06/12/2025
Besonders für Welpen, aber auch für ältere Hunde oder solche mit angeborenen Fehlstellungen - zusammengefasst also für alle 😉 - machen rutschfeste Laufflächen Sinn, oder? Denken wir nur dran, wie anstrengend und unbequem, bisweilen sogar schmerzhaft es für uns ist, wenn wir nur mal kurz auf Glatteis laufen müssen. Mach das mal tagein, tagaus :-(. Das MUSS ja Schäden anrichten.
Wenn man über Risiken im Welpenalter spricht, stehen Treppen, Sprünge oder lange Spaziergänge meist ganz oben auf der Liste.
Bei unseren Patienten sehen wir jedoch etwas anderes: Die häufigsten Mikroverletzungen entstehen auf glatten Böden in der Wohnung. Rutschige Oberflächen verändern die gesamte Biomechanik eines jungen Hundes. Statt kontrollierter Bewegung sehen wir Ausweichmuster, Abfangbewegungen, Scherkräfte auf die Wachstumsfugen, eine erhöhte Beanspruchung der Schultern und eine deutliche Spannung im Rücken.
Diese wiederkehrenden rutschbedingten Fehlbelastungen wirken subtil, können aber im Wachstum erheblich zur Überlastung beitragen. Vor allem Welpen mit noch instabiler Muskulatur kompensieren schnell, und genau diese Kompensationen können langfristige Bewegungsmuster prägen. Untersuchungen zur Ganganpassung auf unterschiedlichen Untergründen zeigen immer wieder, dass rutschige Böden die Bewegungsmechanik stärker verändern als viele vermeintlich „riskante“ Outdoor-Reize.
Treppen sind nicht das Problem. Erst recht nicht, wenn der Welpe von Anfang an langsam „rangeführt“ wird und so keine Ängste oder „Übersprungshandlungen“ entstehen. Das grössere Risiko liegt in jenen Alltagsbewegungen, die wir gar nicht als Belastung wahrnehmen. Eine einfache Massnahme wie rutschfeste Matten kann hier mehr präventiv bewirken als jede Schonempfehlung.