Hundepsychologe Sven

Hundepsychologe Sven Hundepsychologe
Verhaltensberater
Mensch / Hund Team Coach

‼️HÖR AUF, MIT DEINEM HUND ZU TRAINIEREN.‼️Ja. Das sagt gerade ein Hundepsychologe.Und nein, ich habe meinen Beruf nicht...
01/09/2026

‼️HÖR AUF, MIT DEINEM HUND ZU TRAINIEREN.‼️

Ja. Das sagt gerade ein Hundepsychologe.
Und nein, ich habe meinen Beruf nicht an den Nagel gehängt.
Aber ich sage diesen Satz tatsächlich immer wieder zu Menschen, die mit ihrem Hund zu mir kommen.

Hör erst einmal auf zu trainieren.
Denn manchmal ist nicht zu wenig Training das Problem.
Sondern viel zu viel davon.
Gerade Menschen, die mit ihrem Hund Schwierigkeiten haben, geraten irgendwann in eine Spirale:

Der Hund pöbelt an der Leine?
Trainieren.

Er kommt draußen nicht zur Ruhe?
Trainieren.

Er orientiert sich nicht am Menschen?
Trainieren.

Er hat Angst?
Trainieren.

Er kann nicht allein bleiben?
Trainieren.

Er reagiert auf Besucher?
Trainieren.

Er zieht an der Leine?
Trainieren.

Er ist draußen ständig auf Sendung?
Noch mehr trainieren.

Also wird geclickert, gemarkert, umgelenkt, bestätigt, korrigiert, abgebrochen, Sitz verlangt, Blickkontakt eingefordert, an der Orientierung gearbeitet und die nächste Trainingsmethode ausprobiert.

Und wenn das alles nicht funktioniert? Dann muss offenbar noch mehr trainiert werden.

Vielleicht aber auch nicht.
Vielleicht sollten wir uns irgendwann eine ziemlich unbequeme Frage stellen: Was, wenn dein Hund gerade gar nicht lernen kann, was du ihm beibringen möchtest?

Ein Hund ist keine Maschine, bei der man oben genügend Trainingsstunden einfüllt und unten irgendwann das gewünschte Verhalten herauskommt.
Lernen braucht Voraussetzungen. Ein Hund, der permanent mit seiner Umwelt beschäftigt ist, ständig Situationen bewerten muss, schlecht zur Ruhe kommt, kaum ausreichend schläft oder draußen dauerhaft in hoher Erregung unterwegs ist, hat möglicherweise ein ganz anderes Problem als ein fehlendes Trainingssignal.

Dann kann ich natürlich noch eine Übung draufpacken.
Und noch eine. Und noch eine.

Ich kann aber auch anfangen zu fragen: Warum ist dieser Hund überhaupt so hochgefahren?
Was überfordert ihn?
Wie sieht sein Alltag aus?
Wie viel schläft er tatsächlich?
Wie viele Reize muss er täglich verarbeiten?
Wie viele Hundebegegnungen erlebt er?
Wie viel wird mit ihm gemacht?
Wie vorhersehbar ist sein Alltag?
Wie sicher fühlt er sich?
Welche Strategien hat er entwickelt, um mit schwierigen Situationen umzugehen?

Und vor allem: Was versucht mir sein Verhalten eigentlich zu sagen?

„Aber ich muss doch an dem Problem arbeiten!“
Ja. Aber an einem Problem zu arbeiten bedeutet nicht automatisch, Verhalten zu trainieren.

Manchmal bedeutet vernünftige Arbeit zunächst:
✅Abstand schaffen.
✅Situationen vermeiden.
✅Erregung reduzieren.
✅Ruhe ermöglichen.
✅Schlaf verbessern.
✅Spaziergänge verändern.
✅Erwartungen herunterschrauben.
✅Reize reduzieren.
✅Den Alltag vorhersehbarer machen.
✅Management einsetzen.

Und manchmal bedeutet es tatsächlich: Einfach mal nichts vom Hund zu wollen.

Das klingt erschreckend unspektakulär. Es verkauft sich auch deutlich schlechter als: „Mit diesen drei Übungen löst du das Problem deines Hundes in sieben Tagen.“

Nur leider interessiert sich das Nervensystem deines Hundes herzlich wenig für Marketing.

Vielleicht kennst du genau diese Situation.
Du hast bereits viel versucht.
Vielleicht warst du schon in einer Hundeschule.
Vielleicht hast du Videos geschaut.
Bücher gelesen.
Podcasts gehört.
Tipps aus Facebook-Gruppen ausprobiert.
Dir wurde gesagt, du müsstest konsequenter sein.
Oder souveräner.
Oder interessanter.
Oder dein Hund brauche mehr Beschäftigung.
Oder mehr Auslastung.
Oder mehr Sozialkontakte.
Oder mehr Grenzen.

Und inzwischen hast du einen ganzen Werkzeugkoffer voller Übungen.
Nur das eigentliche Problem ist immer noch da.
Vielleicht ist es sogar schlimmer geworden.
Dann brauchst du möglicherweise nicht die fünfzehnte Übung.
Dann brauchen wir zunächst eine vernünftige Analyse.

‼️‼️‼️Wenn du dich gerade in diesen Zeilen wiedererkennst, kannst du mir schreiben. Ich biete ein kostenloses Erstgespräch an, in dem wir uns anschauen, wo ihr gerade steht, was euer eigentliches Problem ist und ob ich euch dabei helfen kann. Du musst vorher nicht wissen, welche Trainingsmethode die richtige ist. Genau das herauszufinden ist schließlich mein Job – nicht deiner.‼️‼️‼️

Besonders häufig sehe ich das bei Tierschutzhunden.
Ein Hund kommt aus Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Spanien oder einem anderen Land nach Deutschland. Vielleicht hat er auf der Straße gelebt. Vielleicht im Shelter. Vielleicht in einer Tötungsstation. Vielleicht auf einer Pflegestelle.
Vielleicht wissen wir erstaunlich wenig über sein bisheriges Leben.

Und plötzlich soll er funktionieren. Geschirr anziehen. Leine laufen.
Treppen steigen. Auto fahren. Allein bleiben. Menschen kennenlernen. Andere Hunde treffen. Besuch empfangen. Straßenverkehr aushalten. Im Restaurant unter dem Tisch liegen. Am besten noch Sitz, Platz und Rückruf lernen.

Und wenn der Hund nach einigen Wochen Probleme zeigt, beginnt das Training. Dabei müsste manchmal zuerst etwas ganz anderes passieren: Dieser Hund müsste überhaupt erst die Chance bekommen, seine neue Welt zu verstehen.

Denn Sicherheit entsteht nicht dadurch, dass ich möglichst viele Situationen trainiere.
Sicherheit entsteht unter anderem durch Berechenbarkeit.
Durch Wiederholung.
Durch verlässliche Menschen.
Durch ausreichend Abstand.
Durch die Erfahrung, nicht ständig reagieren zu müssen.

Und durch die Erfahrung: Mein Mensch sieht, wenn es mir zu viel wird. Das ist für mich ein wesentlicher Bestandteil guter Arbeit mit einem Hund.

Und nein: Das bedeutet nicht, dass Hunde nichts mehr lernen sollen.
Natürlich trainiere ich mit Hunden.
Natürlich erarbeite ich Orientierung.
Natürlich trainiere ich Aufmerksamkeit.
Natürlich brauchen Hunde Regeln und Grenzen.
Natürlich müssen wir bestimmte Verhaltensweisen verändern, wenn sie für den Hund, den Menschen oder die Umwelt problematisch oder gefährlich werden.

Aber ich möchte vorher wissen: Mit welchem Hund arbeite ich eigentlich?

Nicht nur: „Was macht der Hund?“

Sondern: „Warum könnte er es machen?“

Denn ein Hund, der aus Unsicherheit nach vorne geht, braucht möglicherweise etwas anderes als ein Hund, der gelernt hat, dass offensives Verhalten zuverlässig Distanz schafft. Ein Hund, der draußen nicht ansprechbar ist, muss nicht automatisch „stur“ sein.
Ein Hund, der seinen Menschen überallhin verfolgt, muss nicht einfach nur lernen, auf seiner Decke zu bleiben.
Und ein Hund, der nicht zur Ruhe kommt, braucht vielleicht nicht noch eine Stunde Kopfarbeit, damit er endlich „ausgelastet“ ist.

Vielleicht braucht er genau das Gegenteil.

Training darf niemals zum Selbstzweck werden.
Ich möchte keinen Hund, der 27 Signale perfekt beherrscht und trotzdem permanent unter Strom steht.
Ich möchte keinen Menschen, der beim Spaziergang ununterbrochen darüber nachdenkt, welche Übung er jetzt anwenden muss.

Und ich möchte vor allem nicht, dass Menschen irgendwann glauben: „Ich habe einfach noch nicht genug trainiert.“

Manchmal haben sie nämlich schon verdammt viel gemacht.
Nur möglicherweise nicht das, was dieser Hund gerade gebraucht hätte.

Deshalb ist einer meiner ersten Schritte bei manchen Mensch-Hund-Teams tatsächlich nicht: „Wir müssen mehr trainieren.“

Sondern: „Wir müssen erst einmal weniger machen.“
Weniger Druck.
Weniger Erwartungen.
Weniger Situationen.
Weniger Methoden-Hopping.
Weniger gut gemeinte Ratschläge von 38 Menschen.

Und dafür:
mehr beobachten.
mehr verstehen.
mehr Struktur.
mehr Ruhe.
mehr Sicherheit.

Und anschließend können wir sehr gezielt an den Dingen arbeiten, die wirklich verändert werden müssen.

Wenn du gerade jeden Spaziergang als Trainingseinheit empfindest, dein Handy voller Trainingsvideos ist und du trotzdem das Gefühl hast, dass ihr keinen Schritt weiterkommt:

Dann hör auf, nach der nächsten Übung zu suchen.
Vielleicht fehlt euch keine Übung.
Vielleicht fehlt euch ein vernünftiger Blick von außen.

👉Schreib mir eine Nachricht oder vereinbare ein kostenloses Erstgespräch. Dann schauen wir uns nicht nur an, was dein Hund macht. Sondern vor allem, warum er es macht – und was ihr wirklich braucht.

Denn manchmal beginnt gutes Hundetraining mit einem ziemlich ungewöhnlichen ersten Schritt: Aufhören zu trainieren.

Teilen ausdrücklich erwünscht. Wenn du jemanden kennst, der inzwischen mehr Trainingsmethoden als entspannte Spaziergänge gesammelt hat, schick ihm diesen Beitrag.

© Sven Dowiasch – Hundepsychologe & Hundetrainer
Vervielfältigung, Veröffentlichung oder Verwendung des Textes – auch auszugsweise – unter eigenem Namen oder ohne Quellenangabe ist nicht gestattet.

👉Kostenloses Erstgespräch: https://hundepsychologe-sven.de/kostenloses-erstgespraech/

29/08/2026

Ein kleines Kind kann noch nicht einschätzen, was ständiger Zug oder ruckartige Bewegungen an einem dünnen Halsband für einen Hund bedeuten.

Es erkennt oft auch nicht, wann der Hund Schmerzen hat, Angst bekommt oder überfordert ist. Genau deshalb liegt die Verantwortung nicht beim Kind, sondern bei den Erwachsenen.

Kinder dürfen und sollen einen respektvollen Umgang mit Hunden lernen. Aber begleitet, erklärt und aufmerksam beaufsichtigt. Einen Hund einfach an ein kleines Kind zu übergeben, während man selbst mit anderen Dingen beschäftigt ist, kann für beide gefährlich werden.

Und nur weil ein Hund nicht knurrt, bellt oder sich wehrt, bedeutet das noch lange nicht, dass für ihn alles in Ordnung ist.

Ein Hund ist kein Spielzeug. Er ist ein fühlendes Lebewesen – und wir Erwachsenen tragen die Verantwortung für seinen Schutz.

‼️‼️‼️‼️Wichtiger Hinweis in eigener Sache:‼️‼️‼️Auf Facebook gibt es eine Seite mit dem Namen „Hundepsychologesven 0.56...
29/08/2026

‼️‼️‼️‼️Wichtiger Hinweis in eigener Sache:‼️‼️‼️

Auf Facebook gibt es eine Seite mit dem Namen „Hundepsychologesven 0.56“. Diese Seite stammt nicht von mir und steht in keiner Verbindung zu mir oder meiner Arbeit.

Dort wurden mittlerweile mehr als 30 meiner Videos ohne meine Zustimmung kopiert und erneut veröffentlicht. Durch den sehr ähnlichen Seitennamen kann der falsche Eindruck entstehen, dass es sich um eine offizielle Seite von mir handelt. Das ist ausdrücklich nicht der Fall.

Bitte folgt dieser Seite nicht, liked sie nicht und nehmt keine dort veröffentlichten Angebote oder Kontaktanfragen an.

‼️‼️‼️Wenn ihr mich unterstützen möchtet, meldet die Seite bitte direkt bei Facebook:

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DER WILL NUR SPIELEN! - Nein. Vielleicht will er das gar nicht.„Guck mal, wie schön die spielen!“Diesen Satz hört man im...
25/08/2026

DER WILL NUR SPIELEN! - Nein. Vielleicht will er das gar nicht.

„Guck mal, wie schön die spielen!“
Diesen Satz hört man immer wieder.
Zwei Hunde rennen über eine Wiese. Einer hinterher. Der andere vorneweg. Also spielen sie.

Oder? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.

Denn nur weil zwei Hunde rennen, miteinander rangeln oder sich gegenseitig verfolgen, bedeutet das noch lange nicht, dass beide gerade dasselbe wollen.

Und genau da lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen.

Ein Hund rennt hinter einem anderen her. Der vordere Hund wird schneller. Der hintere auch.

„Wie schön die spielen!“

Der vordere Hund läuft zu seinem Menschen. Der andere folgt.
Er versucht auszuweichen. Der andere folgt.

Er bleibt stehen. Der andere bedrängt ihn weiter. Er dreht den Kopf weg. Der andere macht weiter. Er knurrt.

Und plötzlich heißt es: „Oh! Was hat DER denn jetzt?“

Vielleicht hatte der schon eine ganze Weile etwas.
Vielleicht haben wir es nur nicht gesehen.

Gutes Sozialspiel kann wild aussehen.
Hunde dürfen rennen.
Sie dürfen rangeln.
Sie dürfen sich anspringen.
Sie dürfen sich gegenseitig verfolgen.
Sie dürfen knurren, rempeln und miteinander körperlich werden.

Deshalb kann ich nicht anhand eines einzelnen Verhaltens entscheiden: Das ist Spiel.

Oder: Das ist kein Spiel.

Mich interessiert das Gesamtbild.
Sind beide Hunde freiwillig beteiligt?
Wechseln sich Rollen ab?
Ist mal der eine vorne und mal der andere?
Entstehen kleine Unterbrechungen?
Können die Hunde zwischendurch voneinander ablassen?
Nimmt ein körperlich überlegener Hund sich möglicherweise zurück?

Und ganz wichtig: Was passiert, wenn einer der beiden nicht mehr möchte?

Denn genau da wird es spannend.
Ein Hund beendet eine Interaktion nicht zwangsläufig mit einem großen Schild: ENTSCHULDIGUNG, ICH MÖCHTE JETZT NICHT MEHR SPIELEN.

Er kann langsamer werden.
Sich abwenden.
Schnüffeln gehen.
Zu seinem Menschen kommen.
Distanz herstellen.
Sich hinter seinem Menschen positionieren.
Eine Pause einlegen.

Oder andere Signale zeigen, die wir Menschen leicht übersehen.

Wenn der andere Hund darauf reagiert: Wunderbar.

Wenn er aber immer wieder hinterhergeht, blockiert, bedrängt, überrennt oder keine Pause zulässt, sollten wir zumindest genauer hinschauen.

Denn dann lautet die Frage nicht mehr: Spielen die schön?

Sondern: Wollen das gerade wirklich noch beide

Und dann kommt einer meiner Lieblingssätze: Die regeln das schon unter sich.

Ja. Hunde können vieles miteinander kommunizieren.

Aber warum sollte mein Hund einen anderen Hund erst massiv zurechtweisen müssen, wenn ich längst sehe, dass ihm die Situation unangenehm wird?

Warum soll er immer deutlicher werden müssen?
Warum soll er knurren?
Abschnappen?
Oder irgendwann tatsächlich körperlich werden?

Nur damit wir Menschen endlich merken: Ach. Der wollte wohl doch nicht mehr spielen.

Ich möchte nicht warten, bis ein Hund schreien muss, weil vorher niemand auf sein Flüstern reagiert hat.

Und noch etwas ist mir wichtig: Nicht jeder Hund, der zu einem anderen Hund hinrennt, möchte automatisch spielen.

Annäherungsverhalten kann ganz unterschiedliche Motivationen haben.
Aufregung. Neugier. Unsicherheit. Soziale Motivation. Frustration.
Kontrollierendes Verhalten.
Oder eine Mischung aus mehreren Dingen.

Deshalb halte ich auch von der Ferndiagnose
"Der will doch nur spielen!" ungefähr genauso viel wie von "Der tut nichts!"

Wir können nicht einfach eine freundliche Absicht behaupten und erwarten, dass der andere Hund damit klarkommt.

Besonders spannend finde ich dabei etwas anderes: Viele Hundehalter achten darauf, was ihr eigener Hund möchte.

„Meiner möchte spielen.“

Okay. Aber was möchte der andere?

Wenn mein Hund einem anderen permanent hinterherläuft und der andere versucht, ihn loszuwerden, dann ist die entscheidende Information nicht: Mein Hund möchte weiterspielen.

Sondern: Der andere offenbar nicht.

Sozialkompetenz bedeutet für mich deshalb nicht nur, Kontakt aufnehmen zu können.
Sie bedeutet auch, die Grenzen eines Gegenübers wahrzunehmen und zu respektieren.
Und wenn mein Hund das in diesem Moment nicht schafft?

Dann bin ich als Mensch gefragt.

Nein, ich möchte deshalb nicht jeden Hundekontakt abbrechen.
Nein, Hunde müssen nicht steril nebeneinander herlaufen.
Und nein, gutes Spiel muss nicht aussehen wie eine Meditationsgruppe auf vier Pfoten.

Es darf wild sein.
Es darf laut sein.
Es darf körperlich sein.

Solange beide Hunde daran beteiligt sein wollen. Genau dieses kleine Wort macht einen riesigen Unterschied:

BEIDE!!!

Und vielleicht lohnt sich deshalb beim nächsten Hundekontakt ein kleines Experiment. Schau nicht nur auf den Hund, der hinterherrennt.
Schau auf den, der vorne läuft.
Schau nicht nur auf den Hund, der immer wieder Kontakt aufnimmt.
Schau auf den, der ihn ständig wieder verlassen möchte.
Schau nicht nur darauf, wie viel Bewegung stattfindet.
Schau auf die Momente **dazwischen**.

Wer sucht wen wieder auf?
Wer beendet?
Wer nimmt eine Pause?
Und darf diese Pause bestehen bleiben?

Manchmal verändert sich dadurch der Blick auf eine vermeintlich „tolle Spielrunde“ ziemlich schnell.

Und wenn Hundekontakte und Hundebegegnungen bei euch längst nicht mehr entspannt sind?

Wenn du Spaziergänge schon danach planst, möglichst niemandem zu begegnen …

wenn dein Hund beim Anblick anderer Hunde hochfährt, bellt, in die Leine springt oder kaum noch ansprechbar ist …

wenn du nicht einschätzen kannst, ob dein Hund spielen möchte, unsicher ist, Abstand braucht oder gerade völlig überfordert ist …

oder wenn du schon fünf verschiedene Tipps ausprobiert hast und inzwischen überhaupt nicht mehr weißt, was richtig ist:

Dann melde dich bei mir.

Schreib mir einfach eine private Nachricht mit dem Wort

BEGEGNUNG und beschreibe mir kurz, was bei euch passiert.

Dann schauen wir uns nicht die nächste Methode aus der Schublade an.
Wir schauen zuerst auf deinen Hund.
Was passiert vor der Eskalation?
Was löst sein Verhalten aus?
Was braucht er?

Und wie können wir Hundebegegnungen so verändern, dass ihr beide wieder mehr Sicherheit bekommt?
Denn genau mit solchen Mensch-Hund-Teams arbeite ich.

Vielleicht sollten wir deshalb beim nächsten Mal nicht sagen:
„Ach, lass sie. Die spielen doch.“

Sondern uns eine viel bessere Frage stellen: „Spielen wirklich beide?"

Denn gutes Spiel erkennt man nicht daran, dass zwei Hunde miteinander beschäftigt sind.

Sondern auch daran, dass beide jederzeit wieder aufhören dürfen.

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© Sven Dowiasch – alle Rechte vorbehalten.

‼️DEIN HUND MUSS NICHT JEDEN HUND MÖGEN.‼️Und er muss verdammt noch mal auch nicht jeden kennenlernen.„Lass ihn doch mal...
17/08/2026

‼️DEIN HUND MUSS NICHT JEDEN HUND MÖGEN.‼️

Und er muss verdammt noch mal auch nicht jeden kennenlernen.

„Lass ihn doch mal Hallo sagen.“
„Die müssen sich nur kurz beschnuppern.“
„Meiner tut nichts.“
„Der will doch nur spielen.“

Und einer meiner persönlichen Favoriten: „Die regeln das schon unter sich.“

‼️NEIN‼️

Vielleicht möchte dein Hund überhaupt nichts regeln.
Vielleicht möchte er einfach nur seine Ruhe.

Wir haben eine ziemlich merkwürdige Vorstellung davon entwickelt, wie ein „sozialer“ Hund zu sein hat.

Er soll freundlich zu anderen Hunden sein.
Er soll Kontakt mögen.
Er soll spielen.
Er soll sich beschnuppern lassen.
Er soll fremde Hunde in seiner unmittelbaren Nähe akzeptieren.

Und wenn er das nicht möchte? Dann heißt es schnell:
„Der ist nicht sozialverträglich.“

Aber sozialverträglich bedeutet nicht automatisch kontaktfreudig.

Ein Hund kann sozial durchaus kompetent sein und trotzdem keinen Wert auf Kontakt mit fremden Hunden legen.

Er kann ausweichen.
Einen Bogen laufen.
Den Kopf abwenden.
Langsamer werden.
Stehenbleiben.
Abstand suchen.

Oder seinem Gegenüber auf andere Weise signalisieren:
„Bitte nicht näher.“

Das ist Kommunikation.
Das Problem beginnt manchmal erst dann, wenn wir Menschen diese Kommunikation ignorieren.

Stell dir einmal folgende Situation vor:
Dein Hund sieht einen anderen Hund.
Er wird langsamer.
Vielleicht verändert sich seine Körperspannung.
Er möchte einen Bogen laufen.

Du gehst trotzdem weiter.
Der andere Hund kommt näher.
Dein Hund dreht vielleicht den Kopf weg oder versucht erneut, Distanz herzustellen.

Dann kommt vom anderen Ende der Leine: „Lass die doch mal Hallo sagen!“

Also gehen beide Menschen näher.
Die Leinen werden kürzer.
Die Distanz verschwindet.
Nase an Nase.
Und dein Hund knurrt.

Plötzlich sind alle entsetzt. „Oh! Der ist aber aggressiv!“

‼️MOMENT.‼️
Vielleicht sollten wir uns vorher eine andere Frage stellen:
Wie oft hat dieser Hund möglicherweise schon versucht, leiser zu sagen, dass er diesen Kontakt nicht möchte?

Knurren ist zunächst einmal Kommunikation. Das bedeutet nicht, dass wir aggressives Verhalten verharmlosen sollten. Und selbstverständlich müssen wir Situationen sicher gestalten.

Aber ein Knurren ist eine Information.
„Das ist mir zu viel.“
„Bleib weg.“
„Ich fühle mich gerade nicht wohl.“

Und wenn wir ausschließlich das Knurren bestrafen, haben wir damit nicht zwangsläufig die Ursache verändert. Wir haben möglicherweise nur versucht, das Warnsignal abzustellen.

Mich interessiert deshalb viel mehr:
Warum musste der Hund überhaupt so deutlich werden?

Was ist vorher passiert?
Welche Signale haben wir möglicherweise übersehen?

Und hätte der Hund eine andere Möglichkeit gehabt, die Situation zu lösen?

Genau deshalb bin ich auch kein Freund von: „Die regeln das unter sich.“

Natürlich kommunizieren Hunde miteinander.
Aber zwei Hunde einfach in eine Situation zu bringen und darauf zu hoffen, dass sie das schon irgendwie klären werden, ist für mich kein Trainingskonzept. Vor allem dann nicht, wenn einer der Hunde längst versucht, Distanz herzustellen.

Ein Hund muss nicht lernen: „Ich muss das aushalten.“

Er darf auch lernen: „Mein Mensch sieht, wenn es mir zu viel wird, und hilft mir.“

Und genau dadurch kann langfristig etwas entstehen, das mir viel wichtiger ist als möglichst viele Hundekontakte:
✅SICHERHEIT.

Ich erlebe immer wieder Menschen, die regelrecht traurig darüber sind, dass ihr Hund nicht mit anderen Hunden spielen möchte.

„Früher hat er doch mit jedem gespielt.“
„Der braucht doch Hundekontakte.“
„Ich möchte, dass er Freunde hat.“

Und natürlich können gute Sozialkontakte für Hunde wertvoll sein.
Aber ein erwachsener Hund muss nicht mit jedem fremden Hund spielen. Er muss nicht jeden begrüßen. Und er braucht erst recht nicht täglich wechselnde Zufallsbekanntschaften auf dem Spaziergang.

Manche Hunde haben einige ausgewählte Hunde, mit denen sie sehr gerne zusammen sind.
Andere möchten deutlich weniger Kontakt.
Und manche können auf fremde Hunde schlicht hervorragend verzichten.

Das macht sie nicht automatisch unsozial.

Und übrigens: Auch ein freundlicher Hund hat nicht automatisch das Recht auf Kontakt.
Wenn dein Hund „nur spielen möchte“ und deshalb ungebremst auf einen fremden Hund zuläuft, weißt du nicht, was dieser andere Hund gerade braucht.

Vielleicht hat er Angst.
Vielleicht hat er Schmerzen.
Vielleicht wurde er gebissen.
Vielleicht befindet er sich gerade im Training.
Vielleicht ist er alt.
Vielleicht ist er krank.
Oder vielleicht findet er deinen Hund einfach scheiße.

Auch das darf er.

„Meiner tut nichts“ hilft dem anderen Hund dabei herzlich wenig.

Für mich bedeutet verantwortungsvoller Umgang deshalb nicht, möglichst viele Hundekontakte zu ermöglichen.
Sondern zu lernen, welche Kontakte für meinen Hund überhaupt sinnvoll sind.

Und genauso wichtig: Zu akzeptieren, welche er nicht möchte.

Vielleicht hast du einen Hund, der bei Begegnungen immer wieder nach vorne geht.

Der knurrt.
Der bellt.
Der andere Hunde auf Abstand halten möchte.

Und vielleicht hast du schon alles Mögliche gehört:
„Der braucht mehr Sozialkontakte.“
„Der muss besser sozialisiert werden.“
„Du musst einfach öfter mit ihm unter Hunde.“

Bitte mach aus solchen pauschalen Aussagen kein Trainingsprogramm. Denn bevor wir entscheiden, was ein Hund braucht, müssen wir verstehen, warum er dieses Verhalten zeigt.

Angst kann dahinterstecken.
Unsicherheit.
Frustration.
Übererregung.
Schlechte Erfahrungen.
Schmerzen können Verhalten beeinflussen.

Oder tatsächlich ein ausgeprägtes Bedürfnis nach größerer Individualdistanz.

Äußerlich kann vieles ähnlich aussehen. Die Ursachen können völlig unterschiedlich sein.

👉👉Und wenn du bei deinem Hund genau an diesem Punkt nicht weiterkommst, melde dich gerne bei mir.
Wenn Hundebegegnungen eure Spaziergänge bestimmen, dein Hund andere Hunde massiv auf Abstand halten möchte oder du einfach nicht mehr weißt, was er dir eigentlich sagen will, schreib mir eine private Nachricht mit dem Wort:
BEGEGNUNG
Erzähl mir kurz, was bei euch passiert.
Dann können wir gemeinsam schauen, wo die Ursache liegen könnte und ob und wie ich euch unterstützen kann.
Denn manchmal braucht es nicht die nächste Methode.
Sondern jemanden, der sich zuerst einmal den individuellen Hund hinter dem Verhalten anschaut. 👈👈

Und vielleicht sollten wir beim nächsten Spaziergang, wenn unser Hund einem anderen Hund nicht Hallo sagen möchte, nicht denken:
„Das muss er lernen.“

Vielleicht können wir auch einfach einmal sagen:
„Okay. Du möchtest das nicht. Ich habe es verstanden.“

Denn einen sozialen Hund erkenne ich nicht daran, dass er jeden anderen Hund liebt. Und einen guten Hundehalter erkenne ich für mich auch nicht daran, dass sein Hund jeden Kontakt aushält.
Sondern unter anderem daran, dass er seinen Hund so gut lesen lernt, dass dieser nicht erst schreien muss, bevor ihm jemand zuhört.

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© Sven Dowiasch – alle Rechte vorbehalten.
Das verwendete Bild ist KI generiert.

‼️ABSTAND IST KEIN TRAININGSZIEL.‼️Oder genauer gesagt: Abstand sollte nicht das einzige Trainingsziel bleiben. In meine...
14/08/2026

‼️ABSTAND IST KEIN TRAININGSZIEL.‼️

Oder genauer gesagt: Abstand sollte nicht das einzige Trainingsziel bleiben.

In meinem letzten Beitrag habe ich geschrieben: „Hör auf, Hundebegegnungen zu trainieren.“
Und offensichtlich hat dieser Satz einen Nerv getroffen. Viele haben geschrieben:

„Genau so mache ich es. Ich weiche aus.“
„Wir gehen große Bögen.“
„Ich drehe um, wenn ein Hund kommt.“
„Wir warten hinter Autos oder Hecken.“
„Ich gehe zu Zeiten spazieren, zu denen möglichst wenig los ist.“

Und wisst ihr was? Das kann alles vollkommen richtig sein.

Auch ich arbeite bei reaktiven, unsicheren oder hoch erregten Hunden zunächst sehr häufig mit genau solchen Maßnahmen.
Aber irgendwann stellt sich eine entscheidende Frage: Was lernt dein Hund innerhalb dieses geschützten Rahmens eigentlich?

Denn Management kann Sicherheit schaffen, Eskalationen verhindern und bereits wichtige Lernerfahrungen ermöglichen.

Aber wenn unser langfristiges Ziel mehr Bewältigungsfähigkeit ist, brauchen wir irgendwann auch Situationen, in denen der Hund neue Erfahrungen machen und neue Strategien entwickeln kann.

Und genau darum geht es heute.
Wenn dein Hund bei zehn Metern Entfernung zu einem anderen Hund bereits fixiert, steif wird, nach vorne geht oder kaum noch ansprechbar ist, können 30 Meter sinnvoll sein.
Vielleicht braucht er 50 Meter. Vielleicht 100.

Welche Distanz sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal in Metern festlegen.
Entscheidend ist, was der jeweilige Hund in genau dieser Situation zeigt. Kann er den anderen Hund wahrnehmen und trotzdem noch den Blick lösen?
Bleibt er bewegungsfähig?
Kann er schnüffeln?
Kann er Informationen aus seiner Umwelt aufnehmen?
Kann er sich an seinem Menschen orientieren?

Dann haben wir möglicherweise einen Rahmen gefunden, in dem gewünschtes Lernen wahrscheinlicher wird.

Und jetzt wird es interessant. Denn ich möchte nicht einfach nur:
„Hauptsache weit genug weg.“

Ich möchte, dass der Hund innerhalb dieser Distanz Erfahrungen sammeln kann. Zum Beispiel:

Da ist ein Hund.
Ich sehe ihn.
Ich muss nicht nach vorne gehen.
Ich kann mich wieder lösen.
Ich kann mich bewegen.
Ich kann mich an meinem Menschen orientieren.
Ich kann Abstand herstellen.

Ich muss diese Situation nicht selbst regeln.

Das ist etwas völlig anderes als einen Hund so lange an einen Reiz heranzuführen, bis er irgendwann explodiert.

Und genau hier liegt ein Missverständnis, das ich nach meinem letzten Beitrag unbedingt aufgreifen möchte:

Management bedeutet nicht: „Dann gehe ich anderen Hunden eben für immer aus dem Weg.“

Nein.
Es bedeutet zunächst, Situationen zu vermeiden oder zu entschärfen, die der Hund aktuell nicht bewältigen kann.

Das kann ein Bogen sein.
Ein Seitenwechsel.
Umdrehen.
Ein Auto oder eine Hecke als Sichtschutz.
Eine andere Spazierstrecke.
Oder schlicht eine größere Distanz.

Das alles ist kein Versagen. Und es bedeutet auch nicht, dass wir „vor dem Problem davonlaufen“.
Es kann die Voraussetzung dafür sein, dass der Hund nicht ständig wieder in genau das Verhalten kippt, das wir eigentlich verändern möchten.

Aber wir sollten uns an dieser Distanz auch nicht automatisch für immer häuslich einrichten.

Wenn unser Ziel mehr Alltagssicherheit ist, stellt sich irgendwann die Frage: Welche neuen Erfahrungen und Fähigkeiten können wir innerhalb dieses sicheren Rahmens aufbauen?

Und wie dieses Training konkret aussieht, kann sehr unterschiedlich sein. Denn ein Hund, der aus Unsicherheit Distanz herstellen möchte, ist nicht automatisch mit einem Hund vergleichbar, der aus Frustration hochfährt, weil er unbedingt zum anderen Hund möchte.

Angst, Unsicherheit, Frustration, hohe soziale Motivation, Übererregung oder negative Lernerfahrungen können zu äußerlich ähnlichem Verhalten führen.

Die Ursache kann trotzdem eine völlig andere sein.
Deshalb gibt es für mich auch nicht "die eine Methode", mit der jede problematische Hundebegegnung trainiert werden sollte.

Das wäre schön einfach. Ist Hundeverhalten aber leider selten.

Jetzt interessiert mich etwas:
Wenn dein Hund Schwierigkeiten mit anderen Hunden hat:
Ab welcher Entfernung merkst du die erste Veränderung?
Nicht erst das Bellen oder den Sprung in die Leine.
Sondern wirklich das Erste.

Fixieren?
Langsamer werden?
Körperspannung?
Beschleunigen?
Stehenbleiben?
Fiepen?

Schreib es gerne in die Kommentare. Gerade diese kleinen Veränderungen finde ich unglaublich spannend, weil dort häufig schon viel mehr passiert, als wir Menschen zunächst wahrnehmen.

Und dann passiert im Training gerne der nächste Fehler: Wir werden zu schnell gierig.

Gestern haben 30 Meter funktioniert. Heute probieren wir 20.
Hat auch geklappt. Dann können wir morgen doch bestimmt zehn.

Und plötzlich hängt der Hund wieder bellend in der Leine.
Denn Hundetraining ist keine Excel-Tabelle.
30 Meter sind nicht jeden Tag dieselben 30 Meter.

Ein entspannter Hund, der in 30 Metern Entfernung schnüffelt, ist etwas anderes als ein Hund, der uns auf derselben Distanz frontal entgegenkommt und fixiert.

Auch vorherige Erlebnisse, allgemeines Erregungsniveau, Umgebung, körperliches Wohlbefinden und weitere Reize können beeinflussen, was ein Hund in diesem Moment bewältigen kann.

Deshalb trainiere ich keine Meterzahlen. Ich beobachte den Hund.

Und jetzt kommt der Satz, der vielleicht wieder einigen nicht gefallen wird: Wenn dein Hund nur deshalb entspannt ist, weil weit und breit kein anderer Hund zu sehen ist, kann er noch keine entspannten Hundebegegnungen.

Er kann Situationen ohne Hunde.
Das ist ein Unterschied.

Aber genauso falsch wäre die andere Richtung: „Wir weichen jetzt schon seit Wochen aus. Irgendwann muss er da doch mal durch.“

Nein.

Wir müssen nicht testen, wie viel ein Hund inzwischen aushält.
Wir können Bedingungen schaffen, unter denen er neue Erfahrungen machen kann, ohne ihn dabei ständig über seine aktuelle Bewältigungsfähigkeit hinauszufordern.

Und Fortschritt bedeutet deshalb auch nicht automatisch: Gestern 30 Meter. Heute 20. Morgen zehn.

Fortschritt kann bedeuten, dass dein Hund einen anderen Hund wahrnimmt und sich schneller wieder lösen kann.
Dass seine Körperspannung geringer bleibt.
Dass er sich wieder an dir orientieren kann.
Dass er nach einer Begegnung schneller herunterfährt.

Oder irgendwann schlicht: „Hund gesehen. Ist okay. Weiter geht's.“

Für mich ist das häufig viel wertvoller als irgendeine Zahl auf dem Entfernungsmesser.

Und noch etwas: Nicht jeder Hund muss irgendwann auf einem schmalen Gehweg entspannt 50 Zentimeter an einem fremden Hund vorbeilaufen können.

Wer hat eigentlich beschlossen, dass genau das der Maßstab für einen gesellschaftsfähigen Hund sein muss?
Natürlich brauchen wir Alltagstauglichkeit.
Natürlich müssen wir unsere Hunde sicher führen können.
Und natürlich können wir nicht erwarten, dass sich die gesamte Umwelt nach unserem Hund richtet.

Aber ein Hund darf trotzdem Individualdistanz haben.
Er darf fremde Hunde unnötig finden.
Er muss nicht jeden kennenlernen.
Und er muss schon gar nicht jeden mögen.

Das Trainingsziel muss nicht lauten: „Mein Hund findet irgendwann jeden anderen Hund toll.“

Für mich kann ein hervorragendes Ziel sein: „Mein Hund kann andere Hunde wahrnehmen, ohne das Gefühl zu haben, diese Situation selbst regeln zu müssen.“

Deshalb sind Management und Training für mich keine Gegensätze.

Management schafft einen Rahmen. Training entwickelt Fähigkeiten.
Und beides zusammen kann irgendwann mehr Freiheit ermöglichen.

Vielleicht brauche ich dann irgendwann nicht mehr 50 Meter.
Vielleicht reicht die andere Straßenseite.
Später vielleicht ein kleiner Bogen.
Und manches wird mein Hund vielleicht sein ganzes Leben lang nicht brauchen.
Auch das ist okay.

Und wenn du gerade merkst: „Verdammt. Wir managen eigentlich nur noch.“
Du scannst bei jedem Spaziergang permanent die Umgebung.
Du kennst jedes Auto und jede Hecke, hinter der ihr verschwinden könnt.
Du weißt ziemlich genau, wann die Nachbarschaft mit ihren Hunden unterwegs ist.
Und trotzdem reicht eine einzige überraschende Begegnung und dein Hund explodiert.

Dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Warum reagiert dein Hund so?
Wann beginnt die Reaktion tatsächlich?
Was braucht er, um handlungsfähig zu bleiben?
Und wie können aus Management Schritt für Schritt neue Bewältigungsstrategien entstehen?

___________

✅Genau mit solchen Mensch-Hund-Teams arbeite ich.
Individuell, bedürfnisorientiert und ohne „Da muss er jetzt durch“.
Wenn du dich und deinen Hund gerade wiedererkennst, schreib mir gerne eine private Nachricht mit dem Wort:

👉BEGEGNUNG

und erzähl mir kurz, was bei euch passiert.
Dann schauen wir gemeinsam, ob und wie ich euch unterstützen kann.✅

___________

Vielleicht sollten wir deshalb bei einem reaktiven Hund weniger fragen: „Wie nah sind wir heute an einem anderen Hund vorbeigekommen?“

Und häufiger: „Was konnte mein Hund heute bewältigen, ohne sich dabei zu verlieren?“

Denn Abstand allein ist nicht das Ziel. Aber der richtige Abstand kann der Ort sein, an dem Veränderung überhaupt erst möglich wird.

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© Sven Dowiasch – alle Rechte vorbehalten.

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