10/05/2026
Du kannst nicht sehen, was im OP passiert
– aber du solltest wissen, was dort passieren sollte.
Die eigentliche „Gefahr“ bei einer Kastration ist selten der Schnitt, sondern die Narkose dahinter.
Und da gibt es große Unterschiede, weil es in der Tiermedizin leider immer noch keine verpflichtenden Standards gibt.
Aus meiner Sicht gehören zu einer verantwortungsvollen Narkose mindestens:
• kontinuierliche Überwachung von Atmung, Kreislauf und Sauerstoff
• aktives Wärmemanagement (z.B. Bair Hugger), damit dein Tier nicht auskühlt
• ein venöser Zugang, um im Notfall in Sekunden handeln zu können
• eine überwachte Aufwachphase – nicht „allein in der Transportbox“ und auf keinen Fall zu Hause
• Narkose-geschultes Personal, das Narkosen nicht „nebenbei“ mitlaufen lässt, sondern aktiv im Blick behält
Eine Kastration kann sicher sein – oder sehr günstig.
Beides zusammen ist oft eine Illusion.
Was du als Tierhalter konkret tun kannst:
Frag deine Tierarztpraxis vor einer Narkose zum Beispiel:
– Wie wird mein Tier überwacht?
– Gibt es ein Wärmesystem / eine Wärmematte?
– Bekommt mein Tier einen venösen Zugang?
– Wer überwacht die Narkose und ist dafür speziell geschult?
– Wie läuft die Aufwachphase ab?
Wenn dir niemand diese Fragen verständlich beantworten kann, ist das für mich ein klares Warnsignal.
Narkosesicherheit ist kein „Extra“, sondern Grundlage guter Tiermedizin.