11/06/2026
𝗗𝗲𝗰𝗸𝗲𝗻𝘁𝗿𝗮𝗶𝗻𝗶𝗻𝗴 𝗸𝗮𝗻𝗻 𝗱𝗲𝗶𝗻𝗲𝗿 𝗛𝘂𝗻𝗱𝗲𝗲𝗿𝘇𝗶𝗲𝗵𝘂𝗻𝗴 𝘀𝗰𝗵𝗮𝗱𝗲𝗻, 𝘄𝗲𝗶𝗹...
.. dein Hund eine viel wichtigere Fähigkeit nicht lernt, nur, weil Du Deckentraining nutzt ☝🏼.
Dein Hund sollte vor allem die Fähigkeit lernen, selbst zu erkennen, wann sein Verhalten unangebracht/unerwünscht ist und sollte es dann schaffen, sich selbst zu beruhigen - Stichwort 𝗦𝗲𝗹𝗯𝘀𝘁𝗿𝗲𝗴𝘂𝗹𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻.
Das muss natürlich auch ,,geübt" werden, vor allem mit jungen Hunden, denn es hat große Auswirkung auf ihre Weltanschauung und ihre Beziehung zu ihrem Mensch.
Dazu nutzt man kleine Situationen, in denen der Hund nicht seinen Willen bekommt und er mit alltäglichem Frust ganz alleine fertig werden muss. Diese Fähigkeit entwickelt sich leider nur, wenn er Frust erleben darf und diesen auch alleine bewältigen kann.
- Er möchte mit in den anderen Raum und man lässt ihn einfach ohne Kommentar NICHT mit
- Er bettelt und man reagiert einfach NICHT
- Er möchte gekrault werden, spielen oder anders beachtet werden und man reagiert einfach NICHT auf ihn. Ohne Kommentar.
In diesen kleinen alltäglichen Momenten, in denen es gerade nicht optimal nach seinen Wünschen läuft, lernt er sich anzupassen und selbst zu regulieren. Unter Hunden ein ganz normaler Ablauf, denn da wird längst nicht auf jeden Wunsch des anderen reagiert.
Nur nutzen viele Hundebesitzer diese wunderbaren Gelegenheiten im Alltag leider nicht.
Sie haben schließlich in der modernen Hundeschule ein Deckentraining gelernt und schicken den Hund in diesen Momenten auf seine Decke 😩.
Deckentraining fühlt sich für den Mensch gut und richtig an. Man hat schließlich etwas mit dem Hund trainiert / einstudiert, das den Alltag zu erleichtern scheint. Der Hund hört schließlich auf zu betteln, zu jammern, den Besuch zu nerven oder unruhig zu sein, weil er auf seine Decke geschickt wurde. Da staunt sogar der Besuch 😉.
Das ist allerdings eine oberflächliche Betrachtungsweise, die sich früher oder später rächt. Denn es macht im sozialen Miteinander einen RIESIGEN Unterschied, ob er von dir irgendwo hingeschickt wurde, oder selbst erkannt hat, dass es jetzt angebracht ist, sich zu beruhigen und deshalb beschließt sich irgendwo hinzulegen☝🏼.
Denn du verpasst die besten Gelegenheiten und dein Hund lernt durch das Schicken auf seine Decke in keiner Weise
- SICH VON SICH AUS nach dir als seinen Sozialpartner zu orientieren,
- SICH VON SICH AUS an dich anzupassen
- seine eigenen Wünsche und Emotionen zu REGULIEREN und
- diese situativ auch mal hinten anstellen zu können.
Er muss quasi immer ans Händchen genommen werden, um eine Lösung für sein Dilemma zu finden. Er kann sich leider nur mit deiner Hilfe anders verhalten, weil du ihm eine andere Aufgabe gibst („Geh auf die Decke“).
An ganz anderen Stellen kippt dir dieser gravierende Fehler dann gehörig auf die Füße, denn ein Hund, der sich nicht selbstständig regulieren, beruhigen und anpassen kann, hat seine Emotionen und Wünsche auch in anderen Situationen viel schlechter im Griff.
Häufig haben diese Hunde Probleme auf Grund von Frustration und mangelnder Akzeptanz. Sie können vielleicht schlecht Alleine bleiben, zeigen Ressourcenaggression, Eifersucht, Pöbeln an der Leine oder gehorchen einfach schlecht. Immer, wenn etwas nicht so läuft, wie sie es gerade gerne hätten, können sie sich eben schlecht oder gar nicht beherrschen.
Unser Fazit:
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𝗚𝗲𝗻𝗮𝘂 𝗴𝗲𝗻𝗼𝗺𝗺𝗲𝗻 𝗯𝗿𝗮𝘂𝗰𝗵𝘁 𝗸𝗲𝗶𝗻 𝗛𝘂𝗻𝗱 𝘇𝘂𝗵𝗮𝘂𝘀𝗲 𝗲𝗶𝗻 𝗗𝗲𝗰𝗸𝗲𝗻𝘁𝗿𝗮𝗶𝗻𝗶𝗻𝗴 🤭
Unsere Hunde lernen sich Zuhause selbständig zu beruhigen und selbständig irgendwo hinzulegen, auch - und besonders! -, wenn es gerade nicht nach ihren Wünschen läuft.
Zuhause ist DER Ruheort.
Und bei genauer Betrachtung sollte jetzt auch der große Unterschied in der Reihenfolge auffallen:
HINLEGEN, weil man sich BERUHIGT hat
vs.
,,Sich beruhigen", weil man hingelegt WURDE 😉
Eine vernünftige Hundeerziehung setzt hier schon früh an und schafft es ganz nebenbei im Alltag 𝗙𝗿𝘂𝘀𝘁𝗿𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻𝘀𝘁𝗼𝗹𝗲𝗿𝗮𝗻𝘇 𝘂𝗻𝗱 𝗦𝗲𝗹𝗯𝘀𝘁𝗿𝗲𝗴𝘂𝗹𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻 zu üben.
Das übst du aber nicht, wenn du deinen Hund auf eine Decke schickst 😉.
©️ Gabi Klaassen