder bedrängt wird?
Was lernt ein Hund, dessen feine Kommunikation übergangen wird?
Oder der ständig „einen auf den Deckel bekommt“, weil er selbst noch Schwierigkeiten mit angemessenem Sozialverhalten hat?

Im schlimmsten Fall nicht, dass andere Hunde harmlos sind.
Sondern dass Hundekontakt noch unangenehmer und unberechenbarer ist, als er ohnehin schon dachte.

Das heißt nicht, dass Freilaufgruppen grundsätzlich schlecht sind. Es gibt gut geführte Gruppen mit passenden Hunden, ausreichend Platz und Menschen, die Sozialverhalten erklären und Kontakte sinnvoll begleiten.

Aber Freilauf ersetzt kein gezieltes Training für Leinenbegegnungen.

Wenn dein Hund vor allem an der Leine Schwierigkeiten hat, sollten wir auch in diesem Kontext trainieren.

Und wenn wir Sozialkontakt üben, sollte das nicht nur bedeuten, zehn fremde Hunde auf einer Wiese zusammenzulassen.

Gemeinsam laufen.
Abstand halten.
Beobachten.
Annähern.
Wieder weggehen.
Kommunizieren.
Pausen machen.

Und irgendwann vielleicht auch direkter Kontakt zwischen einzelnen Hunden.

Nicht möglichst viel Hundekontakt ist das Ziel. Sondern möglichst gute Erfahrungen mit anderen Hunden.

Genau daran arbeiten wir auch in meiner Sozialisierungs-Gruppe im Raum Schleswig: in einem geschützten Rahmen, in dem Kontakt entstehen darf, aber nicht erzwungen wird. Für die Runden im September und November sind noch Plätze frei.
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Dein Hund will eigentlich weg – und geht trotzdem nach vorne?Das klingt erstmal widersprüchlich.Wenn ein Hund unsicher i...
19/08/2026

Dein Hund will eigentlich weg – und geht trotzdem nach vorne?

Das klingt erstmal widersprüchlich.

Wenn ein Hund unsicher ist oder Angst hat, erwarten wir häufig, dass er sich zurückzieht, versteckt oder flüchtet.

Aber was, wenn Weggehen gerade gar keine Option ist?

In einer Hundebegegnung an der Leine kann dein Hund nicht einfach entscheiden, wie viel Abstand er braucht. Vielleicht ist neben euch eine Straße, hinter euch kein Platz zum Ausweichen und vor euch kommt der andere Hund immer näher. Die meisten Hunde wissen, dass sie an der Leine nicht wirklich weg können.

Also versucht dein Hund möglicherweise etwas anderes:
Er fixiert.
Wird steif.
Knurrt.
Bellt.
Springt nach vorne.

Und ziemlich häufig passiert danach genau das, was er erreichen wollte: Der andere Hund verschwindet.

Dein Hund hat also nicht gelernt: „Andere Hunde sind gar nicht schlimm.“

Sondern möglicherweise: „Wenn ich richtig deutlich werde, bekomme ich Abstand.“

Und wenn eine Strategie funktioniert, gibt es einen ziemlich guten Grund, sie beim nächsten Mal wieder einzusetzen.

Deshalb interessiert mich bei einem Hund, der in Begegnungen eskaliert, nicht nur das Bellen oder in die Leine Springen.

Mich interessiert vor allem, was in den Sekunden davor passiert.

Wann entdeckt er den anderen Hund?
Wann verändert sich seine Körpersprache?
Wann versucht er vielleicht schon, Abstand herzustellen?
Und wann ist er noch ansprechbar und kann andere Entscheidungen treffen?

Denn wir müssen nicht erst eingreifen, wenn der Hund bereits am Ende der Leine hängt.

Gutes Begegnungstraining beginnt ein paar Sekunden früher.

Beobachte einmal ganz bewusst: Was macht dein Hund, BEVOR er pöbelt?

„Aber der ist doch schon erwachsen. Das müsste der doch können.“Was dabei gerne vergessen wird:Wenn ein Tierschutzhund b...
16/08/2026

„Aber der ist doch schon erwachsen. Das müsste der doch können.“
Was dabei gerne vergessen wird:
Wenn ein Tierschutzhund bei dir einzieht, kennst du vielleicht sein ungefähres Alter, sein Geschlecht und ein paar Eckdaten seiner Vorgeschichte.
Aber du kennst noch lange nicht unbedingt deinen Hund.
Vielleicht läuft er tagelang problemlos an fremden Menschen vorbei – und beim Mann mit Kapuze explodiert er plötzlich.
Vielleicht sind Hunde kein Problem – bis euch ein bestimmter Hundetyp entgegenkommt.
Vielleicht merkst du erst Wochen später, dass bestimmte Geräusche, Berührungen oder Situationen Unsicherheit auslösen.

Das kann verdammt verunsichern. Vor allem, wenn von außen gleichzeitig erwartet wird, dass ein erwachsener Hund doch bitte einfach „funktioniert“.
Dabei seid ihr vielleicht gerade erst dabei herauszufinden:
Was stresst ihn?
Was gibt ihm Sicherheit?
Was braucht er von dir?
Und was kann er in diesem Moment überhaupt schon leisten?

Das Spannende ist: Dieses Kennenlernen hört nicht unbedingt nach der Eingewöhnung auf.
Eine Kundin erzählte mir beispielsweise, dass ihr Hund sich nach fünf Jahren zum ersten Mal auf den Rücken gelegt und sich entspannt den Bauch kraulen lassen hat. Auch Alwin zeigt uns nach 4 Jahren noch neue Seiten von sich.

Genau deshalb finde ich starre Zeitpläne schwierig. Orientierung ja, Vorgabe nein.

Die Vergangenheit deines Hundes kann helfen, Verhalten einzuordnen. Manchmal werden wir sie aber nie vollständig kennen.
Was wir kennenlernen können, ist der Hund, der heute vor uns steht.
Und manchmal lernen wir auch nach fünf Jahren noch etwas Neues über ihn.

💬 Was hat dein Hund dir erst Wochen, Monate oder sogar Jahre später über sich gezeigt?

12/08/2026

Hunde bewerten die Welt nicht objektiv. Sie bewerten sie anhand ihrer bisherigen Erfahrungen.

Deshalb kann ein Hund Angst vor Dingen haben, die für uns auf den ersten Blick völlig normal sind.
Blätter.
Ein Besen.
Ein Mann mit Mütze.
Das Klappern einer Metalltonne.
Oder sogar das Geräusch eines Schlüsselbundes.

Nicht, weil diese Dinge per se gefährlich sind.
Sondern weil das Gehirn sie mit einer früheren, negativen Erfahrung verknüpft hat.

Hunde bringen individuelle Lernerfahrungen mit, die beeinflussen, wie sie neue Situationen wahrnehmen und auf sie reagieren. Das gilt für Tierschutzhunde UND für Welpen vom Züchter.

Die gute Nachricht:
Das Gehirn kann auch neue Verknüpfungen lernen und alte Erfahrungen überlagern.

Genau deshalb arbeiten wir nicht gegen die Angst deines Hundes. Wir helfen ihm dabei, Schritt für Schritt andere Erfahrungen zu machen.

Verhalten verändert sich oft dann, wenn sich die Bedeutung einer Situation verändert.

💬 Vor welchem alltäglichen Gegenstand oder Geräusch hat dein Hund Angst?

Eine starke Reaktion (in Form von Flucht oder Aggressionsverhalten) tritt meistens dann auf, wenn ein Hund einen Reiz bereits negativ verknüpft hat. Aber auch bei unbekannten Reizen oder wenn das Nervensystem deines Hundes ohnehin schon in Alarmbereitschaft ist (Stress, Krankheit, etc.), können Reaktionen mehr oder weniger stark ausfallen.

"Mein Hund ist auch aus dem Tierschutz und der hat auch kein Problem damit"Diesen Satz höre ich oft. Und jedes Mal denke...
10/08/2026

"Mein Hund ist auch aus dem Tierschutz und der hat auch kein Problem damit"

Diesen Satz höre ich oft. Und jedes Mal denke ich:
Welchen Tierschutzhund meinst du eigentlich?

"Tierschutzhund" beschreibt keine Rasse und keinen Charakter. Es beschreibt nur, ob ein Hund bereits im Welpenalter zu seiner aktuellen Familie gekommen ist oder nicht. Und ob er bereits in Tierheimen oder Pflegestellen gelebt hat oder eben nicht.

Ein Hund aus dem Tierschutz kann ein reinrassiger Golden Retriever oder Labrador sein. Ein Malinois. Ein Herdenschutz-Mix. Ein Terrier. Ein Mischling aus zwei bis drei Rassen, die sich gut ergänzen oder so konträr sind, dass seine bloße Existenz für den Hund schwierig ist. Oder er ist ein Mix aus zehn oder mehr Rassen und es ist überhaupt nicht mehr ersichtlich, welche Verhaltensweisen zu erwarten sind.

Allein genetisch bringen diese Hunde völlig unterschiedliche Voraussetzungen mit.
Und dann kommt noch ihre individuelle Geschichte dazu.

Ein Hund kann auf der Straße gelebt haben.
Ein anderer stammt aus einer Familie.
Der nächste aus einem deutschen Tierheim.
Ein anderer aus einer großen Auffangstation im Ausland.
Manche Hunde mussten täglich ums Überleben kämpfen.
Andere haben nie Hunger gelitten und sind behütet aufgewachsen.
Manche kennen Menschen als verlässliche Bezugspersonen.
Andere mussten erst lernen, ihnen zu vertrauen.
Oder haben erfahren, dass sie Menschen nicht vertrauen können.
Der eine ist kerngesund, der andere schwer krank.
Einer hat ein sichtbares Handicap, der andere ein unsichtbares.

"Tierschutzhund" sagt deshalb fast nichts über das Verhalten eines Hundes aus.

Erst wenn wir Genetik, Lernerfahrungen, Persönlichkeit, Gesundheitszustand und Verhalten zusammendenken, entsteht ein vollständiges Bild.

Und genau deshalb habe ich keinerlei Erwartungen, wenn du bei mir ein Training für deinen "Tierschutzhund" anfragst. Sondern einen Trainingsplan für den Hund, der gerade vor mir steht und für euren individuellen Alltag.

💬 Welche Annahme über Tierschutzhunde begegnet dir immer wieder – obwohl sie so pauschal einfach nicht stimmen kann?

09/08/2026

Nicht jede Ressourcenverteidigung beginnt im Wohnzimmer.

Manche beginnt Jahre früher.

Vielleicht auf der Straße oder in einer großen Auffangstation.
Vielleicht in einer Situation, in der Futter nicht selvstverständlich war.

Viele ehemalige Straßenhunde mussten um Nahrung konkurrieren. Wenn Futter einmal überlebenswichtig war, ist es nur logisch, dass ein Hund versucht, es zu behalten.

Je nach Einrichtung, Versorgung und individueller Geschichte können Hunde auch dort lernen, dass Ressourcen besonders wertvoll sind und nicht immer sicher verfügbar sind.

Das bedeutet nicht, dass jeder Tierschutzhund Ressourcen verteidigt. Und es bedeutet auch nicht, dass man daran nicht arbeiten kann und darf.
Aber: die Vergangenheit KANN ein wichtiger Teil des Puzzles sein.

💬 Hat dir die Vorgeschichte deines Hundes schon mal dabei geholfen, ein Verhalten besser zu verstehen?

08/08/2026

"Aber dein Hund hat ja gar nicht auf dich gehört, dafür kannst du ihn doch nicht belohnen!"

Stimmt, hat er nicht.
Und trotzdem war das einer der größten Fortschritte, die Alwin damals machen konnte.

Als Alwin frisch aus Rumänien zu uns kam, zeigte er starkes Meideverhalten gegenüber Futter in Anwesenheit von Menschen, gleichzeitig starke Ressourcenverteidigung gegenüber anderen Hunden.

Im Basiskurs sollten die Hunde an diesem Tag lernen, ihre Kaustange wieder herzugeben. Also hab ich das beste eingepackt, was ich finden konnte.

Ich wäre froh gewesen, wenn Alwin sich überhaupt für die Stange interessieren würde und hielt sie ihm eher halbherzig hin.

Dann nahm er plötzlich die Kaustange aus meiner Hand, legte sich in die Runde aus fremden Hunden und Menschen und fing ganz entspannt an zu fressen.

Ich schaute die Trainerin an und sagte, dass ich ihm sie nun eigentlich nicht wegnehmen möchte. Und ich bin ihr dankbar, dass sie sofort zugestimmt hat.

In diesem Moment war klar: Der Plan hatte das Ausgeben von Futter vorgesehen, mein Hund trainierte aber etwas viel Wichtigeres!
Er fühlte sich zum ersten Mal sicher genug, in einer für ihn schwierigen Umgebung zu fressen.

Hätte ich auf das ursprüngliche Trainingsziel bestanden, hätten wir vermutlich genau diesen Erfolg unterbrochen.

Frag dich im Training also lieber auch regelmäßig: Welchen Fortschritt zeigt mir mein Hund gerade von sich aus?
Denn manchmal ist die größte Entwicklung nicht die, die wir geplant haben. Sondern die, die wir erkennen.

💬 Hattest du schon einen Moment, in dem dein Hund etwas ganz anderes gelernt hat als das, was eigentlich auf dem Trainingsplan stand?

Tausch statt Streit.So entsteht Vertrauen statt Verteidigung.Möchtest du, dass dein Hund Dinge freiwillig hergibt?Dann g...
07/08/2026

Tausch statt Streit.
So entsteht Vertrauen statt Verteidigung.

Möchtest du, dass dein Hund Dinge freiwillig hergibt?
Dann gib ihm einen guten Grund dafür.

Viele Hunde lernen leider genau das Gegenteil:
"Wenn mein Mensch kommt, verschwindet mein Kauknochen."
Kein Wunder, dass manche Hunde anfangen, ihre Ressourcen stärker zu verteidigen.

Ich arbeite deshalb lieber mit einem Tauschgeschäft.
👉 Mein Hund gibt Ressourcen freiwillig frei.
👉 Dafür bekommt er etwas, das sich für ihn lohnt.

So entsteht keine Auseinandersetzung um die Ressource, sondern eine positive Erwartung an meine Annäherung.

Das bedeutet übrigens nicht, dass Ressourcenverteidigung damit "geheilt" ist.
Aber für viele Hunde ist es ein wichtiger erster Schritt, um Vertrauen aufzubauen und Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen.

💬 Hat dein Hund schon einmal etwas verteidigt – oder gibt er Dinge problemlos ab?

06/08/2026

"Er teilt sich sein Futter ganz süß mit dem anderen Hund im Zwinger."
Das wurde uns bei Alwins Adoption erzählt.
Die Realität war deutlich komplexer.

Gegenüber allen (!) anderen Hunden zeigte Alwin von Anfang an eine ausgeprägte Ressourcenverteidigung. Futter wurde mit den Zähnen und sehr vehement verteidigt. Immer.

Gegenüber Menschen war das genaue Gegenteil der Fall. Er traute sich oft nicht einmal zu fressen, wenn wir in der Nähe waren, und zeigte starkes Meideverhalten, sobald sich Hände mit Futter näherten.

Ein und derselbe Hund. Immer die Ressource Futter.
Zwei völlig unterschiedliche Verhaltensweisen.

Genau deshalb reicht es nicht, Verhalten oberflächlich zu bewerten. Verhalten entsteht immer im Kontext.

Wer steht meinem Hund gegenüber?
Welche Erfahrungen hat er mit Menschen gemacht?
Welche mit anderen Hunden?
Welche Strategie hat sich für ihn in der Vergangenheit gelohnt? Oder musste vielleicht auch gewählt werden, um das eigene Überleben zu sichern?

Nicht jede Aggression hat dieselbe Ursache. Und nicht jede Unsicherheit zeigt sich gleich. Über die Vergangenheit und die Erfahrung mancher Hunde kann man nur mutmaßen, wie bei Alwin. Hier braucht es eine genaue und umfangreiche Analyse der Situationen und Umstände unter denen die Probleme auftreten.

💬 Zeigt dein Hund je nach Situation oder Gegenüber völlig unterschiedliche Verhaltensweisen?

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