20/05/2021
Hallo zusammen, etwas verspätet möchte ich euch von einem Erlebnis auf meiner Reise mit den Pferden erzählen. Wer den ersten Artikel meines Blogs gelesen hat weiß, dass ich offen bin mir zum Wohle des Pferdes gerne auch gänzlich Neues anzueignen. Aufgrund des intensiven Marketings bin ich auf die Oliveira Stables in Waal aufmerksam geworden. Ich habe mir die Bücher bestellt und finde diese wirklich fantastisch. Tolle Hinweise, sehr gut erklärt und absolut nachvollziehbar. Ich setze vieles davon in meinem Reitalltag um und die Effekte sind enorm. Daher entschloss ich mich zu einer Live Erfahrung und buchte eine Unterrichtsstunde auf einem Schulpferd, die ich am 25.4.2021 erlebte.
Corona geschuldet gab es kaum die Möglichkeit bei der Arbeit mit den Pferden zuzusehen. Dennoch konnte ich vor meiner Stunde der Arbeit mit einem 4-jährigen Pferd zusehen. Das Pferd wirkte an der Longe recht hektisch und wurde dennoch stark vorwärts getrieben. Das irritierte mich, aber es gab eine Erklärung aus der Vorerfahrung des Pferdes. Im Anschluss daran wurde mir mein Pferd fertig gesattelt gebracht. Ich hatte mich für die Zäumung auf Kandarre entschieden und ritt in einem portugiesischen Sattel, um möglichst authentisch die Philosophie der Oliveira Stables nachempfinden zu können. Zu Beginn starteten wir mit Flexionen und Übungen an der Hand, wobei ich ganz tolle Hinweise und Tipps mitnehmen konnte. Im Sattel arbeitete ich mit dem Pferd die verschiedenen Seitengänge in allen drei Gangarten, fühlte mich recht wohl und konnte auch bei dem unbekannten Pferd die Hilfengebung schnell verfeinern und besser auf Geraderichtung und Abstellung einwirken. Daher wurden auch bezüglich der "Technik" meine Erwartungen voll bestätigt und es hat Spaß gemacht ein so gut ausgebildetes Pferd auf engstem Raum reiten zu dürfen. Dennoch hinterließ der Tag in mir ein komisches Gefühl der Unstimmigkeit. Trotz Sonnenschein war kein Pferd auf der Weide und die Pferde wirkten allesamt schreckhaft. Auch mein Schulpferd war zwischenzeitlich recht unausgeglichen aufgrund äußerer Reize. Der Ablauf bzw. die "Abarbeitung" der (Beritt-)Pferde war aus meiner Sicht genauso, wie ich es in gewöhnlichen Berittställen kenne: einfach wenig tiefe individuelle Zuwendung und Zeitknappheit. Schade! Denn ich freute mich auf ein Umfeld, in dem die Liebe zum Pferd und das Erkennen und Würdigen aller Ebenen eines Pferdes gelebt wird.
Das Thema Nr. 1 in den Oliveira Stables ist die Balance und diese wird unbestritten rein physisch sehr gefördert, sodass auch Rehapferde wieder reitbar und körperlich zufrieden werden. Daher ein Kompliment an das Team, denn das ist ein ehrenwertes Zielbild. Für mich ist aber die physische Balance nicht ausreichend. Die Marketingpräsenz, in der VERTIKAL als die einzig wahre Lehre dargestellt wird und die für mich als negativ empfundene Nervosität der Pferde halten mich davon ab "dem Meister zu folgen". Ich arbeite währenddessen weiter am Dreiklang der Balance meiner Pferde und mir: Körper - Geist - Seele und bin dankbar für die Impulse von Manuel Jorge de Oliveira für neues Wissen zur körperlichen Balance.
Ich freue mich über Feedback. LG Steffi
"Wenn du Buddha triffst, töte ihn."