09/03/2026
RÜHREI IM BAUCH?!
Hermine zeigte Samstagmorgen plötzlich starkes Unwohlsein, also nahm ich sie mit ins Haus. Sie hatte eine starke Bauchwassersucht entwickelt und stand wie ein Pinguin. Sie fraß zum Glück noch.
Die zugerufene Fachtierärztin äußerte den Verdacht auf eine Legedarmentzündung. Hermine wurde antibiotisch und mit Schmerzmittel abgedeckt.
Bis Montag verbesserte sich ihr Zustand leider nicht. Unsere Kleintierpraxis war so lieb, Röntgenbilder anzufertigen.
Was da drauf zu sehen war, konnte keiner so richtig benennen. Klar war nur, die Umfangsvermehrung war krass und organisch nichts mehr da, wo es hingehörte.
Hier gibt es keine Vogelklinik, doch ihre einzige Chance war: Aufmachen, gucken, und gegebenenfalls ausräumen was auszuräumen ist. Also wurde unsere Küche kurzerhand zum OP-Saal und gleich zwei großartige Tierärztinnen kamen dankenswerterweise noch abends spät um Hermine diese Chance zu geben.
Was wir in ihr vorfanden ließ uns alle nur staunen: Rührei! Nicht etwa im Legedarm, sondern in der Bauchhöhle.
Während die Tierärztinnen Hände voll davon rausholten, sorgte meine Schwester für gutes Licht und ich für die Narkoseüberwachung.
Hermine war ganz tapfer und ihr Kreislauf hat die volle Dröhnung und den Volumenunterschied tatsächlich gut weggesteckt.
Sie ist wieder wach, ob sie die Tortur tatsächlich überlebt wird sich zeigen.
Wir bedanken uns nochmal ganz herzlich bei den Tierärztinnen für das Engagement und appellieren nochmal an sämtliche VerbraucherInnen: Eier essen bedeutet enormes Tierleid. Und selbst wenn es Hühner wie Hermine auf einen Lebenshof wie diesen schaffen — ihre Qualzuchtmerkmale begleiten sie für immer.