13/04/2021
Zahnstein beim Hund – Teil 5️⃣: So beugt ihr vor – Zähne putzen Schritt für Schritt
Gerne erkläre ich euch einmal ausführlich, wie ihr eurem Hund Schritt für Schritt das Zähneputzen beibringt. Fangt damit bereits im Welpenalter an. So könnt ihr euren Liebling spielerisch an den Vorgang gewöhnen – auch wenn seine Beißerchen zu diesem Zeitpunkt meist noch blitzeblank sind. Im nächsten Beitrag geht es dann um die weiteren Vorbeugemaßnahmen.
Da kein Hund vor Zahnstein gewappnet ist, solltet ihr unbedingt regelmäßig den Maulraum eures Vierbeiners kontrollieren und anschließend die Zahnbeläge gründlich entfernen – beispielsweise durch das Zähne putzen (jeden bis jeden dritten Tag). Denn Zähne putzen ist die effektivste Methode Plaque und somit auch Zahnstein vorzubeugen. Also beginnt am besten frühzeitig damit, eurem Hund das Zähne putzen beizubringen. Jetzt geht es los mit der Schritt-für-Schritt-Anleitung.
1️⃣. Gewöhnt euren Hund an die Zahnpasta
Die spezielle Hundezahnpasta ist sowohl auf die Pflegebedürfnisse eures Tieres ausgerichtet als auch geschmacklich sehr ansprechend. So könnt ihr beispielsweise eine Zahncreme mit Geflügelgeschmack wählen. Lasst ihn die ersten Tage diese von eurer Hand abschlecken, damit er sich daran gewöhnt. Wenn er diese gut annimmt, könnt ihr mit dem nächsten Step fortfahren.
2️⃣. Gewöhnt euren Hund an die Zahnkontrolle
Jetzt gilt es: Euren Hund an die Berührung an der Schnauze und im Maul zu gewöhnen – auch am Zahnfleisch und den Lefzen. Überlegt euch vorher ein Kommando, mit dem ihr den Prozess verbindet – zum Beispiel „Zähne“. Fasst euren Hund an der Schnauze an und zieht die Lefzen leicht hoch. Kombiniert das ganze mit eurem Kommando. Ihr könnt diese Übung mehrmals täglich machen. Wenn der Ablauf klar ist und problemlos funktioniert, könnt ihr langsam damit anfangen, die Zahnpasta mit den Berührungen zu kombinieren. Haltet das Maul eures Hundes mit der einen Hand geschlossen und hebt mit der anderen vorsichtig seine Lefze hoch. Verteilt mit eurem Finger etwas Zahnpasta auf der Außenseite der vorderen oberen Backenzähne. Testet euch langsam und vorsichtig heran. Wird dieser Schritt gut angenommen, könnt ihr euren Finger mit Zahnpasta behutsam immer weiter unter die Lefze gleiten lassen. Wiederholt dabei immer wieder euer Kommando und belohnt korrektes Verhalten – mit Lob und/oder eventuell einem Leckerlie. Wichtig: Behaltet stets die Körpersprache eures Hundes im Blick. Überfordert ihn nicht. Das heißt: Fasst nur soweit ins Maul, wie euer Hund mitmacht und es sich gefallen lässt. Wiederholt auch diese Übung mehrmals pro Tag – bis sie funktioniert. Klappt alles optimal, könnt ihr mit dem dritten Schritt weitermachen.
3️⃣. Gewöhnt euren Hund an die Zahnbürste oder den Fingerling
Gebt etwas Zahnpasta auf die Zahnbürste oder den Fingerling (ein wenig zwischen die Borsten drücken). Lasst anschließend euren Hund daran schnuppern. Er kann auch gerne ein wenig davon abschlecken. Nehmt dann behutsam die Schnauze eures Vierbeiners in die Hand und haltet sie geschlossen. Dann ist die Lefze dran. Hebt sie vorsichtig an. Alles, wie im vorherigen Schritt beschrieben. Jetzt könnt ihr behutsam und sanft mit der Reinigung der vorderen, langen Fangzähne starten. Bitte berührt jetzt noch nicht die kleinen Schneidezähne. Diese sind sehr empfindlich. Sonst könnte das euren Hund vom Zähne putzen abschrecken. Es ist alles eine Gewöhnungssache – also geht bitte immer vorsichtig und in kleinen Schritten vorwärts.
4️⃣. Gewöhnt euren Hund daran, alle Zähne zu putzen
Macht euer Hund gut mit und gelingt die Reinigung der Fangzähne problemlos, könnt ihr anfangen auch die anderen Zähne zu putzen. Denkt bitte daran: immer langsam, Schritt für Schritt – auch über mehrere Tage. Ich empfehle euch, zunächst nur kurz und mit wenig Druck zu putzen. Hat sich euer Hund schließlich an das Zähne putzen gewöhnt, könnt ihr mit der Zeit auch fester und länger bürsten. Beginnt mit der Außenseite der oberen, hinteren Backenzähne. Hierfür empfehle ich euch eine kleine Zahnbürste, da ihr bei geschlossenem Maul (Zähnen) unter die Lefzen fahren müsst. Damit ihr anschließend die unteren Backenzähne putzen könnt, muss euer Hund ein Stück sein Maul öffnen. Danach schließt ihr die Schnauze wieder und hebt die Lefzen an, um die oberen Schneidezähne zu säubern. Dabei kann es vorkommen, dass euer Vierbeiner niesen muss, da Hunde hier generell sehr empfindlich sind. Nun sind sämtliche Zahnaußenflächen dran. Zum Schluss könnt ihr probieren, die Zahninnenseiten zu reinigen – hier setzt sich im Normalfall weniger Belag ab.
5️⃣. Lob und Belohnung verstärken korrektes Verhalten
Lobt euren Hund während des ganzen Prozesses für jedes gute Verhalten und beendet das Zähne putzen mit viel abschließendem Lob, einer Belohnung (Leckerlie) und Streicheleinheiten. So wird euer Hund das Zähne putzen als positives Erlebnis in seiner Erinnerung abspeichern.
Übt die einzelnen Schritte so lange, bis euer Hund von selbst mitmacht – und noch ein paar Tage länger, damit er sich an jeden Vorgang umfassend gewöhnen kann.
Jetzt wünsche ich euch erst einmal: Viel Erfolg beim Zähne putzen!
Im 6. Teil informiere ich euch dann über weitere Maßnahmen und Methoden, mit denen ihr Zahnstein bei eurem Hund vorbeugen könnt und was ihr im akuten Fall machen solltet.
Ihr habt weitere Fragen rund um die Hundegesundheit, das Training und die Ernährung? Dann nehmt einfach Kontakt mit mir auf.
Eure Ariane da Luz