21/05/2026
Dr. Sophie Lund Rasmussen – in den Medien und der Fachwelt völlig zurecht als „Dr. Hedgehog“ bekannt – ist die absolute Koryphäe, wenn es um die moderne Igelforschung und den Schutz der Tiere vor Mährobotern geht. Sie arbeitet an der Elite-Universität Oxford (WildCRU) und der Universität Kopenhagen. Ihr wissenschaftlicher Werdegang begann 2011 als freiwillige Helferin in einer Igelstation. Dort zog sie verwaiste Igelbabys auf und fragte sich, ob die von Menschenhand aufgepäppelten Igel in der Natur überhaupt dieselben Überlebenschancen haben. Da sie merkte, wie extrem vernachlässigt das Forschungsfeld Igel damals war, machte sie es zu ihrer Lebensaufgabe.
Ihre Arbeit rund um Mähroboter und den Igel-Dummy ist bahnbrechend
Die Mähroboter-Studie
Um überhaupt erst einmal wissenschaftlich zu beweisen, wie gefährlich die verschiedenen Geräte auf dem Markt sind, führte sie wegweisende Studien durch. Da man logischerweise keine lebenden Tiere verletzen darf, nutzte sie für die ersten Tests frische Igel-Kadaver von Tieren, die in Igelstationen an Krankheiten oder natürlichen Ursachen verstorben waren. Sie testete über 19 verschiedene Robotermodelle in unterschiedlichen Winkeln und Gewichtsklassen. Das traurige Ergebnis: Keiner der damals getesteten Roboter konnte kleine Igel unter 200 Gramm erkennen – sie wurden alle überrollt oder schwer verletzt.
Die Erfindung des „Crash-Test-Igels“
Aus diesen Erkenntnissen heraus entwickelte sie den 3D-gedruckten Igel-Dummy. Ihr Ziel ist ein offen zugängliches 3D-Modell (Open Access), damit Mähroboter-Hersteller weltweit genau diesen Dummy ausdrucken und nutzen können, um ihre Sensoren und Klingen igelsicher zu machen. Der europäische Verband der Gartengeräte-Hersteller (EGMF) arbeitet bereits daran, diese Tests als offiziellen Standard zu etablieren.
Was Dr. Hedgehog noch herausgefunden hat
Ihre Forschung geht weit über Mähroboter hinaus und liefert Daten, die extrem spannend sind.
Das Gehör
Sie fand heraus, dass europäische Igel hoch- frequenten Ultraschall (bis zu 85 kHz) hören können. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten, um Ultraschall-Warnsysteme für Autos oder eben Mähroboter zu entwickeln, die Igel vertreiben, bevor es knallt.
Das Alter
Sie entdeckte den (wissenschaftlich bewiesenen) ältesten Igel der Welt: Thorvald aus Dänemark wurde stolze 16 Jahre alt! Das Alter bestimmte sie über die Jahresringe in den Kieferknochen ver- storbener Igel (ähnlich wie bei Bäumen). Gleich- zeitig fand sie heraus, dass das durchschnittliche Lebensalter wilder Igel leider nur bei erschrek- kenden zwei Jahren liegt.
Artenschutz-Status
Sie war maßgeblich als eine von zwei Haupt- Expertinnen an der neuen Bewertung der Welt- naturschutzunion (IUCN) beteiligt, die dazu führte, dass der Braunbrustigel offiziell von „Ungefährdet“ auf „Potenziell gefährdet“ (Near Threatened) hoch- gestuft wurde. Sie ist das beste Beispiel dafür, wie aus der Praxis in einer Igelstation heraus absolute Spitzenforschung entstehen kann, die jetzt weltweit Gesetze und Industriestandards verändert.