06/05/2026
Manchmal bringt uns eine einzige Woche mehr Realität, als uns lieb ist.
Innerhalb weniger Tage haben wir zwei weibliche Meerschweinchen mit einem Mammakarzinom (Mama-CA) aufgenommen. Beide Tiere wurden im Zuge einer Haltungsaufgabe abgegeben.
Und das ist uns besonders wichtig: Hinter jeder Abgabe steckt eine Geschichte. Niemand trifft so eine Entscheidung leichtfertig. Umso mehr schätzen wir es, wenn Tiere in solchen Situationen verantwortungsvoll weitergegeben werden.
Für uns bedeutet das aber auch: Diese Tiere sind in der Regel nicht vermittelbar. Die Prognose ist oft ungewiss, die medizinische Verantwortung hoch. Trotzdem haben wir beide aufgenommen, weil wir uns hier kümmern möchten.
Warum wir das hier teilen? Wir möchten aufmerksam machen.
Mammatumoren sind beim Meerschweinchen nicht besonders häufig und oft gutartig. Aber: Sobald Lymphknoten deutlich vergrößert sind oder Metastasen im Raum stehen, verändert sich die Situation und die Prognose ist leider häufig schlecht.
Deshalb unser eindringlicher Appell: Schaut genau hin. Nehmt eure Tiere regelmäßig in die Hand. Macht euren kleinen „TÜV“. Tastet vorsichtig die Milchleiste ab. Was sich heute noch wie eine kleine Veränderung anfühlt, kann morgen schon entscheidend sein.
Früh erkannt kann man handeln. Früh erkannt kann man helfen.
Und manchmal bedeutet Hilfe auch, eine Entscheidung zu treffen, die nicht leicht ist.
Hier seht ihr Mandy. Vier Jahre alt. Eine walnussgrosse, verwachsene Raumforderung im Gesäugebereich, dazu deutlich vergrößerte, tastbare Lymphknoten. Wir haben uns in ihrem Fall gegen eine Operation entschieden.
Jetzt geht es für sie nicht mehr um Heilung, sondern um Lebensqualität, Fürsorge und darum, dass sie ihre Zeit nicht alleine verbringen muss.
Wenn ihr bei euren Tieren Knoten, Schwellungen oder Veränderungen bemerkt: Bitte wartet nicht. Lasst es tierärztlich abklären.